Abraham lügt ! Um seine eigene Haut und die seiner Frau Sara zu retten, lügt der
Stammesvater der Israeliten. Kurz zuvor hat er noch die Verheißung Gottes
empfangen. Umso erstaunlicher ist die Treue Gottes zu Abraham. Abraham hat
sich und seine Frau einer großen Gefahr ausgesetzt und damit auch die
Verheißung gefährdet. Doch hatte Abraham eine Wahl ? Die Bibel schildert
mehrfach, dass die einzige Möglichkeit, der Hungersnot zu entrinnen, die Flucht
nach Ägypten war. Trotz seiner Lüge steht Gott zu Abraham, so dass er ungestraft
und bereichert aus Ägypten ziehen kann. Gott hält Wort ! Er stellt sich hinter
Abraham und er stellt sich hinter mich, was er letztendlich durch Jesus Christus
bewiesen hat.
Als Textgrundlage der Ausarbeitung wähle ich die RevELB1, da sie mir vertraut
ist und ich sie für eine adäquate Übersetzung halte. Wo es mir notwendig
erscheint werde ich auf andere Übersetzungen zurückgreifen. Im Vergleich mit
der Lutherbibel von 19842 und der Übersetzung von Gerhard von Rad3 sind mir
einige Details aufgefallen, die mir die Eignung der RevELB für meine Arbeit
bestätigen. Dabei habe ich hauptsächlich eine statistische Abwägung benutzt und
nach dem Text mit den meisten Übereinstimmungen mit den beiden anderen
Übersetzungen gesucht. An einigen Stelle habe ich die LXX4 zu Klärung
herangezogen.
Bereits am Anfang des Textes lassen sich Unterschiede in den Übersetzungen
finden. Luther übersetzt: „Es kam aber eine Hungersnot...“; die RevELB liest
hier statt „kam“ „entstand“, während bei von Rad die Hungersnot „ausbricht“
und das Verb am Ende vom Satzteil steht. [...]
1 Revidierte Elberfelder Bibel. Hg. von R.Brockhaus Verlag. Wuppertal 1985.
2 Die Bibel. Nach der Übersetzung Martin Luthers, Bibeltext in der revidierten Fassung von 1984.
Hg. von Deutsche Bibelgesellschaft. Stuttgart 1999
3 von Rad, Gerhard. ATD. Das erste Buch Mose (Teilband 3). 6.Auflage, Göttingen 1967.
4 Cambridge Septuagint. Hg. von Cambridge University Press. Cambridge 1926
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbesinnung
2. Durchführung
2.1 Übersetzungsvergleich
2.2 Abgrenzung und Kontext
2.3 Gliederung
2.4 Literarkritik
2.5 Formkritik
2.6 Überlieferungsgeschichte
2.7 Redaktionsgeschichte
2.8 Traditionsgeschichte
2.9 Religionsgeschichtlicher Hintergrund
2.10 Einzelexegese
2.11 Skopus
2.12 Verkündigungsansatz
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit setzt sich exegetisch mit der biblischen Erzählung von Genesis 12,10 bis 13,1 auseinander. Ziel ist es, die narrative Struktur, die theologischen Motive und den historischen Kontext zu analysieren, um das Handeln Abrahams vor dem Hintergrund der göttlichen Verheißung und menschlicher Ohnmacht in einer fremden Machtsphäre zu verstehen.
- Literarkritische Einordnung des Textes als jahwistische Erzählung.
- Analyse der "Gefährdung der Ahnfrau" als literarisches Motiv.
- Untersuchung der historischen und rechtsgeschichtlichen Hintergründe von Flucht und Hungersnot.
- Erarbeitung eines Verkündigungsansatzes für moderne Kontexte.
Auszug aus dem Buch
2.1 Übersetzungsvergleich
Als Textgrundlage der Ausarbeitung wähle ich die RevELB, da sie mir vertraut ist und ich sie für eine adäquate Übersetzung halte. Wo es mir notwendig erscheint werde ich auf andere Übersetzungen zurückgreifen. Im Vergleich mit der Lutherbibel von 1984 und der Übersetzung von Gerhard von Rad sind mir einige Details aufgefallen, die mir die Eignung der RevELB für meine Arbeit bestätigen. Dabei habe ich hauptsächlich eine statistische Abwägung benutzt und nach dem Text mit den meisten Übereinstimmungen mit den beiden anderen Übersetzungen gesucht. An einigen Stelle habe ich die LXX zu Klärung herangezogen.
Bereits am Anfang des Textes lassen sich Unterschiede in den Übersetzungen finden. Luther übersetzt: „Es kam aber eine Hungersnot...“; die RevELB liest hier statt „kam“ „entstand“, während bei von Rad die Hungersnot „ausbricht“ und das Verb am Ende vom Satzteil steht. Obwohl es inhaltlich nicht viel austrägt, findet sich eine Nähe zwischen „kam“ und „entstand“ im Gegensatz zu „ausbricht“, weil beide Worte einen eher langsameren Vorgang, als das Ausbrechen, beschreiben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorbesinnung: Eine einleitende Reflexion über Abrahams Täuschungsmanöver und Gottes Treue trotz menschlichen Versagens.
2. Durchführung: Der Hauptteil bietet eine detaillierte exegestische Analyse, von der philologischen Textgrundlage bis hin zur theologischen Bedeutung und modernen Verkündigung.
Schlüsselwörter
Genesis, Abraham, Sara, Ägypten, Hungersnot, Exegese, Jahwist, Verheißung, Sage, Literarkritik, Formgeschichte, Redaktionsgeschichte, Gottvertrauen, Nomadenleben, Altes Testament.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert exegetisch die Erzählung der Flucht Abrahams und Saras nach Ägypten sowie die damit verbundene List Abrahams.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der literarkritischen und formgeschichtlichen Untersuchung, der historischen Einordnung der Sagenmotive und der theologischen Deutung von Gottes Führung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, das Handeln der biblischen Akteure vor dem Hintergrund der damaligen Zeit zu verstehen und eine theologische Relevanz für den Glauben herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt klassische Methoden der historisch-kritischen Bibelauslegung, darunter Literarkritik, Formkritik, Überlieferungs- und Redaktionsgeschichte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Textabschnitte, vergleicht Übersetzungen und beleuchtet den religionsgeschichtlichen Kontext.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Genesis, Abraham, Verheißung, List, Gnade und das biblische Motiv der Gefährdung der Ahnfrau beschreiben.
Wie bewertet der Autor Abrahams Verhalten?
Der Autor ordnet das Verhalten als menschlich verständliche, aber risikobehaftete List ein, die in der Ohnmacht vor einer fremden Macht entstand, wobei Abraham seinen Glauben kurzzeitig aus den Augen verliert.
Welche Rolle spielt der Pharao?
Der Pharao wird als mächtiger Akteur dargestellt, der trotz seines rechtmäßigen Handelns durch göttliches Eingreifen (Plagen) dazu gebracht wird, Sara zurückzugeben und Abraham mit Reichtümern ziehen zu lassen.
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- Florian Karcher (Author), 2003, Exegese zu Gen 12,10-13,1 Abram und Sarai in Ägypten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20308