Nach Adolph Berne und Gardiner Means (1932), stellt der Interessenskonflikt zwischen Managern, welche innerhalb einer Unternehmung die alleinige Verfügungsgewalt ausüben und einflusslosen Minderheitseigentümern die primäre Principal-Agent Problematik auf Unternehmensebene dar1. Für die Eigentümer einer Unternehmung besteht dabei die Gefahr einer faktischen Enteignung der „versenkten“2Investitionsmittel durch die Unternehmensleitung. Berle und Means Konzeption folgt als Konsequenz aus der Analyse einer Eigentümer- sowie Kontrollstruktur, welche durch eine unkonzentrierte Aufteilung des Anteilsbesitzes unter Minderheitsaktionären geprägt ist3. Diese Vorstellung über die Kontroll- und Eigentumsaufteilung innerhalb öffentlich gehandelter Kapitalgesellschaften prägte über Jahrzehnte das wissenschaftliche Verständnis. Auf Grundlage empirischer Forschung wurde die Übereinstimmung dieser Sichtweise mit den real vorherrschenden Eigentumsverhältnissen jedoch immer mehr angezweifelt.
Inhaltsverzeichnis
I. Symbolverzeichnis
II. Abbildungsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Fragestellung
1.2. Der Gang der Untersuchung
2. Eigentumsverteilung und Anlegerschutz
2.1. Substitution View
2.2. Complementary View
3. Enteignung und Unternehmenswert aus modelltheoretischer Sicht
3.1. Annahmen des Modells
3.2. Nutzenmaximierender Insider
3.3. Übertragung der Hypothesen auf eine externe Unternehmensbewertung
4. Empirische Überprüfung der Hypothesen
4.1. Durchführung und Ergebnis der Regression
4.2. Kritik des Regressionsmodells
4.2.1. Tobin’s q als Maß für den Wert einer Unternehmung
4.2.2. Endogenität des Eigentums
4.3. Auswertung und Einordnung der Ergebnisse
5. Heterogenität der Investoren
5.1. Einteilung der Investoren
5.2. Verteilung des Anteilsbesitzes nach Investorengruppen und Hypothesenspezifizierung
5.3. Überprüfung der Hypothesen und Auswertung der Ergebnisse
6. Schlussbetrachtung
III. Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Principal-Agent-Problem in der Corporate Governance?
Es beschreibt den Interessenkonflikt zwischen Managern (Agenten), die die Kontrolle ausüben, und den Eigentümern/Aktionären (Principals), die ihr Kapital investiert haben.
Was versteht man unter dem "Substitution View"?
Diese Sichtweise besagt, dass eine hohe Eigentümerkonzentration rechtliche Mängel im Anlegerschutz kompensieren (substituieren) kann.
Wie beeinflusst die Eigentümerstruktur den Unternehmenswert?
Die Arbeit untersucht modelltheoretisch und empirisch, wie die Verteilung des Anteilsbesitzes und die Gefahr der Enteignung von Minderheitsaktionären den Marktwert beeinflussen.
Was ist Tobin’s q?
Tobin’s q ist eine Kennzahl, die das Verhältnis zwischen dem Marktwert eines Unternehmens und den Wiederbeschaffungskosten seiner Vermögenswerte beschreibt und oft als Maß für den Unternehmenswert genutzt wird.
Warum wird die Heterogenität der Investoren betrachtet?
Verschiedene Investorengruppen (z.B. Institutionelle vs. Private) haben unterschiedliche Ziele und Möglichkeiten zur Kontrolle des Managements, was den Anlegerschutz beeinflusst.
- Quote paper
- Johannes Müller (Author), 2012, Corporate Governance - Eigentümerstruktur und Anlegerschutz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203102