1. Einleitung
Break-even-Analysen, was ist das eigentlich und was kann man damit anfangen ? Breakeven-Analysen begegnen uns tagtäglich und das nicht nur in der Betriebswirtschaftlehre, sondern auch im Privatleben. Folgendes Beispiel verdeutlicht diesen Zusammenhang.
Angenommen hat ein Privatmann beim Kauf von Brezeln etwa die Wahl zwischen zwei Bäckern: dem näher gelegenen mit Brezeln durchschnittlicher Qualität und dem weiter entfernt gelegenen mit besonders leckeren Brezeln. Will der Privatmann nur eine einzige Brezel (positive Konsequenz kleinen Ausmaßes) kaufen, wird sich der weitere Weg (negative Konsequenz feststehenden, vergleichsweise größeren Ausmaßes) für ihn nicht lohnen. Bei größerer Einkaufsmenge dagegen addieren sich die jeweils kleinen positiven Einzelbeträge, so daß die negative Konsequenz des Wegs zum besseren Bäcker nun ein hinreichendes positives Äquivalent gegenübersteht. Auch bei unseren Tankentscheidungen stellen wir diese Überlegungen an. Wir stellen uns die Frage, ob der Umweg zu einer günstigeren Tankstelle durch eine genügend große Tankmenge gerechtfertigt ist.
Bei dem Beispiel handelt es sich um die Berechnung von Gewinnschwellen- oder Nutzenschwellen, den Break-even-Punkten. Solche Punkte exakt zu ermitteln, die dazu erforderlichen Datenaufbereitungen vorzunehmen und weitere, damit zusammenhängende Untersuchungen durchzuführen, ist Aufgabe der Break-even-Analyse.1 So wie die Break-even- Analyse im privaten Leben verwendet werden kann, so wird sie auch in der Wirtschaft benutzt um eine Menge von Wirtschaftlichkeitsanalysen durchzuführen, denn nur eine Unternehmung, die langfristig Gewinne erzielt, kann überleben. Gerade in Zeiten eines verstärkten Wettbewerbs und /oder konjunkturell bedingter Beschäftigungsschwankungen ist es für die Unternehmensleitung wichtig, einen möglichst klaren Überblick über strukturelle Rentabilitätszusammenhänge des Unternehmens beziehungsweise der Produkte / Dienstleistungen zu bekommen.
Der erste Teil dieser Arbeit wird sich den Aufgaben und Zielen der Break-even-Analysen widmen, die Grundstrukturen erläutern. Anschließend werden in diesem Kapitel die Standartmodelle der Deterministischen Break-even-Analyse vorgestellt. Der zweite Schwerpunkt dieser Arbeit liegt in der Untersuchung der Anwendungsmöglichkeiten der Break-even- Analyse im Marketing- bzw. Vertriebsbereich. Abgerundet wird diese Arbeit durch eine thesenförmige Zusammenfassung sowie kritische Würdigung der Verfassers.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen der konventionellen Break-even-Analyse
2.1 Aufgaben und Ziele der Break-even-Analyse
2.2 Einsatzbereiche von Break-even-Analysen
3. Deterministische Break-even-Analyse
3.1 Standardmodelle
3.2 Einproduktunternehmen
3.3 Mehrproduktunternehmen
4. Beurteilung der konventionellen Break-even-Analyse
5. Anwendung der Break-even-Analyse im Bereich von Marketingentscheidungen und Vertriebsentscheidungen
5.1 Anwendungsbeispiel einer marketingspezifischen Break-even Analyse im Einproduktunternehmen
5.2 Anwendungsbeispiel einer vertriebsspezifischen Break-even-Analyse im Einproduktunternehmen
5.3 Break-even-Analysen als Instrument zur Untersuchung von Mengen-, Kosten- und Preisänderungen
5.3.1 Mengenänderungen
5.3.2 Kostenänderungen / Analyse der Kostensituation
5.3.3 Preisänderungen
5.3.4 Gewinnänderungen bei Variierung der Sortimentszusammensetzung bzw. Optimierung des Produktions- und Absatzprogramms
6. Maßnahmen zur Verbesserung des Erfolgsbeitrages
7. Empirische Befunde zum Einsatz von Break-even-Analysen im Marketingbereich / Verkauf
8. Schlußbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die methodischen Grundlagen der Break-even-Analyse und deren praktische Anwendungsmöglichkeiten als Instrument des operativen Marketingcontrollings zur Unterstützung von Entscheidungen im Marketing- und Vertriebsbereich.
- Grundlagen und deterministische Modelle der Break-even-Analyse
- Anwendungsbeispiele für Marketing- und Vertriebskontexte
- Instrumentelle Analyse von Mengen-, Kosten- und Preisveränderungen
- Optimierung von Sortimentsentscheidungen und Erfolgsbeiträgen
Auszug aus dem Buch
5.2 Anwendungsbeispiel einer vertriebsspezifischen Break-even Analyse im Einproduktunternehmen
Eine typische Entscheidung bei der Wahl des Absatzkanals ist die Frage, ob Handelsvertreter oder Reisende für den Vertrieb eingesetzt werden sollen, d.h. ob der Vertrieb auf Provisionsbasis oder über eigene Verkaufsniederlassungen organisiert wird. Abbildung 8 zeigt die Break-even-Analyse zwischen beiden Alternativen. Bis zu einem bestimmten Umsatz ist der Einsatz von Handelsvertretern kostengünstiger, nach dem Break-even-Point ist der Reisende die günstigere Alternative. Eigentlich handelt es sich bei diesem Beispiel im Prinzip um den altbekannten Degressionseffekt wachsender Kapazitätsauslastung, der durch die Verteilung eines konstanten Blocks von Fixkosten auf eine immer größere Anzahl von Outputeinheiten bewirkt wird. Die zu lösende Aufgabe ist dabei in allen Fällen, die Menge an Outputeinheiten zu ermitteln, bei der die Alternative mit den höheren Fixkostenblock attraktiver wird als jene, mit der niedrigeren oder fehlenden Fixkostenbelastung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Break-even-Analyse und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
2. Grundlagen der konventionellen Break-even-Analyse: Erläuterung der Aufgaben, Ziele und Einsatzbereiche von Break-even-Analysen.
3. Deterministische Break-even-Analyse: Vorstellung der theoretischen Annahmen sowie der Standardmodelle für Ein- und Mehrproduktunternehmen.
4. Beurteilung der konventionellen Break-even-Analyse: Kritische Auseinandersetzung mit den methodischen Einschränkungen und Prämissen des Modells.
5. Anwendung der Break-even-Analyse im Bereich von Marketingentscheidungen und Vertriebsentscheidungen: Detaillierte Darstellung der operativen Anwendungsmöglichkeiten im Marketing-Controlling.
6. Maßnahmen zur Verbesserung des Erfolgsbeitrages: Diskussion strategischer Ansatzpunkte wie Absatzsteigerung, Stückdeckungsbeitragsverbesserung und Fixkostensenkung.
7. Empirische Befunde zum Einsatz von Break-even-Analysen im Marketingbereich / Verkauf: Analyse der tatsächlichen Verbreitung und Nutzung in verschiedenen Wirtschaftssektoren.
8. Schlußbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Aussagekraft und des Nutzens der Break-even-Analyse als Führungsinstrument.
Schlüsselwörter
Break-even-Analyse, Gewinnschwelle, Deckungsbeitrag, Fixkosten, Variable Kosten, Marketingcontrolling, Vertriebsentscheidungen, Kostenmanagement, Kapazitätsauslastung, Absatzmenge, Profitabilität, Sortimentsplanung, Preisänderungen, Kostensituation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Break-even-Analyse als Instrument zur Ermittlung des Verhältnisses von Erlösen, Kosten und Gewinnen, insbesondere in Bezug auf die Anforderungen des modernen Marketings und Vertriebs.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die deterministische Break-even-Rechnung, deren Anwendung im Marketing-Controlling, die Analyse von Kosten- und Preisänderungen sowie Ansätze zur Ergebnisoptimierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel besteht darin, die Anwendbarkeit der Break-even-Analyse für konkrete betriebswirtschaftliche Entscheidungssituationen – wie etwa die Wahl von Vertriebskanälen oder Preisstrategien – zu prüfen und kritisch zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine deduktive Herleitung mittels mathematischer Modelle der Kosten-Erlös-Rechnung sowie eine kritische Literaturanalyse bestehender Managementkonzepte.
Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Modellierung der Break-even-Analyse, die Anwendung auf Marketinginstrumente (Preis, Werbung, Vertrieb) sowie die empirische Untersuchung ihrer Bedeutung in der Praxis.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Wichtige Begriffe sind Break-even-Analyse, Deckungsbeitrag, operative Marketingplanung, Rentabilität und Kostenstrukturmanagement.
Wie unterscheidet sich die Analyse bei Ein- und Mehrproduktunternehmen?
Während bei einem Einproduktunternehmen die Break-even-Analyse ein spezifisches, eindeutiges Mengenniveau berechnet, erfordert die Mehrproduktbetrachtung komplexere Modellierungen, da hier oft Durchschnittswerte oder Linearkombinationen gewichtet werden müssen.
Warum wird die Wahl zwischen Handelsvertretern und Reisenden im Dokument als Anwendungsbeispiel genutzt?
Dieses Beispiel verdeutlicht anschaulich, wie eine Break-even-Analyse hilft, die Schwelle zu ermitteln, ab der die Fixkostenbelastung einer eigenen Vertriebsstruktur (Reisende) durch höhere Deckungsbeiträge gegenüber einer provisionsbasierten Struktur (Handelsvertreter) wirtschaftlich gerechtfertigt ist.
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- Nadine Schmidt (Author), 2003, Die Break-even-Analyse und ihr Anwendungsbereich in Marketing und Vertrieb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20313