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Die kindliche Wahrnehmung von Armut

Titel: Die kindliche Wahrnehmung von Armut

Hausarbeit , 2008 , 42 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Wiebke Schröder (Autor:in), Simone Hosterey (Autor:in)

Soziologie - Kinder und Jugend
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wir werden in dieser Arbeit vor allem auf die Benachteiligungen eingehen, denen arme Kinder in verschiedenen Lebensbereichen ausgesetzt sind. Hierbei sollen in unseren Ausführungen Kinder aus Deutschland im Mittelpunkt stehen, da solche mit Migrationshintergrund noch einmal eine eigene Gruppe darstellen. Ebenso stellen wir die kindliche Wahrnehmung und die verschiedenen Bewältigungsstrategien in den Vordergrund unserer Arbeit.

Im Folgenden werden wir einige verschiedene Armutsbegriffe erläutern, um uns eine Vorstellung darüber zu vermitteln, in wie vielen Facetten Armut auftreten kann, bevor wir eine abschließende Definition von Kinderarmut geben wollen.
Darüber hinaus schließen wir die Ausführungen zur kindlichen Wahrnehmung und deren Bewältigungsversuche an, um uns dann einen kleinen Exkurs in die Rechtslage zu erlauben, der allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, sondern nur eine Anregung bieten soll.

Der letzte Aspekt soll den Blick auf die Möglichkeiten der Unterstützung lenken, bevor wir ein Fazit aus dem riesigen Begriff der Kinderarmut ziehen und einen kurzen Ausblick geben.

Das Essensgeld ist immer noch nicht bezahlt. Sie kommen morgens hungrig in den Kindergarten. Im Winter stapfen sie mit Turnschuhen durch den Schnee.
Der Schulanfang macht große Probleme, wenn Hefte, Stifte und Bücher gekauft werden müssen.

Das sind Kinder, die in knappen finanziellen Verhältnissen aufwachsen, jedenfalls haben wir diese Vorstellung davon.
Finanzielle Knappheit, Arbeitslosigkeit und Armut verdichten sich in vielen Familien zu massiven Problemlagen und die unter diesen Bedingungen erschwerte Gestaltung des Alltags gehört bei vielen Kindern zur alltäglichen Lebens- und Erfahrungswelt.

Diese Lebenswelt inkludiert vor allem die Erfahrung, dass Kinder Mangel und Entbehrung in vielseitigen Bereichen ihres Lebens erfahren müssen. Hinzu kommt die Konfrontation ihrer Situation im Kindergarten und in der Schule, die sie als Diskriminierung und Ausgrenzung erleben (müssen).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Armutsbegriffe und Armutsdefinitionen

1.1 Relative Armut

1.2 Absolute Armut

1.3 Sichtbare Armut

1.4 Bekämpfte und verdeckte Armut

1.5 Alte Armut

1.6 Neue Armut

1.7 Kinderarmut

2. Wie erleben Kinder Armut?

2.1 Signale für Kinderarmut

2.2 Ursachen von Kinderarmut

2.3 Identifikation mit Armut

2.4 Betrachtungsdimensionen

2.4.1 Einkommens- und Versorgungsspielraum

2.4.2 Kontakt- und Kooperationsspielraum

2.4.3 Muße- und Regenerationsspielraum und die familiäre Dynamik

2.4.4 Lern- und Erfahrungsspielraum

2.4.5 Entscheidungs- und Dispositionsspielraum

2.4.6 Übergänge / Schlüsselmomente

2.4.7 Psychische Beeinträchtigungen

2.4.8 Graphische Darstellung der Betrachtungsdimensionen

3. Bewältigungsversuche

3.1 Bewältigung und Sozialpädagogik

3.2 Entlastende und belastende Faktoren

3.3. Bewältigung und Psychologie

4. Exkurs: Armut als eine „Form“ der Verletzung von Kinder- und Menschenrechten

4.1 Gebiete der möglichen Verletzung von Kinder- Menschenrechten

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kindliche Wahrnehmung von Armut in Deutschland und analysiert, wie betroffene Kinder ihre Lebenssituation interpretieren, welche Auswirkungen Armut auf verschiedene Entwicklungsbereiche hat und welche Bewältigungsstrategien sie in ihrem Alltag anwenden.

  • Differenzierung verschiedener Armutsbegriffe im Kontext von Kindern
  • Analyse der kindlichen Lebenswelt und Signale für Armutslagen
  • Untersuchung der psychischen, sozialen und schulischen Belastungsfaktoren
  • Anwendung des „Spielräumekonzepts“ zur Strukturierung der Lebenslagen
  • Exkurs zur menschenrechtlichen Dimension von Kinderarmut

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Einkommens- und Versorgungsspielraum

Für die Versorgung der Kinder mit Gütern des täglichen Lebens und Dienstleistungen ist die familiäre Einkommenssituation die zentrale Ressource, von welcher die materielle Einkommenssituation der Kinder geprägt wird. (BUTTERWEGGE/HOLM/ZANDER u.a. 2004, S. 81)

Ob das Geld für die Kinder die primäre Rolle spielt, bleibt zu spekulieren. Es ist denkbar, dass sie die finanzielle Knappheit in irgendeiner Weise mitbekommen, sei es weil die Eltern offen mit ihnen sprechen oder sich in einer für Kinder nicht eindeutig wahrnehmbaren Stimmung befinden. Häufig merken sie es, wenn sich im Kühlschrank keine Lebensmittel mehr befinden oder zu wenig Geld zum Einkaufen vorhanden ist.

Dennoch muss man leider feststellen, dass den meisten Kindern der Grund für die Armut verborgen bleibt oder nicht zur Sprache gebracht wird, vielleicht auch deswegen, weil diese Frage zu den Familiengeheimnissen gehört, die nicht nach draußen getragen werden dürfen. Ebenso wird der Bezug von Sozialleistungen mit keinem Wort erwähnt, da es sich um ein Tabuthema handelt. Geld, vor allem wenn es nicht vorhanden ist, ist kein Thema über das die Kinder von sich aus (gerne) sprechen. Sie bleiben sprachlos, weshalb die dahinter liegenden Probleme und Notlagen im Dunklen bleiben. (BUTTERWEGGE/HOLM/ZANDER u.a. 2004, S 246)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Armutsbegriffe und Armutsdefinitionen: Erläutert theoretische Konzepte wie relative, absolute und neue Armut, um einen differenzierten Blick auf materielle Notlagen zu ermöglichen.

2. Wie erleben Kinder Armut?: Analysiert die kindliche Wahrnehmung von Armut, identifiziert konkrete Alltagssignale und strukturiert die verschiedenen Handlungsspielräume von Kindern in Armutslagen.

3. Bewältigungsversuche: Untersucht aus sozialpädagogischer und psychologischer Perspektive, wie Kinder mit Belastungen umgehen und welche Faktoren ihre Bewältigungsfähigkeit beeinflussen.

4. Exkurs: Armut als eine „Form“ der Verletzung von Kinder- und Menschenrechten: Diskutiert den Zusammenhang zwischen Kinderarmut und internationalen Menschenrechtskonventionen.

5. Fazit und Ausblick: Reflektiert die zentralen Erkenntnisse über den Freiheitsverlust durch Armut und betont die Notwendigkeit ganzheitlicher Unterstützung für betroffene Kinder.

Schlüsselwörter

Kinderarmut, Armutsforschung, kindliche Wahrnehmung, Lebenswelt, Sozialpädagogik, psychische Beeinträchtigung, Spielräumekonzept, Bildungsbenachteiligung, soziale Integration, Menschenrechte, Kinderrechtskonvention, Bewältigungsstrategien, materielle Not, Familienkonstellation, Teilhabe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Kindern, die in Armut aufwachsen, und beleuchtet deren subjektive Sichtweise auf ihre Lebensumstände.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der materiellen Versorgung, den sozialen Kontaktmöglichkeiten, den schulischen Bedingungen und der psychischen Belastung von Kindern in armen Familien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, wie Kinder Armut wahrnehmen und welche Bewältigungsstrategien sie entwickeln, um ihre Alltagssituation zu meistern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autoren nutzen eine Literaturanalyse basierend auf soziologischen und sozialpädagogischen Studien, um ein strukturiertes Bild der kindlichen Lebenswelt in Armutslagen zu zeichnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert verschiedene Lebensbereiche (Spielräume) von Kindern, wie den Versorgungs-, Kontakt-, Lern- und Entscheidungsspielraum, und stellt aktuelle Forschungsergebnisse dazu gegenüber.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kinderarmut, Spielräumekonzept, Lebenswelt, soziale Ausgrenzung, Partizipation und Bewältigungsstrategien.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Armutstypen?

Die Arbeit differenziert unter anderem zwischen alter Armut (oft über Generationen vererbt) und neuer Armut (kurzfristige Verarmungsprozesse bei zuvor unauffälligen Familien).

Welche Rolle spielt die Familie bei der kindlichen Armutswahrnehmung?

Die Familie ist der zentrale Lebensraum, der die Armutserfahrungen der Kinder entweder abmildern oder durch psychische Belastungen und Rollenkonflikte verstärken kann.

Warum wird der Exkurs zu den Menschenrechten eingebunden?

Der Exkurs verdeutlicht, dass Kinderarmut nicht nur ein individuelles Schicksal ist, sondern die Verletzung grundlegender Kinderrechte darstellt, was einen Perspektivwechsel in der Diskussion erfordert.

Ende der Leseprobe aus 42 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die kindliche Wahrnehmung von Armut
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Soziologie der Armut
Note
1,5
Autoren
Wiebke Schröder (Autor:in), Simone Hosterey (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
42
Katalognummer
V203226
ISBN (eBook)
9783668325340
ISBN (Buch)
9783668325357
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wahrnehmung armut
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Wiebke Schröder (Autor:in), Simone Hosterey (Autor:in), 2008, Die kindliche Wahrnehmung von Armut, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203226
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  42  Seiten
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