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Abstimmungskampagnen um die Abschaffung der Schweizer Armee Herbst 1989

Titel: Abstimmungskampagnen um die Abschaffung der Schweizer Armee Herbst 1989

Seminararbeit , 2012 , 37 Seiten , Note: 5.5 (Schweizer Benotung)

Autor:in: Josip Lasic (Autor:in)

Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Am 26. November 1989 fand die Abstimmung zur GSoA-Initiative betreffend einer
Abschaffung der Armee statt. Der Name der Initiative lautete: „Für eine Schweiz ohne
Armee und für eine umfassende Friedenspolitik.“ Wie bei jeder Abstimmung wurden sowohl
von der Pro- als auch von der Contraseite zahlreiche Argumente bereitgelegt. Diese wurden
nicht nur in schriftlicher und verbaler Form präsentiert, sondern auch mit Plakaten und
Symbolen kreativ und einprägsam an das Schweizer Stimmvolk gerichtet. Diese Arbeit ist in
zwei Teile gegliedert, wobei im ersten untersucht wird, wie die Argumentation der beiden
Seiten aufgebaut war. Welche Begründungen hatten die Armeebefürworter und –gegner, um
dass Stimmvolk dazu zu animieren, für ihr jeweiliges Ziel zu stimmen? Gerade bei der GSoA
ist es spannend zu sehen, ob und wo schon Argumente früherer Diskussionen mit dem
Kontext der Armeeabschaffung aufgegriffen, und wo neue Begründungen entwickelt wurden.
In diesem Bezug ist besonders interessant, dass sich im Jahr 1989 der Kalte Krieg dem Ende
neigte und dass dies eine Möglichkeit war die Argumente auf beiden Seiten anzupassen (die
Armeegegner bzw. die GSoA konnten das als Vorwand zur Abschaffung nehmen, die
Armeebefürworter müssten darauf reagieren). Ob und wie diese Anpassung der
Argumentation stattfand, soll ein Teil der Arbeit werden. Da Abstimmungen nicht nur mit
Ratio gewonnen und verloren werden, sondern auch über Emotionen, soll im zweiten Teil der
Arbeit dieser Aspekt analysiert werden. Die Emotionen werden stark in bildlicher Form mit
Plakaten, Abziehbildern und ähnlichen medialen Formen angesprochen. Diese Bilder sollen
ebenfalls untersucht werden, da es neben der faktischen Argumentation auch spannend ist zu
sehen, mit welchen Symbolen und Bildern gearbeitet wurde und wie man versucht hat die
Stimmbürger zu erreichen. Dabei wird auch interpretiert werden, wieso besagte Bilder und
Symbole ausgewählt wurden und welche Bedeutung sie für das Schweizer Stimmvolk haben.
Beide Teile der Arbeit beruhen zu einem sehr grossen Teil auf Quellenmaterial. Während im
ersten Teil vermehrt Zeitungsartikel, Essays, Reden und ähnliche Quellen untersucht werden,
welche vermehrt Fakten darlegen, soll es im zweiten Teil mehr um das Bildmaterial gehen,
aber auch um „bildlich Gesprochenes“ (Metaphern, Wortspiele), also um die emotionale
Ebene. [...] Viel mehr soll eruiert werden, wie genau argumentiert
wurde und womit man das Volk zu erreichen versucht hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. PRO UND CONTRA

2.1 URSPRÜNGE DER DISKUSSION UM EINE ARMEEABSCHAFFUNG

2.2 ABSTIMMUNGSKAMPF, ARGUMENTE IN BROSCHÜREN UND FLUGBLÄTTERN

2.3 DISKUSSION UND NACHDENKEN IM VOLK

2.4 DER KALTE KRIEG, FRIEDEN UND NEUTRALITÄT ALS ARGUMENTATIONEN

2.5 ZUSAMMENFASSUNG DER ARGUMENTE

3. PLAKATE, BILDER, SLOGANS UND SYMBOLE

3.1 DIE HEILIGE KUH

3.2 ARNOLD VON WINKELRIED

3.3 GENERAL GUISAN

3.4 HELVETIA

3.5 FRIEDENSTAUBE

3.6 UNSERE ARMEE ABSCHAFFEN: NEIN

4. SCHLUSSWORT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die Abstimmungskampagne zur GSoA-Initiative "Für eine Schweiz ohne Armee" im November 1989. Dabei steht die Untersuchung der argumentativen Auseinandersetzungen sowie der Einsatz von bildlichen Symbolen und emotionalen Appellen durch Pro- und Contra-Gruppierungen im Zentrum der Forschungsfrage, um zu ergründen, mit welchen Strategien die Stimmbürgerschaft überzeugt werden sollte.

  • Argumentationsstrukturen der Befürworter und Gegner
  • Die Rolle des Kalten Krieges und der Neutralitätsdiskussion
  • Einsatz von Plakaten, Bildern und Slogans als Propagandamittel
  • Analyse historischer und biblischer Symbolik in der Abstimmung
  • Die Bedeutung von Emotionen gegenüber rationalen Argumenten

Auszug aus dem Buch

3.2 Arnold von Winkelried

Auf dem Bild stehen sich zwei Heere gegenüber. Das Heer links hat lange Lanzen, womit ein Mann aus dem Heer links gerade getötet wird. Der Mann sagt: „Scheiss-Krieg!“. Ein anderer Mann aus dem Heer rechts fragt noch: „Was hat er gesagt?“ worauf ein anderer antwortet: „Nichts was Geschichte machen wird…“.

Diese Abbildung aus einem Argumentekatalog der JUSO bezüglich der Armeeabschaffungsinitiative greift zweifelsfrei die Legende von Arnold von Winkelried auf. In der Schlacht bei Sempach, im Jahr 1386 standen sich die Heere der Habsburger und der Eidgenossen gegenüber. Es schien so, als würden die Eidgenossen zu unterliegen, da sie kein Mittel fanden, gegen die langen Lanzen der Habsburger. Die Legende besagt, dass Arnold von Winkelried sich in die Lanzen stürzte, um den Eidgenossen einen Weg zu bahnen. Seine letzten Worte sollen je nach Quelle: „Der Freiheit eine Gasse“ oder „Sorgt für mein Weib und Kind“ gewesen sein. Betrachtet man die Legende so, ist von Winkelried aus der Sicht der Schweizer ein Held, welcher sich für sein Vaterland und die Freiheit geopfert hat und trotzdem als Familienvater im letzten Moment seines Lebens noch an seine Frau und sein Kind gedacht hat. Die Karikatur der JUSO ist somit ein extremer Tabubruch. Die Aussage „Scheiss-Krieg!“ impliziert, dass von Winkelried kein Held war, der sich geopfert hat, sondern lediglich der erste der Eidgenossen, der den habsburgischen Lanzen zum Opfer fiel und mit seinen letzten Worten äusserte, dass Krieg nichts Gutes sei und er lieber leben wolle.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die GSoA-Initiative von 1989 und Erläuterung der zweigeteilten methodischen Vorgehensweise zur Analyse von Argumenten und Bildsymbolik.

2. PRO UND CONTRA: Analyse der Argumentationsstränge beider Lager, wobei die Bedeutung des Kalten Krieges und die Interpretation der schweizerischen Neutralität im Vordergrund stehen.

2.1 URSPRÜNGE DER DISKUSSION UM EINE ARMEEABSCHAFFUNG: Historischer Rückblick auf die Ursprünge der Abrüstungsdiskussionen in der Schweiz, beginnend bereits in der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs.

2.2 ABSTIMMUNGSKAMPF, ARGUMENTE IN BROSCHÜREN UND FLUGBLÄTTERN: Untersuchung der direkten Kommunikationsmittel wie Flugblätter und Broschüren, in denen GSoA und Armeebefürworter ihre Positionen polemisch und argumentativ präsentierten.

2.3 DISKUSSION UND NACHDENKEN IM VOLK: Darstellung der breiteren Debatte, in die sich Wissenschaftler und Schriftsteller einbrachten, wobei insbesondere die Instabilität Europas und die Rolle der Schweiz analysiert wurden.

2.4 DER KALTE KRIEG, FRIEDEN UND NEUTRALITÄT ALS ARGUMENTATIONEN: Auseinandersetzung mit der Rolle der Abschreckungspolitik und der Frage, wie Neutralität im Kontext eines eventuellen Atomkriegs neu zu definieren wäre.

2.5 ZUSAMMENFASSUNG DER ARGUMENTE: Zusammenführung der gegensätzlichen Thesen zu Arbeitsplätzen, Sicherheitsbedürfnissen und der Rolle Deutschlands im Zweiten Weltkrieg.

3. PLAKATE, BILDER, SLOGANS UND SYMBOLE: Vertiefende Analyse, wie emotionale Bilder und Symbole genutzt wurden, um das Stimmvolk bei der GSoA-Initiative 1989 zu beeinflussen.

3.1 DIE HEILIGE KUH: Untersuchung der symbolischen Darstellung einer mit Armeehelm und 1000-Franken-Note versehenen Kuh als Provokation gegen die Armee.

3.2 ARNOLD VON WINKELRIED: Analyse einer Karikatur, die den Heldenmythos von Sempach dekonstruiert, um ein kriegskritisches Statement zu setzen.

3.3 GENERAL GUISAN: Interpretation der Darstellung Henri Guisans, der in der Kampagne als "Träger" von GSoA-Symbolen instrumentalisiert wurde.

3.4 HELVETIA: Betrachtung der Personifizierung der Schweiz, die durch den Tausch von Waffen gegen Blumen als Symbol für eine friedlichere Nation genutzt wurde.

3.5 FRIEDENSTAUBE: Deutung der biblischen Friedenstaube, die im Bildkontext der GSoA in einer ehemaligen Armeemütze nistet.

3.6 UNSERE ARMEE ABSCHAFFEN: NEIN: Analyse der von Gegnern der Initiative verwendeten Symbolik der eingeschnürten Schweizer Fahne zur Verdeutlichung militärischer Hilflosigkeit.

4. SCHLUSSWORT: Fazit zur Abstimmungsniederlage und Reflexion über die nachhaltige Wirkung der Debatte auf das politische Denken in der Schweiz.

Schlüsselwörter

GSoA, Armeeabschaffung, Initiative 1989, Abstimmungskampagne, Neutralität, Kalter Krieg, Friedenspolitik, Bildanalyse, Arnold von Winkelried, General Guisan, Helvetia, Friedenstaube, Symbolik, politische Kommunikation, Sicherheitsideologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Abstimmungskampagne zur GSoA-Initiative im Herbst 1989, in der über die Abschaffung der Schweizer Armee abgestimmt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die argumentative Auseinandersetzung zwischen Pro- und Contra-Gruppierungen sowie der massive Einsatz von emotionalen Symbolen und Bildern im Abstimmungskampf.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie beide Lager versuchten, die Wählerschaft durch teils polemische Argumente und die geschickte Wahl historischer oder biblischer Symbole zu beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine historische Bildanalyse angewandt, die sich an der Methode von Martin Lengwiler orientiert, um Bildinhalte in ihren historischen und symbolischen Kontext zu setzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Pro- und Contra-Argumente (darunter die Neutralitätsfrage und das Erbe des Kalten Krieges) sowie eine detaillierte Auswertung von Plakaten und Karikaturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind GSoA, Armeeabschaffung, Neutralität, Kalter Krieg, Symbolik sowie die historischen Figuren Winkelried und Guisan.

Inwiefern wurde die Figur von Arnold von Winkelried instrumentalisiert?

Die JUSO nutzte eine Karikatur, um den Heldenmythos durch die Aussage "Scheiss-Krieg!" zu entwerten und einen Tabubruch zu begehen, der gegen das militärische Heldentum gerichtet war.

Warum wird die Helvetia als Symbol für die Armeeabschaffung genutzt?

Indem der Helvetia statt Speer und Schild Blumen und Bilder gegeben wurden, sollte symbolisiert werden, dass die Schweiz ohne Armee schöner und friedlicher sei.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Abstimmungskampagnen um die Abschaffung der Schweizer Armee Herbst 1989
Hochschule
Universität Zürich  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Forschungsseminar: Kampf um die Schweizer Armee im 20. Jahrhundert. Von der neuen Richtung Ulrich Willes zur GSoA.
Note
5.5 (Schweizer Benotung)
Autor
Josip Lasic (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
37
Katalognummer
V203364
ISBN (eBook)
9783656299240
ISBN (Buch)
9783656300540
Sprache
Deutsch
Schlagworte
abstimmungskampagnen abschaffung schweizer armee herbst
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Josip Lasic (Autor:in), 2012, Abstimmungskampagnen um die Abschaffung der Schweizer Armee Herbst 1989, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203364
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  37  Seiten
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