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Die gnoseologische Wechselbeziehung zwischen Geist und Körper in Platons "Phaidon"

Titre: Die gnoseologische Wechselbeziehung zwischen Geist und Körper in Platons "Phaidon"

Dossier / Travail de Séminaire , 2012 , 25 Pages , Note: 2,00

Autor:in: Tamara Niebler (Auteur)

Philosophie - Philosophie antique
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Der Körper-Geist-Dualismus besitzt eine langjährige Tradition und besitzt laut der Forschung einen seiner ältesten Vertreter in Platon. Dass diese Position allerdings nicht Platon, sondern den populären Philosophieströmungen seiner Zeit entspricht, welche durche den platonischen Sokrates ironisch dargestellt werden, zeigt diese Arbeit auf.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Die gnoseologische Wechselbeziehung zwischen Geist und Körper in Platons Phaidon

2.1) Volkstümlicher Dualismus

2.1.1) Religion und Dichtung der Archaik

2.1.2) Die Vorsokratiker

2.1.3) Die Pythagoreer als Repräsentanten eines >vulgären Materialismus<

2.2) Das Abbildverhältnis von Ideal und Materie

2.2.1) Das Original und sein Bild

2.2.2) Der Mikrokosmos als Entsprechung des Makrokosmos

2.2.3) Analogieschluss auf das Verhältnis von Geist und Körper

2.2.4) Die dialektische Beschaffenheit der Seele

3) Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Geist und Körper in Platons Dialog Phaidon. Ziel ist es, die gängige Interpretation eines strikten dualistischen Leib-Seele-Verhältnisses kritisch zu hinterfragen und die subtileren, eher dialektischen Zusammenhänge aufzuzeigen, die Platon im Dialog entfaltet.

  • Kritik an der traditionellen Zwei-Welten-Theorie
  • Analyse der volkstümlichen dualistischen Vorprägungen
  • Untersuchung des Abbildverhältnisses zwischen Ideal und Materie
  • Interpretation der seelischen Kräfte als dialektische Einheit
  • Dekonstruktion des Leib-Seele-Dualismus im Phaidon

Auszug aus dem Buch

2.2.1) Das Original und sein Bild

Ein Bild wird definiert als "eine konkrete oder abstrakte Darstellung einer rezipierbaren Realität bzw. eines Realitätsausschnittes mit potentiell Sinn konstituierender Funktion". Demnach handelt es sich nicht nur um einen bloßen Vergleich, sondern um ein Etwas, das ein anderes Etwas in seinem Wesen oder einem bestimmten Wesenszug veranschaulicht. Das Bild erscheint ergo als etwas anderes, aber nicht dieses selbst, sondern besitzt, trotz der Affinität zu seinem Original, eine Existenz mit eigenständigem Effekt.

Diese Existenz steht zumindest erkenntnistheoretisch in Abhängigkeit zum Vorbild. Denn ein Bild kann seiner Begriffsbedeutung nach immer nur etwas bereits Bestehendes der sinnlichen Wahrnehmung präsentieren. Somit besitzt das Bild eine dialektische Struktur: es ist etwas, das es selbst nicht ist. Die Ähnlichkeit in der wahrnehmbaren Gestalt birgt jedoch eine gewisse Verwechslungsgefahr von Seiten der Interpreten.

Als Referenz ohne textuellen Bezug sei an die ägyptischen Könige erinnert, welche als die Inkarnation eines Gottes galten. Die >Gottkönige< wurden jedoch nicht für diese Götter selbst gehalten, sondern als Abbildung jener in sterblicher Gestalt. Sie waren praktisch gesehen, die mittelbare Macht Gottes im Diesseits.

Das gleiche Prinzip ist auf das Phänomen der Heiltümer anzuwenden. Tempel und Statuen wurden als Wohnort und Abbildung der Götter empfunden, denen ein Teil der göttlichen Macht anhaftete, dennoch identifizierte man die materiellen Abbilder prinzipiell nicht mit dem höheren Sein selbst. Denn die vereinzelte Zerstörung des minderwertigen materiellen Gegenstandes hatte nicht den Bruch der gesamten Gottesmacht zur Folge.

Eine Anspielung auf dieses antike Weltbild bietet Sokrates in seiner Erzählung von der ideellen, welche sich durch eine unmittelbare und wahre Seinsstruktur auszeichnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Forschungsgeschichte und die verbreitete, aber unzureichende Interpretation des Phaidon als reinen Dualismus-Dialog.

2) Die gnoseologische Wechselbeziehung zwischen Geist und Körper in Platons Phaidon: Dieses Hauptkapitel analysiert das Verhältnis von Seele und Körper im Licht der antiken Vorstellungen und Platons eigener philosophischer Konzeption.

2.1) Volkstümlicher Dualismus: Dieses Unterkapitel untersucht die vorplatonischen dualistischen Einflüsse aus Religion, archaischer Dichtung und vorsokratischer Philosophie auf das Verständnis von Leib und Seele.

2.1.1) Religion und Dichtung der Archaik: Hier werden die mythischen Wurzeln der Leib-Seele-Trennung, insbesondere in den Geheimlehren, kritisch beleuchtet.

2.1.2) Die Vorsokratiker: Dieses Kapitel arbeitet heraus, wie vorsokratische Denker und deren Erkenntniskritik das platonische Denken beeinflussten.

2.1.3) Die Pythagoreer als Repräsentanten eines >vulgären Materialismus<: Hier wird der pythagoreische Einfluss und die daraus resultierende Spannung zwischen Religion und Naturwissenschaft thematisiert.

2.2) Das Abbildverhältnis von Ideal und Materie: Dieses Kapitel erläutert die zentrale platonische Analogie der Abbildstruktur zur Erklärung der Welt.

2.2.1) Das Original und sein Bild: Das Kapitel definiert den Bildbegriff und seine erkenntnistheoretische Funktion als Bindeglied zwischen Wahrnehmung und Sein.

2.2.2) Der Mikrokosmos als Entsprechung des Makrokosmos: Die Analogie zwischen der menschlichen Seele und der Weltordnung wird hier als dialektischer Prozess gedeutet.

2.2.3) Analogieschluss auf das Verhältnis von Geist und Körper: Dieses Kapitel verdeutlicht, dass die sinnliche Wahrnehmung eine notwendige Voraussetzung für den Denkprozess bildet.

2.2.4) Die dialektische Beschaffenheit der Seele: Den Abschluss bildet die Untersuchung der Seele als dialektische Einheit, die sich nicht in einen Dualismus auflösen lässt.

3) Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Platon im Phaidon keine generelle Leibfeindlichkeit lehrt, sondern die dialektische Einheit der Seelenkräfte betont.

Schlüsselwörter

Platon, Phaidon, Geist, Körper, Dualismus, Dialektik, Seele, Metaphysik, Abbildtheorie, Erkenntnistheorie, Leib-Seele-Problem, Vorsokratiker, Pythagoreer, Ontologie, Idealismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Beziehung zwischen Geist und Körper im platonischen Dialog Phaidon und hinterfragt die verbreitete Auffassung eines starren Leib-Seele-Dualismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit behandelt die antike Metaphysik, die Bedeutung von Sinnlichkeit und Abbildern sowie die philosophische Interpretation seelischer Kräfte bei Platon.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, durch eine detaillierte Textanalyse zu belegen, dass Platons Intention im Phaidon eine dialektische Einordnung der Sinnlichkeit anstrebt, anstatt diese lediglich abzuwerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine philologisch-philosophische Textanalyse, die den Dialog Phaidon unter Berücksichtigung antiker Quellen und philosophischer Traditionen kritisch auslegt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der volkstümlichen dualistischen Vorprägungen und eine tiefgehende Untersuchung der platonischen Abbildtheorie und deren Auswirkungen auf das Verhältnis von Geist und Körper.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Platon, Phaidon, Leib-Seele-Dualismus, Dialektik, Seele, Abbildtheorie und antike Metaphysik.

Wie unterscheidet sich die Interpretation des Autors von der gängigen Meinung?

Der Autor zeigt auf, dass der verbreitete "Zwei-Welten-Dualismus" eine Verkürzung darstellt, da Platon im Dialog eigentlich eine dialektische Wechselbeziehung zwischen dem Sinnlichen und dem Geistigen konstruiert.

Welche Rolle spielen die Vorsokratiker in der Argumentation?

Die Vorsokratiker dienen als wichtiger Hintergrund, um zu zeigen, wie Platon existierende philosophische Konzepte wie Heraklits Dialektik oder Anaxagoras' Lehren in sein eigenes Denken integriert und transformiert hat.

Was ist die Schlussfolgerung bezüglich des Körper-Begriffs bei Platon?

Die Arbeit schließt, dass der Körper bei Platon nicht als "Kerker" der Seele per se abzuwerten ist, sondern als ein notwendiges Instrument und Abbild fungiert, welches in einem dialektischen Spannungsverhältnis zur Seele steht.

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Résumé des informations

Titre
Die gnoseologische Wechselbeziehung zwischen Geist und Körper in Platons "Phaidon"
Université
LMU Munich  (Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaften)
Cours
Hauptseminar
Note
2,00
Auteur
Tamara Niebler (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
25
N° de catalogue
V203417
ISBN (ebook)
9783656300151
ISBN (Livre)
9783656301493
Langue
allemand
mots-clé
antike Philosophie Philosophie der Antike Platon Leib-Seele-Problem Philosophie des Geistes Körper-Geist-Problem Psychologie Philosophie Pythagoras Materialismus
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Citation du texte
Tamara Niebler (Auteur), 2012, Die gnoseologische Wechselbeziehung zwischen Geist und Körper in Platons "Phaidon", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203417
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Extrait de  25  pages
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