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Instrumente für eine rationale Ausgabenpolitik

Nutzen-Kosten-Analyse

Title: Instrumente für eine rationale Ausgabenpolitik

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 32 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Gregor Meyer (Author)

Economics - Finance
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Die Gesamtausgaben des Staates belaufen sich im Jahr 2003 voraussichtlich auf 246,3 Milliarden Euro. Tagtäglich wird in den Medien diskutiert, wie prekär die Haushaltslage der Bundesrepublik ist. Der Finanzminister mahnt an die Ausgaben zu senken, um das Haushaltsdefizit nicht noch größer werden zu lassen.
In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, aufgrund welcher Kriterien eine Behörde – oder allgemeiner der Staat – eine öffentliche Ausgabe in Form eines Projektes tätigt. Bei Betrachtung der Gesetzestexte finden sich schnell entsprechende Paragraphen, die Aufschluss geben. So heißt es in §7 Abs. 2 Bundeshaushaltsordnung (BHO): „Für alle finanzwirksamen Maßnahmen sind angemessene Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen durchzuführen.“ Eine Form der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, die dem Staat als Bewertungsinstrument zur Verfügung steht, ist die Nutzen-Kosten-Analyse (NKA).
Diese ermöglicht es zu entscheiden, ob ein Projekt durchgeführt werden sollte oder nicht, bzw. welches bei mehreren Projekten den größten gesellschaftlichen Nutzen spendet. Wie eine solche Nutzen-Kosten-Analyse durchgeführt werden soll und ob sie ihren Ansprüchen gerecht wird, will diese Seminararbeit dem Leser näher bringen. Hierzu soll in Kapitel 1 zuerst der rechtliche Rahmen erörtert werden, um dann in Kapitel 2 die NKA als Untersuchungsinstrument vorzustellen und deren Durchführung zu erläutern. Dabei sollen die unterschiedlichen Ansätze aufgezeigt und diskutiert werden. Die NKA wird dann im Kapitel 3 in das System der Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen eingeordnet, bevor in Kapitel 4 ein abschließendes Fazit gegeben wird.

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Rechtlicher Rahmen

2. Die Nutzen-Kosten-Analyse als Untersuchungsinstrument

2.1 Ablauf einer Nutzen-Kosten-Analyse

2.2 Wohlfahrtstheoretische Grundlagen der Nutzen-Kosten-Analyse

2.3 Klassifizierung der Effekte

2.4 Methoden der Bewertung der Effekte

2.4.1 Die Bewertung der Kosten

2.4.2 Bewertung der Nutzen

2.4.2.1 Direkte Methode

2.4.2.2 Indirekte Methoden

2.4.3 Die Bedeutung von Schattenpreisen

2.4.4 Exkurs: Bewertung von Menschenleben

2.5 Diskontierung der Effekte

3. Einordnung der Nutzen-Kosten-Analyse

4. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Nutzen-Kosten-Analyse (NKA) als zentrales Instrument für eine rationale öffentliche Ausgabenpolitik. Das primäre Ziel ist es, den methodischen Ablauf, die wohlfahrtstheoretischen Grundlagen sowie die praktischen Bewertungsverfahren der NKA zu erläutern und ihre Einordnung in das System der Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen zu verdeutlichen, um Entscheidungsträgern eine fundierte Anwendung zu ermöglichen.

  • Rechtliche Grundlagen und Anwendungspflicht der NKA
  • Methodik zur monetären Erfassung von Kosten und Nutzen
  • Wohlfahrtstheoretische Ansätze zur Bewertung
  • Methoden der Diskontierung und Anwendung von Schattenpreisen
  • Kritische Würdigung der NKA und Risiken der Einflussnahme

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Die Bewertung der Kosten

Bei den direkt beim Projekt anfallenden Kosten, wie Arbeits-, Material-, und Kapitalkosten, sollen stets die gesamtwirtschaftlichen Kosten betrachtet werden, die der Gesellschaft entstehen. Demzufolge müssen für die Kalkulation die Opportunitätskosten herangezogen werden. Diese bestimmen sich über den entgangenen Nutzen der Ressourcen „in allen alternativen (öffentlichen und privaten) Einsatzmöglichkeiten“, die durch das Projekt aus der Volkswirtschaft entzogen wurden. In der Literatur werden viele Ansätze erläutert, um die Opportunitätskosten zu bestimmen, jedoch kommen diese zu teilweise sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Des Weiteren müssen viele unbekannte, aber notwendige, Variablen abgeschätzt werden, was die Ergebnisse als fragwürdig erscheinen lässt. So wird in der Praxis zunächst mit den Nominalkosten (Marktpreisen) des Projektes gerechnet. Da die Marktpreise jedoch meist unter den tatsächlichen gesellschaftlichen Kosten liegen, kann versucht werden, diese über eine Korrektur anzunähern. Dies führt zu dem Begriff der Schattenpreise, der in Kapitel 2.4.3 näher erläutert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die prekäre Haushaltslage und stellt die NKA als gesetzlich gefordertes Instrument zur Prüfung der Wirtschaftlichkeit öffentlicher Projekte vor.

1. Rechtlicher Rahmen: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung der NKA von ihren Anfängen in den USA bis hin zur verankerten Anwendung bei Maßnahmen von erheblicher finanzieller Bedeutung in Deutschland.

2. Die Nutzen-Kosten-Analyse als Untersuchungsinstrument: Dieses Kapitel erläutert den strukturierten Ablauf einer NKA, von der Vorbereitungsphase über das Kalkül bis zur Ergebnisbearbeitung.

2.1 Ablauf einer Nutzen-Kosten-Analyse: Dieser Abschnitt stellt die systematischen Phasen und Schritte dar, die eine NKA in der Praxis durchläuft, um Projekte vergleichbar zu machen.

2.2 Wohlfahrtstheoretische Grundlagen der Nutzen-Kosten-Analyse: Hier werden die theoretischen Fundamente, insbesondere das Pareto-Kriterium und das Kaldor-Hicks-Kriterium, als Maßstab für Wohlfahrtsänderungen diskutiert.

2.3 Klassifizierung der Effekte: Dieser Abschnitt systematisiert die in die NKA einfließenden Effekte, beispielsweise nach direkten/indirekten oder tangiblen/intangiblen Wirkungen.

2.4 Methoden der Bewertung der Effekte: Dieser Teil beschreibt die ökonomischen Verfahren zur Quantifizierung von Kosten und Nutzen in monetären Größen.

2.4.1 Die Bewertung der Kosten: Dieser Abschnitt fokussiert auf die Bestimmung der Opportunitätskosten gegenüber den Nominalkosten eines Projektes.

2.4.2 Bewertung der Nutzen: Hier wird die Verwendung der maximalen Zahlungsbereitschaft als zentrales Bewertungsmaß für den gesellschaftlichen Nutzen erörtert.

2.4.2.1 Direkte Methode: Dieser Abschnitt behandelt die direkte Befragung von Betroffenen zur Ermittlung ihrer Zahlungsbereitschaft und die damit verbundenen Problematiken.

2.4.2.2 Indirekte Methoden: Hier werden Verfahren wie die Bewertung über komplementäre Privatleistungen oder Substitutionsgüter zur indirekten Erfassung von Präferenzen vorgestellt.

2.4.3 Die Bedeutung von Schattenpreisen: Dieser Abschnitt erklärt die Notwendigkeit, Marktpreise zu korrigieren, wenn sie aufgrund von Marktverzerrungen nicht den wahren sozialen Kosten entsprechen.

2.4.4 Exkurs: Bewertung von Menschenleben: Dieser Abschnitt diskutiert die ethisch schwierige Frage der monetären Bewertung menschlichen Lebens im Rahmen der NKA.

2.5 Diskontierung der Effekte: Hier werden die Verfahren zur zeitlichen Vergleichbarmachung von Kosten und Nutzen sowie die Wahl der sozialen Diskontierungsrate behandelt.

3. Einordnung der Nutzen-Kosten-Analyse: Dieses Kapitel positioniert die NKA innerhalb des Gesamtsystems der Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen und grenzt sie von anderen Methoden ab.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die NKA trotz methodischer Freiräume und Interpretationsspielräume ein wertvolles, wenngleich kritisch zu betrachtendes Instrument für die politische Entscheidungsfindung ist.

Schlüsselwörter

Nutzen-Kosten-Analyse, öffentliche Ausgaben, Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, Wohlfahrtsökonomie, Opportunitätskosten, Zahlungsbereitschaft, Schattenpreise, Diskontierung, soziale Diskontierungsrate, Investitionsrechnung, Pareto-Kriterium, Projektauswahl, gesellschaftlicher Nutzen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Nutzen-Kosten-Analyse als rationalem Instrument für den Staat, um die Vorteilhaftigkeit öffentlicher Projekte zu bewerten und Entscheidungen zwischen verschiedenen Handlungsalternativen auf Basis gesellschaftlicher Kriterien zu treffen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die rechtliche Verankerung, die methodische Durchführung, wohlfahrtstheoretische Grundlagen, Bewertungsverfahren für Nutzen und Kosten sowie die Bedeutung der Diskontierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, dem Leser die NKA als Analysewerkzeug näherzubringen, die Durchführung zu erläutern, verschiedene Ansätze kritisch zu diskutieren und sie in das System der Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Literaturanalyse und eine systematische Darstellung des methodischen Ablaufes der Nutzen-Kosten-Analyse im öffentlichen Sektor.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erörterung des rechtlichen Rahmens, die detaillierte Darstellung des Ablaufs einer NKA, die wohlfahrtstheoretische Herleitung, diverse Bewertungsmethoden für Kosten und Nutzen sowie die Einordnung in das System der Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Nutzen-Kosten-Analyse, Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, Wohlfahrtstheorie, Opportunitätskosten, Zahlungsbereitschaft und Diskontierung.

Warum sind Schattenpreise für eine NKA von Bedeutung?

Schattenpreise sind notwendig, um Marktpreise um verzerrende Faktoren (wie externe Effekte oder Steuern) zu bereinigen, damit die in der NKA verwendeten Werte den tatsächlichen gesellschaftlichen Kosten und Nutzen besser entsprechen.

Wie wird das Problem der Bewertung von Menschenleben im Text bewertet?

Der Text beschreibt dies als schwieriges, moralisches Problem. Es werden verschiedene Ansätze wie der Ertragswert oder Kostenwert vorgestellt, betont aber, dass die Wahl der Methode letztlich dem Analytiker überlassen bleibt, da jede Methode ethische Herausforderungen birgt.

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Details

Title
Instrumente für eine rationale Ausgabenpolitik
Subtitle
Nutzen-Kosten-Analyse
College
University of Trier  (Fachbereich IV - VWL - Finanzwissenschaft)
Course
Theorie und Politik öffentlicher Ausgaben
Grade
2.0
Author
Gregor Meyer (Author)
Publication Year
2003
Pages
32
Catalog Number
V20345
ISBN (eBook)
9783638242448
ISBN (Book)
9783638676052
Language
German
Tags
Instrumente Ausgabenpolitik Theorie Politik Ausgaben
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gregor Meyer (Author), 2003, Instrumente für eine rationale Ausgabenpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20345
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