Medienkompetenz als Rettungsanker der Bildung? Pädagogik und Journalismus vor neuen Aufgaben in der Wissensgesellschaft


Diplomarbeit, 2012
131 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einführung
1.1 Motivation und Hinweise
1.2 Kontext des Untersuchungsfeldes
1.3 Aufgabenstellung und Thesenformulierung
1.4 Konzept und Methoden
1.5 Vorgehensweise

2 Teilbereiche der Wissensgesellschaft
2.1 Wissen und Wissenschaft
2.2 Wirtschaft
2.3 Politik
2.4 Medien
2.5 Kultur

3 Der Wandel sozialer Systeme in der Wissensgesellschaft
3.1 Pädagogik
3.1.1 Ökonomisierung des Bildungssystems
3.1.2 Entgrenzungen
3.1.3 Neue Lernkultur
3.1.4 Bildung in der Pädagogik
3.2 Journalismus
3.2.1 Verlust des Informationsmonopols
3.2.2 Entgrenzungen
3.2.3 Multimediale Berichterstattung
3.2.4 Bildung im Journalismus

4 Grundlegende Berührungspunkte
4.1 Gesellschaftlicher Auftrag
4.2 Kommunikation
4.3 Didaktik

5 Arbeitstechnische Berührungspunkte
5.1 Vermittlung
5.2 (Online-) Recherche
5.3 Moderation

6 Thematische Berührungspunkte
6.1 Medienpädagogik
6.2 Nutzwertjournalismus
6.3 Informationspädagogik
6.4 Bildungsjournalismus

7 Drei-Phasen-Modell der Bildung
7.1 Digitalisierung der Allgemeinbildung (Phase I)
7.2 Neue Bildungskultur (Phase II)
7.3 Erweiterung des Bildungsbegriffs (Phase III)

8 Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang
1 Interview mit Nina Braun, Bildungsjournalistin
2 Interview mit Marco Fileccia, Lehrer und Autor
3 Interview mit Dr. Martin Bernhofer, Leiter Hauptabteilung „Bildung, Wissenschaft, Gesellschaft“ der ORF-Radios

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Teilbereiche der Wissensgesellschaft (Mind-Map)

Abb. 2: Soziale Systeme in der Wissensgesellschaft (Mind-Map)

Abb. 3: Grundlegende Berührungspunkte (Mind-Map)

Abb. 4: Arbeitstechnische Berührungspunkte (Mind-Map)

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Erwerbstätige nach Wirtschaftssektoren

Tab. 2: Datenblatt zur Befragung „Partnerbetriebe für jede Schule in NRW“ (I)

Tab. 3: Datenblatt zur Befragung „Partnerbetriebe für jede Schule in NRW“ (II)

Tab. 4: Vergleich Herkömmliche Lernkultur – Innovative Lernkultur

Tab. 5: Wissen und Kompetenzen in der Wissensgesellschaft

Tab. 6: Externe Grenzen gegenüber anderen Kommunikationsformen

Tab. 7: Interne Grenzen zwischen journalistischen Subsystemen

1 Einführung

1.1 Motivation und Hinweise

Vor rund eineinhalb Jahren wechselte ich von der Universität Trier an die Gutenberg-Universität Mainz. Ein Standortwechsel, der es mir ermöglichen sollte, zum einen das Wahlpflichtfach Medienpädagogik belegen zu können und zum anderen meinem Berufsweg durch unterschiedliche Praktika näher zu kommen. Zum Zeitpunkt meines Wechsels waren meine beruflichen Vorstellungen sehr vage. Ich wusste nur, dass ich gerne etwas im Medienbereich machen möchte. Ein loser Wunsch, den Berufsberater heutzutage sicherlich oft zu hören bekommen. Durch eine Aushilfstätigkeit in der Fachredaktion Jugend und Bildung der Universum Kommunikation und Medien AG[1] begann ich mich für den Journalismus zu interessieren. Ein paar Monate zuvor hatte ich bereits damit begonnen, kürzere Texte zu verfassen, sodass ich dieses aufkeimende Interesse als logische Folge empfand, kurzum: Ich hatte einen echten Anhaltspunkt gefunden, was meine beruflichen Ziele angeht. Ich erhielt ein Praktikum bei der Tageszeitung Frankfurter Neue Presse, wo ich die Grundlagen des journalistischen Arbeitens kennenlernte. Im Anschluss daran absolvierte ich zwei Praktika bei der Verlagsgruppe Rhein-Main im Online-Desk und bei der Allgemeinen Zeitung. In beiden Bereichen bin ich heute als Aushilfe beziehungsweise freier Mitarbeiter tätig. Ich habe meine Prinzipien, Ideale und Werte, die mich einst zur Pädagogik führten, nicht ad acta gelegt, sondern meine grundlegende Einstellung lediglich auf ein anderes berufliches Segment projiziert. Aufgrund dieser journalistischen Tätigkeiten während meines Studiums begann ich darüber nachzudenken, welche konkreten Verbindungen es zwischen der Pädagogik und dem Journalismus geben könnte. Als zusätzliche Motivation diente diesbezüglich, dass ich bei vielen Kommilitonen und Berufstätigen häufig auf Unverständnis stieß, wenn ich von meinem Pädagogik-Studium und meinem Berufswunsch Journalist erzählte. Obwohl viele Journalisten kein klassisches Journalismus-Studium absolviert und stattdessen Studiengänge wie Jura, Biologie, Betriebswirtschaft oder geisteswissenschaftliche Fächer wie Germanistik, Geschichte oder Philosophie belegt haben (Vgl. Meyn, 1999: 275), scheint der Gang aus der Geisteswissenschaft Pädagogik in den Journalismus für manche Menschen nicht nachvollziehbar. Dabei lässt bereits die oberflächliche Betrachtung der beiden Disziplinen erahnen, dass jene durchaus Parallelen miteinander aufweisen. Die klassischen Tätigkeiten eines Pädagogen sind häufig mit Verben wie „helfen“, „unterstützen“ und „gestalten“ verbunden. Der Pädagoge hilft Menschen, die in Not geraten sind. Der Pädagoge unterstützt Menschen bei der Bewältigung von Problemen jeder Art. Der Pädagoge gestaltet den Rahmen, in dem Hilfe und Unterstützung am ehesten ihren Zweck erfüllen können. Diese Tätigkeiten lassen sich gewiss nicht eins zu eins auf die tägliche Arbeit eines Journalisten übertragen, aber es gibt durchaus Eckpunkte, die es erlauben, Parallelen zwischen den beiden Berufen zu ziehen. Sowohl der Pädagoge als auch der Journalist üben einen kommunikativen Beruf aus und verfolgen eine Vermittlungsabsicht. Zudem lässt sich hinzufügen, dass sich die oben skizzierten klassischen pädagogischen Tätigkeiten in bestimmten Situationen auch auf den Journalismus übertragen lassen. Für Journalisten ergeben sich nämlich durchaus Gelegenheiten, Menschen mit gestalterischen Mitteln - in Form von Zeitungsartikeln - zu helfen und sie beispielsweise in deren Interessen gegenüber einflussreichen Unternehmen zu unterstützen. Als Pressevertreter hat man, vor allem gegenüber Unternehmen, eine gewisse Handhabe, die es einem ermöglicht, „Mißstände in der Gesellschaft aufdecken und kritisieren zu können“ (Meyn, 1999: 282). Es mag vielleicht etwas plakativ und ideologisch klingen, aber der Journalismus bietet durchaus auch die Möglichkeit, seinem persönlichen Sinn nach Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit Genüge zu tun.

Auch im Hinblick auf die eingesetzten Instrumente können Parallelen zwischen den beiden Disziplinen ausgemacht werden. In vielen Bildungsinstitutionen sind mittlerweile mediale Hilfsmittel als Ergänzung zum herkömmlichen Unterricht integriert. Auch im Online-Journalismus werden medientechnische Mittel wie Bild, Audio und Video eingesetzt. Es ist unmöglich, Medien zu ignorieren oder in ihrer Bedeutung herunterzuspielen, denn jedes in dieser Gesellschaft befindliche soziale System, und darunter zählen auch die Pädagogik und der Journalismus, sind in irgendeiner Art und Weise von Medien durchsetzt. In welcher rasenden Geschwindigkeit die mediale „Machtergreifung“ vonstatten geht, zeigt das Beispiel des weltweit größten sozialen Netzwerkes Facebook, dessen Nutzerzahlen seit seiner Gründung 2004 innerhalb von rund acht Jahren auf 900 Millionen Nutzer weltweit angestiegen sind (Vgl. Stern.de, 2012[2] ).

Der technische Fortschritt, dessen Auswirkungen und die damit einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen spielen bei der Analyse der sozialen Systeme Pädagogik und Journalismus eine erhebliche Rolle, sodass in diese Arbeit soziologische Aspekte eingeflochten worden sind. In diesem Zusammenhang erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem Wissen und der Wissensgesellschaft. Inspiriert durch den Aufsatz von Dr. Martin Bernhofer „Pädagogik und Journalismus: Neue Allianzen?“[3] entstand das Ziel, die Verbindung zwischen Pädagogik und Journalismus im Kontext der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wissenschaftlich zu untersuchen. Eine besondere Motivation bestand darin, dieser wissenschaftlichen Arbeit eine persönliche Note zu verleihen, indem ein eigenes Modell entwickelt wurde, das, auf die Zukunft gerichtet, einen auf Fakten basierenden, aber in seiner letzten Konsequenz spekulativen Charakter inne hat. Die oben skizzierten Überlegungen führten dazu, der Frage auf den Grund zu gehen, wie sich Pädagogik und Journalismus im Kontext des sozialstrukturellen Wandels der Gesellschaft entwickeln und welche Allianzen sie eingehen könn(t)en.

Nach ausgiebiger Literaturrecherche konnten - mit Ausnahme eines Aufsatzes von Dr. Martin Bernhofer - keine Publikationen, die sich mit konkreten Verbindungen zwischen Pädagogik und Journalismus beschäftigen, ermittelt werden. Daher soll mit der vorliegenden Diplomarbeit der Versuch unternommen werden, einen wissenschaftlichen Ansatzpunkt zu diesem Forschungsgegenstand zu liefern, der unter Umständen eine breitere Diskussion in den wissenschaftlichen Fachbereichen anregen könnte.

Bevor das Untersuchungsfeld dieser Arbeit beschrieben und damit in den theoretischen Teil eingestiegen wird, folgen an dieser Stelle einige Hinweise zu formalen Aspekten. Um einen flüssigen Leseablauf zu gewährleisten, wird in dieser Arbeit in der Regel die männliche Schreibform benutzt. Um die zentralen Inhalte des jeweiligen Kapitels darzustellen, werden die prägnanten Punkte jedes Kapitels (bis auf die Kapitel 6, 7 und 8) in Form von Mind-Maps zusammengefasst. Das Thema wurde bewusst sehr offen formuliert, da im vornherein kein Fachbereich als mögliche Informationsquelle ausgeschlossen werden sollte. Daher enthält die vorliegende Arbeit Quellen und Inspirationen aus diversen Fachbereichen wie Pädagogik, Journalismus, Publizistik, Medienwissenschaften, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Philosophie und Soziologie.

1.2 Kontext des Untersuchungsfeldes

Die Globalisierung hat weitreichende wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen. Es entsteht ein weltweit gestricktes Kommunikations- und Handelsnetz, welches ermöglicht, dass Arbeitsprozesse aus der ganzen Welt miteinander verknüpft werden können. Schnelllebigkeit und Flexibilität werden zu Charakteristika globalisierter Gesellschaften, deren treibende Kräfte das Wissen und die Informationen sind. Beide bedingen sich gegenseitig, sodass diese Wechselbeziehung als Grundpfeiler einer Gesellschaft dafür sorgt, dass jene als ideologische Basis das stete Streben nach technischem Fortschritt in sich trägt. Technischer Fortschritt und Globalisierung führen zu einem Strukturwandel, der wiederum einen sozialen Wandel zur Folge hat. Die zuvor dominierende industrielle Gesellschaft und die damit verbundene materielle Güterproduktion haben sich zu einer Gesellschaftsform weiter entwickelt, die unter anderem als Wissens-, Informations- oder Dienstleistungsgesellschaft bezeichnet wird. In der vorliegenden Arbeit wird der Begriff Wissensgesellschaft verwendet, der für die Entwicklung steht, dass sich „der Stellenwert des Wissens in modernen Gesellschaften…grundlegend ändert und zunehmend die Faktoren ablöst oder modifiziert, die bisher konstitutiv für gesellschaftliches Handeln waren und daß das Selbstverständnis einer wachsenden Anzahl von Akteuren in der modernen Gesellschaft in einem umfassenden Maße durch Wissen gefiltert und bestimmt wird“ (Mittelstraß, 2000: 93). In dieser Gesellschaftsform entwickelt sich das Wissen neben Arbeit, Kapital und Natur zum vierten und gleichzeitig bedeutendsten Produktionsfaktor (Vgl. De Haan / Poltermann, 2002: 3) und wird "als Ware produziert und marktvermittelt ausgetauscht" (Buss / Wittke, 2001: 11). Die Herstellungsprozesse materieller Güter verlieren gegenüber Informationsprozessen, deren Grundlagen auf Wissen beruhen, an Bedeutung. An deren Stelle tritt das Wissen, das zur Grundlage der modernen Gesellschaft und Wirtschaft geworden ist (Vgl. Steinbicker, 2011: 20). Dies äußert sich darin, dass es immer mehr Berufe gibt, die einen tertiären Bildungsabschluss erfordern. Kennzeichnend für die Dienstleistungsgesellschaft – ein Begriff, den der amerikanische Soziologe Daniel Bell auch verwendet – ist, dass ein Großteil der Bevölkerung nicht mehr im herstellenden, sondern im tertiären Sektor arbeitet (Vgl. Bell in Osrecki, 2011: 154). Die Güterproduktion verliert mehr und mehr ihre zentrale Rolle, da die modernen Wissenschaften und Technologien in alle gesellschaftlichen Lebensbereiche und Institutionen vordringen (Vgl. Stehr, 2001: 11). Der rasante technische Fortschritt führt zu einer Veränderung des Schichtungsgefüges (Vgl. Osrecki, 2001: 155), sodass vor allem das Wissen als entscheidende Ressource darüber entscheidet, wer sich an der Spitze und wer sich am Rande dieser Gesellschaft bewegt. Durch Technologisierung und Ökonomisierung gesellschaftlicher Teilbereiche wird die Planbarkeit von Abläufen erhöht, da weder Technologie, Bildung, Wirtschaftswachstum, noch soziale Schichtung dem Zufall überlassen wird (Vgl. ebd.: 159). Anstelle des Unternehmers, der in der Industriegesellschaft als Sinnbild des Kapitalismus unangefochten an der Spitze der gesellschaftlichen Hierarchie stand, tritt nun der „politisierte Professionelle“ (ebd.: 163), denn in der Wissensgesellschaft werden Unternehmerklasse, das Unternehmen und die Wirtschaft in ihrer Bedeutung abgelöst von der Wissensklasse, der Universität und der Politik (Vgl. Steinbicker, 2011: 64). Die zentrale Figur in diesem Zusammenhang ist der "Wissensarbeiter", der mit seinem theoretischen Know-how Innovationen entwickeln kann, die dem beschleunigten Wandel Rechnung tragen. Die Kompetenz, die daraus erwächst, kann als Bildung angesehen werden. Das „Handwerkszeug“ des Wissensarbeiters stellen hoch entwickelte Technologien dar, die den Ausbau globaler Informations- und Kommunikationsstrukturen ermöglichen. Auf diese Weise entsteht eine weltweite Vernetzung sowohl im privaten als auch im öffentlichen Sektor. Die Wissensgesellschaft ist die konsequente Fortsetzung der Globalisierung in Form einer "verhandelten Internationalisierung der Ökonomie" (Bittlingmayer / Bauer, 2006: 328). Die Wissenschaftler und die Forschung produzieren und liefern das Wissen, welches der Taktgeber Politik, im Cockpit der Gesellschaft sitzend (Vgl. Osrecki, 2011: 159), zu strategischen Zwecken einsetzen kann (Vgl. ebd.: 163). Dieser sozio-ökonomische Wandel, wie der Soziologe Daniel Bell den gesellschaftlichen Umbruch bezeichnet (Vgl. Steinbicker, 2011: 53), betrifft Menschen in ihren Berufen als Facharbeiter, Techniker, Bürokraft oder Handwerker und die sozialen Systeme in ihrer gesellschaftlichen und arbeitgebenden Funktion gleichermaßen.

1.3 Aufgabenstellung und Thesenformulierung

Von zentraler Bedeutung für die Ausführungen in der vorliegenden Arbeit ist die Hypothese, dass künftig zum einen der Journalismus pädagogische Aufgaben, wie das Selektieren von Informationen, das Schaffen von Wissensgrundlagen und die Förderung von Reflexion übernehmen könnte (Vgl. Dr. Bernhofer, 2003: 23), während sich auf der anderen Seite die Pädagogen, in erster Linie die Lehrer, an die veränderten Lernbedingungen, die eine informationstechnisch vernetzte Schule mit sich bringt, anpassen müssen. Dies könnte geschehen, indem pädagogische Lehrkräfte Aufgaben des Journalismus wie Recherche, Redaktion, Herausgabe und Moderation von Kommunikationsprozessen übernehmen (Vgl. ebd.). Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang der Aspekt der Entgrenzung, der beide Systeme gleichermaßen betrifft. Bildungs- und Lernprozesse finden längst nicht mehr nur in den dafür geschaffenen Institutionen statt, sondern gehören zur täglichen Praxis vor Ort - also dort, wo das Gelernte angewendet werden soll - im Betrieb und im Unternehmen. Weiterbildungsmaßnahmen wie Sprach- und IT-Kurse werden häufig betriebsintern angeboten.

Der Journalismus muss sich ebenfalls mit dem Phänomen der Entgrenzung auseinandersetzen. Gründe für das Auflösen von Grenzen sind "vor allem die Ökonomisierung, Kommerzialisierung und Einführung des Internets, also ökonomische und technische Randbedingungen" (Neuberger, 2004: 4). Das Internet, dessen Nutzerzahlen seit Anfang 2011 auf über zwei Milliarden angestiegen sind – womit etwa ein Drittel der Weltbevölkerung online ist – (Vgl. UN-Organisation für Telekommunikation, 2011[4] ), ermöglicht es, dass eine nahezu undefinierbar große Menge an Informationen frei zugänglich ist. Der Online-Journalismus hat gegenüber dem herkömmlichen Medium Zeitung den Vorteil, unmittelbare Aktualität zu gewährleisten. In der vorliegenden Arbeit werden die Pädagogik und Journalismus hinsichtlich des strukturellen Wandels in der Wissensgesellschaft näher beleuchtet. Die beiden Disziplinen werden als soziale Systeme angesehen, da in ihnen „Handlungen mehrerer Personen sinnhaft aufeinander bezogen werden und dadurch in ihrem Zusammenhang abgrenzbar sind von einer nichtdazugehörigen Umwelt. Sobald überhaupt Kommunikation unter Menschen stattfindet, entstehen soziale Systeme“ (Luhmann, 2008: 210).

Die Pädagogik ist der Motor der Bildung und damit ein entscheidender Faktor, um die zentrale Ressource unserer Gesellschaft, das Wissen, qualitativ zu sichern. Der Begriff der Wissensgesellschaft impliziert bereits, dass das Wissen gemeinsam mit Information die entscheidende Variable in modernen gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen bildet. Die Aufwertung von Wissen als strategische und Information als transformierende Ressource (Vgl. Steinbicker, 2011: 68) bedeutet zugleich eine Wertsteigerung für das, was Wissen und Information begünstigen: Bildung.

Die grundlegende Essenz des Journalismus besteht darin, Informationen zu liefern, aus denen Wissen generiert werden kann, das wiederum als Grundlage für Bildungsprozesse fungieren kann. In der Wissensgesellschaft kommt den Medien damit ein zentraler Aufgabenbereich zuteil, denn sie leisten "Kodifikation, Speicherung und Übermittlung objektivierten Wissens" (Raabe u.a., 2008: 65). Die Funktion des Journalismus besteht in der Herstellung von Öffentlichkeit (Vgl. Pöttker, 2001: 26), also in der Abbildung von Realität. Das Wissen, welches die journalistischen Akteure dazu benötigen, dient folgerichtig als Modell für Realität (Vgl. Raabe u.a., 2008: 65).

Auf der Grundlage dieser Ausführungen lässt sich behaupten, dass Pädagogik und Journalismus einen gemeinsamen Nenner haben: die Bildung. Die Leitthese dieser Arbeit lautet daher wie folgt:

Allianzen zwischen Pädagogik und Journalismus werden notwendig, um in der Zukunft Informationen und Wissen im Hinblick auf Bildungs- und Erziehungsprozesse qualitativ zu sichern, denn nur durch das Verknüpfen entgrenzter sozialer Systeme kann in einer auf Wissen basierenden Gesellschaft Orientierung geboten werden.

Das Erlangen einer Orientierung stiftenden Grundbildung wird in unserer heutigen modernen Gesellschaft aufgrund der schier endlosen Informationsmenge und -vielfalt immer wichtiger. Eine Gesellschaft, in der Wissen als zentraler Antriebsmotor fungiert und in der demzufolge die Wissenschaft und Forschung entscheidende gesellschaftliche Positionen innehaben, unterliegt der Schnelllebigkeit und Dynamik wirtschaftlicher Prozesse. Eine Gesellschaft, die in einem wachsenden Maße von Technologie und Neuerungen abhängig wird, beinhaltet einen gefährlichen Unsicherheitsfaktor (Vgl. Bell, 1976: 42). Informationen und Wissen sind wesentliche Bestandteile des täglichen Lebens und werden so häufig ausgetauscht und aktualisiert, dass die Gefahr besteht, die Orientierung in diesem "Informationsdschungel" zu verlieren. Daraus ergibt sich die erste Unterthese: Die Wissensgesellschaft braucht systemgestützte Orientierungshilfen, die den Umgang mit Wissen erleichtern.

Kennzeichnend für die Wissensgesellschaft ist, dass durch die Erfassung der „institutionellen Verfestigungen, Regelsysteme, Steuerungsregime, kulturellen Orientierungen und kollektiven Identitäten sozialer Systeme" (Willke in Engelhardt / Kajetzke, 2000: 69) jene Systeme in ihrer funktionalen Bedeutung entgrenzt werden. Der Pädagogik und dem Journalismus droht daher der Verlust ihrer jeweiligen monopolistischen Expertenstellung. Die zweite Unterthese lautet daher: Um den Fortbestand ihres professionellen Systems in der Wissensgesellschaft zu gewährleisten, müssen die Pädagogik und der Journalismus ihre Arbeitsweisen und Strukturen neu konzipieren.

Um Bildung erlangen zu können, muss der Zugang zu Wissen gewährleistet sein. Allerdings besteht die Gefahr, dass dieser wachsende Zugang zu Wissen und die Handlungschancen, die sich dadurch ergeben, nicht gleichmäßig verteilt sind, beziehungsweise nicht zu einer Gleichverteilung der Handlungsmöglichkeiten führen (Vgl. Mittelstraß, 2000: 97). In diesem Fall wird der Graben tiefer zwischen denen, die sich Wissen aneignen und somit neues Wissen generieren können, und denen, die keinen Zugang zu grundlegendem Wissen haben, und somit auch kein zusätzliches Wissen erschließen können. Wissen kann als eine Art Spiel beschrieben werden, in dem jeder gewinnen kann, allerdings ist die gleichmäßige Verteilung des Gewinns nicht garantiert (Vgl. Stehr, 2003: 27). Daraus ergibt sich die dritte Unterthese: Die Wissensgesellschaft verstärkt soziale Ungleichheit.

Das vorrangige Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, anhand der gesellschaftlichen Entwicklung in Industriestaaten die daraus resultierenden Verbindungen zwischen Pädagogik und Journalismus darzulegen. In diesem Zusammenhang ist es von besonderem Interesse, grundlegende, arbeitstechnische und thematische Schnittpunkte zwischen Pädagogik und Journalismus zu identifizieren und in den wissensgesellschaftlichen Kontext einzubetten. Um die thematisch bedeutendste Gemeinsamkeit der beiden Systeme – die Bildung – ausreichend zu würdigen, enthält diese Arbeit ein Konzept, das eine mögliche Entwicklung der Bildung in der Wissensgesellschaft im Kontext von pädagogischen und journalistischen Bemühungen in Form eines Modells aufzeigt, das sich auf die Gegenwart und die Zukunft bezieht. Die Fragestellung dieser Arbeit lautet daher: "Allianzen zwischen Pädagogik und Journalismus als Orientierungshilfen in der Wissensgesellschaft?"

Diesbezüglich ist es nicht das Ziel, Journalismus und Pädagogik aus ideologischen Gründen miteinander zu verknüpfen, sondern darzulegen, dass wechselseitige Beziehungen zwischen diesen beiden Systemen sinnvoll sein können, um Informationen und Wissen als Qualitätsmerkmale und entscheidende Ressourcen in Bildungsprozessen in der Wissensgesellschaft zu sichern und ständig neu zu generieren. Eine Allianz ist, um in wirtschaftlichen Termini zu sprechen, was angesichts der voranschreitenden Ökonomisierung des Bildungssystems nicht unangebracht scheint, „eine grundsätzliche Vereinbarung...zur Zusammenarbeit. Sie wird im Allgemeinen über einzelne Projekte konkretisiert. Motive sind Risikoteilung, Know-how-Austausch, Neutralisierung von Konkurrenz etc." (Gabler Verlag, 2010[5] ).

1.4 Konzept und Methoden

Um interpretative Schlüsse aus der Entwicklung der beiden Systeme Pädagogik und Journalismus in der Wissensgesellschaft ziehen und gegebenenfalls Berührungspunkte und Allianzen zwischen den beiden Disziplinen ausmachen zu können, wurden drei Interviews geführt, deren Ergebnisse in dieser theoriegeleiteten Literaturarbeit als weitere Quellen zur Überprüfung der Thesen verwendet werden. Ein Interview wurde mit Nina Braun geführt, die für das Forum - Schule -Magazin[6] tätig ist. Die Bildungsjournalistin wurde ausgewählt, da sie aufgrund ihrer Arbeit in unmittelbarem Kontakt zu Lehrern steht und über Entwicklungen im schulischen Bildungssystem berichtet. Im Hinblick auf die Fragestellung dieser Arbeit sollte das Interview vor allem Erkenntnisse darüber liefern, wie sich Lernen in der Schule verändert, und inwiefern das schulische Bildungssystem auf die Herausforderungen der Wissensgesellschaft vorbereitet ist. Desweiteren wurde ein Interview mit Marco Fileccia geführt, der sowohl als Politik-Lehrer als auch Autor und Fachberater für Medienkompetenz für die Lehrer-Online -Initiative[7] tätig ist. Der Lehrer und Autor wurde interviewt, um konkrete Verbindungen zwischen der pädagogischen und journalistischen Arbeitsweise sowie den Bildungsaufträgen von Pädagogen und Journalisten in Erfahrung zu bringen. Als dritter Interviewpartner wurde Dr. Martin Bernhofer ausgewählt, der als Leiter der Hauptabteilung „Wissenschaft, Bildung, Gesellschaft“ der österreichischen ORF-Radios tätig ist. Das Interview sollte der unmittelbaren Überprüfung der Leitthese und der damit verbundenen Ausführungen im Transferteil dieser Arbeit sowie der Erkenntnisgewinnung im Hinblick auf das Bildungsmodell, das im Folgenden näher erläutert wird, dienen. Als Datenerhebungsmethode wurde das qualitative Verfahren des problemzentrierten Interviews[8] angewendet, unter dessen Begriff „alle Formen der offenen, halbstrukturierten Befragung zusammengefasst werden. Das Interview lässt den Befragten möglichst frei zu Wort kommen, um einem offenen Gespräch nahe zu kommen. Es ist aber zentriert auf eine bestimmte Problemstellung, die der Interviewer einführt, auf die er immer wieder zurückkommt“ (Mayring, 2002: 67). Dieses Verfahren wurde ausgewählt, um subjektive Erfahrungen der Personen zu erfassen und es zu ermöglichen, dass die Befragten selbst Zusammenhänge und kognitive Strukturen während des Interviews entwickeln (Vgl. ebd.: 67-68).

Das Bildungskonzept, das als Zusammenfassung der Ergebnisse fungiert, und zum Abschluss dieser Arbeit vorgestellt wird, ist angelehnt an das Drei-Phasen-Modell des amerikanischen Soziologen Daniel Bell, welcher bereits in den 1970er Jahren die Entstehung der Wissensgesellschaft prognostizierte. Bells Modell zufolge bildet die nachindustrielle Gesellschaft, in der die „Zentralität theoretischen Wissens als Quelle von Innovationen und Ausgangspunkt der gesellschaftlich-politischen Programmatik" (Bell, 1976: 31) fungiert, die dritte Phase nach der vorindustriellen (Phase 1) und industriellen Gesellschaft (Phase 2). In der vorliegenden Arbeit wird der Versuch unternommen, die theoretischen Grundlagen des Bellschen Modells von der Entwicklung der Gesellschaft auf den Aspekt der Bildung zu übertragen und somit eine Prognose hinsichtlich der Zukunft von Bildung zu wagen, eine Vorstellung zu entwickeln, „eine Fiktion, eine social science fiction dessen, was sein kann, sein könnte“ (ebd.: 10). Die sozialen Systeme Pädagogik und Journalismus, deren Verknüpfung und ausgiebige Förderung das Bildungssystem künftig positiv bereichern könnten, bilden in diesem Modell die umrahmenden Komponenten. Steinbicker hat die Begrifflichkeiten des Bellschen Modells in folgenden Sinnzusammenhang gestellt: Die Systeme bilden als „organisierter Rahmen und zentrale Institutionen" (Steinbicker, 2011: 53) die Axialstrukturen des Modells. Das „dynamische Leitprinzip" (Axialprinzip) und damit die „primäre Logik der Schlüsselinstitutionen" (Ebenda) bildet in dem Bildungsmodell das Wissen, das auf Daten und Informationen beruht, und als Antriebsmotor der modernen Gesellschaft fungiert. Die oben dargelegten Entgrenzungen in den beiden Systemen Pädagogik und Journalismus finden gemeinsam mit den Herausforderungen des technischen Fortschritts als zukunftsorientierte Variablen Eingang in das Modell, das zum Abschluss dieser Arbeit als Drei-Phasen-Modell der Bildung vorgestellt wird. Die Rahmenbedingungen für dieses Modell werden diktiert von der Wissensgesellschaft und deren bildungs- und marktpolitischen Elementen. Ausgangspunkt und damit erste Phase des Modells stellt die Gegenwart dar, die im Rahmen dieser Arbeit als gesellschaftliche Übergangsphase betrachtet wird. Die Gegenwart ist vor allem durch den technischen Fortschritt und die stetig anwachsende Menge an Informationen und Wissen gekennzeichnet. Da sich in der Wissensgesellschaft das Wissen immer mehr in digitale Archive verlagert, wird die erste Phase des Modells als „Digitalisierung der Allgemeinbildung“ beschrieben. Die zweite Phase beschäftigt sich mit der nahen Zukunft, die in diesem Zusammenhang als "Vollendung" der Wissensgesellschaft und der damit einhergehenden Fertigstellung struktureller Änderungsprozesse angesehen wird. Aufbauend auf der Hypothese von der Digitalisierung der Allgemeinbildung, beschreibt die zweite Phase des Modells die Entstehung einer neuen Bildungskultur. Die letzte und dritte Phase widmet sich der Bildung der weiteren Zukunft, deren Vorhersage im Hinblick auf die Entwicklung von Pädagogik und Journalismus in der Wissensgesellschaft zwangsläufig einen teils spekulativen Charakter inne hat. Dieser kommt in der Hypothese zum Ausdruck, dass in der Zukunft die Erweiterung des Bildungsbegriffs notwendig wird. Um mit den Worten des französischen Poeten und Philosophen Paul Valéry zu sprechen: „Ich denke, das ist es, wofür menschliche Gehirne gemacht sind: Wir produzieren Zukunft. Wir gewinnen Informationen aus unserer Umwelt, aus der Vergangenheit und aus der Gegenwart, und dies nutzen wir, um die Zukunft zu produzieren. Und je mehr Zukunft wir produzieren können, desto mehr Freiheit haben wir!" (Paul Valéry, zitiert in Daniel Dennet, zitiert in Horx Zukunftsinstitut, 2010: 1)

1.5 Vorgehensweise

Um Berührungspunkte und mögliche Allianzen zwischen der Pädagogik und dem Journalismus identifizieren zu können, findet im ersten Teil dieser Arbeit eine Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen statt. Dabei werden zunächst die zentralen Elemente der Wissensgesellschaft aufgeführt und näher beschrieben (Kapitel 2). Hierbei liegt das Augenmerk auf den elementaren Teilbereichen Wissen und Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Medien und Kultur. Der daraus resultierende Überblick über die moderne Gesellschaft liefert zum einen die grundlegenden Rahmenbedingungen, die für die Beantwortung der Fragestellung berücksichtigt werden müssen, und zum anderen erste Indikatoren, anhand derer sich das Drei-Phasen-Modell der Bildung messen lassen muss. Das darauf folgende dritte Kapitel ist dem Wandel der sozialen Systeme Pädagogik und Journalismus gewidmet. An dieser Stelle werden erste Parallelen hinsichtlich der Entwicklung der beiden Disziplinen, die als Axialstrukturen des Bildungsmodells fungieren, in der Wissensgesellschaft deutlich, resultierend aus der Thematisierung des Einflusses der wissensgesellschaftlichen Elemente auf ihre Strukturen und der Analyse der Bedeutung von Bildung innerhalb der beiden Systeme. Nachdem damit der erste Teil dieser Arbeit abgeschlossen ist, folgt ab dem vierten Kapitel der Transferteil, in welchem die jeweiligen Entwicklungen von Pädagogik und Journalismus in einen gemeinsamen gesellschaftlichen Kontext gestellt und aufeinander bezogen werden. Um die Frage nach disziplinübergreifenden Allianzen zwischen Pädagogik und Journalismus beantworten zu können, wird in diesem Teil der Arbeit der Versuch unternommen, konkrete Berührungspunkte im Hinblick auf Grundlegendes in Kapitel 4 (Gesellschaftlicher Auftrag, Interaktion, Didaktik), Arbeitstechniken in Kapitel 5 (Vermittlung, [Online-] Recherche und Moderation) und Themenfelder in Kapitel 6 (Medienpädagogik, Nutzwertjournalismus, Informationspädagogik und Bildungsjournalismus) zu analysieren. Um die in diesem Prozess gewonnenen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen über die Pädagogik und den Journalismus auf einen gemeinsamen Nenner zu projizieren, schließt der Hauptteil dieser Arbeit mit dem Drei-Phasen-Modell der Bildung ab, welches sich in die drei Abschnitte „Digitalisierung der Allgemeinbildung“, „Neue Bildungskultur“ und „Erweiterung des Bildungsbegriffs“ aufgliedert. Den Schlusspunkt unter diese Diplomarbeit setzt das Fazit in Kapitel 8, das die erarbeiteten Ergebnisse im Hinblick auf die Fragestellung „Allianzen zwischen Pädagogik und Journalismus als Orientierungshilfen in der Wissensgesellschaft?“ und den damit verbundenen Unterthesen und Hypothesen zusammenfasst und die Schlüsse, die hinsichtlich der Entwicklung der Bildung mit dem Drei-Phasen-Modell gezogen wurden, abschließend präsentiert und einordnet.

2 Teilbereiche der Wissensgesellschaft

In diesem Kapitel erfolgt eine Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die für die Entwicklung der sozialen Systeme Pädagogik und Journalismus von besonderer Bedeutung sind. Um die Wissensgesellschaft als Kontext des Untersuchungsfeldes der vorliegenden Arbeit und die innergesellschaftlichen Zusammenhänge ausreichend darzustellen, werden im Folgenden die elementaren Teilbereiche der Gesellschaft Wissen und Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Medien und Kultur näher beleuchtet. Dieses Kapitel dient als Grundlage, auf dessen Basis die Pädagogik und der Journalismus in der Wissensgesellschaft analysiert und mögliche Allianzen zwischen den beiden Disziplinen identifiziert werden sollen.

2.1 Wissen und Wissenschaft

Allgemein formuliert ist Wissen, um mit den Worten von Daniel Bell zu sprechen, eine „Sammlung in sich geordneter Aussagen über Fakten oder Ideen, die ein vernünftiges Urteil oder ein experimentelles Ergebnis zum Ausdruck bringen und anderen durch irgendein Kommunikationsmedium in systematischer Form übermittelt werden" (Bell, 1976: 180). Jene Übermittlung ist im Laufe der Zeit zu einer immer größeren Herausforderung geworden, da sich das Wissen der Menschheit in den vergangenen Jahrhunderten um ein Vielfaches vergrößert hat. In der modernen Gesellschaft ist es zweifellos nicht mehr möglich, sich als einzelnes Individuum das komplette zur Verfügung stehende Wissen über die Welt und ihre Zusammenhänge anzueignen. Die Menschheit hat über Jahrhunderte eine solch große Menge an Wissen angehäuft, dass es immer aufwendiger wurde, dieses Wissen sorgfältig zu bündeln und zu Papier zu bringen. Die Datenmengen haben einen solchen Umfang erreicht, dass das größte Nachschlagewerk der Welt, die „Encyclopædia Britannica“, künftig nicht mehr in gedruckter Form erscheinen wird[9]. Die Zunahme von Wissen bedeutet jedoch auch, dass das Unwissen anwächst (Vgl. Adolf in Engelhardt / Kajetzke, 2000: 57). Daraus lässt sich wiederum schließen, dass das Wissen einen widersprüchlichen Charakter besitzt: Wissen ist nämlich zugleich Organisationsprinzip und Problemquelle der modernen Gesellschaft (Vgl. ebd.) . Auf der einen Seite bildet Wissen den Kern kreativer, gesellschaftsprägender Innovationen. Auf der anderen Seite bringt ein Mehr an Wissen soziale Ungleichheit mit sich, da der Zugang zu Wissen als wichtige gesellschaftliche Ressource dem Schichtungsprinzip unterliegt (Vgl. Stehr, 2003: 23 und 26). Daraus lässt sich folgern, dass der Abstand zwischen denjenigen, die Zugang zum Wissen haben, und immer mehr Wissen anhäufen können, und denjenigen, denen der Zugang zum Wissen verwehrt bleibt, immer größer wird. Diese Argumente fallen bezüglich der Unterthese, dass die Wissensgesellschaft soziale Ungleichheit verstärkt, auf fruchtbaren Boden. Diese Thematik wird von Daniel Rohrbach in ihrem Werk „Wissensgesellschaft und soziale Ungleichheit: Ein Zeit- und Ländervergleich“ ausgiebig analysiert.

Trotz alledem muss man konstatieren, dass Wissen in der modernen Gesellschaft zur wichtigsten Produktionskraft und Quelle von Innovationen und technischem Fortschritt geworden ist. Obwohl Wissen in der Geschichte der Menschheit schon immer eine gewichtige Rolle eingenommen hat, kann man zweifellos von einem deutlich angestiegenen Stellenwert des Wissens in der modernen Gesellschaft sprechen, was dazu führt, dass Wissen, Information und Expertise neben Geld und Macht nun als eine „gleichberechtigte Ressource gesellschaftlicher Reproduktion“ (Kübler, 2008: 94) gilt. Der enorme technische Fortschritt, der seine Spuren in allen wesentlichen Bereichen der modernen Gesellschaft hinterlässt, trägt dazu bei, dass technisches Wissen und Können immer stärker gefragt sind. Damit eine Gesellschaft an globalen Bewegungsabläufen partizipieren kann, bedarf es intellektueller Vernetzungstechnologien, an deren Weiterentwicklung Wissenschaftler und Forscher mit dem entsprechenden Wissen, sprich technischem Know-how, stetig feilen. Die Weiterentwicklung der Gesellschaft liegt somit zu wesentlichen Teilen in den Händen von technisch versierten Akademikern. Die höhere Bildung, die das Wissen vermittelt, das in Wissenschaft und Forschung angewendet und neu generiert werden kann, spielt in der Wissensgesellschaft damit ebenfalls eine entscheidende Rolle. Als Grundlage für Innovationen und Fortschritt basiert Wissen auf Daten und Informationen.

Nach dem dreistufigen Selektionsprozess des deutschen Soziologen Helmut Willke werden in einem ersten Schritt Daten erhoben, die auf Erfahrung beruhen. Indem diese Daten in einen ersten Kontext der Relevanzen gestellt werden, transformieren sie sich zu Informationen. Dadurch, dass man die gewonnenen Informationen in einen zweiten Kontext der Relevanzen, der aus Erfahrungsmustern besteht, einbindet, entsteht Wissen (Vgl. Engelhardt / Kajetzke, 2010: 68).

Francis Bacon hat mit seinem berühmten Zitat „Scientia est potentia" (Wissen ist Macht) bereits im 16. Jahrhundert das theoretische Fundament für die moderne Wissensgesellschaft gelegt. In der vorliegenden Arbeit wird Wissen, dem Kulturwissenschaftler Nico Stehr folgend, als „Fähigkeit zum sozialen Handeln“ (Stehr, zitiert in Mittelstraß, 2000: 95), sprich Handlungsvermögen verstanden. Wer handlungsfähig ist, kann etwas in Gang setzen (Vgl. ebd.), sich Wissen aneignen, es vertiefen und in kreativen und innovativen Prozessen anwenden. Wenn Menschen handeln, dann beziehen sie sich auf Wissen, das es ihnen ermöglicht, mit ihren Handlungen und deren Realitätsverarbeitungen neues Wissen zu generieren (Vgl. Kübler, 2008: 103). Kreativität und Innovation sind Kerntechniken einer Gesellschaft, in der Wissen das zentrale Element der Gesellschaftsstruktur und des sozialen Wandels bildet (Vgl. Engelhardt / Kajetzke, 2010: 41). Das Wissen, verstanden als Handlungsvermögen, basierend auf Daten und Informationen, gibt die Richtung der modernen Gesellschaft vor, deren Fokus verstärkt auf der Zukunft liegt. Das Medium Wissen, das im ursprünglichen Sinne aus dem Zurückgreifen auf Erfahrungsmuster, die in Auseinandersetzung mit Vergangenem entstehen, hervorgeht, verändert seine Form, da es von dem charakteristischen Merkmal der Moderne – der Orientierung auf Zukunft – erfasst wird (Vgl. ebd.: 67). Das bedeutet, dass Komponenten des Nichtwissens Bestandteil der Wissensstrukturen werden (Vgl. Willke in Engelhardt / Kajetzke, 2010: 67), deren Aufgabe es ist, gesellschaftliche Zusammensetzungen von Realitäten abzubilden (Vgl. Kübler, 2008: 104).

Das Hauptaugenmerk der Wissensgesellschaft liegt auf Entwicklungen für die Zukunft und auf immer schneller einsetzenden wissenschaftlich-technischen und ökonomischen Fortschritten. Dies wirkt sich auf die Orientierungsfunktion von Wissensstrukturen aus, denn „mit dem Mehr an Wissen geht ein Mehr an Unwissen einher, mit einem Mehr an politischer Selbstbestimmung ein Mehr an zu tolerierender Ignoranz" (Adolf in Engelhardt / Kajetzke, 2010: 62). Dem Wissen als bedeutendste Produktionskraft der modernen Gesellschaft kann daher unterstellt werden, nicht nur mehr Innovation, technische Errungenschaften, selbstbestimmten Lernprozesse und eine breit gefächerte Informationsvielfalt, sondern auch soziale Ungleichheit zu produzieren. Die Bedeutung von Wissen in der modernen Gesellschaft ist vor allem ökonomischer Natur, denn Wissen umfasst „die Gesamtheit der Kenntnisse und Fähigkeiten, die Individuen zur Lösung von Problemen einsetzen. Wissen basiert auf Daten und Informationen, ist im Gegensatz zu diesen aber nicht an eine Person gebunden" (Gabler Verlag, 2010[10] ). Die Güterproduktion und die damit verbundenen Industriearbeiter verlieren in ihrer Funktion massiv an Bedeutung, weil Wissensstrukturen an ihrer Stelle entstehen, die es erlauben, Wissen gezielt anzuwenden, um beispielsweise Produkte herzustellen (Vgl. Schäfers, 2007: 108). Damit nehmen das Wissen und der Wissensarbeiter letztlich enormen Einfluss auf die Güterproduktion und den Industriearbeiter. Das Wissen, das darauf ausgelegt ist, verarbeitete Informationen in Prozesse zu übersetzen, die neue Produkte, Entwicklungen, Ideen und Strukturen hervorbringen, kann als Erkenntniswissen beschrieben werden. Neue Erkenntnisse zu liefern ist Hauptaufgabe der Wissenschaft, die bemüht ist, „menschliche Entwicklung und Entfaltung zu verbessern, Fortschritte zu ermöglichen, Fehlentwicklungen und Irrationalismen zu vermeiden, mithin »nützliches« Wissen zu generieren, zu speichern, weiterzugeben bzw. in technische Lösungen zu realisieren“ (Kübler, 2008: 133).

Forschung als jener Prozess, in dem es darum geht, objektive Erkenntnisse zu erlangen (Vgl. Mohr, 1999: 29), und Wissenschaft als eine kulturelle Institution, die auf Erkenntnis ausgerichtet ist (Vgl. ebd.: 31), lassen sich hinsichtlich ihrer funktionalen Entwicklung auf unterschiedliche Weise interpretieren. Auf der einen Seite kann in der Wissensgesellschaft durchaus von einem Aufstieg und einer Bedeutungssteigerung von Wissenschaft – respektive der Technowissenschaft – und Forschung die Rede sein, da die moderne, durch Technik bestimmte Welt auf dem Wissen der Wissenschaft und auf den konstruktiven Fähigkeiten der Wissensarbeiter basiert (Vgl. ebd.: 33). Auf der anderen Seite steht die Vermutung, dass die Wissenschaft an Grenzen, beispielsweise ökonomischer Art, stoßen könnte, denn „daß die auf einem bestimmten technischen Niveau und mit einem bestimmten technischen Aufwand erreichbaren theorierelevanten Daten“ (Mittelstraß, 2000: 138) eines Tages ausgeschöpft sind, ist durchaus im Bereich des Möglichen. Es müsste also ein enormer technischer Aufwand, der wiederum einen erheblichen finanziellen Aufwand zur Folge hätte, betrieben werden, um „wirklich neue empirische Daten beizubringen, die für ernstzunehmende empirische Tests substantiell fortentwickelter oder ganz neuartiger Theorien überhaupt taugen“ (Mittelstraß, 2000: 138).

In diesem Kapitel soll es allerdings um die technologische Wissenschaft gehen und in dieser Hinsicht ist es unumstritten, dass Wissenschaft zu einem wesentlichen Bestandteil unseres Alltags geworden ist. Indem die Menschen täglich Entwicklungen wie das Internet, Mobiltelefone oder Navigationssysteme genutzt werden, bedienen sie sich Techniken, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Desweiteren zeugt die wachsende Anzahl von Beratungsangeboten und Ratgeberliteratur davon, dass die Verwissenschaftlichung der Gesellschaft zunimmt (Vgl. Eichholz, 2010: 100). Die Wissenschaft schafft Wissen und liefert somit die entscheidende Ware der modernen Wissensgesellschaft. Der Forschung als Instrument der Wissenschaft kommt ebenfalls ein hoher Stellenwert zu, und es ist demzufolge nicht verwunderlich, dass die Bundesregierung im Jahr 2012 die Rekordsumme von 12,9 Milliarden Euro in Bildung und Forschung investiert (Vgl. Die Bundesregierung, 2011[11] ). Denjenigen, die an die Grenzen der Wissenschaft glauben, ist entgegenzuhalten, dass in einem solchen Fall das wissenschaftliche Wissen als „Ursache und wichtigster Faktor technologischer Innovationen“ (Wingens, 1998: 162) stagnieren würde. Zumindest in technologischer Hinsicht scheint ein absehbares Ende neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse nicht in Sicht. Ob eines Tages alle für die Wissenschaft lösbaren Probleme dieses Erdballs gelöst sein werden, ist nicht zu beantworten und auch nicht Bestandteil dieser Arbeit. Das Wissen, das die Wissenschaft hervorbringt, hat zweifelsohne Hochkonjunktur. Die Wissenschaft als soziale Institution wird allerdings unterwandert von einem typischen Globalisierungsmerkmal: Entgrenzung. Das bedeutet, dass der Zugang zu wissenschaftlichem Wissen prinzipiell für alle gesellschaftlichen Gruppen geöffnet wird (Vgl. Weingart, 2001: 15), sodass die Wissenschaft „ihre institutionelle Identität und ihr Monopol der Erzeugung gesicherten Wissens“ (ebd.) verliert. Die Schranken der Wissenschaft werden damit geöffnet, und die Quantität wissenschaftlicher Prozesse nimmt zu, sodass die wissenschaftliche Forschung um eine Vielzahl an Einflüssen aus anderen sozialen Systemen ergänzt werden kann. Der technische Fortschritt, der maßgeblich von wissenschaftlichen Erkenntnissen profitiert, ist somit durch eine erhöhte Reflexivität gekennzeichnet, die darin zum Ausdruck kommt, „daß auch außerhalb der Grenzen der klassischen Forschungseinrichtungen Wissen mit wissenschaftlichen Methoden erzeugt wird“ (Weingart, 2001: 18). Wissen entsteht nicht mehr auf der Suche nach Naturgesetzen, sondern wird in Anwendungskontexten generiert (Vgl. ebd.: 15).

Die „Instrumente“ der Wissenschaft, die Forschung und die Technik, gewinnen immer mehr an Bedeutung, da die moderne Welt zu einer technischen Zivilisation geworden ist, die von technisch-technologischen Systemen in allen Bereichen menschlicher Tätigkeit geprägt wird (Vgl. Tauss, 1996: 253). Wissenschaft und Technologie nehmen einen besonderen Status ein, weil die menschliche Gesellschaft in hohem Maße von diesen beiden Bereichen abhängig geworden ist (Vgl. Mohr, 1999: 31). Der technische Fortschritt kann als Abnabelung des Menschen von seiner Abhängigkeit von der Natur verstanden werden, denn der Mensch wird mittels Technik zum aktiven Gestalter und bewussten Kontrolleur von Produktionsprozessen, die auf die Aneignung der Natur zielen (Vgl. ebd.: 252). Um mit den Worten des Philosophen und Soziologen Jürgen Habermas zu sprechen: „Der technische Fortschritt folgt seiner Richtung ohne Direktiven von außen oder von unten, er wird gleichsam zu einem Naturprozeß“ (Habermas, 1978: 343).

2.2 Wirtschaft

Mit dem Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft vollzieht sich ein Wandel von der Güterproduktion zur Dienstleistung. Der tertiäre Sektor (Dienstleistungssektor) wird zum „Wachstumsmotor und Innovationskatalysator der Wirtschaft“ (Bullinger / Murrmann, 1999: 41), indem er alle Bereiche durchdringt und den „so genannten wissensbasierten Strukturwandel…, vor allem durch digitale und globale Vernetzung, vorantreibt“ (Kübler, 2008: 97). Die Bedeutungssteigerung des tertiären Sektors ist durch die industrielle Entwicklung bedingt. Der steigende Güterverkehr und Energieverbrauch führen zu einem Ausbau des Transportwesens und der öffentlichen Dienste. Desweiteren führen Massenkonsum und Bevölkerungswachstum dazu, dass die „traditionellen Arbeitsbereiche der Kopfarbeiter“ (Bell, 1976: 135), sprich der Groß- und Einzelhandel, ausgebaut werden. Schließlich steigt das Volkseinkommen, sodass der Anteil der Ausgaben für den Haushalt geringer wird. Das Geld, das nun übrig bleibt, kann in Gebrauchs- und Luxusgüter investiert werden. Dadurch floriert der Dienstleistungssektor, da die Menschen nun die Mittel zur Verfügung haben, um sich Reisen, Unterhaltung und Sport zu widmen (Vgl. ebd.).

Der amerikanische Soziologe Nico Stehr befürchtete, dass in einem Wirtschaftssystem, indem Wissen als wichtigste Quelle für Wertsteigerungen fungiert und mit weniger Arbeitseinsatz eine erhöhte Produktion möglich sein wird, dieses wirtschaftliche Wachstum mit dem Verlust der Vollbeschäftigung einher gehen könnte (Vgl. Stehr, 1994: 524). Der wirtschaftliche Wachstum sorgte für einen historisch einmaligen Anstieg des durchschnittlichen Wohlstands privater Haushalte und des durchschnittlichen Bildungsniveaus der Bevölkerung (Vgl. Stehr, 2007: 41-42). Reichtum und Bildung sind weiter verbreitet als jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit, allerdings sind sie keineswegs gleich verteilt (Vgl. ebd.: 18). Folgt man den Argumentationen von Stehr, wird das moderne Wirtschaftssystem als gesellschaftliche Institution von gesellschaftlichen Entwicklungen und dessen Transformationen beeinflusst (Vgl. ebd.: 41). Offen bleibt die Frage, ob der Wirtschaftsmarkt in der Wissensgesellschaft nur Spiegel der Gesellschaft oder als Zerstörer moralischen Verhaltens selbst für den Zustand der Gesellschaft verantwortlich gemacht werden kann (Vgl. ebd.: 34). Diese Frage ist schwierig zu beantworten, es lässt sich allerdings konstatieren, dass es moralisch bedenklich erscheint, wenn wirtschaftliche Unternehmen Mitarbeiter entlassen und gleichzeitig die Steigerung ihrer Gewinne mitteilen[12].

Eindeutig ist, dass die zentralen Elemente der modernen Gesellschaft, Wissen und Information, auch in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung zunehmen und in die Produktion von Dienstleistungen integriert werden und somit neue Kombinationen ermöglichen, die die Generierung neuer Dienstleistungen zur Folge haben (Vgl. Stehr, 2007: 50). Daraus lässt sich schließen, dass mit dem Bedeutungszuwachs an Wissen und Informationen ein rasant fortschreitender Ausbau des Dienstleistungssektors einhergeht, der dazu geführt hat, dass mittlerweile rund zwei Drittel des Bruttoinlandsproduktes durch den tertiären Sektor erwirtschaftet werden (Vgl. Die Bundesregierung, o.J.[13] ). Mittlerweile sind 73 Prozent der Erwerbstätigen im Dienstleistungsbereich tätig, dies ist im Vergleich zu 1970 eine Steigerung um 28 Prozent. Eine Grafik des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahre 2011 verdeutlicht den konstanten Bedeutungszuwachs des tertiären Sektors:

Tab. 1: Erwerbstätige nach Wirtschaftssektoren[14]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Daniel Bell prognostizierte bereits in den 1970er-Jahren, dass sich die nachindustrielle Gesellschaft, die heutzutage unter anderem als Wissens-, Dienstleistungs-, Informations-, Risiko- oder Wissensgesellschaft bezeichnet wird, dadurch auszeichne, dass immer mehr Menschen nicht mehr in der Landwirtschaft und in der industriellen Produktion tätig sein werden, sondern im Dienstleistungssektor (Vgl. Bell, 1976: 32). Um Verarbeitung, Suche und Filterung der unzähligen Daten und Informationen, deren Zugang durch den technischen Fortschritt ermöglicht wird, sicherzustellen, sind Techniken notwendig, die unter dem Überbegriff Wissensmanagement entstehen; es werden also neue Arten von Dienstleistungen notwendig (Vgl. Bullinger / Murrmann, 1999: 66). Der Dienstleistungssektor erfährt eine zunehmende Bedeutung in der globalisierten Wirtschaft. Dieser Prozess, der als Tertiarisierung beschrieben wird, führt dazu, dass der tertiäre Sektor heute den größten Wirtschaftsbereich darstellt (Vgl. Mangold, 2000: 26). Daniel Bells Prognose vom „Übergewicht der Dienstleistungswirtschaft über die produzierende Wirtschaft“ (Bell, 1976: 13) hat sich somit bestätigt. Dienstleistungen finden immer stärker Einzug in die Güterproduktion, sodass von einer „Tertiarisierung der Sachgüterproduktion“ (ebd.) gesprochen werden kann. Dieser Ausdruck umschreibt eine Entwicklung, bei der hochtechnisierte Industrieprodukte auf intelligente Weise mit ebenfalls hochtechnisierten Dienstleistungen verknüpft werden, sodass ein zusätzlicher Nutzen für den Kunden generiert werden kann (Vgl. Bullinger / Murrmann, 1999: 69-70). „Intelligente“ Dienstleistungen, deren wesentliche Bestandteile Wissen und Information sind, werden letztlich Teil des Produkts (Vgl. ebd.: 50). Der Ausbau des Dienstleistungssektors, der im Zuge der technologischen und industriellen Revolution vonstatten gegangen ist, führt dazu, dass Dienstleistungen und die Globalisierung beschleunigt werden (Vgl. Mangold, 2000: 29). Die „intelligenten“ Dienstleistungen können somit als ökonomische Konsequenz eines Marktes, dessen bedeutendste Ware das Wissen ist, angesehen werden. Um mit den Worten des deutschen Managers Klaus Mangold zu sprechen: „Die gegenwärtige Dynamik der Globalisierung wäre ohne Dienstleistungen nicht denkbar. Denn Dienstleistungen sind unstreitig zu entscheidenden Erfolgsfaktoren auf globalisierten Märkten geworden“ (Mangold, 2000: 23).

2.3 Politik

Folgt man den Argumentationen von Daniel Bell, liegt die wirkliche Macht in der nachindustriellen Gesellschaft nicht in der Hand von Managern und anderen kapitalistischen Eliten, sondern bei den politischen Entscheidungsträgern (Vgl. Bell, 1976: 61). Bell sieht vor allem in der Beziehung zwischen Sozialstruktur und politischer Ordnung das Hauptproblem der Gesellschaft (Vgl. ebd.: 31). Auf der einen Seite komme der politischen Ordnung eine entscheidende Bedeutung zu, weil der Wandel der Sozialstruktur eine Gesellschaft hervorbringe, „die sich ihres Schicksals zunehmend bewußt wird und dementsprechend mehr und mehr bestrebt ist, es selber in die Hand zu nehmen“ (ebd.: 30-31). Da diese Gesellschaft vor allem viel Wert auf die technische Seite des Wissens lege, müssten auf der anderen Seite die Wissenschaftler, Ingenieure und Technokraten, die Bell als Oberpriester der neuen Gesellschaft bezeichnet, entweder zu den Politikern in Konkurrenz treten oder sich mit ihnen verbünden (Vgl. Bell, 1976: 31). Dies bedeutet, dass das Wissen als Ausdruck von Handlungs- und Innovationsfähigkeit politisch gesichert werden muss, damit ein Staat in der Lage ist, sich den Herausforderungen einer globalisierten Weltgesellschaft zu stellen. Die wesentliche Herausforderung für die Politik besteht diesbezüglich in der „Akzentverlagerung von nationalstaatlich organisierter Politik zu weltweiten wirtschaftlichen, technologischen und wissenschaftlichen Lernprozessen“ (Heidenreich in Böschen / Schulz-Schaeffer, 2003: 15). Die Verteilung und Generierung von Wissen wird somit zwangsläufig zum Gegenstand politischer Auseinandersetzungen. Dieser Prozess kann als „Politisierung der Wissenschaft“ beschrieben werden (Vgl. Martinsen in Engelhardt / Kajetzke, 2010: 116).

In der Wissensgesellschaft werden die Güterproduktion und der Industriearbeiter durch das Wissen als entscheidende Produktionskraft und den „Kopfarbeiter“ (Drucker, 1993: 16) abgelöst. Dies bedeutet, dass an der Spitze der Gesellschaft nun nicht mehr der kapitalistische Unternehmer steht, sondern „die Wissensfachkräfte, die in der Lage sind, Wissen produktiv einzusetzen, vergleichbar den Kapitalisten, die wußten, wie man Kapital produktiv einsetzt“ (ebd.: 19). Damit der Unternehmer als „Prototyp des Innovators“ (Weymann, 1998: 112) auf dem Markt erfolgreich sein kann, braucht er die Politik, da sie die ökonomischen Rahmenbedingungen festlegt. Weymann sieht die Demokratie als Herrschaft von Politikern (Vgl. ebd.), sodass ein Übergewicht des Staates und der Politik auf Kosten von Markt und Wirtschaft entstehe (Vgl. ebd.: 113). Demgegenüber argumentiert der Philosoph Michael Polanyi, dass mit dem Zusammenbruch des wirtschaftlichen Systems der kapitalistischen Gesellschaft auch das Ende des politischen Systems der repräsentativen Demokratie einhergehe (Vgl. Polanyi in ebd.). Zieht man zusätzlich die Argumentationen von Steinbicker zu Rate, der davon ausgeht, dass die Politik, gemeinsam mit der Wissensklasse und der Universität, in ihrer Bedeutung die Unternehmerklasse, das Unternehmen und die Wirtschaft ablösen (Vgl. Steinbicker, 2011: 64), entsteht von der Politik hinsichtlich ihrer Bedeutung in der Wissensgesellschaft ein widersprüchliches Bild. Aber letztendlich muss man konstatieren, dass die globale Wirtschaftsform durch Regierungen und damit durch politische Akteure ermöglicht worden ist, denn weder Wirtschaft noch die Technologie wären alleine dazu fähig gewesen, diese neue Wirtschaftsform herbeizuführen (Vgl. Castells, 2004: 146). Denjenigen, die das Ende der Demokratie prognostizieren, ist entgegenzusetzen, dass die moderne Politik, die laut Bell durch Partizipation und Mitbestimmung charakterisiert ist (Vgl. Bell, 1976: 30), in jüngerer Vergangenheit gezeigt hat, dass sie sich ihrer demokratischen Prinzipien trotz eines sozialen Wandels nicht entledigt hat. Dies zeigt sich vor allem durch Volksabstimmungen wie Stuttgart 21[15] und dem Abwahlverfahren des nun ehemaligen Duisburger Oberbürgermeisters Adolf Sauerland[16].

Es erscheint durchaus sinnvoll, zu argumentieren, dass die Anwendung ökonomischer und technischer Innovationen auf die Rahmensetzung der Politik angewiesen ist, sodass man von der Politik in der modernen Gesellschaft als eine gewichtige Entscheidungsinstanz sprechen kann. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass die weltweite Vernetzung durch die Globalisierung auch Abhängigkeiten für die Politik hervorgebracht hat. Die Bedeutungssteigerung des Wissens und der Wissenschaft durchsetzt alle Teilbereiche der Gesellschaft. Für die Politik ergibt sich daraus, dass die politischen Akteure immer stärker vom Expertenwissen professioneller Berater abhängig sind (Vgl. Martinsen in Engelhardt / Kajetzke, 2010: 114-115). Politische Entscheidungen, die beispielsweise im Zusammenhang mit der Euro-Krise gefällt worden sind, können als Beispiel dieser Abhängigkeit von nichtpolitischen Entscheidungsträgern interpretiert werden. Der Vorwurf könnte lauten, dass manche Entscheidungen in diesem Zusammenhang unter Berücksichtigung der Situation der Finanzmärkte getroffen worden seien. Als Beispiel dienen an dieser Stelle die Griechenland-Rettungspakete, deren Mittel zu einem beträchtlichen Teil dazu verwendet werden, „um Anleihen zurückzukaufen und zu verlängern sowie um Banken Eigenkapital zuzuführen und ihnen die Beschaffung von Liquidität bei der Europäischen Zentralbank offenzuhalten“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2011[17] ). Die Politik sieht sich also gezwungen, die Finanzmärkte zu stärken und offenbart damit ein gewisses Maß an Abhängigkeit. Dennoch bleibt die Politik im Wesentlichen der entscheidende Taktgeber, der die Richtung der gesellschaftlichen Entwicklung maßgeblich beeinflusst. Damit die Politik die Fäden in der Hand behält, ist sie darauf angewiesen, auf die neuen Herausforderungen, die moderne Gesellschaften fordern, entsprechend zu reagieren. Die Verbreitung der höheren Bildung, „wie sie die Welt bis dahin noch nicht erlebt hat“ (Bell, 1976: 223), gilt es auch künftig zu managen.

Die folgenden Worte des griechischen Philosophen Aristoteles unterstreichen die Bedeutung von Politik in modernen Gesellschaften: „Der Staat ist ein Naturprodukt, und der Mensch ist von Natur aus ein politisches Wesen“[18].

2.4 Medien

Der soziale Wandel, der mit der Entwicklung der Wissensgesellschaft einher geht, hat auch Auswirkungen auf den Teilbereich der Medien. Vor allem die Kommunikation durch Medien, respektive das Internet, ist ein wesentlicher Bestandteil der modernen Gesellschaft. Als Konsequenz der Globalisierung, die die Strukturen in der Wissenschaft, Wirtschaft und Politik maßgeblich verändert hat, ist ein neues Kommunikationssystem entstanden, das die universelle, digitale Sprache spricht (Vgl. Castells, 2004: 2). Mit Hilfe von Computernetzwerken werden neue Formen und neue Kanäle der Kommunikation geschaffen (Vgl. ebd.). Kennzeichnend für die digitale Kommunikation innerhalb von Computernetzwerken ist die Integration von Text, Bild und Ton, die zu jeder beliebigen Zeit und unter Bedingungen offenen Zugangs miteinander kombiniert werden können (Vgl. ebd.: 376). Dies verändert den Charakter der Kommunikation, die die Kultur einer Gesellschaft entscheidend prägt (Vgl. ebd.). Es entstehen Kommunikationsformen, die Nachrichten in komprimierter Weise, also per Abkürzungen und Symbolen, vermitteln. Der Vorsitzende des Rates für deutsche Rechtschreibung, Hans Zehetmair, ist sich sicher, dass diese „Fetzenliteratur“, wie er die Schreibweise bei Nachrichtendiensten wie Twitter und SMS beschreibt, die Sprachkompetenz junger Leute bedrohe (Vgl. Welt Online, 2012[19] ). Der Medienberater, Schreibtrainer und freie Journalist Markus Reiter sieht in der Benutzung von Twitter, Blogs und Networks sogar eine Bedrohung unserer Kultur[20]. Der spanische Soziologe Manuel Castells verweist darauf, dass Gesellschaften immer mehr durch den bipolaren Gegensatz zwischen dem Netz und dem Ich strukturiert seien (Vgl. Castells, 2007: 3). Er sieht die Muster gesellschaftlicher Kommunikation immer stärker unter Druck geraten, was dazu führen könnte, dass Kommunikation zusammenbricht, sodass sich soziale Gruppen und Individuen voneinander entfernen und sich nach einiger Zeit gegenseitig als Fremde und letztlich als Bedrohung wahrnehmen würden (Vgl. ebd.). Es lässt sich nicht leugnen, dass die „zeitlosen Räume des kulturellen Austausches via iPhone, E-Mail, Chat, SecondLife, Facebook und dergleichen eine neue geistige Nähe digital vernetzter Gemeinschaften“ (Gröper, 2010: 1) erzeugen, sodass veränderte Kompetenzen und Problemlösungen erforderlich sind (Vgl. ebd.). In einer Gesellschaft, in der Daten, Informationen und Wissen die zentralen Faktoren darstellen, spielen die Medien als Informations- und Datenquelle eine bedeutende Rolle. Der mediale Einfluss auf die Kommunikation in der Gesellschaft ist dabei von besonderer Bedeutung, denn „Kommunikation ist schon immer eine Form menschlichen Verhaltens gewesen, der wesentliche Bedeutung für die Menschwerdung zugeschrieben wird“ (Wersig, 1985: 18). Letztlich basiert die Produktionskraft Wissen, die mit Hilfe von Erkenntnissen aus Wissenschaft, Forschung und Technik produziert wird und in Dienstleistungen marktökonomisch ihre Anwendung findet, auf Kommunikation, denn Kommunikation ist die Quelle unserer Selbstwerdung und Selbstfindung (Vgl. Mettler-v. Meibom, 1994: 103). Kommunikation, verstanden als jede Art des Austausches von Menschen mit der belebten und nicht belebten Welt (Vgl. ebd.), ist notwendig, um Prozesse jeder Art in Gang zu setzen.

In der Antike umfasste der Kommunikationsbegriff Mitteilung, Gewährung, Austausch, Verbindung, Verkehr, Umgang und Gemeinschaft (Vgl. Saner, 1976 in Rühl, 2011: 159). Die Eigenschaften der modernen Kommunikation haben sich im Wesentlichen nicht verändert, allerdings haben sich die vorrangingen Formen des Austausches, der Verbindung und der Mitteilung geändert, wie die oben bereits erwähnten Nachrichtendienste wie SMS und Twitter verdeutlichen. In der Wissensgesellschaft entstehen globale Kommunikationsstrukturen, die den weltweiten Austausch von Daten und Informationen ermöglichen. Dies hat zur Folge, dass das Phänomen der Entgrenzung als typisches Merkmal für die Wissensgesellschaft auch die Kommunikation betrifft. Dies äußert sich darin, dass durch die Mediatisierung der Kommunikationsverhältnisse, -beziehungen und –inhalte (Vgl. Mettler-v. Meibom, 1994: 17) Kommunikation unabhängig von Raum und Zeit stattfinden kann. Das bedeutendste Kommunikationsmittel der Neuzeit, das diese Entgrenzung ermöglicht, ist das Internet. Per Mail, Chat oder sozialen Netzwerken können Menschen auf der ganzen Welt miteinander in Kontakt treten. Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglichen, dass alte Strukturen aufgebrochen und neue Räume geschaffen werden, denn nun ist es möglich, im Büro zu spielen, zu Hause zu arbeiten, sich unterwegs zu bilden und sich im Freizeitpark zu verpflegen (Vgl. Maier-Rabler, 1994 in Latzer u.a., 1999: 200). Aus heutiger Sicht sind Medien aus der Gesellschaft und damit zwangsläufig aus Kommunikationsprozessen nicht mehr wegzudenken. Für die Zukunft wird es wichtig sein, eine Kompetenz zu entwickeln, die einen zielgerichteten und verantwortungsvollen Umgang mit Medien ermöglicht. Um mit den Worten des US-amerikanischen Wissenschafts- und Gesellschaftskritikers Joseph Weizenbaum zu sprechen: „Medienkompetenz ist nichts anderes als die Kompetenz, kritisch zu denken und Dinge zu hinterfragen“ (Weizenbaum, 2006: S. 173 in Gröper, 2010: 3).

[...]


[1] Hier werden Unterrichtsmaterialien sowie interaktive und multimediale Internetangebote entwickelt. Zudem führt die Fachredaktion Veranstaltungen, Fortbildungen und vielfältige Kommunikationsmaßnahmen durch (Quelle: http://www.universum.com/jugend%2Bbildung; abgerufen im Internet am 24.02.2012).

[2] Abgerufen im Internet am 14.05.2012 unter http://www.stern.de/digital/computer/facebook-chronologie-1822215.html

[3] Dr. Martin Bernhofer ist Leiter der Hauptabteilung „Wissenschaft, Bildung, Gesellschaft“ der ORF-Radios. Er veröffentlichte mehrere Publikationen, in denen er sich mit den Entwicklungen in Wissenschaft, Technologie, Kultur und Gesellschaft auseinandersetzte (Quelle: http://ctl.univie.ac.at/veranstaltungen/friday-lectures-ws-201011/moderatorinnen/martin-bernhofer/; im Internet abgerufen am 08.03.2012)

[4] Abgerufen am 11.02.2012 unter http://www.itu.int/ITU-D/ict/facts/2011/material/ICTFactsFigures2011.pdf

[5] Abgerufen im Internet am 14.02.2012 unter http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/54301/strategische-allianz-v4.html

[6] Die Webseite des Forum - Schule -Magazins lässt sich unter http://www.partner-fuer-schule.nrw.de/dev/t3/forum-schule/ einsehen. Abgerufen am 17.05.2012

[7] Die Webseite der Lehrer-Online- Initiative lässt sich unter http://www.lehrer-online.de/ einsehen. abgerufen am 17.05.2012

[8] Diese Interviewform wurde von Andreas Witzel in dessen Werk „Verfahren der qualitativen Sozialforschung“ aus dem Jahre 1982 eingeführt.

[9] Das Nachschlagewerk „Encyclopædia Britannica“ wird künftig nur noch als Online-Angebot verfügbar sein. Die aktuelle, etwa 60 Kilo schwere Auflage, umfasst 32 Bände und erschien 2010. Für die zuletzt gedruckte Auflage werden im Onlineshop der Britannica rund 1.400 Euro verlangt. Die Gründe für die Einstellung der Printausgabe liegen zum einen bei dem kostenlosen Online-Lexikon Wikipedia und zum anderen bei der enormen Datenmenge, die mit den Jahren angehäuft wurde. Der Firmenchef Jorge Cauz schreibt in der letztgedruckten Ausgabe: „Schon jetzt übersteigt unser digitaler Datenbestand unsere Möglichkeiten bei weitem, was wir noch in Druckfassungen unterbringen können. Und er ist aktuell, weil wir imstande sind, ihn innerhalb von Minuten zu aktualisieren, was wir mehrmals am Tag tun“ (Quellen: Spiegel Online, 2012; abgerufen im Internet am 22.03.2012 unter http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,821243,00.html und die Süddeutsche Zeitung im Internet, 2012; abgerufen am 22.03.2012 unter http://www.sueddeutsche.de/kultur/encyclopaedia-britannica-stellt-print-ein-angekommen-im-digitalzeitalter-1.1308518

[10] Abgerufen im Internet am 18.03.2012 unter http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/75634/wissen-v3.html

[11] Abgerufen im Internet am 13.03.2012 unter http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Magazine/02MagazinWirtschaftArbeit/2011/12/12-wirtschaft-und-arbeit.html;jsessionid=76CBEAFE7D5A26087A832831EBE19EC6.s4t2?context=Inhalt%2C0

[12] Vgl. dazu Süddeutsche Zeitung vom 11.07.2006; abgerufen im Internet am 28.02.2012 unter http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/moral-debatte-stellenabbau-ist-nicht-unmoralisch-1.904672. Der Finanzkonzern Allianz teilt mit, dass er 7.500 Stellen streichen wolle. Gleichzeitig wird bekannt, dass der Überschuss des Konzerns 2007 erheblich gesteigert wurde.

[13] Abgerufen im Internet am 01.03.2012 unter http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Magazine/MagazinWirtschaftFinanzen/063/s-a-dienstleistungen-in-deutschland.html

[14] Quelle: Statistisches Bundesamt Wiesbaden, 2011; abgerufen im Internet am 07.03.2012 unter https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/Dienstleistungen/_Grafik/ErwerbstaetigeSektor.html

[15] In einer Volksabstimmung haben sich die Bürger von Baden-Württemberg für das Projekt Stuttgart 21 entschieden. Dazu die Zentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, im Internet abgerufen am 05.03.2012 unter http://www.lpb-bw.de/volksabstimmung_stuttgart21.html

[16] In einem Verfahren der direkten Demokratie hat eine deutliche Mehrheit der Duisburger Bürger ihren bisherigen Oberbürgermeister Adolf Sauerland abgesetzt. Dazu Spiegel Online, abgerufen am 05.03.2012 unter http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,814838,00.html

[17] FAZ im Internet; abgerufen am 06.03.2012 unter http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/zweites-rettungspaket-griechenland-ist-gerettet-8211-bis-auf-weiteres-11109806.html

[18] Zitat stammt aus dem Internet; abgerufen am 06.03.2012 unter http://www.aristotle-project.net/aristoteles-zitate-politik.html

[19] Im Internet abgerufen am 01.03.2012 unter http://www.welt.de/kultur/article13793892/Sprachexperte-geisselt-Fetzenliteratur-auf-Twitter.html

[20] Markus Reiter hat das Buch „Dumm 3.0: Wie Twitter, Blogs und Networks unsere Kultur bedrohen“ verfasst.

Ende der Leseprobe aus 131 Seiten

Details

Titel
Medienkompetenz als Rettungsanker der Bildung? Pädagogik und Journalismus vor neuen Aufgaben in der Wissensgesellschaft
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Erziehungswissenschaften)
Note
1,5
Autor
Jahr
2012
Seiten
131
Katalognummer
V203557
ISBN (eBook)
9783656308454
ISBN (Buch)
9783656309529
Dateigröße
1308 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medienpädagogik, Wissensgesellschaft, Pädagogik, Journalismus, Entgrenzungen, Soziale Systeme
Arbeit zitieren
Michael Sowada (Autor), 2012, Medienkompetenz als Rettungsanker der Bildung? Pädagogik und Journalismus vor neuen Aufgaben in der Wissensgesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203557

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