Ziel des Revenue Managements ist es, durch den Einsatz von Methoden des Operations Research zusätzliche Erlöspotentiale, die sich insbesondere aus unterschiedlichen Preisbereitschaften der Kunden ergeben, möglichst weitgehend auszunutzen. Die Grundidee des Revenue Management ist dabei die folgende: man möchte heute etwas nicht zu einem niedrigen Preis verkaufen, wenn man es später zu einem höheren Preis verkaufen kann; gleichzeitig will man das Gut jedoch heute zu einem niedrigen Preis verkaufen, falls es andernfalls später überhaupt nicht verkauft werden kann. Damit möchte man die Erlöse aus dem Verkauf einer feststehenden Menge eines Gutes maximieren, indem man dem Kunden das Gut zu dem höchstmöglichsten Preis, den er bereit ist zu zahlen, anbietet.
Die vorliegende Arbeit ist wie folgt aufgebaut: Zuerst erfolgt in Kapitel 2 eine allgemeine Einführung in das Revenue Management. Dabei werden die Komponenten des Revenue Management (Datenbeschaffung und Forecasting, Preissteuerung, Kapazitätssteuerung, und Ergebniskontrolle) allgemein erläutert und ihr Zusammenhang dargestellt. In Kapitel 3 wird dann konkret auf das älteste und am meisten verbreitete Einsatzgebiet eingegangen, das Airline Revenue Management. Dabei werden zuerst die besonderen Charakteristika des Airline Revenue Management hervorgehoben, und anschließend auf die wichtigsten Komponenten (Overbooking, Pricing und Seat Inventory Control) eingegangen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Seat Inventory Control, da hierbei die Methoden des Operations Research am Wichtigsten sind. Es werden allgemeine Modelle für das Network Revenue Management vorgestellt, bei denen vom allgemeinen stochastischen Modell auf das Integer Programming Modell und schließlich auf das Linear Programming Modell geschlossen wird. Außerdem werden 2 konkrete Methoden zur Implementierung vorgestellt, nämlich Nesting der Buchungsklassen und Bid-Preise. In Kapitel 4 schließlich wird ein Ausblick auf zukünftige Forschungsrichtungen gewährt und es werden kurz einige Inhalte erläutert, die aus Platzgründen keinen Platz in dieser Arbeit finden konnten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Revenue Management allgemein
2.1. Datenbeschaffung und Forecasting
2.2. Preissteuerung
2.3. Kapazitätssteuerung
2.3.1. Überbuchung
2.3.2. Kontingentierung
2.4. Ergebniskontrolle
3. Airline Revenue Management
3.1. Overbooking
3.2. Pricing
3.3. Seat Inventory Control
3.3.1. Modelle für Network Seat Inventory Control
3.3.2. Netzwerk-Lösungen zur Kontrolle
3.3.2.1. Nesting
3.3.2.2. Bid-Preise
4. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt eine Einführung in das Revenue Management mit Fokus auf Methoden des Operations Research und deren Anwendung in der Airline-Industrie. Das Ziel besteht darin, Erlöspotenziale durch dynamische Preis- und Kapazitätssteuerung unter Berücksichtigung unterschiedlicher Zahlungsbereitschaften zu maximieren.
- Grundlagen und Komponenten des Revenue Management Prozesses
- Besonderheiten des Airline Revenue Management
- Methoden des Seat Inventory Control (Netzwerk-Modelle)
- Implementierung von Buchungs-Kontrollsystemen (Nesting und Bid-Preise)
- Mathematische Optimierung und Lösungsansätze
Auszug aus dem Buch
3.3.1. Modelle für Network Revenue Management
Das Ziel ist nun also eine Maximierung der Gesamterlöse der Fluggesellschaft bei Flügen innerhalb eines Flugnetzes aus verschiedenen ODF-Kombinationen, unter Berücksichtigung von aus dem Forecasting gewonnenen Wahrscheinlichkeitsverteilungen der Kundennachfragen. Jede ODF-Kombination im Netzwerk besteht aus einem oder mehreren Einzelflügen, und die beschränkte Kapazität dieser Flüge muss ertragsoptimal ausgelastet werden. Dies kann dadurch erreicht werden, dass die Anzahl der für niedrige Buchungsklassen reservierten Sitze beschränkt wird.
Sei nun xODF die Anzahl der Sitze, die für die jeweilige ODF-Kombination reserviert ist. Diese Definition impliziert, dass jeder Sitz auf jedem Einzelflug für genau eine ODF-Kombination reserviert ist. Die Passagiere werden damit in homogene Gruppen aufgeteilt, deren Beitrag zum Network Revenue eindeutig ist. Sei weiterhin N die Gesamtzahl von Einzelflügen in dem ODF-Netzwerk, und Sl alle möglichen ODF-Kombinationen auf einem flight leg l. Die stochastische, aggregierte Nachfrage für jede ODF-Kombination sei DODF. Außerdem seien fODF der Preis für ein Ticket aus der jeweiligen ODF-Kombination, und Cl die Sitzplatzkapazität auf dem flight leg l. Die xODF sind integer Entscheidungsvariablen, die so gewählt werden, dass der erwartete Gesamterlös maximiert wird. Zum Zeitpunkt des Abfluges ist die Anzahl der Passagiere, die auf dem ODF befördert wird, gleich dem Minimum aus Kapazität auf dem ODF und Reservierungen auf dem ODF.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert das Ziel des Revenue Managements als Erlösmaximierung durch Methoden des Operations Research und skizziert den Aufbau der Arbeit.
2. Revenue Management allgemein: Erläutert die historischen Ursprünge, die Grundkonzepte wie Preis- und Kapazitätssteuerung sowie die Relevanz der Ergebniskontrolle.
3. Airline Revenue Management: Überträgt die allgemeinen Konzepte auf den Luftverkehr und beleuchtet detailliert Overbooking, Pricing und die komplexe Seat Inventory Control.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Reflektiert die behandelten Modelle zur Linearen Programmierung und gibt einen Ausblick auf zukünftige Herausforderungen, etwa im Kontext von Airline-Allianzen.
Schlüsselwörter
Revenue Management, Yield Management, Operations Research, Airline Industry, Preissteuerung, Kapazitätssteuerung, Seat Inventory Control, Overbooking, Pricing, Nesting, Bid-Preise, ODF-Kombinationen, Lineare Programmierung, Erlösmaximierung, Netzwerkflüge.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung von Revenue Management-Methoden, um durch den gezielten Einsatz von Operations Research die Erlöse in Dienstleistungsbranchen, speziell bei Fluggesellschaften, zu maximieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Datenbeschaffung, Preisgestaltung (Pricing), Kapazitätssteuerung durch Überbuchung und Kontingentierung sowie die mathematische Modellierung von Netzwerk-Sitzplatzkapazitäten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist die Optimierung der Erlöse durch die Anwendung mathematischer Modelle, um eine optimale Sitzplatzzuordnung für verschiedene Kundensegmente zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig Methoden der mathematischen Programmierung, insbesondere lineare Programmierung, um das Problem der Sitzplatzbelegung (Seat Inventory Control) in Netzwerken zu lösen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf das Airline Revenue Management, die Analyse von ODF-Kombinationen (Origin-Destination-Fare) und die Implementierung von Kontrollalgorithmen wie Nesting und Bid-Preise.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Revenue Management, Seat Inventory Control, Airline-Industrie, lineare Programmierung, Nesting-Algorithmen und Bid-Preise.
Wie unterscheidet sich die "verschachtelte" von der "partitionierten" Inventory Struktur?
Bei der verschachtelten Struktur können Kapazitäten flexibler genutzt werden, da ungenutzte Kontingente niedriger Buchungsklassen für höherwertige Klassen zur Verfügung stehen, was den Gesamtumsatz steigert.
Warum sind Bid-Preise ein effektives Steuerungsinstrument?
Bid-Preise approximieren die Opportunitätskosten eines Sitzplatzes. Eine Buchungsanfrage wird nur dann akzeptiert, wenn der Erlös höher ist als der berechnete Bid-Preis, was eine netzwerkweite Gewinnmaximierung ermöglicht.
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- Dipl.-Wirtschaftsinformatiker Christoph Weber (Autor), 2003, Revenue Management am Beispiel von Airline Revenue Management, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20356