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Politische Ökonomie leistungssteigernder Drogen

Doping im Alltag und der soziale Nutzen

Titre: Politische Ökonomie leistungssteigernder Drogen

Mémoire (de fin d'études) , 2012 , 99 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Jana Lapcikova (Auteur)

Economie politique - Autres
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Résumé Extrait Résumé des informations

Doping im Alltag. Kognitive Leistungssteigerung als eine pharmakologische
Beeinflussung der Beschränktheit des menschlichen Handelns. Im aktuellen
Diskussionsstand ein Thema, welches mit Leidenschaft diskutiert wird. Aufgrund des technischen Fortschritts, vor allem im Bereich der Technik, Telekommunikation oder im Bereich der Reisemöglichkeiten, damit ist auch die Offenheit der Grenzen gemeint, haben sich die Anforderungen an unsere Leistungsfähigkeit verändert. Dieser nach außen offene Wettbewerb wird in der modernen Zeit oft als aggressiv wahrgenommen. Menschen fühlen sich überfordert, erschöpft, ausgebrannt. Nicht selten kommt es zu einem sogenannten Burn-out-Syndrom.
Um solche Zustände zu vermeiden, überlegen wir stets, zu welchen Hilfsmitteln wir greifen könnten. Oftmals reicht es nicht nur, ein paar Tassen Kaffee zu trinken oder eine Schmerztablette einzunehmen. Manchmal brauchen wir nur eine Auszeit. Eine Auszeit, die wir uns nicht leisten können. Der Grund dafür ist ein kontinuierlich steigender Leistungswettbewerb und eine durch den demographischen Wandel und die anhaltende Finanzkrise verursachte Verknappung beruflicher Möglichkeiten. Die Angst, nicht mit der Konkurrenz mithalten zu können, ist groß. Um solchen Anforderungen Stand zu halten, suchen wir beständig nach Mitteln, die uns stärker, widerstandsfähiger und glücklicher machen. Eine Möglichkeit stellt das sogenannte Neuro-Enhancement dar. Darunter ist die Anwendung von Arzneimitteln zu verstehen, die ohne therapeutische oder präventive Zielsetzung zu einer geistigen Leistungssteigerung erfolgt.
Doch der Gebrauch ist sehr umstritten. Wie es meist im Fall einer Evolution des technischen Fortschritts ist, gibt es auch bei der kognitiven Leistungsbeeinflussung Befürworter und Gegner. Die ersten streben nach der Legalisierung und der Freigabe von verschreibungspflichtigen Medikamenten mit der Begründung
der sozialen Nützlichkeit durch die Bekämpfung der Beschränktheit des
menschlichen Handelns. Die anderen fordern eine striktere Regulierung mit dem Verweis auf medizinische und soziale Aspekte sowie moralische Werte.
Um Klarheit in die Diskussion pro und contra Doping zu bringen, ist es notwendig, eine Wohlfahrtsanalyse des sozialen Nutzens durchzuführen, indem wir eine ordnungspolitische Optimierung hinsichtlich einer ökonomischen und vertragstheoretischen Bewertung unterstellen. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

  • 1 Einleitung
    • 1.1 Beschränktheit des menschlichen Handelns
    • 1.2 Dopingsituation in Deutschland
    • 1.3 Stand der Forschung und Zielsetzung
  • 2 Evolution der Entscheidungsfindung
    • 2.1 Der Leistungswettbewerb
      • 2.1.1 Das Gefangendilemma des Dopings
      • 2.1.2 Das Konrad Modell
      • 2.1.3 Der variable Preis
    • 2.2 Bedeutung der qualitativen Unterschiede
      • 2.2.1 Das Kräkel Model
      • 2.2.2 Der maximierende Preis und die gesellschaftliche Wohlfahrt
    • 2.3 Theorie der Reputation: Dynamik der individuellen und kollektiven Reputation
      • 2.3.1 Das Tirole Modell
      • 2.3.2 Vom temporären zum permanenten Doping
    • 2.4 Das Modell der Anti-Doping Regelung
      • 2.4.1 Das Berentsen Modell
      • 2.4.2 Missallokation der menschlichen Ressourcen
    • 2.5 Schlussfolgerung
  • 3 Ordnungspolitische Optimierung
    • 3.1 Moralauffassung einer freien Gesellschaft
    • 3.2 Konflikt zwischen Moral und Interesse
    • 3.3 Markt als wohlschaffendes Spiel des Marktwettbewerbs
    • 3.4 Fairness als ethischer Bewertungsmassstab
    • 3.5 Prinzip der persönlichen Freiheit
  • 4 Politische Verfassung
    • 4.1 Politische Institutionen und Soziale Normen: Das Fundament einer Gesellschaft
    • 4.2 Konsenskriterium: Wünschbarkeit oder Effizienz?
    • 4.3 Optimierung politischer Entscheidungen als Kosten-Nutzen-Kalkül
    • 4.4 Verfassungsdesign und der Status Quo Zustand
  • 5 Schlusswort
  • 6 Literaturverzeichnis
  • 7 Anhang
    • 7.1 Tabellenverzeichnis
    • 7.2 Tabellen und Abbildungen
    • 7.3 Interviews

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Diplomarbeit untersucht das sozial-ethische Problem des Dopings im Alltag und dessen sozialen Nutzen aus ökonomischer und vertragstheoretischer Perspektive. Das Hauptziel ist es, zu klären, ob Doping, jenseits des Sports, der Gesellschaft einen positiven Nutzen bringt, wie es mit moralischen Vorstellungen vereinbar ist und welche langfristigen gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Kosten es verursacht.

  • Analyse von Doping und Neuro-Enhancement im Alltagskontext.
  • Anwendung spieltheoretischer und ökonomischer Modelle (Gefangenendilemma, Konrad, Kräkel, Tirole, Berentsen).
  • Bewertung des sozialen Nutzens und der Wohlfahrtseffekte von Leistungssteigerung.
  • Untersuchung ethischer und moralischer Aspekte wie Fairness, Reputation und persönliche Freiheit.
  • Optimierung ordnungspolitischer Entscheidungen und verfassungsökonomische Betrachtung.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Das Gefangendilemma des Dopings

Dieses Unterkapitel soll der Einleitung in das komplexere Modell dienen, um den Maßstab für die Entscheidungsfindung des einzelnen abzuleiten. Den grundlegenden Baustein für die Analyse des Dopingdilemmas stellt das Gefangendilemma dar.

Es werden zwei Agenten A und B mit homogenen Präferenzen und Fähigkeiten unterstellt, mit der gleichen Ausgangsituation und der gleichen Gewinnwahr-scheinlichkeit von Wi = 0,5, mit 0 < w₁ < 1, i = A, B. Beide Agenten stehen in einem Wettbewerb, in dem sie sich um einen Preis bemühen bzw. einen Preis anstreben. Es kann mit der Situation verglichen werden, in der zwei Manager um eine Beförderung untereinander kämpfen. Wer gewinnt, wird befördert. Die Beförderung wird durch den Preis pausgedrückt. Bringen beide denselben Output für die Firma, wird der Preis aufgeteilt. Beide Manager haben die Möglichkeit leistungssteigernde Substanzen zu nehmen, um ihre Performance zu verbessern und somit den Wettbewerb mit einer erhöhten Gewinnwahrschein-lichkeit zu bestreben. Der Gebrauch von leistungssteigernden Drogen bzw. Medikamenten verursacht bei den Nutzern Kosten in Höhe von k. Das können Kosten der Gesundheit sowie monetäre Kosten sein. Dopt nur einer der Manager, gewinnt er mit Sicherheit w = 1 den Preis p abzüglich der Kosten k. Der Manager, der „moralisch fair" handelt, Strategie ND, geht aus dem Wettbewerb leer heraus. Seine Auszahlung ist null. Die Wahrscheinlichkeit, dass der gedopte Teilnehmer entdeckt und vom Wettbewerb ausgeschlossen wird, ist in diesem Fall sehr klein und kann vernachlässigt werden.

Aufgrund der potentiellen Kosten präferiert jeder der Manager den Wettbewerb ohne zu dopen zu gewinnen. Sind aber die Kosten des Dopings ausreichend klein, d.h. k < p/2, wählt er Strategie D aus, in der er das Resultat seinerseits zu beeinflussen vermag und dopt, da er nicht weißt, wie sein Gegner vorgehen wird. In diesem Fall verursacht Doping einen negativen externen Nutzen, der beide Teilnehmer nachteilig beeinflusst. Denn wenn beide Teilnehmer dopen, kommt es zur ursprünglichen Ausgangssituation, in der beide dieselbe Gewinnwahrscheinlichkeit besitzen, d.h. p/2, mit dem Unterschied, dass beide ihre Kosten des Dopings zu tragen haben, was wiederum ihre Auszahlungen vermindert. Obwohl sich beide besser stellen werden, wenn sie das Dopen unterlassen, ist Doping eine dominante Strategie. Das Nash-Gleichgewicht ist ein Zustand, in dem beide Teilnehmer leistungssteigernde Substanzen konsumieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung diskutiert Doping im Alltag als pharmakologische Leistungssteigerung jenseits des Sports, beleuchtet die aktuelle Dopingsituation in Deutschland und stellt die Forschungsfrage nach dem sozialen Nutzen und den ethischen Implikationen.

2 Evolution der Entscheidungsfindung: Dieses Kapitel analysiert Doping aus spieltheoretischer Sicht, beginnend mit homogenen und dann heterogenen Agenten, und untersucht die Entscheidungsfindung der Teilnehmer, die Rolle der Reputation und die Auswirkungen von Anti-Doping-Regelungen mithilfe verschiedener ökonomischer Modelle.

3 Ordnungspolitische Optimierung: Hier wird das Dopingproblem aus ordnungspolitischer und ethischer Sicht beleuchtet, indem moralische Vorstellungen, der Konflikt zwischen Moral und Eigeninteresse, der Markt als Wettbewerbsspiel, Fairness als ethischer Maßstab und das Prinzip der persönlichen Freiheit diskutiert werden.

4 Politische Verfassung: Das Kapitel befasst sich mit der Optimierung der politischen Verfassung im Kontext des Dopings, wobei politische und soziale Institutionen, Konsenskriterien sowie Kosten-Nutzen-Analysen zur Bewertung von Entscheidungen und des Status quo herangezogen werden.

5 Schlusswort: Das Schlusswort fasst zusammen, dass Doping im Alltag langfristig negative Externalitäten verursacht und nicht mit moralischen Werten vereinbar ist, auch wenn kurzfristige positive Effekte denkbar sind, und betont die Notwendigkeit einer moralbewussten Ordnung und verstärkter Prävention.

Schlüsselwörter

Doping, Neuro-Enhancement, politische Ökonomie, Leistungssteigerung, Spieltheorie, Gefangenendilemma, Wohlfahrtsanalyse, Reputation, Moral, Ethik, Fairness, Verfassungsökonomik, Kosten-Nutzen-Kalkül, Prävention, Sucht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Arbeit untersucht Doping nicht nur im sportlichen Kontext, sondern auch als alltägliche pharmakologische Leistungssteigerung, bewertet deren sozialen Nutzen aus ökonomischer Sicht und analysiert die ethischen sowie gesellschaftlichen Implikationen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die ökonomische Modellierung von Dopingentscheidungen, die Rolle von Reputation, ethische Bewertungen von Fairness und persönlicher Freiheit sowie die Optimierung von politischen und sozialen Regelungen im Kontext leistungssteigernder Drogen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, Hypothesen zu bestätigen oder zu widerlegen, die besagen, dass Doping der Gesellschaft einen positiven Nutzen bringt, mit moralischen Vorstellungen vereinbar ist und Missallokation menschlicher Ressourcen verursacht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet primär spieltheoretische und ökonomische Modelle (wie das Gefangenendilemma, Konrad, Kräkel, Tirole und Berentsen Modelle) zur Analyse von Entscheidungsfindung und Wohlfahrtseffekten, ergänzt durch ethische und verfassungsökonomische Betrachtungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Evolution der Entscheidungsfindung im Kontext von Leistungssteigerung mittels verschiedener ökonomischer Modelle, ordnungspolitische Optimierungsansätze basierend auf moralischen und ethischen Prinzipien sowie die politische Verfassung als Rahmen für Dopingregelungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Doping, Neuro-Enhancement, politische Ökonomie, Leistungssteigerung, Spieltheorie, Gefangenendilemma, Wohlfahrtsanalyse, Reputation, Moral, Ethik, Fairness, Verfassungsökonomik, Kosten-Nutzen-Kalkül, Prävention und Sucht.

Welche ökonomischen Modelle werden zur Analyse des Dopingdilemmas im Alltag herangezogen?

Zur Analyse werden spieltheoretische Ansätze und ökonomische Modelle von Autoren wie Konrad (2005), Kräkel (2005), Tirole (1996) und Berentsen (2002) verwendet, die ursprünglich betrügerisches Verhalten im Sport untersuchten.

Wie unterscheidet sich die Debatte um Doping im Alltag von Doping im Sport?

Im Gegensatz zum Sportdoping fehlt es beim Doping im Alltag an einem Öffentlichkeitsbezug und einem geregelten Kontroll- und Sanktionssystem, was es zu einer persönlichen Angelegenheit macht, die weniger stark reguliert ist.

Welche Rolle spielen gesellschaftliche Moralvorstellungen und das Prinzip der persönlichen Freiheit bei der Bewertung von Doping?

Moralische Vorstellungen und das Prinzip der persönlichen Freiheit stehen oft in Konflikt mit dem Eigeninteresse am Doping. Die Arbeit diskutiert, wie eine moralische Ordnung und faire Spielregeln geschaffen werden können, die dennoch die individuelle Nutzenmaximierung ermöglichen, ohne die Gesellschaft zu schädigen.

Was sind die langfristigen gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Kosten von Doping im Alltag?

Langfristig kann Doping im Alltag zu erheblichen psychischen und körperlichen Schäden, Missallokation menschlicher Ressourcen, Beeinträchtigung der Reputation und volkswirtschaftlichen Kosten im Gesundheits- und Sozialsektor führen, die den kurzfristigen Nutzen überwiegen.

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Résumé des informations

Titre
Politische Ökonomie leistungssteigernder Drogen
Sous-titre
Doping im Alltag und der soziale Nutzen
Université
University of Freiburg  (Wirtschaftspolitik)
Note
2,0
Auteur
Jana Lapcikova (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
99
N° de catalogue
V203622
ISBN (ebook)
9783656315957
ISBN (Livre)
9783656319252
Langue
allemand
mots-clé
politische ökonomie drogen doping alltag nutzen
Sécurité des produits
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Citation du texte
Jana Lapcikova (Auteur), 2012, Politische Ökonomie leistungssteigernder Drogen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203622
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Extrait de  99  pages
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