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Liebesblick in der Romantik

Zur Bedeutung von Perspektiv und Solipsismus im ›Runenberg‹ und im ›Sandmann‹

Título: Liebesblick in der Romantik

Trabajo Escrito , 2011 , 18 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: René Ferchland (Autor)

Literatura - Literatura comparada
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In dieser Untersuchung wird anhand der beiden Erzählungen die Ambiguität des Romantik-Begriffes und dessen epochengebundene Bedeutung herauszustellen sein. Dabei werden die Momente, da sich Christian und Nathanael jeweils verlieben, in den Mittelpunkt gerückt, denn diese stellen Initialpunkte für die jeweilige Erzählhandlung und den jeweiligen Ausstieg des Protagonisten aus der wirklichen Welt dar. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei der Frage nach dem Blick durch das (nicht zwangsläufig materielle) Perspektiv geschenkt, sowie der
Solipsismus-Theorie, die von einer auf das eigene Bewusstsein fokussierenden Wahrnehmungsweise ausgeht.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. EINFÜHRUNG

2. AUGE UND BLICK IN DER ROMANTIK

3. LIEBESBLICK IN DER ROMANTIK: KOMPARISTISCHE UNTERSUCHUNG

3.1 Der Blick auf das Liebesobjekt

3.2 Perspektiv und Solipsismus im Sandmann

3.3 Perspektiv und Solipsismus im Runenberg

3.4 Vom Blick der Liebe zum pathologischen Blick

4. ERGEBNISSE

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Liebesblicks in der Epoche der Romantik anhand der Erzählungen "Der Sandmann" von E.T.A. Hoffmann und "Der Runenberg" von Ludwig Tieck. Zentral ist dabei die Frage, wie der Blick der Protagonisten ihre Wahrnehmung der Welt beeinflusst, inwieweit optische Hilfsmittel oder eine solipsistische Wahrnehmungsweise eine Transformation des Realen in das Imaginäre bewirken und ob dies zwangsläufig zu psychischen Pathologien führt.

  • Analyse der subjektiven optischen Wahrnehmung in der romantischen Literatur.
  • Vergleichende Untersuchung der Fensterszenen als Initialpunkte der Identitätskrise.
  • Rolle des "Perspektivs" als materielles Hilfsmittel vs. immaterieller Begriff nach Brentano.
  • Phänomen der Subjekt-Objekt-Verwechslung bei der Stilisierung von Liebespartnerinnen.
  • Zusammenhang zwischen romantischem Idealismus, Solipsismus und dem Verlust des Realitätsbezugs.

Auszug aus dem Buch

3.4 Vom Blick der Liebe zum pathologischen Blick

Die Außenwelt wird »zur ausschließlichen ›Projektionsfläche seines Ichs‹«, argumentiert Daiber – im Falle Nathanaels werde auf dieser Projektionsfläche die Automate »zur möglichen Liebespartnerin zurecht stilisiert«. Informationen aus der Außenwelt werden ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr aufgenommen, das »Licht seines eigenen Innern« dominiere seine Wahrnehmung. Im Sandmann werde dieses Licht durch das Perspektiv vergrößert, im Runenberg scheint es dieses Perspektivs nicht zu bedürfen – oder es bestätigt sich eben jene Vermutung, dass der romantische Blick per se ein solcher durch ein Perspektiv ist, sei es materiell oder immateriell. Im Falle Christians geschieht im Moment des Liebesblicks dasselbe; die Waldfrau wird zur möglichen Liebespartnerin stilisiert, verschwindet dann zwar – doch die Tafel bleibt (zunächst) und wird statt ihrer zu Christians Projektionsfläche: »Einzig die schimmernden Edelsteine werden das fixierte Objekt seines mystisch-erotischen Verlangens bleiben.«

Den »kalten Liebesblicken« besagter Tafel kann sich der Protagonist nicht erwehren – ebenso wie Nathanael sich denen der Automate auch nicht erwehren kann. Daiber schließt, dass sich so die Ablösung von der Außenwelt vollzieht: »Verharrt der Blick ausschließlich auf der inneren Welt und statuiert keine äußere Welt mehr, droht Phantasterei und Wahnsinn, der Solipsismus des Sehens.« Dem erliegen Nathanael und Christian gleichermaßen. Hinsichtlich des Runenbergs konstatiert Weisrock, dass das Verdrängte, womit sie die Lockungen des Mineralreichs meint, die durch die Steintafel repräsentiert werden, »zurück[kehrt] und […] Christian in einen schizophrenen Geisteszustand« treibt. Er entferne sich von seiner Ehefrau Elisabeth und wende sich schließlich hin zur Welt der Minerale und Gesteine. Zuletzt projiziert er in diese ganz offenbar Unmögliches hinein:

»Es ist nur«, fuhr er fort, »daß diese Juwelen noch nicht poliert und geschliffen sind, darum fehlt es ihnen noch an Auge und Blick; das äußerliche Feuer mit seinem Glanze ist noch zu sehr in ihren inwendigen Herzen begraben, aber man muß es nur herausschlagen [...]«

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINFÜHRUNG: Die Einleitung führt in die Problematik des romantischen Sehens ein, erläutert den Begriff des "Perspektivs" nach Brentano und formuliert die Forschungsfrage zur Bedeutung des Liebesblicks in den gewählten Werken.

2. AUGE UND BLICK IN DER ROMANTIK: Dieses Kapitel theoretisiert die Rolle des Auges als ästhetisches Organ und diskutiert Forschungsansätze zur Subjektivität der Wahrnehmung in der Romantik.

3. LIEBESBLICK IN DER ROMANTIK: KOMPARISTISCHE UNTERSUCHUNG: Der Hauptteil vergleicht die Erzählungen von Tieck und Hoffmann anhand gemeinsamer Figurenkonstellationen und zentraler Schlüsselszenen.

3.1 Der Blick auf das Liebesobjekt: Untersuchung der anfänglichen Faszination der Protagonisten für das "Andere" und die damit verbundene Objektivierung der Liebespartnerinnen.

3.2 Perspektiv und Solipsismus im Sandmann: Analyse des materiellen Perspektivs als Instrument, das Nathanaels Wahrnehmung auf sich selbst zurückwirft und solipsistisches Sehen fördert.

3.3 Perspektiv und Solipsismus im Runenberg: Untersuchung, ob Christians Erleben eines immateriellen Perspektivs ohne materielle Hilfsmittel auskommt und dennoch die gleichen psychischen Folgen zeitigt.

3.4 Vom Blick der Liebe zum pathologischen Blick: Zusammenführung der Analysen, die zeigt, wie das subjektive Sehen zur Ablösung von der Realität und schließlich in den Wahnsinn führt.

4. ERGEBNISSE: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass die romantische Wahrnehmung eine Gefahr des Realitätsverlusts durch die Projektion innerer Wunschbilder nach außen birgt.

Schlüsselwörter

Romantik, Liebesblick, Perspektiv, Solipsismus, E.T.A. Hoffmann, Der Sandmann, Ludwig Tieck, Der Runenberg, Wahrnehmung, Subjektivität, Wahnsinn, Identitätskrise, Automate, Projektion, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die spezielle Art des Sehens in der Epoche der Romantik, insbesondere wie der "Liebesblick" bei den Protagonisten zu einer Verzerrung der Realität führt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Themenbereiche der visuellen Wahrnehmung, das Motiv des Solipsismus, die Funktion optischer Hilfsmittel und die psychologische Entwicklung von Protagonisten in romantischen Erzählungen.

Welches primäre Ziel oder welche Forschungsfrage verfolgt der Autor?

Das Ziel ist es, die Ambiguität des romantischen Blick-Begriffs zu erörtern und zu klären, ob der Liebesblick als Initialpunkt für eine Identitätskrise und den anschließenden Abstieg in den Wahnsinn fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine komparistische (vergleichende) literaturwissenschaftliche Untersuchung, die auf theoretische Grundlagen von Forschern wie Katharina Weisrock und Jürgen Daiber zurückgreift.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Fensterszenen in E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann" und Ludwig Tiecks "Der Runenberg", um die Mechanismen des solipsistischen Sehens und die Stilisierung von Objekten zu Liebespartnerinnen aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Romantik, Liebesblick, Perspektiv, Solipsismus, Wahrnehmung und Identitätskrise charakterisiert.

Inwiefern unterscheidet sich die Rolle des Perspektivs bei Hoffmann von der Situation bei Tieck?

Bei Hoffmann tritt das Perspektiv als materielles Hilfsmittel in Erscheinung, das Nathanaels Realitätsverlust aktiv verstärkt, während Christian bei Tieck kein solches Hilfsmittel benötigt, da sein Blick per se eine ähnliche solipsistische Verklärung erfährt.

Warum endet die Entwicklung der Protagonisten laut der Arbeit meist tragisch?

Die Arbeit argumentiert, dass die Protagonisten durch ihre verzerrte, rein subjektive Wahrnehmung den Bezug zur wirklichen Welt verlieren und die "vorstellbare Welt" über die Realität siegt, was keine Überlebensmöglichkeit mehr lässt.

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Detalles

Título
Liebesblick in der Romantik
Subtítulo
Zur Bedeutung von Perspektiv und Solipsismus im ›Runenberg‹ und im ›Sandmann‹
Universidad
University of Erfurt  (Philosophische Fakultät )
Curso
Sehen und Gesehenwerden
Calificación
2,3
Autor
René Ferchland (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
18
No. de catálogo
V203695
ISBN (Ebook)
9783656298250
ISBN (Libro)
9783656298472
Idioma
Alemán
Etiqueta
liebesblick romantik bedeutung perspektiv solipsismus
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
René Ferchland (Autor), 2011, Liebesblick in der Romantik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203695
Leer eBook
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