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"Der Leib, das träge Tier" - Zur Phänomenologie des Leibes in Alfred Döblins Erzählung "Die Tänzerin und der Leib"

Título: "Der Leib, das träge Tier" - Zur Phänomenologie des Leibes in Alfred Döblins Erzählung "Die Tänzerin und der Leib"

Trabajo Escrito , 2012 , 17 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: René Ferchland (Autor)

Literatura - General
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Im Titel Die Tänzerin und der Leib des Prosatextes von Alfred Döblin1, der 1904/1905 entstand, werden zwei Dinge separat genannt, die eigentlich eines sein sollten: Die Tänzerin Ella und ihr Leib. Die kurze Erzählung selbst ist durchzogen von der Auseinandersetzung mit dieser Zweiheit, die der Titel impliziert – das Verhältnis der Tänzerin zu ihrem Leib scheint gestört bzw. gebrochen.
Der Text bietet aufgrund dieses Bruchs Nährboden für viele Interpretationen und Lesarten, von denen hier zwei kurz umrissen werden sollen, um zur Problematik hinzuführen; die eine geht von einer Spaltung von Leib und Seele aus, die andere stellt ein Missverhältnis zwischen Körper und Verstand in den Mittelpunkt der Diskussion.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Leib und Tänzerin – eine Zweiheit

2. Die Tänzerin und der Leib – Rekapitulation der Erzählung

3. Zur Phänomenologie des Leibes

3.1 Begriff und Phänomen des Leibes, Verhältnis des Leibes zum Körper

Die Tänzerin und der Leib – Erste Ansätze

3.2 Pathologie des Leibes

4. Döblins Erzählung unter leib-phänomenologischen Aspekten

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Alfred Döblins Erzählung "Die Tänzerin und der Leib" aus einer neuen, leib-phänomenologischen Perspektive. Ziel ist es, den in der Erzählung dargestellten Bruch zwischen der Tänzerin und ihrem Leib jenseits konventioneller dualistischer Interpretationen zu analysieren, indem Konzepte von Bernhard Waldenfels, Thomas Fuchs und Helmuth Plessner angewandt werden, um die Identität von Leib, Körper und Weltverankerung neu zu bewerten.

  • Überwindung dualistischer Deutungsmuster von Geist und Materie.
  • Analyse der phänomenologischen Begriffe von "Leib" und "Körper".
  • Untersuchung der Entzweiung und Pathologie des leiblichen Selbst.
  • Deutung der Tanz-Metaphorik im Kontext von Selbstbestimmung und Auflösung.
  • Interpretation des tragischen Endes als Scheitern der leiblichen Integration.

Auszug aus dem Buch

Die Tänzerin und der Leib – Erste Ansätze

Im Titel der Döblinschen Erzählung werden Tänzerin und Leib zwar nicht getrennt, denn sie verbindet die Konjunktion und, dennoch werden sie separat genannt. Worum handelt es sich also? Um einen Bruch zwischen- anstelle einer Verschränkung von Körper und Leib?

Es stellt sich die Frage, ob Döblin den Leib-Begriff ebenfalls in einem Doppelsinn verwendet. Bevor eine Befragung des literarischen Textes auf den oben umrissenen Leib-Begriff erfolgen kann, muss zunächst danach gefragt werden, wie denn der Leib in Döblins Erzählung beschaffen- und was mit ihm in der Erzählung gemeint ist.

Es ist darin zunächst die Rede von einem »straffen Leib« (TuL, S. 18) – straff scheint ein eher materialgebundenes Adjektiv zu sein, sich eher auf einen materiellen Körper zu beziehen. Auch wenn sich Ella mit ihrem Leib abmüht und ihm droht, scheint es sich auf den ersten Blick um eine körperliche Schwäche (der Natur, des Materials) zu handeln. Als der »Dumme, Kindische« (Ebd.) sich ihr nicht unterwirft, reagiert sie gehässig (gegen die Mutter) und wütend. Sie hätte ihren leidenden Körper – hier erscheint der Begriff Körper einmalig – anspeien mögen, sie verspürt Ekel gegen das »schlechte Fleisch« (Ebd.). In einem kleinen Nebensatz aber sagt Döblin noch: »an dessen Gesellschaft sie gebunden war.« (Ebd.) Die Formulierung weist eine klare Entsprechung des – an Merleau-Ponty angelehnten, von Waldenfels formulierten – Natur-Bereiches auf: das Fleisch, an das sie gebunden war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Leib und Tänzerin – eine Zweiheit: Das Kapitel führt in die Problematik der Erzählung ein und hinterfragt bisherige dualistische Forschungsansätze, die lediglich einen Kampf zwischen Geist und Natur sahen.

2. Die Tänzerin und der Leib – Rekapitulation der Erzählung: Hier erfolgt eine textnahe Nacherzählung, die Ellas zunehmende Entfremdung von ihrem eigenen Leib und die daraus resultierende pathologische Distanzierung verdeutlicht.

3. Zur Phänomenologie des Leibes: Dieser theoretische Teil expliziert die Leib-Körper-Differenz anhand phänomenologischer Ansätze, um das Rüstzeug für die Analyse des literarischen Textes zu liefern.

4. Döblins Erzählung unter leib-phänomenologischen Aspekten: Das Fazit führt die theoretischen Erkenntnisse mit der Erzählanalyse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Ellas Ende in der Selbsttötung die Konsequenz einer unauflösbaren Störung der leiblichen Weltverankerung ist.

Schlüsselwörter

Alfred Döblin, Die Tänzerin und der Leib, Phänomenologie, Leib, Körper, Dualismus, Bernhard Waldenfels, Thomas Fuchs, Pathologie, Entzweiung, Selbstbeobachtung, Tanz, leibliches Selbst, Literaturwissenschaft, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Alfred Döblins Erzählung "Die Tänzerin und der Leib" unter dem Aspekt der Leib-Phänomenologie, um das gestörte Verhältnis der Protagonistin zu ihrem eigenen Leib neu zu deuten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die Abgrenzung zwischen Leib und Körper, das Erleben von Krankheit als Entzweiung, die phänomenologische Verankerung in der Welt sowie die Kritik an rein dualistischen Interpretationen der Erzählung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie sich der Bruch zwischen der Tänzerin und ihrem Leib unter Einbeziehung phänomenologischer Theorien besser erklären lässt als durch die bisher gängige, einfache Spaltung von Geist und Körper.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine textnahe Analyse mit einem theoretischen Rahmen aus der phänomenologischen Philosophie (insbesondere Waldenfels, Fuchs und Plessner) kombiniert.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil rekapituliert die Erzählung, führt die phänomenologischen Begriffe ein und untersucht deren Anwendung auf das Verhalten der Tänzerin Ella, insbesondere in Hinblick auf pathologische Distanzierungsprozesse.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Phänomenologie, Leiblichkeit, Körperding, Entzweiung, Kohärenz, Pathologie und Derealisierung charakterisiert.

Warum wird der Begriff "Leib" in der Erzählung so viel häufiger verwendet als "Körper"?

Die Arbeit zeigt, dass diese Differenz kein Zufall ist, sondern auf ein tieferes, unbewusstes Verständnis des Leibes als "Umschlagstelle" zwischen Geist und Materie hindeutet, welches sich der einfachen Identifizierung mit dem materiellen Körper entzieht.

Wie deutet der Autor das Ende der Erzählung, die Selbsttötung der Tänzerin?

Das Ende wird als ultimative Konsequenz des Scheiterns einer gelungenen "leiblichen" Existenz gesehen; der unlösbare Disput zwischen dem Wunsch nach Selbstbeherrschung und der notwendigen leiblichen Weltverankerung mündet in die totale Auflösung der Leiblichkeit.

Final del extracto de 17 páginas  - subir

Detalles

Título
"Der Leib, das träge Tier" - Zur Phänomenologie des Leibes in Alfred Döblins Erzählung "Die Tänzerin und der Leib"
Universidad
University of Erfurt  (Philosophische Fakultät)
Curso
Phänomenologie des Leibes
Calificación
1,0
Autor
René Ferchland (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
17
No. de catálogo
V203696
ISBN (Ebook)
9783656298243
ISBN (Libro)
9783656298502
Idioma
Alemán
Etiqueta
leib tier phänomenologie leibes alfred döblins erzählung tänzerin
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
René Ferchland (Autor), 2012, "Der Leib, das träge Tier" - Zur Phänomenologie des Leibes in Alfred Döblins Erzählung "Die Tänzerin und der Leib", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203696
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