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Nachzeitigkeit im Französischen

Title: Nachzeitigkeit im Französischen

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 23 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Konrad Rupp (Author)

French Studies - Linguistics
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In vielen Sprachen, wie zum Beispiel im Französischen, Italienischen oder auch im Deutschen, fällt auf, dass es im Vergleich zu den Vergangenheitstempora nur wenige Zeiten gibt, um Nachzeitigkeit auszudrücken. Da also die Verwendung des Futurs mehr oder weniger eindeutig scheint, gibt es auch wenig Forschungsliteratur darüber.

Bei näherer Betrachtung wird jedoch schnell klar, dass mehr als nur die „reinen“ Zukunftstempora untersucht werden müssen, um Aussagen darüber treffen zu können, welche Möglichkeiten die Sprecher einer Sprache haben, um Zukünftiges auszudrücken. In besonderem Maße muss natürlich, bei Ermangelung formal festgelegter grammatischer Ausdrucksmöglichkeiten, der Fokus auf die Untersuchung der gesprochenen Sprache gelegt werden.

Im Folgenden soll zunächst die diachrone Entwicklung der Futurtempora im Französischen dargestellt werden. Woraus haben sie sich entwickelt, wie lief diese Entwicklung ab? Dann wird auf Einzelheiten der Semantik und der Morphologie eingegangen werden. Abschließend erfolgt in synchroner Betrachtung ein Vergleich der Ausdrucks- und Verwendungsmöglichkeiten der verschiedenen Tempora im Französischen. Welche Möglichkeiten gibt es, Nachzeitigkeit auszudrücken? Welche morphologischen, aber besonders, welche semantischen Unterschiede gibt es zwischen diesen Möglichkeiten?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Futur simple

2.1. Entstehung

2.2. Morphologie

2.3. Semantik

3. Futur périphrastique

3.1. Entstehung

3.2. Morphologie

3.3. Semantik

4. Présent futural

5. Vergleichende Betrachtung

6. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachwissenschaftlichen Grundlagen zur Darstellung von Nachzeitigkeit im Französischen, wobei der Fokus auf den diachronen Entwicklungen, den morphologischen Strukturen und den semantischen Differenzierungen der Futurtempora liegt. Ziel ist es, das Zusammenspiel dieser Ausdrucksmöglichkeiten und deren spezifischen Bezug zum Sprechzeitpunkt (Origo) unter Berücksichtigung des Prinzips der Konditionierung zu analysieren.

  • Diachrone Entwicklung des futur simple und futur périphrastique
  • Morphologische Aspekte und Grammatikalisierungsprozesse
  • Semantische Analyse und modale Funktionen
  • Das présent futural als Ausdruck von Planbarkeit
  • Vergleichende Untersuchung der Tempora im Modell der Konditionierung

Auszug aus dem Buch

3.1. Entstehung

Während im klassischen Latein Bewegungsverben mit Akkusativobjekt noch die Bewegung mit dem Ziel ausdrückten (eo Romam), entstand nach und nach die Möglichkeit, den teleologischen Ausdruck auf das auszuweiten, was man „am Ende der Bewegung“ machen wollte (eo visum). Letztere Konstruktion war auch im Vulgärlatein verbreitet und trat schließlich auch im Altfranzösischen auf. Allerdings war sie nicht auf das Verb aller beschränkt, sondern auch mit anderen Bewegungsverben möglich. Ein möglicher Grund für die heutige Verwendung als Tempusmarker ist die größere Neutralität von aller im Vergleich zu den andern Bewegungsverben. Diese Konstruktion ist auch in vielen nichtromanischen Sprachen zu finden.

Warum aber überhaupt ein Bewegungsverb als Futurmarker verwenden? L. Flydal nennt als Grund, die teleologische Ausrichtung einer Bewegung, betont aber vor allem auch die Dauer, die eine Bewegung haben muss. Des Weiteren beschreibt er eine Bewegung als vom Sprecher intendierte Handlung. Besonders das Argument der Dauer macht deutlich, warum eine Handlung, die am Ziel einer Bewegung abläuft, nicht unmittelbar auf den Sprechakt folgen kann, da der Sprecher erst die Bewegung vollziehen muss.

Außer dieser Erklärung kann auch von einer metonymischen Verschiebung ausgegangen werden. So wird das Bewegungsverb aus seinem ursprünglichen frame, der Agens und Ziel umfasst, losgelöst. In einer weiteren Etappe wird er mit der Absicht – dem, was er am Ziel tun wollte – in Verbindung gebracht. Diese Verbindung wird konzeptualisiert und tritt für die Sprecher in den Vordergrund. Diese Theorie setzt voraus, dass jede Konstruktion von Agens + Bewegungsverb + Objekt zumindest implizit eine Absicht enthält. Der Sprecher ist motiviert, lediglich die Information der Absicht zu übermitteln, und dies mit nur einem Satz und ohne unwichtige Informationen, wie zum Beispiel das Ziel, zu kodieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Nachzeitigkeit im Französischen ein und benennt die Notwendigkeit, über die reinen Zukunftstempora hinaus auch modale und kontextuelle Aspekte in der gesprochenen Sprache zu untersuchen.

2. Futur simple: Dieses Kapitel behandelt die diachrone Entstehung aus einer vulgärlateinischen Verbalperiphrase, die morphologische Entwicklung zum Suffix sowie die semantischen Bedingungen der Verwendung.

3. Futur périphrastique: Hier wird die Herleitung aus Bewegungsverben, der Prozess der metonymischen Verschiebung zur Absichtskodierung und die aktuelle semantische Rolle im Gefüge der französischen Futurtempora dargelegt.

4. Présent futural: Das Kapitel erläutert die Funktion des Präsens als Ausdruck von Zukunft, insbesondere im Hinblick auf die „Semantik des Plans“ und die notwendige assertive Kraft sowie Gewissheit der Realisierung.

5. Vergleichende Betrachtung: Diese vergleichende Analyse zeigt auf, dass die Unterscheidung der Tempora nicht primär chronologisch über die zeitliche Nähe erfolgt, sondern über das Modell der Konditionierung und den Bezug des Sprechers zur zukünftigen Handlung.

6. Zusammenfassung und Ausblick: Der Abschluss resümiert die gewonnenen Erkenntnisse zur semantischen Unterscheidung mittels des Konditionierungsprinzips und skizziert Forschungsbedarfe für zukünftige Arbeiten.

Schlüsselwörter

Nachzeitigkeit, Französisch, Futur simple, Futur périphrastique, Présent futural, Grammatikalisierung, Semantik, Konditionierung, Origo, Modus, Vulgärlatein, Verbalperiphrase, Sprachwissenschaft, morphologische Entwicklung, Tempus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung der Möglichkeiten zur Darstellung von Nachzeitigkeit im Französischen, insbesondere mit den verschiedenen Futurtempora.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der diachronen Entwicklung der Tempora, ihrer Morphologie sowie der semantischen Differenzierung bei der Verwendung im Gegenwartsfranzösischen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die verschiedenen Futurtempora semantisch unterscheiden, wobei insbesondere das Modell der Konditionierung als Erklärungsansatz dient.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine linguistische Analyse, die auf der Auswertung bestehender theoretischer Literatur zu diachronen und synchronen Entwicklungen romanischer Sprachstrukturen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Futur simple, Futur périphrastique und Présent futural hinsichtlich ihrer Entstehung, Morphologie und Semantik sowie einem abschließenden Vergleich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Futurität, Grammatikalisierung, Konditionierung, Origo, Tempus und Sprachwandel.

Warum wird das Wetter als Beispiel für die Verwendung der Futurtempora angeführt?

Das Beispiel dient dazu, die fehlende menschliche Kontrolle über bestimmte Ereignisse zu illustrieren, wodurch sich die Eignung der Tempora für unterschiedliche Grade an Gewissheit und Planbarkeit verdeutlichen lässt.

Welche Rolle spielt das Prinzip der Konditionierung bei der Unterscheidung der Tempora?

Es ist das Hauptkriterium, um festzustellen, welche Voraussetzungen (conditiones) zum Sprechzeitpunkt gegeben sind, um ein bestimmtes Futurtempus oder das Präsens in futurischer Bedeutung zu rechtfertigen.

Inwiefern beeinflusst das Christentum die historische Entwicklung der Futurtempora?

Historisch gesehen hat die Verbreitung des Christentums neue Ausdrucksbedürfnisse für bewusste Verantwortung und moralische Verpflichtung geschaffen, was die Grammatikalisierung neuer Futurformen vorangetrieben hat.

Was unterscheidet das Futur périphrastique vom Présent futural in Bezug auf die Realisierung?

Während das Futur périphrastique durch die Bedingung eine Teilaktualität ausdrückt, impliziert das Présent futural eine höhere Gewissheit und Faktizität, da es oft auf explizite oder implizite Pläne des Sprechers zurückgreift.

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Details

Title
Nachzeitigkeit im Französischen
College
University of Stuttgart  (Linguistik/Romanistik)
Course
Vergleichende Grammatik des Französischen und des Italienischen
Grade
2,3
Author
Konrad Rupp (Author)
Publication Year
2009
Pages
23
Catalog Number
V203729
ISBN (eBook)
9783656300618
ISBN (Book)
9783656331551
Language
German
Tags
Futur habeo cantare Futurmarker Coseriu Französisch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Konrad Rupp (Author), 2009, Nachzeitigkeit im Französischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203729
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