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Sprachstörungen nach Schlaganfall und ihre Auswirkungen auf die linke Gehirnhälfte

Title: Sprachstörungen nach Schlaganfall und ihre Auswirkungen auf die linke Gehirnhälfte

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Caroline Walz (Author)

Speech Science / Linguistics
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Unsere Sprache ist eine der wichtigsten Kommunikationsformen in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Sprache ist ein sehr komplexes Gebilde, das nicht nur aus Lauten besteht, sondern desweiteren auch Symbole und Gesten enthält, die alle der Kommunikation dienen. Ohne seine Sprache ist der Mensch als soziale Spezies undenkbar. Sprache und Gesellschaft bedingen einander. Doch nicht nur Sprache und Gesellschaft stehen in engem Zusammenhang, sondern auch Sprache und Gehirn, denn im Gehirn entsteht die Sprache. Ein großer Teil dessen, was man über die Gehirnmechanismen von Sprache weiß, stammt aus den Studien zu Sprachdefiziten infolge von Gehirnschädigungen. Diese Sprachstörungen nennen wir Aphasien: Aphasien haben neurologische Aspekte, weil sie Funktionsstörungen durch umschriebene Läsionen in bestimmten Arealen des Großhirns anzeigen, sie haben psychologische Aspekte, weil jede Hirnschädigung zu einer Minderung der intellektuellen Leistungsfähigkeit führt und sie haben linguistische Aspekte, weil bei ihnen bestimmte Komponenten des Sprachsystems spezifisch gestört sind. Diese Arbeit beschäftigt sich konkret mit Sprachstörungen nach Schlaganfall, wobei der Fokus auf der linken Gehirnhälfte liegt. Auf den Einfluss der rechten Gehirnhälfte, Therapiemöglichkeiten und Heilungschancen wird nicht eingegangen, da dies zu weit führen würde. Zunächst wird ein kurzer geschichtlicher Überblick über die Erforschung von Sprachstörungen gegeben: zunächst werden die Ansichten in der Antike kurz vorgestellt, anschließend die Erkenntnisse von Simon Alexandre Ernest Aubertin, Paul Broca und Carl Wernicke. Daraufhin wird das Wernicke-Geschwind Modell vorgestellt, das in vereinfachter Form den Zusammenhang zwischen Sprache und Gehirn erklärt. Auch Kritik, die sich aus diesem Modell ergibt, wird angesprochen. Anschließend werden die sprachlichen Auswirkungen verschiedener Schlaganfalltypen thematisiert, wobei der Schwerpunkt auf der Broca Aphasie, der Wernicke Aphasie und der Aphasie bei Zweisprachlern und Gehörlosen liegt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Geschichtlicher Überblick zur Erforschung von Sprachstörungen

2.1) Antike

2.2) Simon Alexandre Ernest Aubertin und Paul Broca (1861)

2.3) Carl Wernicke 1874

3.) Das Wernicke-Geschwind Modell

4.) Sprachliche Auswirkungen verschiedener Schlaganfalltypen

4.1) Broca-Aphasie

4.2) Wernicke-Aphasie

4.3) Aphasie bei Zweisprachlern und Gehörlosen

5.) Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht neurologische und linguistische Aspekte von Sprachstörungen (Aphasien) infolge von Schlaganfällen, wobei der Fokus primär auf der linken Gehirnhälfte liegt. Dabei wird der historische Kontext der Forschung, die Funktionsweise des Wernicke-Geschwind-Modells sowie die symptomatischen Unterschiede zwischen verschiedenen Aphasietypen und deren Besonderheiten bei speziellen Patientengruppen analysiert.

  • Historische Entwicklung der Aphasieforschung von der Antike bis zum 19. Jahrhundert.
  • Kritische Analyse des Wernicke-Geschwind-Modells zur Sprachverarbeitung.
  • Differenzierung der Sprachdefizite bei Broca- und Wernicke-Aphasie.
  • Restitutionsprozesse und Sprachstörungen bei Mehrsprachigkeit.
  • Sprachliche Besonderheiten bei gehörlosen Patienten und neurologische Reorganisationsprozesse.

Auszug aus dem Buch

4.2) Wernicke-Aphasie

Die Wernicke Aphasie, die auch als sensorische Aphasie bezeichnet wird, ist durch ein schweres Verständnisdefizit der Betroffenen gekennzeichnet. Die Läsion betrifft hauptsächlich das neocorticale Wernicke-Areal, wenngleich sie sich oft bis zu den superioren Anteilen des Temporallappens erstreckt. Eine Unterbrechung im sensorischen Sprachzentrum bzw. im „Klangbildzentrum der Worte“ verursacht den Verlust des Verständnisses für die gesprochene und geschriebene Sprache, die Fähigkeit nachzusprechen, die Fähigkeit auf Diktat zu schreiben, sowie die Fähigkeit zu lesen. Erhalten sind lediglich die Fähigkeit Vorlagen zu kopieren und die willkürliche Sprache.

Die Sprache von Wernicke-Aphasikern ist flüssig, die Sprechrate ist normal bis erhöht. Es zeigen sich häufig Umschreibungen, Floskeln, sowie ein genereller Mangel an lexikalischen Einheiten wie Substantive und Verben. Auch die angemessene Verwendung dieser lexikalischen Einheiten ist gestört: dabei werden Wörter durch andere ersetzt oder falsche Wortzusammensetzungen und Neubildungen (Neologismen) verwendet. Diese verbale Paraphasien können semantische Ähnlichkeit mit dem vermuteten Zielwort haben, mit ihm zur gleichen Kategorie gehören, gänzlich abwegig sein oder nicht einmal zum regulären Wortschatz der Muttersprache gehören. Bisweilen werden die richtigen Laute verwendet, aber in der falschen Reihenfolge zum Beispiel „Erlohung“ anstelle von „Erholung“. Die eigentümliche Mischung aus klaren Sätzen oder Satzteilen und völligem Kauderwelsch ist typisch für Wernicke-Aphasiker.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Sprache als komplexe Kommunikationsform ein und definiert den Fokus der Arbeit auf Aphasien nach Schlaganfällen.

2.) Geschichtlicher Überblick zur Erforschung von Sprachstörungen: Das Kapitel zeichnet die Entwicklung von der antiken Vorstellung über sprachliche Lokalisation bis hin zu den wegweisenden Erkenntnissen von Broca und Wernicke nach.

3.) Das Wernicke-Geschwind Modell: Hier wird das Standardmodell der Sprachverarbeitung erläutert und durch aktuelle Kritikpunkte hinsichtlich seiner Vereinfachung ergänzt.

4.) Sprachliche Auswirkungen verschiedener Schlaganfalltypen: Dieses Kapitel detailliert die spezifischen Symptome der Broca- und Wernicke-Aphasie sowie die besonderen Herausforderungen bei Zweisprachlern und Gehörlosen.

5.) Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Komplexität der neuronalen Sprachrepräsentation und betont die Notwendigkeit weiterer Forschung über die verschiedenen Restitutionsprozesse hinaus.

Schlüsselwörter

Aphasie, Broca-Aphasie, Wernicke-Aphasie, Sprachverarbeitung, Schlaganfall, Neurologie, Gehirn, Sprachstörungen, Restitution, Agrammatismus, Sensorische Aphasie, Motorische Aphasie, Mehrsprachigkeit, Gebärdensprache, Sprachlokalisation.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Thema dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit neurologisch bedingten Sprachstörungen, den sogenannten Aphasien, die nach Schlaganfällen auftreten können, und beleuchtet deren anatomische sowie linguistische Hintergründe.

Welche Hauptthemen werden in der Publikation behandelt?

Die Themen umfassen die historische Forschung, die Funktionsweise des Wernicke-Geschwind-Modells, klinische Aphasieformen sowie Besonderheiten der Sprachwiederherstellung bei Mehrsprachigen und Gehörlosen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Gehirnarealen und Sprachproduktion bzw. -verständnis aufzuzeigen und die symptomatischen Unterschiede der verschiedenen Aphasietypen zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftlichen Perspektiven fließen ein?

Die Arbeit nutzt medizinische, neuropsychologische und linguistische Erkenntnisse, um die komplexen Zusammenhänge zwischen Hirnläsionen und den resultierenden Sprachdefiziten zu erklären.

Was steht im Zentrum des Hauptteils?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse der Broca- und Wernicke-Aphasie, die kritische Betrachtung von Sprachverarbeitungsmodellen und die Reorganisation des Gehirns bei speziellen Patientengruppen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Aphasie, Sprachlokalisation, Restitution, Wernicke-Geschwind-Modell und neuroanatomische Repräsentation bestimmt.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Broca- und Wernicke-Areal eine so wichtige Rolle?

Diese Areale dienen als anatomische Grundlage für die klassische Aphasieforschung und ermöglichen die Zuordnung bestimmter Sprachstörungen zu spezifischen Gehirnregionen, auch wenn das Modell heute als vereinfacht gilt.

Welche Rolle spielt die Plastizität des Gehirns bei Gehörlosen?

Die Arbeit zeigt anhand des Beispiels der Gebärdensprache, dass das Gehirn in der Lage ist, Funktionen in andere Areale – etwa von visuellen in auditive Regionen – zu verlagern, was die hohe Anpassungsfähigkeit des neuronalen Systems unterstreicht.

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Details

Title
Sprachstörungen nach Schlaganfall und ihre Auswirkungen auf die linke Gehirnhälfte
College
University of Freiburg
Grade
2,0
Author
Caroline Walz (Author)
Publication Year
2010
Pages
18
Catalog Number
V203778
ISBN (eBook)
9783668689268
ISBN (Book)
9783668689275
Language
German
Tags
Sprachstörung Sprache Schlaganfall Behinderung Krankheit Laute Sprechen Gehirn
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Caroline Walz (Author), 2010, Sprachstörungen nach Schlaganfall und ihre Auswirkungen auf die linke Gehirnhälfte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203778
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