Der Himmel auf Erden - Eine exegetische Untersuchung zu Jesaja 65,17-20


Seminararbeit, 2011

39 Seiten, Note: 1


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Arbeitsübersetzung

3. Textanalyse
3.1. Botschaft
3.2. Wortstudien
3.2.1. Segen
3.2.2. Erschaffen
3.2.3. Das „neue“
3.2.4. Gedenken an das Frühere
3.2.5. Keinen Säugling
3.2.6. Greis
3.2.7. Als verflucht gelten
3.3. Schlussfolgerung

4. TheologischeAnalyse
4.1. Ist dies der Himmel?
4.1.1. Israel das Volk Gottes
4.2. Die Sache mit der Prophetie
4.2.1. Bedingte Prophetie

5. Schluss

6. Anhang

7. Bibliographie

1. EINLEITUNG

Dezember 2008 - ich sitze relativ weit vorne in der Trauerhalle des Friedhofes. Der Raum ist gefüllt mit Verwandten, Freunden und Bekannten, mit Christen, Adventisten und Atheisten. Der Tod verbindet. Da zählen die Unterschiede in den religiösen Ansichten nicht mehr. Alle sind da um sich von meiner Oma zu „verabschieden“. Der Gottesdienst beginnt. Der Prediger öffnet seine Bibel, es geht um Hoffnung, um die Hoffnung auf die neue Erde, um die Hoffnung das alles anders sein wird, er ließt Jesaja 65,17. Der Text bewegt mich, ich muss an die Offenbarung denken, an die Worte Jesus wie er sprach: „Ja, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5) - was für ein versprechen! Was für ein Gott! Er ließt weiter. Vers 21, dann folgten die Verse 24-25. Was für ein Bild! Was für eine Hoffnung! So also sieht der Himmel aus, dachte ich mir. Bis meine Blick auf den Vers 20 fiel. Ich war verwirrt. Wird es den Tod auch im Himmel geben? Das kann nicht sein, dass wäre ein Widerspruch zu dem Versprechen das Jesus in Offenbarung 21,4 gibt, dass es nämlich keinen Tod mehr geben wird! Handelt es sich in Jesaja 65,17-25 tatsächlich um die Beschreibung des Himmels? Des Ortes, wo Gott wohnt? Wo wir mit Gott wohnen werden? Das ist die ausschlaggebende Frage und das ausschlaggebende Ereignis was mich dazu bewegt dieses Thema, diesen Textabschnitt exegetische zu betrachten. Ziel dieser Arbeit ist es, die Frage zu klären, inwieweit dieser Text tatsächlich den Himmel beschreibt oder es doch eine alternativ Erklärung gibt, die keine Widersprüche entstehen lässt. Es steht ein sehr starkes persönliches Interesse dahinter, diesen Textabschnitt zu behandeln um eine Schlussfolgerung, eine Antwort zu finden. Aus Platzgründen ist es mir leider nicht möglich den gesamten Abschnitt zu bearbeiten, deswegen werde ich mich in dieser Arbeit auf die Verse 17-20 beschränken müssen - unter Berücksichtigung des Kontextes - mit der Hoffnung, durch Gottes Führung die tatsächliche Botschaft und Wahrheit zu erkennen.

2. ARBEITSÜBERSETZUNG

Zunächst eine nahezu wörtliche Übersetzung des Textabschnittes Jesaja 65,17-20, die der nachfolgenden Textanalyse als Grundlage dienen soll.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. TEXTANALYSE

3.1. Botschaft

Die Verkündigung Jesajas enthält drei prophetische Grundthemen1: 1. Die zeitgeschichtliche Botschaft (Jes 1-39) in der Jesaja die Sünde des Volkes tadelt und Gottes Gericht ankündigt. 2. Die messianische Botschaft (Jes 40-55) in der der „Knecht des Herrn“ im Zentrum steht, der gesandten Gottes, der Messias. 3. Die endgeschichtliche Botschaft (Jes 56-66)2 in der Jesaja auf die künftige Zeit des Friedens hinweist, in der es keine Gewalttat (Jes 11,6-9; 60,18), kein Leid (Jes 61,13) mehr gibt und in der Gott selbst über sein Volk herrschen wird (Jes 60,19). Somit befindet sich der ausgewählte Textabschnitt in einem Bereich, der über die endgeschichtliche Botschaft handelt. Es geht auf das Ende zu. Doch wie wird es sein?

Eine Wichtige Rolle spielt der Kontext dieses Abschnittes. Es muss die Frage beantwortet werden, weshalb das Thema der Neuerschaffung erwähnt wird? Zu beachten sind die Themen die Jesaja anspricht. Wie schon erwähnt weissagt Jesaja über die Zeit des Exils von 587-538 v. Chr., dieses Thema wird in Kapitel 40-55 angesprochen. Ab Kapitel 56-66 geht es um die Situation nach dem Exil. Der ausgewählte Abschnitt befindet sich also in einer Weissagung über die Zeit nach dem Exil in Babylon, in einer Zeit nach dem Gottes Gericht gehalten wurde. Doch Gottes Liebe ist größer als sein Zorn. Nach dem Gericht gibt es eine neue Zukunft unter der gnädigen Herrschaft Gottes. Dies ist der große Kontext des Abschnittes und weissagt über die gute Zukunft Israels.

Im näherem Kontext geht es in Jesaja 63,7-64,11 um das kommende Gericht über Edom und andere Völker sowie das Bekenntnis, die Erinnerung Jesajas an Gottes Wohltaten in der Vergangenheit und dessen flehen und bitte um Gottes Erbarmen für die Gegenwart. Kapitel 64 schließt Jesaja mit einer Frage in Vers 11 ab:

Willst du, Herr, bei alldem an dich halten?

Willst du schweigen und uns ganz und gar demütigen?

Der Leser wird sich nun die Frage stellen: Wie wird Gott reagieren? Die Auflösung dieser Frage findet in Kapitel 65 statt. So erklärt Schneider:

Der offene Schluß in 64,11 ließ eine Reaktion von Seiten Gottes erhoffen. Tatsächlich klingen in 65,1.2 zunächst Töne an, die sich wie eine göttliche Antwort anhören - allerdings verbunden mit einem Tadel: Die Gesinnung der Umkehr, die der letzte Abschnitt kundtat, bewirkt nicht, daß Gott nunmehr den Ungehorsam und die Unbotmäßigkeit des Volkes als aufgehoben betrachtet.3

Die Tatsache ist, dass Gott auf das wirkliche Problem antwortet, nämlich auf die andauernde Rebellion des Volkes. Indem er antwortet:

Ich war zu erfragen, für die, die nicht nach mit fragten; ich war zu finden für die, die mich nicht suchten. Ich sprach: Hier bin ich, hier bin ich!

Zu einer Nation, die meinen Namen nicht anrief.4

Dies zeigt Gottes unfassbare Zuwendung und die unfassbare Abwendung des Volkes. Es zeigt die Entfernung von Gott und diese nennt er beim Namen, nämlich diejenigen, die nicht mal nach ihm fragten. Es spiegelt die Einstellung des Volkes wieder. Eine Einstellung der Rebellion.5 So schildert Oswalt:

In other words, the reason they did not call on him was not because he had not revealed himself to them. He has been contiually revealing himself. The problem lay in the people, not in God.6

Doch die Frage bleibt, wie passt nun der Gedanke der Neuerschaffung in diesen Kontext? Der „Schlüssel zum Verständnis“ liegt in Vers 8.

So spricht der HERR: Wie sich Saft in der Traube findet, und man sagt: Vernichte sie nicht, denn ein Segen ist in ihr! — so will ich tun um meiner Knechte willen, dass ich nicht das Ganze vernichte.

Sowie in Vers 16:

Daher, wer sich im Land segnet, wird sich bei dem Gott der Treue segnen, und wer im Land schwört, wird bei dem Gott der Treue schwören. Denn die früheren Nöte werden vergessen und vor meinen Augen verborgen sein.

Es ist noch Gnade für das Volk vorhanden. Ein neuer Gehorsam gegenüber Gott

ist möglich, weil Gott das Frühere durchgestrichen hat.7 Diesen Gedanken, dass Gott das Frühere vergibt wenn sich sein Volk demütigt und Gott die Treue schwören, führt dazu, dass Gott ihnen eine Verheißung gibt. Die Verse 17-20 führen diesen Gedanken von Vers 16b weiter aus: Es wird beschrieben, wie das Neue aussieht, das Gott herbeiführt, wenn sich das Volk „segnet“. Die neue Schöpfung ist der Grund für Gottes Vergessen und Vergeben der alten „Nöte“, unter der Vorraussetzung, dass sich das Volk bekehrt. Doch wer ist Gottes Volk? Interessant ist folgende Aussage:

But if the context of the passage is taken seriously, whatever one thinks about its original form or location, we see that the regenerated world with Jerusalem at its center is promised not for the Jewish people as a whole but for „my people who seek me“ (65:10b), the Servants (65:8-9, 13-15), the elect of God (65:9,15).8

Gottes Volk beschränkt sich nicht nur auf das jüdische Volk, sondern auf alle, die Gott suchen und jeder der „sich im Land segnet“. Diesem, seinem Volk, zeigt Gott wie es sein könnte, wenn sie sich von ihren falschen Wegen abwenden würden. Eine Frage entsteht beim lesen: Ist diese die Beschreibung des Himmels oder ist dies der „Himmel auf Erden“?

3.2. Wortstudien

Um diese Frage zu klären, ist es ebenfalls wichtig, neben dem Kontext gezielte Wortstudien durchzuführen. In diesem Abschnitt werde ich ausgewählte Wörter analysieren und ihre theologische Bedeutung herausstellen um ein besseres und intensiveres Verständnis vom Textabschnitt zu erhalten ohne schon vorab eine Schlussfolgerung zu ziehen. Aufgrund der Tatsache, dass ich den Kontext mit einbeziehen sollte, muss ich in der Wortstudie auf ein Wort außerhalb des Textabschnittes eingehen. In Jesaja 65,16 wird das Wort Krb (Segen) als Aufruf an das Volk verwendet. Aber was heißt es sich vor Gott zu „segnen“?

3.2.1. Segen

Das Wort Krb hat Krb als Wurzel. Die hebräischen Lexika unterscheiden zwei verschiedene Wurzelbedeutungen: So steht Krb - I, in der Bedeutung von „knien“ bzw. „knien lassen“ und Krb - II, in der Bedeutung von „gesegnet“ und „gepriesen“, je nach Stammform unterschiedlich.9 Segnen, dass heißt jemanden mit heilvoller Kraft ausstatten; so segnet Gott Tiere (1Mo 1,22), Menschen (1Mo 1,28), Abraham (1Mo 12,2), das Volk Israel (4Mo 6,24), den Sabbat (1Mo 2,3), das Werk der Hände (5Mo 28,12). Segen, dass heißt heilvolle Kraft jemanden zu wünschen; so segnen Menschen andere Menschen; so segnen Menschen Gott (Dan 2,19-20). Ich werde meinen Fokus ausschließlich auf Krb - II legen. Als Verb Krb kommt im gesamten Jesaja Buch nur an acht Stellen vor.10 Zwei im qal., vier im pi., zwei im hitp. und eben diese zwei im hitp. kommen in Jesaja 65,16 vor. Was kann man darunter verstehen, sich selbst zu „segnen“?

So schreibt Keller dazu: „sich selber glücklich machen durch (Nennung eines anderen, besonders Gesegneten bzw. Gottes in einem Segensspruch) indem man diesen [...] als Quelle (Jes 65,16.16 Gott) der Heilskraft anruft.“11 Konkret bedeutet es, dass man sich im Namen des Gottes segnen soll, was bedeutet, dass Gott wieder in das Leben integriert werden soll. Dies passt sehr gut zum Kontext und zu Gottes Antwort und Vorwurf, dass er zu erfragen war für die, die nicht nach ihm fragten, zu finden für die, die nicht nach ihm suchten. Wenn Gott auffordert sich selbst zu segnen, bedeutet es dem nachzukommen was er in Jesaja 65,1 schildert, nämlich ihn zu erfragen und ihn zu suchen. Denn er selbst sprach: „Hier bin ich, hier bin ich! Zu einer Nation, die meinen Namen nicht anrief.“ Gott möchte, dass das Volk ihn wieder sucht, nach ihm fragt, was dazu führt, dass sie ihn wieder in ihr Leben, ihr Handeln und ihr Denken einbinden. Das Gott wieder präsent ist. So schildert auch Schneider:

Man segnet sich aber nicht mit dem Namen eines frommen Menschen, sondern wer sich segnet im Lande, der segnet sich bei dem treuen Gott, der die Gehorsamen gesegnet hat. V.16b geht nun aber einen Schritt weiter. Daß man schwört bei dem treuen Gott (V.16a), setzt voraus, daß insgesamt ein neues und eindeutiges Verhältnis der Glieder des Gottesvolkes zu ihrem Gott Realität geworden ist.12

Gott möchte wieder in einer Beziehung zu seinem Volk stehen. Dies kann aber nur geschehen, wenn sich das Volk wieder segnet. Ich gehe soweit und sage, dass sich das Volk bekehren soll, dass man „sich segnen“ mit „sich bekehren“ austauschen könnte. Ich denke, dies ist auch ein Aufruf an uns, dass auch wir uns heute segnen, nach ihm fragen und suchen. Denn er lässt sich auch finden. So steht Krb - I, in der Bedeutung von „knien“. Sich vor Gott zu segnen heißt vor Gott zu knien und nur vor ihm. Sich vor Gott zu segnen heißt nur ihn alles wahren Gott anzuerkennen, sich vor ihm niederzuwerfen, sich vor ihm zu beugen. Vor Gott zu knien, bedeutet sich zu demütigen und sich preiszugeben. So beschreibt Othmar Keel, dass die kniende Gebetshaltung vor einer Gottheit mit dem äußern von Lob und Dank einhergeht.13 Doch warum entscheidet sich Jesaja für das Wort „segnen“ wenn er auch bwv - „Umkehr“14 hätte nutzen können? Ich werde auf diese Frage nach der Wortstudie zu arb zurückkommen.

3.2.2. Erschaffen

Jesaja 65,17 beginnt mit den Einleitungsworte arwb ynnh_yk - „Denn siehe, ich schaffe“. Das Wort arwb ist in diesem Abschnitt eine Partizip Form im qal. wortwörtlich sollte eher arwb ynnh_yk mit „Denn seht, ich bin schaffend“ übersetzt werden. Wollte Gott mit diesem Satz sein Volk daran erinnern, dass er der Gott der Schöpfung ist, dass er ein aktiver und schaffender Gott ist, dass er seine Schöpfung in der Hand hält, dass er wie zu Beginn der Menschheitsgeschichte etwas erschafft, was es so noch nicht gab? Jedoch sollte hier das Partizip prädikativ gebraucht werden und ist daher von den Bibelübersetzern richtig mit „Denn siehe, ich schaffe“ übersetzt worden. Interessant beim Partizip ist, dass es sowohl als Attribut wie als Prädikat, gewöhnlich eine andauernde Handlung ausdrückt.15 Wie ist dies in diesem Fall zu verstehen? arwb stammt von der Wurzel arb ab was als Verbum „in seinem

Anwendungsbereich streng begrenzt“16 ist und grundsätzlich17 mit „schaffen“ übersetzt wird. arb kommt im gesamten Alten Testament nur an 48 Stellen vor. Mit 21 Stellen18 benutzt Jesaja es von allen biblischen Autoren am häufigsten. Interessant ist die theologische Bedeutung dieses Verbums. arb soll „als spezieller theologischer Terminus“19 verwendet werden der die unvergleichbare schöpferische Macht Gottes gegenüber allen von Menschlichen versuchen aus vorgegebener Materie etwas zu Machen oder zu Bilden, zum Ausdruck bringen. So wird das Wort arb verwendet um aufzuzeigen, dass Gottes schöpferische Macht darin liegt, aus dem nichts, aus der leere, aus dem Chaos20 heraus etwas zu erschaffen. Dies steht im Gegensatz zu den Menschen, denn der Mensch kann nichts erschaffen, er kann nur etwas tun, machen oder bauen21 aber nicht aus dem nichts erschaffen. Diese Eigenschaft ist allein Gott zugeschrieben. Der Gebrauch von arb ist durch bestimmte Eigenarten gekennzeichnet. So zählt Schmidt drei Punkte auf, die die Eigenart des Verbums deutlich machen.22

1. Gott ist stets Subjekt der Aussage, und zwar immer der Gott Israels, nie wird eine fremde Gottheit mit diesem Attribut ausgestattet. Das Verbum sagt zudem nichts über das Wie der Entstehung. Wellhausen macht zu diesem Punkt eine interessante und gute Aussage indem er sagt:

Das Wichtigste ist, daß es hier ein eigenes Wort gibt, um lediglich die göttliche Schöpfertätigkeit zu bezeichnen und sie dadurch aus der Ähnlichkeit menschlichen Tuns und Bildens herauszuheben.23

2. Nie wird ein Stoff erwähnt, aus dem Gott schaff. Schmidt verweist auf 1. Mose 1,27. Jedoch wird in 1. Mose 2,7 gezeigt, dass Gott aus Staub den Menschen und die Tiere bildete. Aber grundsätzlich ist Gott beim arb nicht auf Materie angewiesen.

3. Die Objekte auf die sich das arb bezieht sind verschiedenartig, häufig jedoch etwas Besonderes, Außerordentliches, etwas Neues: 1. Himmel und/oder Erde.24 2. Menschen25 3. Volk Israel26 und 4. Wunderbares, Neues27.

Entscheidend ist, [...] nicht, dass vor der Schöpfung „nichts“ vorhanden war, sondern das Gottes Wirken etwas Neues, das so zuvor nicht da war, entstehen lässt.28

Dieser Aussage kann ich zustimmen, jedoch muss ich sagen, dass das eine das andere nicht ausschließen darf bzw. das ein nicht das andere überwiegen sollte. Es ist Tatsache, dass das Verb arb in 1. Mose 1 das Prinzip der creatio ex nihilo aufgreift aber auch aufzeigt, dass etwas „Neues, das so zuvor nicht da war“ entstanden ist. Beides sind Aspekte Gottes und Zeugen seiner Allmacht. Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Verbum arb Gottes außerordentliches, souveränes, sowohl müheloses wie völlig freies, ungebundenes Schaffen umschreibt.

Mir stellt sich an diesem Punkt die Frage, warum das Verb arb in 1. Mose 1,1 anders verwendet wird als in Jesaja 65,17. Beides mal ist die rede davon, dass Gott schöpferisch tätig ist und beides mal sind die Objekte der Himmel und die Erde. Vielleicht ist dies ein Lösungsversuch: In 1. Mose 1,1 steht arb im qal Perfekt was im deutschen mit einer Vergangenheitsform übersetzt wird. So bietet 1. Mose 1,1 kein Spielraum in der Übersetzung und der Interpretation.

[...]


1 Diese Aufteilung hat nichts mit der These des „Deuterojesaja“ und des „Tritojesaja“ zu tun.

2 Auserdem Jes 8,23-9,6; 11; 24-27.

3 Dieter Schneider, Gerhard Maier und Adolf Pohl Hg., Der Prophet Jesaja: Kapitel 40-66, Wuppertaler Studienbibel (Wuppertal: Brockhaus, 21993), 316-317.

4 Jesaja 65,1.

5 John N. Oswalt, Isaiah, The NIV Application Commentary (Grand Rapids, Michigan: Zondervan, 2003), 680.

6 Ibid.

7 Gerhard Maier, 318.

8 Joseph Blenkinsopp, Isaiah 65-66: a new translation with introduction and commentary, The Anchor Bible (New York: Doubleday, 2003), 286.

9 J. Scharbert, „Krb“, in G. Johannes Botterweck und Helmer Ringgren Hg., Theologisches Wörterbuch zum Alten Testament, Band I (Stuttgart: W. Kohlhammer GmbH, 1973), 811.

10 C.A. Keller, „Krb“ in Ernst Jenni und Claus Westermann, Hg., Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testment, Band 1 (München: Chr. Kasier Verlag, 1971), 354.

11 Ibid., 364.

12 Schneider, 322.

13 Othmar Keel, Die Welt der altorientalischen Bibelsymbolik und das Alte Testament (Zürich: Benziger Verlag, 1984), 292. Vgl. Dan 6,11.

14 Was oft verwendet wird um zur Umkehr, zur Buße zu rufen. Vgl. Jesaja 30,15.

15 Thomas O. Lambdin, Lehrbuch: Bibel-Hebräisch, (Gießen: Brunnen Verlag, 21993), 19. 9

16 K.-H. Bernhardt, „arb“, in G. Johannes Botterweck und Helmer Ringgren Hg., Theologisches Wörterbuch zum Alten Testament, Band I (Stuttgart: W. Kohlhammer GmbH, 1973), 774.

17 Es gibt ausnahmen in denen arb im Pi. mit „abhauen, roden“ (Jos 17,15.18) oder „zerhauen“ (Hes 23,47) übersetzt wird.

18 Jesaja 4,5; 40,26; 40,28; 41,20; 42,5; 43,1; 43,7; 43,15; 45,7.8.12.18; 48,7; 54,16; 57,19; 65,17.18. Interessant ist zu beobachten, wenn man an die Botschafts Jesajas denkt, dass die meisten Stellen bis auf Jes 4,5 jeweils in einem Bereich liegen, in dem es entweder um den kommenden Messias (40-55) geht oder um den zukünfitgen Frieden (56-66). Ich traue mich den Rückschluss zu ziehen und zu behaupten, dass dort wo der Messias ist, dass dort wo Gottes Frieden herrscht auch eine „neu erschaffung“ stattfindet, stattgefunden hat oder noch stattfinden wird.

19 Bernhardt, 774.

20 Hebr. whbw wht was in 1. Mose 1,1-2 für „wüst und leer“ verwendet wird. Gott bringt in das Chaos eine göttliche Ordnung.

21 Interessant ist die Satiere in 1. Mose 11. Dort wird beschrieben wie die Menschen versuchen Gott zu imitieren und versuchen etwas zu „erschaffen“. Dort wird für das tuen des Menschen nicht arb sondern hnb das Verb benutzt. Jedoch wird das Verbum hnb auch auf Gottes bauen in 1. Mose 2,22 angewand. Gott hat die Macht aus dem nichts zu erschaffen und aus dem vorhand etwas zu bauen, zu kreieren.

22 W.H. Schmidt, „arb“ in Ernst Jenni und Claus Westermann, Hg., Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testment, Band 1 (München: Chr. Kasier Verlag, 1971), 337-338.

23 J. Wellhausen, Prolegomena zur Geschichte Israels, (Berlin: Walter de Gruyter Verlag 61927), 304.

24 1. Mose 1,1; 2,4; Jesaja 65,17; 43,5: 45,18; Psalm 148,5.

25 1. Mose 1,27; 5,1; 6,7; 5. Mose 4,32; Jesaja 43,7; 54,12.

26 Jesaja 43,1.15; Psalm 102.

27 2. Mose 34,10; 4. Mose 16,30 Jesaja 48,6; 65,17; Jeremia 31,22.

28 Schmidt, 338.

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Der Himmel auf Erden - Eine exegetische Untersuchung zu Jesaja 65,17-20
Hochschule
Seminar Schloss Bogenhofen
Note
1
Autor
Jahr
2011
Seiten
39
Katalognummer
V203871
ISBN (eBook)
9783656308041
ISBN (Buch)
9783656308300
Dateigröße
536 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Himmel, Erde, Tod, Friedensreich, Tod im Himmel, Ewig Leben, Löwe und Lamm, Sünder, Messianisches Friedensreich
Arbeit zitieren
Andreas Weber (Autor), 2011, Der Himmel auf Erden - Eine exegetische Untersuchung zu Jesaja 65,17-20, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203871

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