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Ablauf eines Initial Public Offering an einer deutschen Börse und die Rolle des Abschlussprüfers

Title: Ablauf eines Initial Public Offering an einer deutschen Börse und die Rolle des Abschlussprüfers

Master's Thesis , 2012 , 99 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Yu-Hui Liu (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Summary Excerpt Details

Das Initial Public Offering (IPO), d. h. die Erstemission von Aktien im Rahmen eines Börsengangs, ist ein komplexer und zeitaufwendiger Prozess, der nicht immer erfolgreich verläuft. Ein Beispiel dafür ist der gescheiterte Börsengang der Evonik Industries AG im Juni 2012. Die Komplexität ist zum einen bedingt durch die hohe Anzahl der Maßnahmen, die für ein erfolgreiches IPO unerlässlich sind und zum anderen durch das Zusammenwirken verschiedener Akteure, deren Kooperation entsprechend koordiniert werden muss. Als einer der beteiligten Akteure ist der Abschluss- bzw. Wirtschaftsprüfer zu nennen, der an der Überprüfung der Börsenreife, an der Due Diligence und an der Erstellung des Wertpapierprospekts beteiligt ist. Zu seinem Aufgabenbereich kann des Weiteren die Durchführung einer Unternehmensbewertung in Rahmen der Emissionspreisbestimmung gehören. Mithin ist der Abschlussprüfer ein wesentlicher Partner des Börsenaspiranten.
Der Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit sind die einzelnen Maßnahmen des IPO-Prozesses; dabei werden insbesondere die jeweiligen Funktionen des Wirtschaftsprüfers in den Blick genommen. In Kapitel 2 werden zunächst die konzeptionellen Maßnahmen eines IPO diskutiert. Kapitel 3 widmet sich den verschiedenen Schwerpunkten der Due Diligence, die für einen Börsengang relevant sind. Sodann werden in Kapitel 4 die zu erstellenden Dokumente für die Börseneinführung erläutert. Im Mittelpunkt steht dabei der Wertpapierprospekt. Die Bestimmung des Emissionspreises wird in Kapitel 5 erörtert. In diesem Zusammenhang wird auch das Phänomen des Underpricing erläutert. Abschließend wird in Kapitel 6 ein Fazit gezogen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Konzeptionelle Maßnahmen

2.1 Auswahl der Emissionspartner

2.2 Überprüfung der Börsenreife

2.3 Wahl des Börsensegments

2.3.1 Regulierter Markt

2.3.2 Freiverkehr

3 Due Diligence

3.1 Financial Due Diligence

3.1.1 Beurteilung des Rechnungswesens

3.1.2 Vergangenheitsanalyse

3.1.3 Analyse der Planungsrechnungen

3.2 Commercial Due Diligence

3.2.1 Geschäftsmodellanalyse

3.2.2 Analyse der Markt- und Wettbewerbssituation

3.3 Tax Due Diligence

3.4 Legal Due Diligence

4 Erstellung der erforderlichen Dokumente

4.1 Wertpapierprospekt

4.1.1 Allgemeine Anforderungen

4.1.2 Finanzinformationen im Prospekt

4.1.3 Prospekthaftung

4.2 Comfort Letter

4.2.1 Bedeutung und Adressat

4.2.2 Inhalt und Bestandteile

4.3 Legal Opinion und Disclosure Letter

5 Bestimmung des Emissionspreises

5.1 Unternehmensbewertung

5.1.1 Bewertungszweck und Systematisierung der Verfahren

5.1.2 Relevante Bewertungsverfahren

5.1.2.1 Discounted Cashflow-Verfahren

5.1.2.2 Multiplikatorverfahren

5.2 Vermarktungsphase

5.2.1 Pilot Fishing

5.2.2 Pre-Marketing

5.2.3 Marketing

5.3 Zuteilung und Preisfestsetzung

5.4 Phänomen des Underpricing

5.4.1 Theoretische Erklärungsansätze

5.4.2 Einfluss der Prüferwahl auf das Underpricing

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den komplexen Prozess eines Initial Public Offerings (IPO) an einer deutschen Börse, wobei ein besonderer Fokus auf der Rolle und den Funktionen des Wirtschaftsprüfers innerhalb dieses Prozesses liegt. Ziel ist es, die notwendigen konzeptionellen Maßnahmen, die Due Diligence, die Prospekterstellung sowie die Preisfindung detailliert darzustellen.

  • Konzeptionelle Vorbereitung eines Börsengangs und Wahl des Börsensegments.
  • Durchführung der verschiedenen Due Diligence-Typen (Financial, Commercial, Tax, Legal).
  • Erstellung regulatorischer Dokumente wie Wertpapierprospekt, Comfort Letter und Legal Opinion.
  • Unternehmensbewertung und Festlegung des Emissionspreises im Bookbuilding-Verfahren.
  • Analyse des Underpricing-Phänomens und des Einflusses der Abschlussprüferwahl.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Beurteilung des Rechnungswesens

Das Rechnungswesen des Börsenaspiranten wird im Rahmen der Financial Due Diligence einem „Stress-Test“ unterzogen.89 Soll das Unternehmen am regulierten Markt notiert werden und ist ein Konzernabschluss aufzustellen, so ist eine Umstellung des (Konzern-)Rechnungswesens in Konformität mit den IFRS unabdingbar.90 In diesem Zusammenhang muss geprüft werden, ob die Konsolidierung ordnungsgemäß erfolgt und ob die Vergangenheitszahlen und die Planungsrechnungen einheitlich nach den IFRS dargestellt werden.91 Durch Letzteres wird die Vergleichbarkeit für spätere Analysen gewährleistet. Des Weiteren führt die Anwendung der IFRS zur Erstellung einer Segmentberichterstattung nach IFRS 8;92 diesbezüglich muss das Rechnungswesen in der Lage sein, die erforderlichen Daten bereitzustellen.93

Die zeitnahe und zuverlässige Bereitstellung der erforderlichen Informationen gilt darüber hinaus unabhängig vom anzuwendenden Rechnungslegungsstandard. Dies bezieht sich zum einen auf die Publizitätspflichten, da insbesondere die Notierung am regulierten Markt mindestens eine Zwischenberichterstattung erfordert.94 Insofern ist sicherzustellen, dass entsprechende Anpassungen bei der Bilanzierung von Forderungen, Verbindlichkeiten, Vorräten und Rückstellungen vorgenommen und die Aufwendungen und Erträge periodengerecht verbucht werden.95 Neben dem externen Berichtswesen muss zum anderen die interne Berichterstattung beurteilt werden. So ist zu überprüfen, ob das Zahlenwerk aus dem internen und externen Rechnungswesen miteinander abstimmbar ist und ob das Rechnungswesen entsprechende Schnittstellen zum internen Kontrollsystem und zum Controlling besitzt.96 Des Weiteren ist die Effektivität des Risikomanagement- und Überwachungssystems nach § 91 Abs. 2 AktG zu beurteilen.97

Die obigen Ausführungen zeigen, dass ein IPO mit hohen Anforderungen an das Rechnungswesen verbunden ist, die letztendlich von den Mitarbeitern des Börsenaspiranten zu erfüllen sind. Mithin ist ebenfalls zu prüfen, ob das Personal in den entsprechenden Abteilungen über eine ausreichende Qualifikation verfügt. Deswegen ist ggf. über eine externe Beratung durch den Wirtschaftsprüfer und/oder über Fortbildungsmaßnahmen nachzudenken.98

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Stellt den IPO-Prozess als komplexes Unterfangen vor und definiert die Rolle des Wirtschaftsprüfers als wichtigen Akteur.

2 Konzeptionelle Maßnahmen: Erläutert die notwendigen Schritte zur Vorbereitung eines Börsengangs, insbesondere die Auswahl der Emissionspartner und die Wahl des Börsensegments.

3 Due Diligence: Detailliert die verschiedenen Prüfbereiche (Financial, Commercial, Tax, Legal), die zur Informationsbeschaffung und Plausibilisierung notwendig sind.

4 Erstellung der erforderlichen Dokumente: Beschreibt die Anforderungen und Inhalte von Wertpapierprospekten, Comfort Letters und Legal Opinions.

5 Bestimmung des Emissionspreises: Analysiert Unternehmensbewertungsverfahren, die Vermarktungsphase sowie das Phänomen des Underpricing.

6 Fazit: Resümiert den Börsengang als zeitintensiven, hochgradig koordinierten Prozess, der auch nach der Erstnotiz fortlaufende Anforderungen stellt.

Schlüsselwörter

Initial Public Offering, IPO, Wirtschaftsprüfer, Due Diligence, Börsenreife, Wertpapierprospekt, Unternehmensbewertung, Bookbuilding-Verfahren, Emissionspreis, Underpricing, Finanzberichterstattung, Börsensegment, Abschlussprüfer, Kapitalmarkt, Roadshow.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Maßnahmen eines Börsengangs (IPO) in Deutschland und analysiert insbesondere die Rolle des Wirtschaftsprüfers in diesem Prozess.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die konzeptionelle Vorbereitung, verschiedene Formen der Due Diligence, die Erstellung wichtiger Dokumente wie des Wertpapierprospekts sowie die Unternehmensbewertung und Preisfindung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den IPO-Prozess transparent zu machen und dabei speziell aufzuzeigen, an welchen Stellen der Wirtschaftsprüfer eingreift, um Interessenkonflikte zu vermeiden und zur Qualität der Finanzinformationen beizutragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Fachpublikationen, Gesetze und Standards (wie IDW PS) zur Strukturierung des IPO-Prozesses.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt systematisch die Phasen von der Vorbereitung, über die Due Diligence und Dokumentenerstellung bis hin zur konkreten Preisfestsetzung und Vermarktung der Aktien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Initial Public Offering (IPO), Due Diligence, Börsenreife, Wertpapierprospekt, Unternehmensbewertung, Bookbuilding und Underpricing.

Welche Bedeutung hat der Comfort Letter beim IPO?

Der Comfort Letter dient den Prospektverantwortlichen als Nachweis, dass bei der Erstellung des Prospekts mit der gebotenen Sorgfalt vorgegangen wurde, auch wenn er selbst kein Bestandteil des Prospekts ist.

Warum spielt die Wahl des Abschlussprüfers eine Rolle für das Underpricing?

Die Wahl eines renommierten Wirtschaftsprüfers fungiert als Qualitätssignal an den Markt, was Unsicherheiten reduzieren kann und somit das Underpricing beeinflusst.

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Details

Title
Ablauf eines Initial Public Offering an einer deutschen Börse und die Rolle des Abschlussprüfers
College
University of Duisburg-Essen  (Mercator School of Management)
Grade
1,3
Author
Yu-Hui Liu (Author)
Publication Year
2012
Pages
99
Catalog Number
V203880
ISBN (eBook)
9783656319832
ISBN (Book)
9783656324294
Language
German
Tags
IPO Abschlussprüfer Wirtschaftsprüfer Underpricing Going Public Börsengang Bookbuilding Prospekt Wertpapierprospekt Regulierter Markt Freiverkehr Due Diligence Comfort Letter Unternehmensbewertung Börsenreife Emissionspartner
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yu-Hui Liu (Author), 2012, Ablauf eines Initial Public Offering an einer deutschen Börse und die Rolle des Abschlussprüfers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203880
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