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Geschlechterstereotypisierung im naturwissenschaftlichen Unterricht

Title: Geschlechterstereotypisierung im naturwissenschaftlichen Unterricht

Term Paper , 2012 , 16 Pages , Grade: 1

Autor:in: Felix Bopp (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
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Die vorzubereitende Thematik für meine Seminararbeit war ein psychologischer Text über Attribution, welchen ich nun in der Form dieser Hausarbeit unter anderem als Teil für Erklärungsversuche und Verbesserungspotenziale für ein normatives Bemühen um Gerechtigkeit in Hinblick auf Geschlechterdifferenzen und Stereotypisierungen im naturwissenschaftlichen Unterricht aufgreifen werde. Dazu nutze ich eine Expertise „Mädchen und Naturwissenschaften in der Schule“ des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg, verfasst von Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland im Jahre 2004 als aktuelle Quelle, um einen Orientierungspunkt für die psychischen Bedingungen und Prozesse innerhalb dieser Thematik zu fixieren, da ich die wissenschaftlichen Ausführungen der Autorin schlüssig und aussagekräftig empfinde. Zunächst möchte ich ein paar allgemeine, einleitende Worte zu Begriff Stereotyp und speziell Geschlechterdifferenz verlieren, um mich im weitern Verlauf auf andere theoretische Erkenntnisse aus der psychologischen Erziehungswissenschaft zu fokussieren.
Da ich als Student der Sozialwissenschaften im Hauptfach Soziologie belegt habe, werde ich mich mit der Thematik Geschlechterdifferenz auch unter soziologisch Gesichtspunkten auseinander setzen, dabei aber den Hauptaugenmerk auf psychologische Theorien richten, um den Anforderungen des Seminars gerecht zu werden. Ein übergeordnetes Anliegen meiner Arbeit soll der Beitrag zu einer Verbesserung der Chancengleichheit von Mädchen und Jungen in der Schule sein. Latente und zumeist nicht bewusst gewollte Erziehungsprozesse, die in der Fachsprache auch als „heimlicher Lehrplan“ geschlechtertdifferenter Sozialisation gelten, sollen ins Bewusstsein gerufen werden um somit Veränderung zu fördern. Erst dann kann aus dem formalen Prinzip der Koedukation eine „reflexive“ (Faulstich-Wieland 1991: 63) Koedukation werden (Hilgers 1994: 13 ff.). Diese These der Erziehung der Koedukation von Frau Professor Faulstich-Wieland setzte ich den aktuellen Ausführungen von Frau Hannover und Frau Kessels gegenüber, welche in ihren Veröffentlichung für einen monoedukativen Unterricht plädieren speziell im Physik- und Sportunterricht, damit eine gerechtere Entwicklung der schulischen Kompetenzen durch diese Unterrichtsform gefördert wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was bedeutet Stereotyp?

3. Geschlechterdiffernz als Schwerpunkt der Gender Forschung

4. Aktuelle Studien als Ausgangspunkt

5. Erklärungsversuch für Differenzen

5.1 Ursache Interessen

5.2 Geschlechtspezifische Unterschiede in Bezug auf das Selbstkonzept

5.3 Soziale Zwänge oder Angst vor Ausgrenzung

6. Was ist zu tun?

6.1 Der Gedanke des monoedukativen Unterrichts

6.2 Reattributionstraining

7. Schlussbemerkung: Handlungsmöglichkeit der Lehrkraft

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit untersucht die Mechanismen der Geschlechterstereotypisierung im naturwissenschaftlichen Unterricht und deren Einfluss auf die Leistungsentwicklung sowie das Selbstkonzept von Schülerinnen und Schülern. Das primäre Ziel ist es, den „heimlichen Lehrplan“ geschlechterdifferenter Sozialisation aufzudecken und Möglichkeiten zur Förderung der Chancengleichheit durch pädagogische Interventionen aufzuzeigen.

  • Analyse psychologischer und soziologischer Hintergründe von Geschlechterstereotypen
  • Untersuchung empirischer Daten zu Leistungsunterschieden in Naturwissenschaften
  • Zusammenhang zwischen Selbstkonzept, Selbstwirksamkeit und fachlichem Interesse
  • Diskussion pädagogischer Lösungsansätze wie monoedukativer Unterricht und Reattributionstraining

Auszug aus dem Buch

5.2 Geschlechtspezifische Unterschiede in Bezug auf das Selbstkonzept

In der PISA Studie wird das Selbstkonzept als das Aussmass an Vertrauen, dass Schüler und Schülerinnen in ihre individuellen Fähigkeiten haben, bezeichnet (vgl. PISA 2003: 150). Die Schüler bzw. Schülerrinnen können ein positives, also ein überdurchschnittlich stark ausgeprägtes Selbstvertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten haben oder gegenteilig ein negatives Selbstkonzept, was sich dementsprechend auch in einem geringeren Selbstvertrauen widerspiegelt. Dabei entscheidet die Höhe des Ausmaßes an Selbstvertrauen über die Ausprägung von positivem sowie negativem Selbstkonzept, dabei gilt es unterschiedlich starke Ausprägungsstufen zu berücksichtigen.

Das schulische Selbstkonzept, auch unter dem Namen Fähigkeits-Selbstkonzept geläufig, ist individuell zu verstehen. Dies bedeutet, dass ein Schüler oder eine Schülerin ganz unterschiedliche Selbstkonzepte ausbildet, abhängig von den einzelnen Schulfächern. Die unterschiedliche Ausprägung wird von gemachten Erfahrungen in dem Umfeld der Schule beeinflusst, verstärkt und entwickelt. Man geht davon aus, dass besonders die ersten Erfahrungen in der Grundschule einen besonders starken Effekt auf das Selbstkonzept ausüben. Auch die weiterführende Schule ist bei der Ausbildung des Selbstkonzeptes von Bedeutung und wissenschaftlich nicht zu vernachlässigen. Kurz gesagt: Die bereits erlebten Erfahrungen im schulischen Alltag spielen eine übergeordnete Rolle bei der Ausprägung der Selbsteinschätzung, dem Selbstvertrauen und damit auch dem Selbstkonzept.

Neben dem Selbstkonzept wird häufig der Begriff der Selbstwirksamkeit genannt, der als Facette des Selbstkonzeptes angesehen wird. Selbstwirksamkeit beschreibt die Stärke des Vertrauens in die Fähigkeit schwierige Aufgaben zu bewältigen. Die Selbstwirksamkeit einer Person ist hoch, wenn sie bewältigungsorientiert handelt und niedrig, wenn eine Person hilflos reagiert bzw. sich bewusst ablehnt um sich nicht der Herausforderung zu stellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die Relevanz der Chancengleichheit in Naturwissenschaften und führt in die psychologischen sowie soziologischen Schwerpunkte der Arbeit ein.

2. Was bedeutet Stereotyp?: Dieses Kapitel definiert den Begriff Stereotyp aus interdisziplinärer Sicht und beleuchtet dessen Funktion als Vereinfachungsmechanismus in der Wahrnehmung sozialer Gruppen.

3. Geschlechterdiffernz als Schwerpunkt der Gender Forschung: Hier wird Geschlecht als soziokulturelle Konstruktion (Gender) analysiert und die Notwendigkeit aufgezeigt, soziale Ungleichheiten in Bildungsprozessen kritisch zu hinterfragen.

4. Aktuelle Studien als Ausgangspunkt: Das Kapitel bietet eine empirische Bestandsaufnahme, die zeigt, wie geschlechtsspezifische Kompetenzunterschiede im Laufe der Schullaufbahn entstehen oder sich manifestieren.

5. Erklärungsversuch für Differenzen: Es werden zentrale Faktoren wie mangelndes Interesse, Selbstkonzepte und der Einfluss von Stereotypen in der Interaktion zwischen Lehrkräften und Schülern diskutiert.

6. Was ist zu tun?: Dieses Kapitel evaluiert Interventionsmöglichkeiten, insbesondere den monoedukativen Unterricht und das Reattributionstraining, um bestehende Stereotypisierungen aufzubrechen.

7. Schlussbemerkung: Handlungsmöglichkeit der Lehrkraft: Die Arbeit schließt mit einem Appell an Lehrkräfte, ihre Rolle bei der Förderung eines gesunden Selbstbildes bewusst wahrzunehmen und Stereotypisierungen aktiv entgegenzuwirken.

Schlüsselwörter

Geschlechterdifferenz, Stereotypisierung, Naturwissenschaftlicher Unterricht, Gender Studies, Selbstkonzept, Selbstwirksamkeit, Koedukation, Monoedukativer Unterricht, Reattributionstraining, Chancengleichheit, Soziale Konstruktion, Bildungsforschung, Attribution, Leistungsdifferenz, Pädagogische Intervention

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert, warum Mädchen und Jungen in naturwissenschaftlichen Fächern oft unterschiedliche Leistungen und Einstellungen zeigen, und wie stereotype Zuschreibungen diesen Prozess beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Gender-Konstruktionen, die Entwicklung des fachspezifischen Selbstkonzepts, die Rolle des „heimlichen Lehrplans“ und empirische Erkenntnisse aus PISA- und anderen Leistungsstudien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Mechanismen der Benachteiligung im Unterricht aufzudecken, um durch bewusste pädagogische Handlungsweisen eine gerechtere Förderung aller Schüler zu ermöglichen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse psychologischer und soziologischer Fachliteratur sowie auf die Auswertung empirischer Studien zur Bildungs- und Geschlechterforschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Stereotyp-Definition, Gender-Konstruktion), die Analyse empirischer Leistungsdaten und die Diskussion konkreter pädagogischer Interventionsmaßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe wie Geschlechterdifferenz, Selbstkonzept, Naturwissenschaftsunterricht und Gender-Interventionen stehen im Zentrum der Untersuchung.

Welche Rolle spielt die Lehrkraft laut dem Autor?

Lehrkräfte haben eine entscheidende Rolle, indem sie durch ihre Interaktionen, ihr Feedback und die Gestaltung des Unterrichtsklimas aktiv an der Entstehung oder dem Abbau von Stereotypen beteiligt sind.

Was ist der Kern des Reattributionstrainings?

Es ist ein Ansatz, bei dem Lehrkräfte gezielt auf Unterrichtsbeiträge reagieren, um Schülern zu helfen, Erfolge und Misserfolge realistischer auf Anstrengung statt auf unveränderbare Begabung zurückzuführen.

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Details

Title
Geschlechterstereotypisierung im naturwissenschaftlichen Unterricht
College
University of Hamburg  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Course
Grundlagen des Lehren und Lernens
Grade
1
Author
Felix Bopp (Author)
Publication Year
2012
Pages
16
Catalog Number
V203906
ISBN (eBook)
9783656302261
ISBN (Book)
9783656303725
Language
German
Tags
geschlechterstereotypisierung unterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felix Bopp (Author), 2012, Geschlechterstereotypisierung im naturwissenschaftlichen Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203906
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