Die vorzubereitende Thematik für meine Seminararbeit war ein psychologischer Text über Attribution, welchen ich nun in der Form dieser Hausarbeit unter anderem als Teil für Erklärungsversuche und Verbesserungspotenziale für ein normatives Bemühen um Gerechtigkeit in Hinblick auf Geschlechterdifferenzen und Stereotypisierungen im naturwissenschaftlichen Unterricht aufgreifen werde. Dazu nutze ich eine Expertise „Mädchen und Naturwissenschaften in der Schule“ des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg, verfasst von Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland im Jahre 2004 als aktuelle Quelle, um einen Orientierungspunkt für die psychischen Bedingungen und Prozesse innerhalb dieser Thematik zu fixieren, da ich die wissenschaftlichen Ausführungen der Autorin schlüssig und aussagekräftig empfinde. Zunächst möchte ich ein paar allgemeine, einleitende Worte zu Begriff Stereotyp und speziell Geschlechterdifferenz verlieren, um mich im weitern Verlauf auf andere theoretische Erkenntnisse aus der psychologischen Erziehungswissenschaft zu fokussieren.
Da ich als Student der Sozialwissenschaften im Hauptfach Soziologie belegt habe, werde ich mich mit der Thematik Geschlechterdifferenz auch unter soziologisch Gesichtspunkten auseinander setzen, dabei aber den Hauptaugenmerk auf psychologische Theorien richten, um den Anforderungen des Seminars gerecht zu werden. Ein übergeordnetes Anliegen meiner Arbeit soll der Beitrag zu einer Verbesserung der Chancengleichheit von Mädchen und Jungen in der Schule sein. Latente und zumeist nicht bewusst gewollte Erziehungsprozesse, die in der Fachsprache auch als „heimlicher Lehrplan“ geschlechtertdifferenter Sozialisation gelten, sollen ins Bewusstsein gerufen werden um somit Veränderung zu fördern. Erst dann kann aus dem formalen Prinzip der Koedukation eine „reflexive“ (Faulstich-Wieland 1991: 63) Koedukation werden (Hilgers 1994: 13 ff.). Diese These der Erziehung der Koedukation von Frau Professor Faulstich-Wieland setzte ich den aktuellen Ausführungen von Frau Hannover und Frau Kessels gegenüber, welche in ihren Veröffentlichung für einen monoedukativen Unterricht plädieren speziell im Physik- und Sportunterricht, damit eine gerechtere Entwicklung der schulischen Kompetenzen durch diese Unterrichtsform gefördert wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was bedeutet Stereotyp?
3. Geschlechterdiffernz als Schwerpunkt der Gender Forschung
4. Aktuelle Studien als Ausgangspunkt
5. Erklärungsversuch für Differenzen
5.1 Ursache Interessen
5.2 Geschlechtspezifische Unterschiede in Bezug auf das Selbstkonzept
5.3 Soziale Zwänge oder Angst vor Ausgrenzung
6. Was ist zu tun?
6.1 Der Gedanke des monoedukativen Unterrichts
6.2 Reattributionstraining
7. Schlussbemerkung: Handlungsmöglichkeit der Lehrkraft
Häufig gestellte Fragen
Was ist der „heimliche Lehrplan“ in Bezug auf Geschlechterdifferenzen?
Damit sind latente, oft unbewusste Erziehungsprozesse gemeint, die geschlechtertypische Stereotypen im Unterricht verfestigen, ohne dass dies explizit im Lehrplan steht.
Warum interessieren sich Mädchen oft weniger für Naturwissenschaften?
Die Arbeit untersucht Ursachen wie geschlechtsspezifische Selbstkonzepte, soziale Zwänge und die Angst vor Ausgrenzung in männlich dominierten Fachbereichen.
Was ist der Unterschied zwischen Koedukation und reflexiver Koedukation?
Reflexive Koedukation (nach Faulstich-Wieland) bedeutet, die Geschlechterrollen im gemeinsamen Unterricht bewusst zu reflektieren, statt sie nur formal nebeneinander zu unterrichten.
Wird in der Arbeit für monoedukativen Unterricht plädiert?
Die Arbeit stellt die Thesen von Hannover und Kessels vor, die für Fächer wie Physik zeitweise getrennten Unterricht vorschlagen, um die Kompetenzentwicklung von Mädchen zu fördern.
Was bewirkt ein Reattributionstraining?
Es soll Schülern helfen, Erfolg und Misserfolg nicht auf mangelndes Talent, sondern auf beeinflussbare Faktoren wie Anstrengung zurückzuführen, um das Selbstvertrauen zu stärken.
- Quote paper
- Felix Bopp (Author), 2012, Geschlechterstereotypisierung im naturwissenschaftlichen Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203906