Einer allgemeinen Analyse der Frage, was unter (mittelalterlicher) Rhetorik zu verstehen ist, folgt der konkrete Bezug zur Sangspruchdichtung Walthers von der Vogelweide. Vor allem der Erste Reichston Walthers, bestehend aus Reichsklage, Weltklage und Kirchenklage, wird im Bezug auf seine formalen Besonderheiten, seinen (politischen) Inhalt, seine Symbolik, die darin angewandten rhetorischen Stilmittel und die Botschaft der einzelnen Strophen analysiert und interpretiert.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Uberzeugen
- Exkurs: Kommunikationsmodell nach Jakobson
- Nonverbale Kommunikation
- Rhetorik
- Gestik
- Bedeutung nonverbaler Kommunikation im Mittelalter
- Politische Dichtung (Schwerpunkt: Walther von der Vogelweide)
- Analyse und Interpretation des Ersten Reichstons
- Der Reichston
- Reichsklage
- Weltklage
- Kirchenklage
- Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Überzeugungsprozesse in der Kommunikation funktionieren und wie diese im Mittelalter durch die Anwendung nonverbaler Kommunikationsmittel, insbesondere der Rhetorik, im politischen Kontext eingesetzt wurden. Der Schwerpunkt liegt auf der Analyse der politischen Sangspruchdichtung Walthers von der Vogelweide, insbesondere auf seinem Ersten Reichston, um die Rhetorik und die politischen Botschaften des Dichters zu beleuchten.
- Überzeugungsprozesse in der Kommunikation
- Nonverbale Kommunikationsmittel im Mittelalter
- Rhetorik und politische Dichtung
- Analyse des Ersten Reichstons von Walther von der Vogelweide
- Politische Botschaften und Intentionen Walthers
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Überzeugungsprozesse in der Kommunikation ein und erläutert die Bedeutung nonverbaler Kommunikationsmittel in der Politik. Die Arbeit stellt die Zielsetzung und den Aufbau der Arbeit vor.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Bedeutung des Überzeugens in der Kommunikation. Es wird die etymologische Entwicklung des Begriffs „überzeugen" erläutert und die Unterschiede zwischen Überredung und Überzeugung dargestellt. Im Anschluss wird das Konzept der persuasiven Kommunikation vorgestellt und die Bedeutung der Kommunikationsform für die Rhetorik nach Aristoteles erläutert.
Im dritten Kapitel wird die nonverbale Kommunikation, die sich auf alle nicht-verbalen Kommunikationsmittel bezieht, näher untersucht. Die Bedeutung der Rhetorik als Teil der nonverbalen Kommunikation wird beleuchtet und die verschiedenen Elemente der Rhetorik nach Aristoteles, wie Logos, Pathos und Ethos, werden erläutert.
Das vierte Kapitel widmet sich der politischen Dichtung im Mittelalter, insbesondere der Sangspruchdichtung Walthers von der Vogelweide. Die Arbeit beleuchtet die Bedeutung und die Themen der Sangspruchdichtung Walthers und stellt seine politische Rolle als Sprachrohr verschiedener politischer Gruppen dar.
Das fünfte Kapitel analysiert und interpretiert den Ersten Reichston Walthers von der Vogelweide. Die Arbeit untersucht die drei Strophen des Reichstons - Reichsklage, Weltklage und Kirchenklage - im Bezug auf ihren Inhalt, ihre stilistischen Besonderheiten und ihre Botschaft.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen Überzeugung, nonverbale Kommunikation, Rhetorik, politische Dichtung, Walther von der Vogelweide, Sangspruchdichtung, Erster Reichston, Reichsklage, Weltklage, Kirchenklage, Mittelalter, Politik, Kommunikationstheorie, Aristoteles, Jakobson.
Häufig gestellte Fragen
Welche Überzeugungsstrategien nutzte Walther von der Vogelweide?
Walther kombinierte rhetorische Stilmittel (Logos, Pathos, Ethos) mit politischer Symbolik und nonverbalen Elementen (Gestik), um seine Zuhörer von seinen politischen Botschaften zu überzeugen.
Was ist der „Erste Reichston“?
Es handelt sich um eine berühmte Gruppe von Sangsprüchen Walthers, die aus der Reichsklage, der Weltklage und der Kirchenklage besteht und die politischen Zustände seiner Zeit kritisiert.
Welche Bedeutung hatte die Gestik in der mittelalterlichen Rhetorik?
In einer Zeit, in der Dichtung meist mündlich vorgetragen wurde, war die Gestik entscheidend, um die Bedeutung der Worte zu unterstreichen und die emotionale Wirkung auf das Publikum zu verstärken.
Was kritisierte Walther in der „Kirchenklage“?
In der Kirchenklage thematisierte er den moralischen Verfall und die politische Einmischung der Kirche, insbesondere des Papsttums, in weltliche Angelegenheiten des Reiches.
Wie unterscheidet sich Überzeugung von Überredung?
Überzeugung zielt auf eine dauerhafte Einstellungsänderung durch Argumente ab, während Überredung oft kurzfristig und manipulativ durch emotionalen Druck wirkt.
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- Gabriela Augustin (Author), 2012, Überzeugungsstrategien in Walther von der Vogelweides Sangspruchdichtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203918