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Fließende Grenzen und die Frage nach der einen europäischen Identität

Title: Fließende Grenzen und die Frage nach der einen europäischen Identität

Seminar Paper , 2011 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Gabriela Augustin (Author)

Cultural Studies - European Studies
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Summary Excerpt Details

Die japanische Autorin Yoko Tawada beschäftigt sich in ihrem Essay "Eigentlich darf man es niemandem sagen, aber Europa gibt es nicht" intensiv mit dem Thema „Europa“ samt existierender Probleme hinsichtlich Integration, unterschiedlicher Nationalitäten mit jeweils eigenen Traditionen und Wertevorstellungen, Unsicherheit und Problemen; kurz: Mit der nicht enden wollenden Suche nach (einer europäischen) Identität.
Hieraus folgt die Analyse einer Auswahl kultureller sowie sozialer Probleme Europas, die aus der nicht optimal verlaufenen Entstehungsgeschichte Europas und der Europäischen Union resultieren. Im Fokus stehen kulturelle und soziale Schwierigkeiten wie auch die Konsequenzen für Europa als eine Vereinigung von 27 Staaten.
Ein denkbarer Lösungsansatz für dieses Dilemma wird abschließend im Ansatz skizziert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Europa als Illusion

2.1. Yoko Tawadas Auffassung von Europa

2.2. Sprache als Identifikationsmittel?

2.3. Fließende Grenzen

3. Europa – Das große Gegenprojekt zu den USA

3.1. Kleine Geschichte der EU

3.2. Homogenität bleibt Illusion

3.3. In varietate concordia funktioniert nicht

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die komplexen Herausforderungen der europäischen Identitätsbildung vor dem Hintergrund kultureller und sozialer Vielfalt. Dabei wird analysiert, inwieweit das Konstrukt "Europa" als einheitliches Projekt gegenüber dem Vorbild der USA bestehen kann und welche Rolle Sprache und nationale Traditionen in diesem Integrationsprozess spielen.

  • Kulturelle und soziale Identität in der Europäischen Union
  • Literarische Perspektiven von Yoko Tawada auf Europa
  • Vergleich des europäischen Modells mit den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Sprache als Barriere und Identifikationsmittel
  • Herausforderungen der Homogenität in einem diversen Staatenverbund

Auszug aus dem Buch

2.1. Yoko Tawadas Auffassung von Europa

In Yoko Tawadas Essay Eigentlich darf man es niemandem sagen, aber Europa gibt es nicht erfährt die literarische Figur als eine Art Doppelgestalt den europäischen Kontinent: Als ein männliches und ein weibliches Individuum – jeweils dargestellt als Theaterfigur. Allein diese Ausgangssituation aus dem Kontext des Theaters impliziert dem Rezipienten sofort ein Gefühl von Künstlichkeit und Erfundenem. Das Folgende ist fiktiv und alles andere als realistisch vorstellbar. Von Beginn an beherrscht also Illusion den gegenwärtigen Zustand und letzten Endes das Hauptproblem: Die Frage und endlose Suche nach der einen europäischen Identität. Traurige Konsequenz dieses scheinbar unlösbaren Definitionsproblems ist, dass Europa in Wirklichkeit überhaupt nicht existiert. Europa ist lediglich ein fiktives Konstrukt.

Die männliche Figur äußert sich im Essay vorwiegend kritisch. Kritik am Fremden und Anderen dient in der westlichen Gesellschaft vor allem als Schutz davor, selbst kritisiert zu werden. Diese Kritik stellt die „spezifisch westliche Form von Rationalität“¹ dar; „Kritik [erscheint] als Grundform des Denkens.“² Geradezu zwanghaft werden Ereignisse, Institutionen sowie Personen kritisiert. Erstaunlicherweise kritisiert sich diese männliche Figur schließlich doch selbst, was allerdings plausibel erklärbar ist: Sogar Selbstkritik ist nützlich, dient sie doch als Schutz vor Nichtbeachtung – der wohl größten Angst des typischen Westeuropäers. Kritik und eine damit verbundene pessimistische Grundeinstellung wirken auf Außenstehende als eine Art Volkssport; aus dieser Disziplin geht der typische Europäer als klares Naturtalent hervor.³

Auf der anderen Seite steht die weibliche Verkörperung Europas. Sie symbolisiert folgenden griechischen Mythos: Der nicht selten unmoralische Gottvater Zeus ist „von der Schönheit der jungen Europa ergriffen“⁴ und verwandelt sich in einen prächtigen Stier, um die Aufmerksamkeit der jungen phönizischen Prinzessin zu erlangen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik der europäischen Identitätskrise ein und skizziert das Ziel, das Konstrukt Europa anhand literarischer und gesellschaftlicher Analysen zu hinterfragen.

2. Europa als Illusion: Dieses Kapitel untersucht durch die Analyse der Werke von Yoko Tawada die künstliche Natur europäischer Identität sowie die Rolle der Sprache als Barriere.

2.1. Yoko Tawadas Auffassung von Europa: Hier wird die literarische Doppelgestalt Europas beleuchtet, die die Künstlichkeit und das Fehlen einer realen, einheitlichen Identität verdeutlicht.

2.2. Sprache als Identifikationsmittel?: Dieses Kapitel thematisiert die Schwierigkeiten, sich in einer Fremdsprache auszudrücken, und wie Sprache als Spiegel für das "Fremde" fungiert.

2.3. Fließende Grenzen: Es wird die Problematik der Abgrenzung europäischer Nationalstaaten und das Konzept der kulturellen Osmose als Lösungsansatz diskutiert.

3. Europa – Das große Gegenprojekt zu den USA: Dieses Kapitel stellt das europäische Staatenmodell dem der USA gegenüber und hinterfragt dessen Funktionstüchtigkeit.

3.1. Kleine Geschichte der EU: Ein historischer Abriss der Entwicklung der Europäischen Union von ihren Anfängen bis zur modernen Struktur.

3.2. Homogenität bleibt Illusion: Dieses Kapitel analysiert das Scheitern der Vision einer kulturell homogenen europäischen Identität trotz politischer Integration.

3.3. In varietate concordia funktioniert nicht: Hier wird die Diskrepanz zwischen dem Motto der "Einheit in Vielfalt" und der praktischen Realität der europäischen Diversität kritisch hinterfragt.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse und dem Plädoyer, kulturelle Vielfalt als Stärke statt als Hindernis zu begreifen.

Schlüsselwörter

Europa, Europäische Union, Identität, Identitätskrise, Yoko Tawada, Kultur, Nationalität, Sprache, Homogenität, Diversität, Osmose, politische Konstruktion, Integration, Europa-Kritik, In varietate concordia.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Identitätskrise der Europäischen Union und untersucht kritisch, warum eine einheitliche europäische Identität bisher nicht realisiert werden konnte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die literarische Auseinandersetzung mit Europa durch Yoko Tawada, die Rolle der Sprache bei der Identitätsbildung sowie der Vergleich des europäischen Integrationsprojekts mit den USA.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das Konzept "Europa" als fiktives Konstrukt zu hinterfragen und Wege zu skizzieren, wie man mit der kulturellen Vielfalt und den damit verbundenen Spannungen umgehen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die literaturwissenschaftliche Methoden zur Interpretation von Tawadas Essays mit einer politisch-historischen Betrachtung der EU-Entwicklung verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Europa als "Illusion" (durch Tawada), die Rolle von Sprache und Grenzen sowie eine kritische Prüfung des europäischen Modells im Vergleich zum US-amerikanischen Vorbild.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Identitätskrise, kulturelle Osmose, In varietate concordia, fiktives Konstrukt und nationale Diversität.

Warum wird das Konzept der "Osmose" in der Arbeit verwendet?

Das Konzept dient als biologische Metapher, um die notwendige, aber schwierige Durchdringung der unterschiedlichen Kulturen innerhalb Europas zu beschreiben, bei der das "Fremde" mit dem "Eigenen" verschmilzt.

Wie bewertet die Arbeit das Motto "In varietate concordia"?

Die Arbeit vertritt die Ansicht, dass dieses Motto in der aktuellen Praxis nur schwer umsetzbar ist, da die gelebte Realität der diversen europäischen Nationalstaaten häufig zu Konflikten und Abgrenzungen statt zu echter Einigkeit führt.

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Details

Title
Fließende Grenzen und die Frage nach der einen europäischen Identität
College
Karlsruhe Institute of Technology (KIT)  (Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft)
Course
Mythos Europa - Identität und Konstruktion eines Kulturraums
Grade
2,0
Author
Gabriela Augustin (Author)
Publication Year
2011
Pages
17
Catalog Number
V203921
ISBN (eBook)
9783656308768
ISBN (Book)
9783656309178
Language
German
Tags
Yoko Tawada Europa Mythos Identität kulturelle Grenzen Einigung Europas EU
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gabriela Augustin (Author), 2011, Fließende Grenzen und die Frage nach der einen europäischen Identität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203921
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