Familienförderung auf kommunaler Ebene - Der Familienpass


Hausarbeit, 2012

8 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Familienpass
2.1. Effekte des Familienpasses
2.2. Zielgruppen
2.3. Leistungsangebote
2.4. Umsetzung
2.5. Die Familienkarte Hessen

3. Fazit

4. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

„Bist du ein Politiker, der danach fragt, was dein Land für dich tun kann oder ein begeisterter, der fragt, was du für dein Land tun kannst? Wenn du ersterer bist, dann bist du ein Parasit; bist du der zweite, dann bist du eine Oase in der Wüste.“1 Besonders auf kommunaler Ebene wird viel für die Familienpolitik getan. Sie setzt sich in den verschiedensten Bereichen für das Wohl der Familien ein, wie zum Beispiel die Bildungs- und Beratungsangebote für Familien, die finanzielle Entlastung von Familien, Gesundheitliche Förderung und Hilfen für Familien, Familie und Arbeitswelt, Familienorientierung der Wohnverhältnisse und viele mehr.2 In meiner Ausarbeitung möchte ich mich auf die finanzielle Entlastung von Familien konzentrieren. Dabei gehe ich auf das Beispiel des Familienpasses ein und erkläre die Bedeutung und Ziele des Passes. Des Weiteren werde ich auf die Familienkarte Hessen eingehen und diese genauer erläutern. Ich habe mir die Frage gestellt, warum die hessische Familienkarte in kurzer Zeit eine so große Resonanz erlangen konnte.

2. Der Familienpass

2.1. Effekte des Familienpasses

In einigen Orten wird der Familienpass auch als Stadtpass für Familien oder als Familienkarte bezeichnet. Dieser beinhaltet eine Vielzahl von Effekten. Durch ihn kann die Lebensqualität von Familien verbessert werden und es wird das Ansehen der Kommunen gefördert. Des Weiteren wird der Zusammenhalt von Familien gefördert, weil sie die Leistungen des Passes einfach und schnell in Anspruch nehmen können. Außerdem erhalten die Familien eine Broschüre in denen alle Leistungen des Familienpasses nachzulesen sind und damit gibt die Kommune eine Zeichen an die Anerkennung der familialen Leistungen.

2.2. Zielgruppen

Die für den Familienpass vorgesehen Zielgruppen sind vor allem kinderreiche Familien. Des Weiteren haben finanziell schwache Familien Anspruch auf den Pass. Ihnen soll es ermöglicht werden am Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebot teilzunehmen. Mit berücksichtigt werden auch Familien mit behinderten oder pflegebedürftigen Angehörigen, Alleinerziehende, ältere Menschen, Studierende, Kinder und Jugendlichen in einer Schul- bzw. Berufsausbildung sowie Wehrdienstoder Bundesfreiwilligendienstleistende.

Um die Leistungen auch ohne die Eltern in Anspruch nehmen zu können, erhalten die Kinder oft Teilpässe. So können sie Vergünstigungen wie zum Beispiel Rabatte in der Schwimmhalle oder in Museen auch ohne Begleitung der Eltern erhalten.3

2.3. Leistungsangebote

Die Leistungsangebote des Familienpasses umfassen ein breites Spektrum, welche von Kommune zu Kommune jedoch unterschiedlich sein kann. Grundlegend sind aber vor allem Preisnachlässe bei Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, freier oder ermäßigter Eintritt in kommunale Einrichtungen und freizeitorientierte, kulturelle und bildungsbezogene Leistungen mit einbegriffen. Des Weiteren können sie Ermäßigungen bei kommunalen Gebühren bekommen und sie können eine Förderung der Wohneigentumsbildung erhalten.

Im Folgenden werde ich die gerade genannten Leistungen noch näher erläutern. Der, im Leistungsangebot vorhandene, freie oder ermäßigte Eintritt in kommunale Einrichtungen soll den Familien ermöglichen am kulturellen, sozialen und gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Durch den Familienpass sollen sie eine finanzielle Erleichterung erhalten. In einigen Kommunen erhalten die Familien zum Beispiel Preisnachlässe bei Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, bei kulturellen Veranstaltungen sowie freien oder ermäßigten Eintritt in Schwimmbädern, Museen, Ermäßigungen bei Kindertagesstätten - Beiträgen und vielen mehr. Des Weiteren können für Kinder Zuschüsse für Klassenfahrten und ähnliche Schulausflüge beantragt werden. Die Zuschusshöhe ist abhängig von den einzelnen Kommunen.

Die Familien werden auch bei alltäglich anfallenden Kosten durch eine kommunale Ermäßigung finanziell unterstützt. Die Kommune kann dabei ein Teil der Wasserkosten, der Energiekosten oder der Müllabfuhrgebühren übernehmen. Bei freizeitorientieren, kulturellen und bildungsbezogenen Leistungen können die Kommunen den Familien bei ihren finanziellen Engpässen unterstützen. Dies können zum Beispiel Ermäßigungen Kursgebühren oder beim Ausleihen von Büchern etc. sein. Das ist auch eine Möglichkeit um besonders benachteiligte Familien einen besseren Zugang zur Bildung zu ermöglichen.

Ein weiteres Leistungsangebot kann auch die Förderung der Wohneigentumsbildung von Familien sein. Hierbei können in Kombination mit dem Familienpass Bauhilfen als Familiendarlehen angeboten werden. Hinzu kommt, dass gemeindeeigene Baugrundstücke günstiger erworben werden können oder auch Grundstücke in Erbpacht vergeben werden können. Diese sind aber bevorzugt für Familien mit vielen Kindern oder behinderten bzw. pflegebedürftigen Angehörigen angedacht.4

2.4. Umsetzung

Um in einer Kommune ein Familienpass einführen zu können, muss im Sozial- bzw. Jugendausschuss ein Antrag durch Wohlfahrtsverbänden oder Parteien gestellt werden. Vor der Einführung des Passes muss die Stadt- oder Gemeindeverwaltung Richtlinien für die Inhalte und die Bezugsberechtigten festlegen und nach der Erstellung der Richtlinien Gespräche mit den Kooperationspartnern, wie zum Beispiel Schwimmbadbetreiber, Volkshochschule etc. über die Höhe der Vergünstigungen führen. Des Weiteren können Gespräche mit externen Anbietern geführt werden. Diese können für öffentliche Veranstaltungen vergünstige Mieten erhalten wenn sie im Gegenzug die Eintrittspreise für die Inhaber eines Familienpasses senken. Außerdem sollte bei der Gestaltung berücksichtigt werden, dass die Antragssteller einen genauen Überblick von den finanziellen Vergünstigungen haben und über Ansprüche auf den Pass und die Gültigkeit informiert sind. Zur Vereinfachung der Handhabung des Passes für die Kooperationspartner, sollten auf dem Familienpass ein Gültigkeitsstempel und eine Passnummer vermerkt sein.

[...]


1Vgl.: Kahlil Gibran (1883-1931); siehe Internetquelle, URL:

http://www.zitate.de/db/ergebnisse.php?sz=9&stichwort=&kategorie=Politik&autor

2 Vgl: Christiane Dienel (2002); Familienpolitik: Eine praxisorientierte Gesamtdarstellung der Handlungsfelder und Probleme; Weinheim/München; Seite 149-150

3 Vgl: Netzwerkbüro im Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung; Netzwerk - Infotext: Familienpass und Co. - Ein Instrument zur Förderung und Aktivierung von Familien auf kommunaler Ebene; Seite 2; Stand 2005; URL: http://www.ies.uni-hannover.de/Netzwerk/info_text_04.pdf

4 Vgl: ebd. Seite 2

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Familienförderung auf kommunaler Ebene - Der Familienpass
Hochschule
Hochschule Magdeburg-Stendal; Standort Stendal
Veranstaltung
Familienpolitik
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
8
Katalognummer
V203995
ISBN (eBook)
9783656302520
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Familienpass, kommunale Ebene, Familie, Familienförderung
Arbeit zitieren
Thomas Pohl (Autor:in), 2012, Familienförderung auf kommunaler Ebene - Der Familienpass, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203995

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