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Die Gefährdung der Stabilität des internationalen Systems durch gescheiterte Staaten am Beispiel Afghanistan

Title: Die Gefährdung der Stabilität des internationalen Systems durch gescheiterte Staaten am Beispiel Afghanistan

Term Paper , 2011 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Philipp Sternad (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
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Auf Grund der Geschehnisse der letzten 30 Jahre in Afghanistan und der aktuellen Dauerpräsenz des Landes in den Medien stellte sich mir die Frage, warum es bei einer über Dekaden annähernd gleichen Situation in Afghanistan zu grundsätzlich unterschiedlichen Reaktionen auf dieses Land gekommen ist. Afghanistan taumelte in diesen 30 Jahren zwischen dem Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Welt und dem absoluten Desinteresse aller relevanten Staaten. Der sich nun langsam ankündigende Abzug der seit 2001 stationierten Interventionstruppen aus Afghanistan und das Entlassen des Landes in die Selbstständigkeit könnte bei einer ausreichenden Stabilität der afghanischen Regierung wieder in eine Phase des internationalen Desinteresses führen. Diese Arbeit ist keine „aufklärende“ über vermeintliche oder tatsächliche „wahre“ Grunde der verschiedenen Interventionen auf internationaler Seite in diesem Land, sondern sucht eine Antwort auf die vermehrte Intervention von Industriestaaten in schwachen oder gescheiterten Staaten und das teilweise oder vollständige Unterlassen einer Intervention in andere gescheiterte Staaten oder den selben Staat zu einer anderen Zeit und unter anderen aber ähnlichen Bedingungen.
Ich werde als erstes die relevanten theoretischen Grundlagen und Definitionen nahe bringen, als zweites die Intervention in einem gescheiterten Staat auf ihre Ursache hin analysieren und abschließend werde ich einen Versuch unternehmen, die Interventionen in den theoretischen Kontext zu setzen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlage: Neorealismus nach Waltz

3. Gescheiterte Staaten

4. Failed States im internationalen System

5. Afghanistan 1978

5.1 Interventionsgründe

5.2 Interpretation

6. Afghanistan 2001

6.1 Interventionsgründe

6.2 Interpretation

7. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht, warum es bei ähnlichen strukturellen Bedingungen in Afghanistan zu unterschiedlichen internationalen Reaktionen kam. Der Fokus liegt auf der Analyse, unter welchen Umständen Industrienationen in gescheiterte Staaten intervenieren und warum sie in anderen Fällen von Interventionen absehen, wobei die theoretische Perspektive des Neorealismus eingenommen wird.

  • Analyse neorealistischer Sicherheitsinteressen und Machtstrukturen
  • Definition und Merkmale gescheiterter Staaten (Failed States)
  • Vergleichende Untersuchung der Interventionen in Afghanistan (1978 und 2001)
  • Bedeutung von geostrategischen Interessen und Machtgleichgewichten
  • Evaluation der Rolle von "State Building" als Lösungsansatz

Auszug aus dem Buch

Failed States im internationalen System

Da gescheiterte Staaten weder militärisch noch in anderer Weise über Macht verfügen, müssten sie gemäß der neorealistischen Theorie im internationalen System überhaupt nicht in Erscheinung treten, da sie keinen Einfluss auf das Gleichgewicht der Mächte haben.. Erst wenn diese Staaten das Interesse anderer Staaten wecken, sei es durch die nicht Eindämmung von Kriminalität oder Terrorismus in diesem Staat, durch das drohende Verschieben eines Machtgleichgewichts, beispielsweise durch eine kommunistische Revolution in einem „3.-Welt-Land“ im kalten Krieg, oder durch seine geostrategische Position beziehungsweise relevante Ressourcen, wird es zu einem im internationalen System relevanten Mitspieler. Allerdings weniger als Mitspieler im eigentlichen Sinne, sondern eher als Spielball zwischen den um die Macht kämpfenden anderen Staaten.

Gescheiterte Staaten bringen auf diese Weise also indirekt weil ohne bewussten Einfluss, eine Instabilität in das Machtsystem zwischen den Staaten. Wäre der Staat nicht schwach oder gescheitert, sondern könnte seine Ressourcen selbst ausbeuten, seine Kriminalität selbst bekämpfen oder wäre er keinen inneren Spannungen ausgesetzt, würden sich andere Staaten nicht zu einer Intervention verführt fühlen. Dieser auf direkte oder indirekte Weise erfolgende Eingriff in diesen Staat dient dem Nachkommen des Sicherheit Bedürfnisses und/oder dem Ausbau der Macht, beispielsweise durch geostrategische Vorteile oder Ressourcen abbauen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der unterschiedlichen internationalen Reaktionen auf die Situation in Afghanistan über einen Zeitraum von 30 Jahren.

Theoretische Grundlage: Neorealismus nach Waltz: Erläuterung der neorealistischen Theorie, die den Fokus auf Sicherheitsinteressen, Anarchie im internationalen System und das Streben nach Machtgleichgewicht legt.

Gescheiterte Staaten: Definition des Begriffs "Failed States" auf Basis von Max Webers Staatsverständnis und Ergänzung durch aktuelle Indikatoren wie soziale und politische Stabilität.

Failed States im internationalen System: Analyse der Rolle von gescheiterten Staaten als potenzielle Störfaktoren für das Machtgleichgewicht, die Interventionen von außen legitimieren können.

Afghanistan 1978: Betrachtung der Machtübernahme durch die DVPA, der daraus resultierenden sowjetischen Intervention und der Interpretation als Stellvertreterkrieg.

Afghanistan 2001: Untersuchung der Intervention nach den Anschlägen vom 11. September unter Einbeziehung der Rolle von Al-Qaida und dem Fehlen staatlicher Kontrollstrukturen.

Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse, die zeigt, dass schwache Staaten dann interveniert werden, wenn sie eine Bedrohung für externe Sicherheitsinteressen oder das globale Machtgleichgewicht darstellen.

Schlüsselwörter

Neorealismus, Afghanistan, Failed States, Internationale Politik, Sicherheitsinteressen, Machtgleichgewicht, Intervention, Sowjetunion, USA, Al-Qaida, Bürgerkrieg, Geostrategie, Souveränität, State Building, Staatszerfall

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die sicherheitspolitischen Hintergründe, die dazu führen, dass Industrienationen in schwache oder gescheiterte Staaten wie Afghanistan militärisch oder politisch intervenieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die neorealistische Theorie der internationalen Beziehungen, das Phänomen gescheiterter Staaten sowie eine historische Analyse zweier Interventionsphasen in Afghanistan.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum Interventionen in gescheiterten Staaten stattfinden, wenn diese eine Bedrohung für externe Sicherheitsinteressen oder ein Machtgleichgewicht darstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoriegeleitete Fallstudienanalyse, bei der das Beispiel Afghanistan mit den Prinzipien des Neorealismus nach Kenneth Waltz verknüpft wird.

Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Definition von "Failed States" und die detaillierte Untersuchung der historischen Kontexte der Jahre 1978 und 2001 in Afghanistan.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation am besten?

Wichtige Begriffe sind Neorealismus, Failed States, Sicherheitsinteressen, Machtgleichgewicht, Intervention und State Building.

Warum unterscheidet der Autor zwischen den Interventionen von 1978 und 2001?

Die Unterscheidung dient dazu, zwei unterschiedliche Bedrohungslagen im internationalen System zu verdeutlichen: den Kalten Krieg als Systemkonflikt von Supermächten und den Kampf gegen grenzüberschreitenden Terrorismus durch nicht-staatliche Akteure.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit zum Thema "State Building"?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass State Building eine notwendige Lösung sein kann, um durch den Aufbau stabiler staatlicher Strukturen langfristig Bedrohungen, die von einem rechtsfreien Raum ausgehen, einzudämmen.

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Details

Title
Die Gefährdung der Stabilität des internationalen Systems durch gescheiterte Staaten am Beispiel Afghanistan
College
University of Potsdam
Grade
2,0
Author
Philipp Sternad (Author)
Publication Year
2011
Pages
14
Catalog Number
V204079
ISBN (eBook)
9783656303664
ISBN (Book)
9783656305538
Language
German
Tags
gefährdung stabilität systems staaten beispiel afghanistan
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Sternad (Author), 2011, Die Gefährdung der Stabilität des internationalen Systems durch gescheiterte Staaten am Beispiel Afghanistan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204079
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