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Ironie – ein indirekter Sprechakt

Bedeutung von Kognition und Emotion bei ironischen Äußerungen

Titel: Ironie – ein indirekter Sprechakt

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 31 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Julia Limmer (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein nicht seltenes Phänomen im allgemeinen Sprachgebrauch ist die Verwendung ironischer Äußerungen. Besonders das Verstehen dieser wird in der Ironieforschung auffallend häufig thematisiert, vor allem im Zusammenhang mit der Frage nach dem Grund für die Verwendung nichtwörtlicher Rede. Aber warum wird hier so ein starker Fokus gesetzt? Welche Besonderheit weist die Verwendung von Ironie und das Verständnis dieser auf, die das Interesse der Linguistik derart auf sich zieht?
Diese Arbeit befasst sich mit der Analyse ironischer Äußerungen unter folgenden Fragestellungen:

I. Wie funktioniert Ironie und woran erkennt man, dass der Sprecher Ironie verwendet?
II. Was sind die Ziele ironischer Äußerungen?
III. In welcher Form finden kognitive und emotionale Bewertungen durch die
Verwendung von Ironie statt?
IV. Ist Ironie ein kognitiver und/oder emotionaler Akt?

Nachdem die theoretischen Grundlagen geklärt worden sind, wird das Thema Ironie unter Berücksichtigung folgender Thesen betrachtet:

I. Ironie vermittelt sowohl kognitive als auch emotionale Bewertungen
II. Die emotionale Einstellung des Produzenten bei der Verwendung von Ironie muss durch eine doppelte Implikaturziehung erschlossen werden.
III. Eine ironische Äußerung ist immer ein impliziter expressiver Sprechakt.

Ziel der Arbeit ist es, neben der Beantwortung der oben gestellten Fragen, die Bedeutung der Emotion bei der Verwendung von Ironie herauszuarbeiten, da dieser Gesichtspunkt bisher von der Forschung – unberechtigterweise – nur partiell und ungenügend berücksichtig wurde.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Das Materialkorpus

2 Definition des Ironiebegriffs

3 Kognitiver Aspekt der Ironie

3.1 Überblick

3.2 Funktionsweise von Ironie

3.3 Unterschied zwischen Ironie und Lüge

3.4 Ironiesignale

4 Emotionaler Aspekt der Ironie

4.1 Funktion und Ziele ironischer Äußerungen

4.2 Ironie – kognitive Doppelimplikatur und emotionale Bewertung

4.3 Ironie als indirekter expressiver Sprechakt

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Verwendung ironischer Äußerungen unter Berücksichtigung kognitiver und emotionaler Prozesse. Das primäre Ziel ist es, die bisher in der Forschung oft vernachlässigte Bedeutung der Emotion bei der Verwendung von Ironie herauszuarbeiten und zu belegen, dass Ironie sowohl kognitive als auch emotionale Bewertungen vermittelt.

  • Analyse von Ironie als kognitiver und emotionaler Akt
  • Untersuchung der Funktionsweise und der Signale ironischer Äußerungen
  • Abgrenzung zwischen Ironie und Lüge
  • Erforschung der Funktionen und Ziele ironischer Kommunikation im sozialen Kontext
  • Analyse des Zusammenspiels von Kognitions- und Emotionsimplikaturen

Auszug aus dem Buch

3.2 Funktionsweise von Ironie

(1) [Ulf und Tanja unterhalten sich]

Tanja: Du kannst ruhig mal was Romantisches machen.

Ulf: Wieso denn, ey. Ich kann zum Beispiel deinen Namen rülpsen.

Tanja [mit ironischer Intonation]: Na super.12

In (1) liegt ein typisches Beispiel für die Verwendung von Ironie vor. Um die letzte Äußerung Tanjas, die im Folgenden analysiert wird, zu decodieren wird die von ROSENGREN (1986: 66) aufgestellte Formel für Ironie zur Hilfe genommen:

(a) Der Sprecher S hat nicht die Einstellung E, sondern nicht-E  S bringt aber E in Äußerung zum Ausdruck

(b) S will, dass H versteht, dass S nicht-E hat

(c) S will, dass H den Widerspruch zwischen den beiden Einstellungen verarbeitet und die sich daraus ergebende Bewertung und das Gemeinte erschließt.

Angewendet auf das vorliegende Beispiel (1) bedeutet das:

(a) Tanja hat nicht die Einstellung DAS FINDE ICH SUPER, sondern vielmehr die nicht-Einstellung: DAS FINDE ICH NICHT SUPER/DAS BEEINDRUCKT MICH NICHT/DAS FINDE ICH NICHT ROMANTISCH.

(b) Tanja will, dass Ulf verstehen soll, dass Tanja die nicht-E DAS FINDE ICH NICHT SUPER/DAS BEEINDRUCKT MICH NICHT/DAS FINDE ICH NICHT ROMANTISCH hat.

(c) Tanja will, dass Ulf den Widerspruch zwischen den Einstellungen verarbeitet und erschließt, dass Tanja tatsächlich meint DAS FINDE ICH NICHT SUPER/DAS BEEINDRUCKT MICH NICHT/DAS FINDE ICH NICHT ROMANTISCH.

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen der Ironie ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie die Hypothesen der Arbeit bezüglich der kognitiven und emotionalen Bewertungen.

1 Das Materialkorpus: Dieses Kapitel erläutert die Auswahl der Fernsehserie „Stromberg“ als Datenquelle für die Untersuchung ironischer Äußerungen in der gesprochenen Sprache.

2 Definition des Ironiebegriffs: Hier werden historische und moderne Definitionsansätze der Ironie diskutiert und eine für die Arbeit geltende Definition von verbaler Ironie als bewusster Sprechakt mit Inkongruenz zwischen Gesagtem und Gemeintem formuliert.

3 Kognitiver Aspekt der Ironie: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Grundlagen der Ironieentstehung und -dekodierung mittels Implikaturen- und Sprechakttheorie sowie die Unterscheidung zur Lüge und die Rolle von Ironiesignalen.

4 Emotionaler Aspekt der Ironie: Der Fokus liegt hier auf den sozialen Zielen ironischer Äußerungen, der Interaktion von Kognition und Emotion sowie der Einordnung von Ironie als indirekter expressiver Sprechakt.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Ironie zwingend auf einem Wechselspiel von Kognitions- und Emotionsimplikaturen basiert und eine zentrale Rolle für die Vermittlung sowohl negativer als auch positiver Einstellungen in sozialen Beziehungen spielt.

Schlüsselwörter

Ironie, Sprechakt, Kognition, Emotion, Implikatur, Kommunikation, Ironiesignale, Inkongruenz, Einstellungsvermittlung, Sprachforschung, Stromberg, Pragmatik, Simulation, Bewertungsfunktion, Soziale Interaktion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Ironie im allgemeinen Sprachgebrauch, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Zusammenspiel von kognitiven Prozessen und emotionalen Bewertungen liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit konzentriert sich auf die linguistische Definition von Ironie, die kognitiven Voraussetzungen für deren Verständnis (Implikaturtheorie) sowie die sozialen und emotionalen Funktionen ironischer Äußerungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, die Bedeutung der Emotion bei der Verwendung von Ironie herauszuarbeiten, da dieser Aspekt in der bisherigen Forschung unzureichend berücksichtigt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird eine linguistische Analyse von Beispielen aus einem Materialkorpus (Fernsehserie „Stromberg“) durchgeführt, wobei die theoretischen Konzepte der Implikaturen- und Sprechakttheorie auf die Äußerungen angewendet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der kognitive Aspekt der Ironie (Funktionsweise, Abgrenzung zur Lüge, Signale) sowie der emotionale Aspekt (Funktion, Ziele, Rolle als expressiver Sprechakt) detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Ironie, Sprechakt, Kognition, Emotion, Implikatur, Inkongruenz und soziale Interaktion.

Wie unterscheidet sich Ironie nach den Erkenntnissen der Autorin von einer Lüge?

Während bei beiden Phänomenen eine Inkongruenz zwischen dem Gesagten und der Situation besteht, ist der Sprecher bei der Ironie darauf bedacht, dass der Hörer die Unstimmigkeit erkennt, während der Lügner versucht, die Unaufrichtigkeit zu verbergen.

Was versteht man unter einer „doppelten Implikaturziehung“ bei ironischen Äußerungen?

Bei ironischen Sprechakten muss der Rezipient erstens erkennen, dass der Sprecher nicht das wörtlich Gesagte meint (nicht-p), und zweitens den kommunikativen Sinn und die dahinterstehende emotionale Einstellung des Sprechers erschließen.

Welche Rolle spielt die Fernsehserie „Stromberg“ in dieser Untersuchung?

Sie dient als Materialkorpus, da sie eine reichhaltige Quelle für ironische Äußerungen in der gesprochenen Sprache bietet und die Analyse von Ironie im sozialen und beziehungsorientierten Kontext ermöglicht.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ironie – ein indirekter Sprechakt
Untertitel
Bedeutung von Kognition und Emotion bei ironischen Äußerungen
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Germanistische Sprachwissenschaft)
Veranstaltung
Hauptseminar: Sprache, Kognition und Emotion
Note
1,0
Autor
Julia Limmer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
31
Katalognummer
V204088
ISBN (eBook)
9783656308966
ISBN (Buch)
9783656313182
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Linguistik Ironie Stromberg Humor Emotion Kognition Sprechakt Searle Grice
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Limmer (Autor:in), 2010, Ironie – ein indirekter Sprechakt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204088
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  31  Seiten
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