Sexuelle Gewalt in der Bibel


Seminararbeit, 2012
17 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Sexuelle Gewalt

Sexuelle Gewalt in der Bibel
Mann + Frau
Mann + Frau + Konkubine
Mann + Frau + Frau + Frau + Frau… (Vielehe und Gebärwettstreit)
Mann + Frau + Eigentum der Frau (Sklaven)
Mann + toten Mannes Frau (Schwagerehe)
Vergewaltiger + Opfer
Soldat + Kriegsgefangene
Soldat + Kriegsgefangene
Männlicher Sklave + Weiblicher Sklave
Mann + verheiratete Frau (verlobte Frau)
Frau + Frau / Mann + Mann

Schlusswort

Quellenverzeichnis

Vorwort

Diese Arbeit ist darum bemüht, spezifische Begebenheiten im römisch-katholischen Glauben, sei es gelebter Alltag, schriftliche Aufzeichnung oder bildliche Darstellung, in Bezug auf Sexualität und sexuelle Gewalt kritisch zu betrachten. Sexualität soll weder als Tabuthema, noch als omnipräsentes Machtinstrument dargestellt werden. Es sollen sowohl Fakten und Begebenheiten, als auch Ergebnisse, welche im Laufe der Ausarbeitung entstanden sind, wiedergegeben werden. Das Schlusswort bildet eine Text, welcher die persönliche Meinung des Autors zum Thema unter Berücksichtigung eigener Erfahrungen darstellt.

Sexuelle Gewalt

Der Begriff „sexuelle Gewalt“ wird häufig synonym für folgende Begriffe verwendet: sexualisierte Gewalt, sexueller Übergriff, sexueller Missbrauch, sexuelle Misshandlung, sexuelle Tätlichkeit, sexuelle Ausbeutung, Sexualdelikt (sowie andere).

Die Begriffe weisen alle auf unterschiedliche Aspekte desselben komplexen Themas und Geschehens hin, im selben Zug vernachlässigen sich jedoch andere spezifische Aspekte. Sexuelle Gewalt wird immer dann ausgeübt, wenn eine bestimmte Person, Personengruppe oder eine Autorität ihre Macht oder ihren Einfluss dazu benutzt, eigene sexuelle Bedürfnisse zu befriedigen. Sexuelle Gewalt kann physischer als auch psychischer Natur sein. Die sexuellen Handlungen inkludieren auch Geräusche, Blicke und Worte. Sexuelle Gewalt geschieht gegen den Willen der/des betroffenen Person/Gruppe und beschreibt meist keinen Einzelfall, sondern eine über Monate oder Jahre andauernde Begebenheit. Besonders häufig sind Kinder betroffen, welcher aufgrund ihrer körperlichen als auch geistigen Reife, sowie des in vielen Fällen bestehenden Abhängigkeits- bzw. Autoritätsverhältnis, nicht in der Lage sind zu widersprechen (vgl. Frei 1993, Lercher 1995).

Ein streng geregelter Alltag und klar hierarchische Strukturen, welche nicht hinterfragt werden dürfen/können/sollen, wie sie häufig in großen Institutionen vorkommen sowie in pädagogischen Erziehungskonzepten zu finden sind, bieten häufig den Grundstein bzw. begünstigen unter Umständen Zugriffs- und Handlungsmöglichkeiten für EinzeltäterInnen und TäterInnengruppen

(vgl. Kappler 2011).

Untersuchungen aus den 80er und 90er Jahren des 20. Jahrhunderts belegen, dass jedes vierte bis fünfte weibliche Kind und jedes zwölfte männliche Kind mindes­tens einmal im Alter zwischen 14 und 16 Jahren Erfahrungen mit sexueller Gewalt nach obiger Definition gemacht hat. Am häufigsten von sexueller Gewalt betroffen sind Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren (vgl. Wetzels 1997).

Dabei findet ein nicht zu vernachlässigender Teil der Übergriffe im familiären Umfeld statt. Immer wieder sind nahe Verwandte (Eltern, Geschwister, Onkel, Tante, Großeltern) die TäterInnen. Die in diesem Rahmen ausgeübte sexuelle Gewalt beinhaltet häufig vorsätzliche, ausführlich geplante sexuelle Handlungen. Inzest wird in der Bibel an unterschiedlichen Stellen erwähnt, im 3. Mose 18,6 – 8 oder auch

1. Korinther 5,1 und ist dort, wie auch in den Strafgesetzbüchern der überwiegenden Zahl aller Länder dieser Welt, ausdrücklich verboten.

Während manche Formen sexueller Gewalt seit Jahrhunderten bestehen, wenn viele davon auch nicht populär sind, tauchen mit neuen Medien ständig neue Formen auf. Vor allem anderen das Internet bietet einen Raum, an dem potentielle Opfer und Täter ungeschützt und unkontrolliert aufeinandertreffen können. Auch hier basiert die sexuelle Gewalt wieder auf einer Ungleichverteilung von Entwicklung, Fähigkeiten und Macht. Besonders erschreckend ist die Tatsache, dass sowohl im realen Leben als auch in virtuellen Welten die TäterInnen im Großteil der Fälle aus dem sozialen Nahbereich der Opfer stammen. Das bezieht sich nicht nur, wie bereits erwähnt, auf Familienangehörige, sondern auf Autoritätspersonen im Umfeld (GruppenleiterInnen, LehrerInnen, als auch andere Vertrauenspersonen wie zum Beispiel Fahrer, Babysitter, Ärzte, Priester etc.) (vgl. Wetzels 1999).

Frauen üben laut Untersuchungen weit weniger häufig sexuelle Gewalt auf andere aus, überwiegend sind die Täter männlich. Das Verhältnis lässt sich in etwa auf 15/85 Prozent angeben (vlg. Enders 2001).

Eines der größten Probleme neben der Scham und der Verletzung selbst ist die Tatsache, dass Betroffene sich trotz ihres Zustandes meist bewusst sind, dass das zur Sprache bringen der sexuellen Gewalt weitreichende Auswirkungen haben kann und wird. Sowohl für sie selbst, als auch für die/den AusübendeN. In vielen Fällen werden Akte sexueller Gewalt aus diesem und ähnlichen Gründen oft erst Jahre oder Jahrzehnte später öffentlich und/oder zur Anzeige gebracht.

Täterinnen selbst rechtfertigen ihre Tat(en), wenn überhaupt, häufig durch Schuldzuweisungen auf die/den Betroffenen; sie/er

- hätte es herausgefordert
- hätte es so gewollt
- hätte sich anzüglich verhalten oder gekleidet

…durch Berufung auf Autorität und Anspruch, Unvermeidbarkeit, oder streiten die Tat(en) vehement ab (vgl. Friedrich 1998).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Sexuelle Gewalt in der Bibel
Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
Veranstaltung
Moraltheologie
Note
1
Autor
Jahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V204148
ISBN (eBook)
9783656303169
ISBN (Buch)
9783656303923
Dateigröße
602 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sexuelle, gewalt, bibel
Arbeit zitieren
Thomas Lechleitner (Autor), 2012, Sexuelle Gewalt in der Bibel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204148

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Sexuelle Gewalt in der Bibel


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden