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Literaturkritik in der Weimarer Republik

Title: Literaturkritik in der  Weimarer Republik

Seminar Paper , 2011 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Bachelor of Arts Christine Konkel (Author)

German Studies - Genres
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1. Einleitung

“Literarisches Leben [ist] ohne Kritik ebenso undenkbar [...] wie parlamentarisches Leben ohne Opposition.” So schrieb es Literaturpapst Marcel-Reich-Ranicki im Jahre 1964. In der Tat nimmt die Literaturkritik im literarischen Leben eine wichtige Rolle ein. Sie, so schreiben Thomas Anz und Rainer Baasner in ihrem Überblickswerk über Literaturkritik, “verschafft Überblicke, wählt aus, informiert, wertet, und regt dazu an, über Literatur zu diskutieren.” Das heißt, dass Schriftsteller durch die Literaturkritik herausfinden können, wie ihr Buch beim Publikum ankommt. Doch auch für Leser und Verlage hat die Kritik einen Nutzen. Leser können durch Kritiken Lesetipps erhalten, während Verlage durch veröffentlichte Buchbesprechungen auf kostenlose Werbung hoffen. Insgesamt kann man sagen: Kritiken werben für das Lesen. Damit nehmen sie im literarischen Betrieb eine unverzichtbare Rolle ein.

Selbstverständlich tauchte die Kritik nicht einfach aus dem Nichts auf. Frühe Formen las man erstmals im 17. Jahrhundert und im Laufe der Zeit entwickelte sie sich immer weiter.

Doch was verstehen wir heute unter Literaturkritik? Rein journalistisch betrachtet, kann man die meinungsäußernde Darstellungsform so definieren, wie Journalismus-Lehrer Walther von La Roche. Er schreibt: “Kritiken und Rezensionen verquicken in aller Regel Unterrichtung und Beurteilung.” Dabei hält er fest: “Kritiklose Lobhudelei ist keinen Deut besser als liebloses Heruntermachen.” Thomas Anz definiert dagegen als Literaturkritik “die informierende, interpretierende und wertende Auseinandersetzung mit vorrangig neu erschienener Literatur und zeitgenössischen Autoren in den Massenmedien.”

So sieht es heute aus und, so viel sei schon einmal verraten, die angeführten Definitionen könnte man auch auf viele Epochen und Strömungen der vergangenen Jahrhunderte übertragen. Zum Beispiel auch auf die Literaturkritik der Weimarer Republik mit der sich die vorliegende Arbeit schwerpunktmäßig befasst. Folgende Fragen sollen beantwortet werden: Was machte die Literaturkritik nach dem Ersten und vor dem Zweiten Weltkrieg aus? Was für Neuheiten gab es? Und wer waren die bekannten Kritiker?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Eine kurze Geschichte der Kritik

3. Literaturkritik in der Weimarer Republik

3.1. Merkmale und Innovationen

3.2. Beispiele: Bekannte Kritiker der Weimarer Republik

4. Kritik heute – Das Internet als Fluch und Segen

5. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und die spezifischen Merkmale der Literaturkritik während der Weimarer Republik. Dabei wird analysiert, wie politische Einflüsse, neue Medien und ein sich wandelndes Publikum die Kritikkultur dieser Zeit prägten und welche Rolle namhafte Kritiker dabei einnahmen.

  • Historische Einordnung der Literaturkritik vor und nach dem Ersten Weltkrieg
  • Politisierung und Instrumentalisierung der Kritik in der Weimarer Republik
  • Die Auswirkungen der Massenkultur und neuer Medien wie des Rundfunks
  • Analyse der Arbeitsweisen prominenter Kritiker wie Alfred Kerr, Kurt Tucholsky, Walter Benjamin und Bertolt Brecht
  • Gegenüberstellung von klassischer Literaturkritik und heutiger Internet-Rezeption

Auszug aus dem Buch

3.2. Beispiele: Bekannte Kritiker der Weimarer Republik

Bei einer Vorstellung der Weimarer Republik darf auch ein Blick auf die wichtigsten Kritiker dieser Zeit nicht fehlen. Der größte Theaterkritiker in der Weimarer Republik war Alfred Kerr und auch wenn es in der Arbeit eigentlich um Literaturkritiker geht, kommt man an ihm nicht vorbei. Kerr war für eine polemische Weise der Kritik bekannt. Er gab der Kritik einen großen Stellenwert, indem er sie neben Epik, Lyrik und Dramatik als vierte Literaturgattung wertete. Sein Verständnis eines Kritiker beschrieb er so: “Der criticus tut sich nicht als Weltrichter auf. Er haßt, was ihn wurmt, er liebt, was ihn lockt.” Weitere charakteristische Sätze seines Kritikerverständnisses waren: “Kritik zeigt, wie ein verfehltes Stück besser zu machen war, mit Einzelheiten im Technischen.” Und: “Wahre Kritik erstrebt nie Vollständigkeit, sondern Wesentlichkeit.”

Ein weiterer großer Name der Weimarer Republik war Kurt Tucholsky. Er ist das beste Beispiel für das vermehrte Aufgreifen der Politik in den Kritiken, denn Politik und Literatur waren für Tucholsky Dinge, die man nicht voneinander trennen kann. Demnach wird man wohl kaum eine Kritik von ihm finden, in der keine politische Anspielung zu finden ist. Im Gegensatz zu Kerr, trat Tucholsky als bescheidender Kritiker auf, der nicht in der Rolle des Literaturpapstes gesehen werden wollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff der Literaturkritik und unterstreicht deren unverzichtbare Rolle im literarischen Betrieb sowie ihre historische Entwicklung.

2. Eine kurze Geschichte der Kritik: Dieses Kapitel skizziert die Ursprünge der Literaturkritik von der Antike bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts und beleuchtet die Wandlungen der Kritikstile über verschiedene Epochen.

3. Literaturkritik in der Weimarer Republik: Das Kapitel analysiert die spezifischen Merkmale, wie den Politisierungsschub und die Kommerzialisierung, sowie das Wirken einflussreicher Kritikerpersönlichkeiten der Ära.

4. Kritik heute – Das Internet als Fluch und Segen: Hier wird der Einfluss des Internets auf die Literaturkritik diskutiert, wobei die Demokratisierung durch Laienkritiken gegen die abnehmende Tiefe und die Kommerzialisierung abgewogen werden.

5. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen und bestätigt die außergewöhnliche Vielfalt und Wirkungsmacht der Literaturkritik in der Zeit zwischen 1918 und 1933.

Schlüsselwörter

Literaturkritik, Weimarer Republik, Alfred Kerr, Kurt Tucholsky, Walter Benjamin, Bertolt Brecht, Politisierung, Theaterkritik, Massenkultur, Internet, Laienkritik, Rezension, Kulturjournalismus, Kommerzialisierung, Epochenwandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Literaturkritik in der Weimarer Republik, ihre historischen Besonderheiten, ihre Akteure und ihren Einfluss auf die Gesellschaft jener Zeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle des Kritikers, die Politisierung der Literatur, den Einfluss von Rundfunk und Bestsellerlisten sowie den Wandel der Kritikkultur hin zur Moderne.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, was die Literaturkritik der Weimarer Republik einzigartig machte und warum sie als eine der wirkungsvollsten und vielfältigsten Phasen der Kritikgeschichte gilt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der Fachliteratur über Literaturkritik ausgewertet wird, um ein fundiertes Bild der theoretischen und praktischen Aspekte in der Weimarer Republik zu zeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Merkmale und Innovationen der Zeit sowie in die detaillierte Betrachtung prominenter Kritiker und ihrer spezifischen Standpunkte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Literaturkritik, Weimarer Republik, Politisierung, Kulturjournalismus und die kritische Auseinandersetzung mit dem Medium Internet im Vergleich zur Historie.

Inwiefern hat sich die Rolle des Kritikers laut den zitierten Autoren in der Weimarer Republik verändert?

Die Rolle wandelte sich weg von der reinen Ästhetisierung hin zu einer gesellschaftspolitischen Verantwortung, bei der der Kritiker als Tendenzschreiber oder gar als Anwalt politischer Interessen auftrat.

Welche Bedeutung kommt dem Rundfunk in der Weimarer Republik für die Literaturkritik zu?

Der 1923 eingeführte Rundfunk diente als Innovation, um Literatur einem breiteren Publikum, inklusive Arbeitern und Angestellten, zugänglich zu machen, wobei die Grenze zur Werbung oft verschwamm.

Wie bewertet die Autorin die heutige Situation der Kritik im Internet?

Die Autorin sieht das Internet zwiegespalten: Einerseits ermöglicht es eine breite Teilhabe und Kommunikation über Literatur, andererseits führen der Kommerzialisierungsdruck und die Gatekeeper-Funktion zu einer Oberflächlichkeit und Werbelastigkeit der Texte.

Warum wird Alfred Kerr als Theaterkritiker in einer Arbeit über Literaturkritik besonders hervorgehoben?

Kerr wird genannt, da er der Kritik durch seinen polemischen Stil einen enormen Stellenwert einräumte und sie als eigenständige vierte Gattung neben Epik, Lyrik und Dramatik etablierte.

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Details

Title
Literaturkritik in der Weimarer Republik
College
Ruhr-University of Bochum  (Germanistisches Institut)
Course
Tätigkeiten des Kritikers
Grade
2,0
Author
Bachelor of Arts Christine Konkel (Author)
Publication Year
2011
Pages
19
Catalog Number
V204191
ISBN (eBook)
9783656307518
ISBN (Book)
9783656308232
Language
German
Tags
Literaturkritik Kritiker Theaterkritik Weimarer Republik Journalisten Kurt Tucholsky Alfred Kerr Marcel Reich-Ranicki Literaturpapst Laienkritik Internet Gotthold Ephraim Lessing Friedrich Schiller 19. Jahrhundert 20. Jahrhundert Sturm und Drang Romantik NS-Kritik DDR Bertolt Brecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts Christine Konkel (Author), 2011, Literaturkritik in der Weimarer Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204191
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