Die Institution Schule ist einem ständigen Wandel unterworfen. Dies bedeutet, dass stets neue Erkenntnisse und Einflüsse aus der Wissenschaft zu berücksichtigen sind, was zur Folge hat, dass sich die Beteiligten in regelmäßigen Abständen einen Überblick über den jeweiligen Ist-Stand verschaffen müssen. Hierzu gehört es, sich mit aktuellen fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Erkenntnissen zu befassen und sich einer Selbst- sowie Fremdevaluation zu unterziehen. Hier stellt sich nun die Frage, mithilfe welcher Instrumente dies gelingen kann. Die Lehrkräfte haben die Aufgabe, sich stetig fortzubilden und somit dafür Sorge zu tragen, dass sie immer über den aktuellen Status quo informiert sind. Den Schulen wiederum steht mit den so genannten Vergleichsarbeiten ein geeignetes Verfahren zur Erreichung dieses Ziels zur Verfügung.
Im Rahmen des Seminars ‘Themen der Unterrichtsentwicklung‘ von Timo Ehmke an der Leuphana Universität Lüneburg war es Aufgabe der Studierenden, sich mit den Modulen von Sinus (einem Projekt zur ‚Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts’) auseinanderzusetzen und ihre Ergebnisse in Form von Referaten dem Plenum zu präsentieren. Darauf aufbauend wurden die Inhalte gemeinsam in Workshops und Diskussionen vertieft. Das von uns vorgestellte Modul 11 ‚Qualitätssicherung durch schulübergreifende Standards’, beschäftigt sich mit den oben bereits angesprochenen Vergleichsarbeiten, die im Folgenden zentraler Bestandteil der vorliegenden Hausarbeit sein sollen, da der Leistungsnachweis der Veranstaltung darin bestand, die eigene Präsentation, inklusive der Workshopergebnisse, zu einer Hausarbeit auszubauen. Dies haben wir mit der vorliegenden schriftlichen Ausarbeitung durchgeführt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Schulinterne Qualitätsentwicklung
2.1 Lehrpläne vs. Bildungsstandards
2.2 Zusammenfassung
2.3 Vergleichsarbeiten
2.4 Eine Übersicht
2.5 VERA
2.5.1 Handhabung
2.5.2 Pädagogischer Nutzen
2.5.3 Vor- und Nachteile
3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Rolle von Vergleichsarbeiten als Instrument zur Qualitätssicherung und Schulentwicklung. Das zentrale Ziel besteht darin, Lehrkräften einen Überblick über aktuelle Diagnoseinstrumente, wie insbesondere das Projekt VERA, zu geben, um deren pädagogisches Potenzial für eine zielgerichtete Schülerförderung und Unterrichtsentwicklung aufzuzeigen.
- Grundlagen der schulinternen Qualitätsentwicklung
- Vergleich von Lehrplänen und Bildungsstandards
- Systematik und Durchführung von Vergleichsarbeiten
- Pädagogischer Nutzen und Diagnosegenauigkeit
- Vermeidung von Fehlentwicklungen durch Testung
Auszug aus dem Buch
2.5.1 Handhabung
Vor der Durchführung der Testungen sollten Lehrkräfte ihre Schüler zunächst mit dem VERA-Testverfahren vertraut machen. Hierbei geht es nicht darum, die Kinder auf die Inhalte an sich vorzubereiten (sogenanntes „item-teaching“), sondern primär darum, die möglichen Belastungen zu reduzieren. Um dies zu erreichen, müssen den Schülern die Bedingungen (wie strenge Zeitbegrenzung und notwendige absolute Einzelarbeit) und die typischen Aufgabenformate bekannt sein. Zudem sollte der Klasse mitgeteilt werden, dass es sich bei der Testung zwar nicht um eine Klassenarbeit handelt, jedoch trotzdem jeder einzelne so viele Aufgaben lösen sollte wie es ihm möglich ist. Auch die Tatsache, dass jeweils alle Schüler der teilnehmenden Bundesländer in der betreffenden Klassenstufe an diesem Test teilnehmen, könnte den Kindern mögliche Ängste und Bedenken nehmen.
Eine Woche vor Durchführung der Testung soll die zugehörige Schülerinstruktion erstmalig mit der Klasse besprochen und dies unmittelbar vorher wiederholt werden. Den Schülern muss zudem die Relevanz des genauen Lesens der Aufgabenstellungen bewusst gemacht werden. Nur so können typische Probleme wie das Überlesen von Negationen oder die Nichtbeachtung der geforderten Antworten vermieden werden.
Zur Vorbereitung der Klasse auf die typischen Aufgabenformate stehen Lehrern die veröffentlichten VERA-Aufgaben vergangener Jahre zur Verfügung. Selbstredend ist es jedoch auch möglich, dass selbst Aufgaben in Anlehnung an diejenigen von VERA entworfen und mit den Schülern bearbeitet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit von pädagogischer Diagnostik im schulischen Wandel und stellt das Projekt VERA im Kontext des Seminars zur Unterrichtsentwicklung vor.
2 Schulinterne Qualitätsentwicklung: Dieses Kapitel erläutert den Übergang von Input- zur Outputsteuerung durch Bildungsstandards und die Rolle von Schulen als sich selbst steuernde Systeme.
2.1 Lehrpläne vs. Bildungsstandards: Es werden die Unterschiede zwischen klassischen Lehrplänen als Prozessvorgaben und Bildungsstandards als ergebnisorientierte Kompetenzbeschreibungen analysiert.
2.2 Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die Erwartungen an Bildungsstandards hinsichtlich der Bildungsgerechtigkeit und der Entwicklungsprozesse in Schule und Unterricht zusammen.
2.3 Vergleichsarbeiten: Der Einsatz von Lernstandserhebungen wird als Instrument zur Kopplung interner und externer Qualitätsansprüche sowie zur schulischen Qualitätskontrolle definiert.
2.4 Eine Übersicht: Hier wird ein tabellarischer Überblick über verschiedene in Deutschland gebräuchliche Vergleichsarbeiten gegeben.
2.5 VERA: Das Kapitel beschreibt die Entwicklung, Zielsetzung und Verbreitung des Projekts VERA sowie die Bedeutung des „fairen Vergleichs“.
2.5.1 Handhabung: Es wird dargelegt, wie Lehrkräfte ihre Klassen organisatorisch und methodisch auf VERA-Tests vorbereiten können, ohne dabei ein bloßes „item-teaching“ zu betreiben.
2.5.2 Pädagogischer Nutzen: Dieses Kapitel verdeutlicht, wie Vergleichsarbeiten zur Unterrichtsplanung, zur Diagnose und zur gezielten Förderung genutzt werden können.
2.5.3 Vor- und Nachteile: Abschließend werden die objektiven Vorteile von VERA den Risiken einer „teaching-to-the-test“-Kultur gegenübergestellt.
3 Fazit: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit einer kombinierten produkt- und prozessorientierten Diagnostik für eine professionelle und kompetente Lehrertätigkeit.
Schlüsselwörter
Qualitätssicherung, Schulentwicklung, Vergleichsarbeiten, VERA, Bildungsstandards, Pädagogische Diagnostik, Lernstandserhebung, Kompetenzorientierung, Lehrerprofessionalität, Förderung, Unterrichtsentwicklung, Bildungsmonitoring, Diagnostische Kompetenz, Schulleistung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Qualitätssicherung an Schulen durch den Einsatz von standardisierten Vergleichsarbeiten und deren Bedeutung für die Unterrichtsentwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind Bildungsstandards, die Systematik von Vergleichsarbeiten (insbesondere VERA), pädagogische Diagnoseinstrumente und die professionelle Nutzung von Rückmeldedaten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch Vergleichsarbeiten diagnostische Kompetenzen erlangen und diese Erkenntnisse für eine individuelle Schülerförderung gewinnbringend nutzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Auswertung wissenschaftlicher Literatur und Projektberichte zum Thema Schulqualität und pädagogische Diagnostik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt den Übergang zur Outputsteuerung, die Einordnung verschiedener Vergleichsarbeiten sowie eine detaillierte Analyse von VERA, inklusive Handhabung, Nutzen und kritischer Reflexion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Vergleichsarbeiten, Schulentwicklung, Bildungsstandards und pädagogische Diagnostik definieren.
Was bedeutet in diesem Kontext der „faire Vergleich“ bei VERA?
Der „faire Vergleich“ ermöglicht es Lehrkräften, die Leistungen ihrer Klasse mit anderen Klassen zu vergleichen, die einen ähnlichen Kontext aufweisen, um Verzerrungen durch unterschiedliche Rahmenbedingungen zu vermeiden.
Warum wird im Text vor einer „teaching-to-the-test“-Kultur gewarnt?
Die Autoren warnen davor, weil ein bloßes Training für Tests die Ergebnisse verfälscht und das eigentliche Ziel der Diagnose – die Aufdeckung von Stärken und Defiziten zur weiteren Unterrichtsentwicklung – zunichtemacht.
- Citar trabajo
- Nicola Hengels (Autor), 2010, Qualitätssicherung durch schulübergreifende Standards , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204424