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Die Dynastie der Safawiden und die Verstaatlichung der Zwölferschia im persischen Reich

Titel: Die Dynastie der Safawiden und die Verstaatlichung der Zwölferschia im persischen Reich

Seminararbeit , 2011 , 27 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Marcel Jökale (Autor:in)

Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung......................................................S.3

2.Die Zeit vor den Safawiden......................................S.4

2.1. Lage der Schia im islamischen Raum...........................S.4

3. Die Etablierung der Dynastie...................................S.5

3.1 Aufstieg unter Ismāʾïl.......................................S.5

4. Die Verstaatlichung der Zwölferschia...........................S.7

4.1 Der Schah als Vertreter des verborgenen Imams.................S.8

4.2 Bekenntnis der politischen Elite und
Verstaatlichung als Top-down Prozess.............................S.11

4.3 Herausbildung und Festigung eines schiitischen Klerus.......S.13

4.3.1 Der Ṣadr als zentrale Institution..........................S.14

4.4 Wirkung der Verstaatlichung auf die schiitischen Lehren......S.16

4.4.1 Renaissance schiitischer theologischer Literatur...........S.19

4.4.2 Philosophie der Isfahaner Schule..........................S.20

4.5 Mehrdimensionalität safawidischer Herrschaft.................S.22

5. Entwicklung der Ulama im safawidischen Staat bis 1722.........S.22

5.1 Politischer und wirtschaftlicher Einfluss der Geistlichkeit –
Der Klerus als eigener Machtfaktor......................................................S.22
5.2 Dualismus religiöser Herrschaft: Der Schah und die Mudschtahids.....................................................S.24

Fazit............................................................S.25

Literaturverzeichnis.............................................S.27

Eigenständigkeitserklärung.......................................S.28

1. Einleitung

Der heutige Iran ist bekannt dafür, der einzige gegenwärtige Staat zu sein, der zur gleichen Zeit sowohl den zwölferschiitischen Islam als Staatsreligion vertritt als auch von der Geistlichkeit des selben regiert wird. Dieses Phänomen ist in der Geschichte der Schia in diesem Ausmaß einzigartig. Es gab zwar bereits in der Vergangenheit Potentaten, die sich als schiitische Dynastien verstanden wie zum Beispiel die Bujiden (932–1062 im westlichen Iran und Irak), aber das Ausmaß in dem die Geistlichkeit hier konkrete Macht ausübt bleibt beispiellos.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Zeit vor den Safawiden

2.1. Lage der Schia im islamischen Raum

3. Die Etablierung der Dynastie

3.1 Aufstieg unter Ismāʾïl

4. Die Verstaatlichung der Zwölferschia

4.1 Der Schah als Vertreter des verborgenen Imams

4.2 Bekenntnis der politischen Elite und Verstaatlichung als Top-down Prozess

4.3 Herausbildung und Festigung eines schiitischen Klerus

4.3.1 Der Ṣadr als zentrale Institution

4.4 Wirkung der Verstaatlichung auf die schiitischen Lehren

4.4.1 Renaissance schiitischer theologischer Literatur

4.4.2 Philosophie der Isfahaner Schule

4.5 Mehrdimensionalität safawidischer Herrschaft

5. Entwicklung der Ulama im safawidischen Staat bis 1722

5.1 Politischer und wirtschaftlicher Einfluss der Geistlichkeit – Der Klerus als eigener Machtfaktor

5.2 Dualismus religiöser Herrschaft: Der Schah und die Mudschtahids

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Prozess der Verstaatlichung des zwölferschiitischen Islams im Safawidenreich ab 1501 und analysiert, wie diese Entwicklung den Klerus als eigenständigen Machtfaktor etablierte und langfristig die politische Dynamik zwischen Geistlichkeit und Monarchie prägte.

  • Die Entstehung und Konsolidierung der Safawidendynastie und ihr schiitisch-sufistischer Hintergrund.
  • Die Rolle der staatlich verordneten Bekenntnispolitik (Top-down Prozess) gegenüber der Bevölkerung.
  • Die Institutionalisierung und Herausbildung des schiitischen Klerus und dessen zunehmende Unabhängigkeit.
  • Der Einfluss theologischer Lehren und der philosophischen Schulen (z.B. Schule von Isfahan) auf die gesellschaftliche Machtbasis der Ulama.
  • Die Herausbildung eines Dualismus zwischen religiöser Autorität der Mudschtahids und dem absolutistischen Anspruch des Schahs.

Auszug aus dem Buch

4.1 Der Schah als Vertreter des verborgenen Imams

Mit dem Machtantritt der Safawiden unter Ismāʾïl 1501 wurde in Tabrïz die Zwölferschia zum staatlichen Bekenntnis erhoben. Da, wie oben beschrieben, die Sufi-Orden einschließlich der Safawiyya keineswegs formelle schiitische Gläubige waren, erscheint dieser Schritt durchaus schwer nachvollziehbar. Aber auch wenn die Gründe für diese Maßnahme „bislang nicht zweifelsfrei geklärt“ sind, ist die Energie bzw. die Gewalt, mit der das neue Bekenntnis verkündet und legitimiert wurde, sehr gut dokumentiert. Dem jungen Ismāʾïl kam in beiden Fällen, sowohl der Legitimation als auch der praktischen Durchsetzung, eine Schlüsselposition zu.

Die Qizilbāš, die zu dem Zeitpunkt noch das absolute Fundament der safawidischen Herrschaft darstellte, waren den Ordensführern der Safawiyya in „göttlicher Verehrung“ ergeben, was sowohl den Charakter als auch das religiöse Sendungsbewusstsein des jungen Schahs erheblich prägte. Dieses Bewusstsein hat zu Beginn der Herrschaft Ismāʾïls „mit der orthodoxen Zwölferschia nichts, mit den Anschauungen der Kizilbasch-Stämme jedoch sehr viel“ gemein. Wie stark der Schah sich selbst als religiöser Führer sieht, ist anhand überlieferter Gedichte, die er unter einem Pseudonym verfasste, gut nachzuvollziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Entstehung des heutigen iranischen Staates als einzigartiges Phänomen der Verbindung von zwölferschiitischem Islam und klerikaler Regierung, ausgehend von der Ära der Safawiden.

2. Die Zeit vor den Safawiden: Dieser Abschnitt beschreibt die religiöse Landschaft Zentralasiens vor 1501, die durch einen amorphen Volksislam und den Einfluss von Sufi-Orden geprägt war.

3. Die Etablierung der Dynastie: Es wird der Aufstieg von Schah Ismāʾïl, seine Unterstützung durch die Qizilbāš-Stämme und die Konsolidierung der Herrschaft nach der Eroberung von Tabriz erläutert.

4. Die Verstaatlichung der Zwölferschia: Dieses zentrale Kapitel analysiert die Einführung des schiitischen Glaubens durch staatliche Gewalt, die Rolle der Schahs als Stellvertreter des verborgenen Imams sowie die Institutionalisierung der Ulama durch das Amt des Ṣadr.

5. Entwicklung der Ulama im safawidischen Staat bis 1722: Es wird untersucht, wie die Geistlichkeit durch fromme Stiftungen (Awqāf) ökonomische Macht erlangte und ein Spannungsfeld zum absolutistischen Herrschaftsanspruch des Schahs entwickelte.

Schlüsselwörter

Safawiden, Zwölferschia, Schah Ismāʾïl, Ulama, Mudschtahids, Qizilbāš, Verstaatlichung, Ṣadr, Schule von Hilla, Islam, Iran, Schiitische Orthodoxie, Machtdualismus, Awqāf, Theologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den historischen Prozess der Transformation des Iran in einen schiitischen Staat unter der Safawidendynastie ab dem 16. Jahrhundert.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Im Fokus stehen die Machtstrukturen, die Rolle der schiitischen Geistlichkeit (Ulama), die Theologie der Imāmīya und die ökonomische Machtbasis durch Stiftungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie die staatlich verordnete Verstaatlichung der Religion die schiitische Gelehrtenschaft formte und welche Auswirkungen dies auf das Machtverhältnis zwischen Klerus und Monarchie hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Analyse verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Untersuchung, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und zeitgenössischer Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der politischen Machtübernahme, die Etablierung des schiitischen Bekenntnisses von oben (Top-down), die institutionelle Festigung des Klerus sowie die Entstehung philosophischer und theologischer Schulen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die wichtigsten Schlagworte sind Safawiden, Zwölferschia, Machtdualisimus, Ulama, Mudschtahids und schiitische Orthodoxie.

Welche Rolle spielten die Qizilbāš-Stämme bei der Machtübernahme?

Die Qizilbāš bildeten das militärische Fundament der Safawiden und waren dem Schah durch religiöse Loyalität verbunden, was die gewaltsame Durchsetzung des neuen Bekenntnisses erst ermöglichte.

Warum war das Amt des Ṣadr für die safawidische Herrschaft so wichtig?

Der Ṣadr fungierte als zentrales Kontrollorgan des Schahs über die religiöse Infrastruktur und diente dazu, das schiitische Dogma zu verbreiten und orthodoxe Standards gegen konkurrierende Strömungen zu verteidigen.

Wie sicherte sich die Ulama ihre langfristige ökonomische Macht?

Durch die Verwaltung frommer Stiftungen (Awqāf), deren Besitz über Jahrhunderte durch Schenkungen anwuchs, schufen sich die Geistlichen eine unabhängige, enorme finanzielle Basis.

Welchen Einfluss hatte der Dualismus zwischen Schah und Klerus?

Dieser Dualismus führte dazu, dass sich der Klerus zunehmend aus seiner untergeordneten Rolle löste, sich als Oppositionskraft konstituierte und damit die politische Entwicklung des Iran bis in die Moderne maßgeblich prägte.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Dynastie der Safawiden und die Verstaatlichung der Zwölferschia im persischen Reich
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Orientalistik und Islamwissenschaft)
Note
1,3
Autor
Marcel Jökale (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
27
Katalognummer
V204457
ISBN (eBook)
9783656304821
ISBN (Buch)
9783656307068
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schia Iran Safawiden Zwölferschia Ismail Ulama Persien Imam
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcel Jökale (Autor:in), 2011, Die Dynastie der Safawiden und die Verstaatlichung der Zwölferschia im persischen Reich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204457
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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