Governance und das optimale Ausmaß des Staates


Seminararbeit, 2011
17 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gründe für eine Privatisierung

3. Privatisierungsmechanismen
3.1. Verträge
3.2. Freiwillige Bereitstellung durch Organisationen (voluntary action)
3.3. Gutscheinsysteme (Vouchers)

4.Privatisierung im US-Gefängnissystem
4.1. Privatisierungsmechanismen in der Praxis
4.2. Streitpunkte
4.3. Privatisierungsstudien
4.4. Modell von Oliver Hart, Andrei Shleifer und Robert W. Vishny
4.4.1. Modellannahmen
4.4.2. Modellergebnisse

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Seit langem wird das Problem diskutiert, wie viel Staat grundsätzlich notwendig ist und welche Rolle er erfüllen muss. Bereits im Jahre 1974 sprach sich Robert Nozick in seinem Werk “Anarchy, State, and Utopia“ für einen Minimalstaat aus, dessen Funktionen bzw. Aufgaben beschränkt sind auf den Schutz vor Gewalt, Diebstahl und Betrug sowie die Durchsetzung von Verträgen. Doch auch wenn diese Vorstellung mittlerweile abgelehnt wird, weil sie keine langfristig stabile soziale Konstruktion darstellt,[1]bleibt die Frage nach dem optimalen Ausmaß des Staates weiterhin unbeantwortet.

Bei der Bereitstellung von Gütern ist es auch heute strittig, ob dies durch den Staat geschehen soll (in-house), oder ob diese Tätigkeit stattdessen privatisiert werden sollte (contracting-out). Bei der regierungseigenen Verrichtung wird ein Staatsunternehmen gegründet, bei dem Beschäftigte des öffentlichen Dienstes angestellt sind. Bei der externen Ausführung wird der Auftrag dagegen infolge einer Submission an einen privaten Anbieter vergeben. In der Literatur[2]werden seit langem die verschiedensten Bereiche, wie etwa Schulwesen, Gesundheitsfürsorge, Außenpolitik, Streitkräfte, Müllabfuhr etc. diskutiert, bei denen eine Privatisierung denkbar wäre. In der Praxis wurden u. a. auch im US-amerikanischen Gefängnissystem zahlreiche Versuche der Privatisierung unternommen und Privatunternehmen mit dem Betrieb der Gefängnisse beauftragt.[3]

Die Arbeit stellt zunächst die Beweggründe vor, weshalb Privatisierungen überhaupt in der Diskussion stehen. Anschließend werden einzelne Privatisierungs- mechanismen für die Bereitstellung von Kollektivgütern beschrieben. Der Schwerpunkt der Seminararbeit liegt auf der Privatisierung im US-Gefängnissystem und deren Vorteilhaftigkeit. Zu diesem Zweck wird ein Modell von Hart et al. präsentiert und beleuchtet. Abschließend wird ein Fazit aus den gewonnenen Erkenntnissen gezogen.

2. Gründe für eine Privatisierung

Die Diskussion über Privatisierungen wird aus ideologischen, kommerziellen, populistischen und pragmatischen Motiven angetrieben. So wird beispielsweise die Regierung aus ideologischen Gesichtspunkten u. a. meist als zu groß und mächtig und deshalb als Gefahr für die Demokratie angesehen. In den USA scheint sogar ein Zusammenhang zwischen der politischen Führung und der Bereitschaft zu Privatisierungen zu bestehen; so sind Privatisierungen wahrscheinlicher, wenn die Republikanische Partei die Stimmenmehrheit erhält.[4]Als kommerzieller Faktor wird u. a. angeführt, dass die Regierung bzw. der Staat durch seine Angestellten viele Arbeiten durchführt, wie etwa den Unterhalt von Gebäuden, Fahrzeugen, Schiffen etc., die auch von privaten Unternehmen vorgenommen werden könnten. Außerdem könnte es von Vorteil sein, private Anbieter mit großen Regierungsprojekten zu beauftragen, da der Staat womöglich kurzfristig nicht über die erforderlichen Kapitalmittel verfügt. Die populistische Position ist ebenfalls gegen eine zu große Regierung und sieht deshalb u. a. eine größere Auswahl an den öffentlichen Diensten für die Menschen vor. Pragmatiker erwarten schließlich im Wege einer besonnenen Privatisierung einen kostengünstigeren öffentlichen Dienst.[5]

Insgesamt sprechen sich zahlreiche Stimmen für eine Privatisierung aus, weil sie der Meinung sind, private Anbieter könnten den Service bzw. die Dienstleistungen zu einem niedrigeren Preis anbieten,[6]was letztlich zu sinkenden Staatsausgaben führt. Außerdem würden die Staatsunternehmen für denselben Leistungslevel einen 20 bis 30% höheren Personalbedarf haben.[7]Laut Savas kann eine private Bereitstellung effektiver und effizienter bzw. wirtschaftlicher sein als eine interne, insbesondere wenn der Staat bisher ein Monopol innehatte.[8]

[...]


[1]Feld/ Kirchgässner, S. 254.

[2]Savas; Wilson etc.

[3]Good Jobs First, S. 1 ff.

[4]López-de-Silanes et al., S. 455 f.

[5]Savas, S. 4 ff.

[6]Domberger et al., S. 1454; so laut Savas, S. 112 die Meinung von Regierungsvertretern.

[7]Kritisch Donahue (1988), S. 12.

[8]Savas, S. 116, 172.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Governance und das optimale Ausmaß des Staates
Hochschule
Universität Kassel
Veranstaltung
Rechtsökonomik und Public Choice
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V204496
ISBN (eBook)
9783656304715
ISBN (Buch)
9783656306221
Dateigröße
399 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Minimalstaat, Privatisierung, in-house, contracting-out, Gefängnissystem, Hart et al., Privatisierungsmechanismen
Arbeit zitieren
Volker Kiesel (Autor), 2011, Governance und das optimale Ausmaß des Staates, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204496

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