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Schönheit als Kapital

Die Relevanz physischer Attraktivität für Arbeitsmarkterfolg und Partnerwahl

Título: Schönheit als Kapital

Tesis (Bachelor) , 2012 , 43 Páginas , Calificación: 10,5

Autor:in: Daniel Burghardt (Autor)

Sociología - Trabajo, Educación, Organización
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Der Markt für Schönheitsindustrie wächst weltweit enorm an, wie man
anhand vieler Forschungsergebnissen sehen kann. Fitnesscenter erleben
seit einigen Jahren einen gewaltigen Aufschwung. Aktuell beläuft sich die
Mitgliederzahl der deutschen Fitnessclubs auf über sieben Millionen.
Davon trainieren laut einer Allensbach-Umfrage zur Häufigkeit des
Besuchs von Fitnessstudios über drei Millionen Mitglieder mehrmals
wöchentlich. 3,9 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftete die Fitness-
Branche 2010 in Deutschland (vgl. Statista 2012). Aber auch Kosmetikund
Pflegeprodukthersteller wie beispielsweise L‘Oreal verzeichnen immer
größere Gewinne (vgl. Handelsblatt 2012). Zusätzlich nahm die Anzahl
der Schönheits-OPs in den letzten Jahren auffällig zu (vgl. Viehöver 2011:
291). Allein im Jahr 2010 haben sich die Deutschen rund 117.000
Schönheitsoperationen sowie ca. 134.000 Faltenbehandlungen
unterzogen. Das teilte die Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie
Deutschland e.V. mit (vgl. GÄCD 2011). Dabei geben Schönheitschirurgen
an, dass sich ca. ein Drittel ihrer Patienten durch die Operationen bessere
Chancen in Beruf und Karriere erhoffen (vgl. Nienhaus/Hergert 2008).
Dieses Phänomen zeigt sich nicht allein bei Frauen, sondern auch immer
häufiger bei Männern (vgl. Degele 2007: 29). Letztere investieren vor
allem in den westlichen Industriestaaten immer mehr Zeit in ihre äußere
Erscheinung (vgl. Hakim 2011: 45). Infolgedessen zerbricht das bisherige
Klischee, Schönheit sei „Frauensache“. Es zeigt sich somit, dass es einen
Trend des „Sich-Schön-Machens“ gibt, der sich geschlechterunabhängig
in der Gesellschaft etabliert. Ökonomisches Kapital wird folglich immer
mehr versucht in körperliches Kapital zu transformieren. Woher kommt
aber dieser Trend bzw. wird er durch einen sichtbaren Erfolg in
verschiedenen Lebenssituationen verstärkt oder gar ausgelöst? Ergibt
sich durch körperliche Schönheit ein Vorteil auf dem Arbeitsmarkt oder bei
der Partnersuche? Um hierauf eine Antwort zu finden, stellt sich die Frage
welchen Stellenwert physische Attraktivität beim Arbeitsmarkterfolg und
der Partnerwahl einnimmt.[...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Physische Attraktivität

1.1 Physische Attraktivität bei Frauen

1.1.1 Gesichtsmerkmale

1.1.2 Körpermerkmale

1.2 Physische Attraktivität bei Männern

1.2.1 Gesichtsmerkmale

1.2.2 Körpermerkmale

1.3 Interpersonelle Konsequenzen durch Schönheit

1.3.1 Haloeffekt

2. Bourdieus Kapitalformtheorie

2.1 Körperliches Kapital

3. Relevanz physischer Attraktivität

3.1 Relevanz auf dem Arbeitsmarkt

3.1.1 Einkommen

3.1.2 Aufstiegschancen

3.1.3 Bewerbung

3.2 Relevanz bei der Partnerwahl

4. Schönheit als Kapital

5. Fazit

6. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz physischer Attraktivität für den Erfolg auf dem Arbeitsmarkt sowie bei der Partnerwahl. Basierend auf Bourdieus Kapitalformtheorie wird analysiert, inwieweit Schönheit als eine Form von „körperlichem Kapital“ fungiert und welche ökonomischen sowie sozialen Auswirkungen damit verbunden sind.

  • Analyse der Merkmale physischer Attraktivität bei Frauen und Männern.
  • Untersuchung des Einflusses von Attraktivität auf Einkommen, Aufstiegschancen und Bewerbungsverfahren.
  • Evaluation der Bedeutung von Schönheit bei der kurz- und langfristigen Partnerwahl.
  • Soziologische Einordnung von „Schönheitshandeln“ und Körperkapital in Bourdieus Modell.

Auszug aus dem Buch

1.3.1 Haloeffekt

Im Allgemeinen bezeichnen Haloeffekte zunächst Eindrucksverzerrungen. Diese werden dadurch hervorgerufen, dass wir zum Beispiel dazu neigen einen Menschen aufgrund einer oder mehrerer guter bzw. schlechter Merkmale ebenso in einem anderen Bereich gut bzw. schlecht zu beurteilen, obwohl diese Bereiche in keinerlei Zusammenhang stehen (vgl. Forgas 1999: 61). Im Falle der physischen Attraktivität bedeutet dies, dass die äußere Erscheinung eines Menschen gleichsam auch zur Grundlage für Eindrücke von Persönlichkeitsmerkmalen wird (vgl. ebd.: 62). So werden attraktiven Menschen im Vergleich zu unattraktiven Menschen durchweg bessere Eigenschaften in ihrer sozialen Anziehungskraft, der interpersonalen und beruflichen Kompetenz sowie in ihrer Anpassungsfähigkeit zugesprochen (vgl. Ebner et al. 2002: 200). Zudem werden sie als intelligenter und beliebter eingeschätzt (vgl. Hakim 2011: 49). Jedoch werden attraktiven Menschen nicht nur höhere sozial erwünschte Eigenschaften zugesprochen, sie werden gleichsam in Folge dessen auch anders behandelt. So zeigten die Studien von Langlois, dass attraktiven Personen im Vergleich zu unattraktiven Personen, deutlich mehr Aufmerksamkeit und Offenheit geschenkt wird. Desweiteren neigen wir dazu, attraktiven Menschen mehr Hilfeleistungen und Unterstützung anzubieten und ihnen in Interaktionen positiver zu begegnen (vgl. Ebner et al. 2002: 200). Es verwundert demnach wenig, dass schließlich die Selbstwahrnehmung in Bezug auf Fröhlichkeit, Lebenszufriedenheit, der sozialen Kompetenz und der Intelligenz bei attraktiven Personen ebenfalls höher ausfällt (vgl. ebd.: 202). Insofern bestimmt das Sein das Bewusstsein und damit das Aussehen die Persönlichkeit (vgl. Menninghaus 2007: 238).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in den steigenden gesellschaftlichen Stellenwert des sogenannten „Schönheitshandelns“ ein und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Relevanz physischer Attraktivität für beruflichen Erfolg und Partnerwahl.

1. Physische Attraktivität: In diesem Kapitel werden die biologischen und sozialpsychologischen Grundlagen definiert, die bestimmen, welche Gesichts- und Körpermerkmale als attraktiv wahrgenommen werden und welche interpersonellen Konsequenzen daraus resultieren.

2. Bourdieus Kapitalformtheorie: Hier wird der theoretische Rahmen von Pierre Bourdieu vorgestellt, um körperliche Schönheit soziologisch als eine Form von „körperlichem Kapital“ einzuordnen, die zur sozialen Positionierung beiträgt.

3. Relevanz physischer Attraktivität: Dieser Hauptteil analysiert empirische Studien zum Einfluss von Schönheit auf das Einkommen, Karrierechancen sowie Bewerbungserfolge auf dem Arbeitsmarkt und untersucht parallel die Präferenzen bei der Partnerwahl.

4. Schönheit als Kapital: In diesem Kapitel wird überprüft, ob Schönheit alle Kriterien einer eigenständigen Kapitalform erfüllt und inwiefern sie durch Investitionen erlangt und in andere Kapitalarten konvertiert werden kann.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, bestätigt die Relevanz der physischen Attraktivität in den untersuchten Lebensbereichen und verknüpft die Erkenntnisse mit der soziologischen Kapitaltheorie.

6. Ausblick: Der abschließende Abschnitt diskutiert zukünftige Entwicklungen und die gesellschaftlichen Konsequenzen eines steigenden Schönheitsdrucks sowie mögliche Lösungsansätze für diskriminierungsfreie Verfahren.

Schlüsselwörter

Physische Attraktivität, Schönheitskapital, Kapitalformtheorie, Pierre Bourdieu, Arbeitsmarkterfolg, Partnerwahl, Haloeffekt, Körperliches Kapital, Schönheitshandeln, Einkommensunterschiede, Bewerbungsverfahren, Erotisches Kapital, soziale Ungleichheit, Körpernormen, Geschlechterstereotypen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, welchen Stellenwert physische Attraktivität als gesellschaftliche Ressource einnimmt und wie diese das Leben von Individuen auf dem Arbeitsmarkt und bei der privaten Partnerwahl beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die wissenschaftliche Definition von Attraktivität, die soziologische Einordnung nach Pierre Bourdieu, ökonomische Auswirkungen auf das Gehalt sowie psychologische Effekte bei der sozialen Interaktion.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, welche Relevanz physische Attraktivität für den Erfolg auf dem Arbeitsmarkt und bei der Partnerwahl besitzt und ob diese als eine Form von Kapital angesehen werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine umfassende Literaturanalyse durch, bei der nationale und internationale empirische Studien sowie soziologische Theorien, insbesondere von Pierre Bourdieu und Nina Degele, vergleichend ausgewertet werden.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der Einfluss von Attraktivität auf Einkommen und Aufstiegschancen, Ergebnisse zu anonymisierten Bewerbungsverfahren sowie die Bedeutung des Aussehens bei kurz- und langfristigen Partnerschaften diskutiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind das „Schönheitshandeln“, das „körperliche Kapital“, der „Haloeffekt“ sowie der „Beauty-Premium“ und das „Ugliness-Penalty“ auf dem Arbeitsmarkt.

Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Relevanz von Schönheit?

Ja, die Analyse zeigt, dass physische Attraktivität für Männer besonders auf dem Arbeitsmarkt eine hohe Relevanz hat, während sie für Frauen insbesondere bei der Partnerwahl einen hohen Stellenwert einnimmt.

Was besagt die Theorie des „Schönheitshandelns“ in diesem Zusammenhang?

Das Konzept beschreibt, dass Schönheit nicht nur biologisch gegeben ist, sondern durch gezielte Investitionen (Zeit, Geld, Sport, Operationen) aktiv erworben wird, um soziale Anerkennung und Teilhabe an Macht zu sichern.

Welche Rolle spielt der „Haloeffekt“ bei der beruflichen Bewertung?

Der Haloeffekt bewirkt, dass attraktiven Menschen automatisch weitere positive Eigenschaften wie Intelligenz oder soziale Kompetenz zugeschrieben werden, was ihre Chancen bei Vorstellungsgesprächen signifikant erhöht.

Final del extracto de 43 páginas  - subir

Detalles

Título
Schönheit als Kapital
Subtítulo
Die Relevanz physischer Attraktivität für Arbeitsmarkterfolg und Partnerwahl
Universidad
University of Marburg
Calificación
10,5
Autor
Daniel Burghardt (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
43
No. de catálogo
V204512
ISBN (Ebook)
9783656445302
ISBN (Libro)
9783656446187
Idioma
Alemán
Etiqueta
Schönheit Kapital Bourdieu Relevanz physische Attraktivität Arbeitsmarkt Erfolg Partner Wahl Einkommen Aufstiegschancen Bewerbung interpersonell Halo Effekt
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Daniel Burghardt (Autor), 2012, Schönheit als Kapital, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204512
Leer eBook
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