Das Ziel meiner Bachelor-Arbeit ist es die Korruption in Verbindung mit Integrität in Vordergrund zu bringen und dabei auf einen konkreten Korruptionsfall einzugehen. Vor allem die Auswirkungen auf Gesellschaft, Staat, das Unternehmen selbst und die beteiligten Personen zu zeigen, welches man heute, sechs Jahre nach dem Korruptionsfall im Hause der Siemens AG, besser beschreiben kann, da man einen bestimmten Abstand zu den Geschehnissen hat und die genauen Auswirkungen kennt.
Der Korruptionsskandal im Jahre 2006 der Siemens AG gilt bis heute als der größte, aufgedeckte Korruptionsskandal weltweit. Am 15.11.2006, als die Öffentlichkeit von dem Fall erfuhr, waren 200 Staatsanwälte, Polizisten und Steuerfahnder an der Durchsuchung des Unternehmens beteiligt. Es wurde 1,3 Milliarden Euro „schmutziges Geld“ aufgedeckt, welches in einem Zeitraum von sechs Jahren (2000-2006) veruntreut wurde. Ausgenommen sind die Korruptionsfälle, die schon in den 80er Jahren bei Siemens passiert sind.
Bis dahin galt Siemens als erfolgreichstes deutsches Unternehmen unter den internationalen Weltfirmen mit etwa 450.000 Beschäftigten und ca. 70 Milliarden Euro Jahresumsatz mit dem Titel „Made in Germany“. Das Ansehen wurde durch den Korruptionsfall international beschädigt
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärung und Einordnung
2.1. Wirtschaftsethik
2.1.1. Shareholder-Theorie
2.1.2. Stakeholder-Theorie
2.2. Unterschiedliche Konzeptionen nachhaltiger Entwicklung
2.3. Integrität
2.3.1. Definition
2.3.2. Bedeutung von Integrität
2.3.3. Aufrichtigkeit
2.3.4. Die Integritätsprüfung
2.4. Korruption
2.4.1. Definition
2.4.2. Ursachen
2.4.3. Folgen
2.4.4. Bekämpfung
3. Siemens AG
3.1. Aktiengesellschaft
3.2. Details Siemens AG
4. Korruptionsskandal der Siemens AG (2006)
4.1. Das Geschehen
4.1.1. Verlauf National
4.1.2. Verlauf International
4.1.3. Aktienkursverlauf
4.1.4. Das Compliance-System der Siemens AG
4.2. Ursachen
4.3. Folgen
5. Heutige Bekämpfung von Korruption der Siemens AG
6. Fragebogenauswertung
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Korruption im Kontext der Unternehmensintegrität und analysiert den Korruptionsskandal der Siemens AG aus dem Jahr 2006 als Fallbeispiel, um die Auswirkungen wirtschaftskrimineller Handlungen auf das Unternehmen sowie das Management zu beleuchten.
- Wirtschaftsethische Grundlagen und Theorien (Shareholder- vs. Stakeholder-Ansatz)
- Definition und Ausprägungsformen von Korruption und Integrität
- Detaillierte Aufarbeitung des Korruptionsskandals der Siemens AG ab 2006
- Untersuchung von Compliance-Systemen und deren präventive Wirkung
- Analyse der Auswirkungen von Korruption auf Unternehmensreputation und Aktienkurs
Auszug aus dem Buch
2.3.1. DEFINITION
Integrität ist ein Themengebiet aus der Wirtschaftsethik, welches eine Übereinstimmung zwischen idealistischen Werten und der tatsächlichen Lebenspraxis aufzeigt – das bedeutet sein Gesicht zu bewahren. Die Grundlage hierfür ist die Ethik.
Als Integrität beschreiben wir die Übereinstimmung der persönlichen Werte mit dem eigenen Handeln. Denken, Reden und Tun einer Person muss miteinander übereinstimmen, dann ist man ein integrer Mensch. Man hält seine Versprechen, auch wenn diese negative Einwirkungen für sich selber haben können. Man soll nicht perfekt sein, sondern authentisch – echt und ehrlich. Man soll sich treu bleiben, das ist ein Zeichen einer starken Persönlichkeit.
Damit jede Person ihre Bedürfnisse im persönlichen, beruflichen und gesellschaftlichen Leben stillen kann, ist es wichtig Integrität zu schaffen. Gelebte Integrität schafft Vertrauen. Vertrauen stärkt die Beziehungen zu anderen Menschen, dies fördert das Gelingen der unterschiedlichen Lebensbereiche (Beruf, Familie, Freunde). Somit wird das Fundament für Erfolg gelegt.
Ein integrer Mensch lebt im Bewusstsein, dass sich seine persönlichen Überzeugungen, Maßstäbe und Wertvorstellungen in seinem Verhalten ausdrücken. Er ist treu zu sich selbst und versucht alles so zu lösen, dass er damit leben kann. Er leitet sich nicht durch äußere Drohungen und Verlockungen, auch wenn es ihm schwer fällt. Ein integer Mensch ist somit Jemand, der unbestechlich ist, der feste, tief verankerte, positive Werte hat, zu denen er steht und von denen er sich nicht abbringen lässt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema Wirtschaftsethik ein und begründet die Relevanz des Falls Siemens für das Verständnis von Korruption und Integrität im Management.
2. Begriffserklärung und Einordnung: Dieses Kapitel definiert zentrale ethische Konzepte, unterscheidet zwischen Shareholder- und Stakeholder-Theorien und erörtert die Definitionen sowie Ursachen und Folgen von Korruption.
3. Siemens AG: Hier werden die Grundlagen der Aktiengesellschaft beleuchtet und ein Profil der Siemens AG sowie deren Struktur erstellt.
4. Korruptionsskandal der Siemens AG (2006): Das Hauptkapitel analysiert den historischen Verlauf des Skandals, die systemischen Ursachen innerhalb des Konzerns, die weitreichenden Folgen sowie das interne Compliance-System.
5. Heutige Bekämpfung von Korruption der Siemens AG: Es wird dargestellt, welche Maßnahmen Siemens nach der Affäre ergriffen hat, um die Unternehmenskultur nachhaltig zu ändern und Compliance zu etablieren.
6. Fragebogenauswertung: Die Auswertung einer Befragung gibt Aufschluss über die Wahrnehmung von Wirtschaftsethik und Korruption durch aktuelle und zukünftige Arbeitnehmer.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Notwendigkeit ethischen Handelns in der Wirtschaft und zieht Bilanz aus dem Fall Siemens.
Schlüsselwörter
Wirtschaftsethik, Korruption, Integrität, Siemens AG, Compliance, Shareholder-Theorie, Stakeholder-Theorie, Unternehmensführung, Due Diligence, Bestechung, Wirtschaftskriminalität, Unternehmensethik, Risikomanagement, Antikorruptionsgesetze, Unternehmenskultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Bedeutung von Integrität im Management und untersucht den Korruptionsskandal der Siemens AG aus dem Jahr 2006 als zentrales Fallbeispiel.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt Themen wie Wirtschaftsethik, Compliance-Systeme, Integritätsprüfungen (Due Diligence) sowie die Auswirkungen von Korruption auf Gesellschaft und Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, Korruption in Verbindung mit Integrität in den Vordergrund zu stellen und die Auswirkungen auf Gesellschaft, Staat, Unternehmen und beteiligte Personen anhand des Siemens-Falls zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie eine empirische Untersuchung in Form eines Fragebogens (115 Personen) und ein Experteninterview (Anhang).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten chronologischen Aufarbeitung des Korruptionsskandals bei der Siemens AG, der Analyse von Ursachen und Folgen sowie der Untersuchung der nachfolgenden Compliance-Maßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wirtschaftsethik, Korruption, Integrität, Compliance, Siemens AG und Unternehmenskultur.
Wie hat Siemens auf den Skandal reagiert?
Siemens baute eine der weltweit größten Compliance-Abteilungen auf, führte radikale Anti-Korruptionsmaßnahmen ein und installierte einen sogenannten Compliance Monitor zur Überwachung.
Was ist das zentrale Ergebnis der Fragebogenauswertung?
Die Mehrheit (87%) der befragten Personen hält Wirtschaftsethik für notwendig, wobei gleichzeitig ein signifikanter Teil die Ansicht vertritt, dass Ziele von Unternehmen primär auf Gewinn und Umsatz ausgerichtet sind.
- Citation du texte
- Nicole Biernacki (Auteur), 2012, Integrität als aktueller Bestandteil von Management am Beispiel des Korruptionsskandals (2006) der Siemens AG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204569