Die Arbeit hat das Ziel die unterschiedlichen Wirtschaftsweisen von ökologischem und konventionellem Weinbau herauszustellen und diese zu bewerten. Zunächst wird ein allgemeiner Überblick über die beiden Weinbaumethoden gegeben. Im Anschluss folgt die Analyse und Auswertung der im Gelände aufgenommenen Daten. Das Untersuchungsgebiet befindet sich in Rheinland-Pfalz südwestlich von Trier, in der deutschen Weinbauregion Mosel. Die Weinberge liegen im Bereich des Unteren Saartals, in der Umgebung von Kanzem, einem kleinen Ort der Verbandsgemeinde Konz.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung der Arbeit und Lage des Untersuchungsgebietes
1.2 Stand der Forschung
2 Naturräumliche Gliederung des Unteren Saartals
2.1 Geologie
2.2 Klima
2.3 Böden
2.4 Flora
2.5 Hydrologie
3 Terroir
4 Vergleich ökologischer und konventioneller Bewirtschaftungsweisen
4.1 Ökologischer Weinbau
4.1.1 Richtlinien ECOVIN
4.1.2 Begrünungsstrategien
4.1.3 Bodenbearbeitung
4.1.4 Düngung
4.1.5 Pflanzenschutz
4.2 Konventioneller Weinbau
4.2.1 Bodenbearbeitung
4.2.2 Düngung
4.2.3 Pflanzenschutz
5 Methoden
5.1 Geomorphologische Kartierung
5.2 Bodenkartierung
5.3 Vegetationskartierung
5.4 Regenwurmpopulation
6 Ergebnisse und Auswertung
6.1 Geomorphologische Kartierung
6.2 Bodenkartierung
6.3 Vegetationskartierung
6.4 Regenwurmpopulation
7 Fazit
8 Anhang
8.1 Geomorphologische Karte 1:25.000
8.2 Weinbergsbodenkarte 1:25.000
8.3 Vegetationskartierung
8.3.1 Jesuitenberg 16.03.2011
8.3.2 Jesuitenberg 01.04.2011
8.3.3 Sonnenberg 17.03.2011
8.3.4 Sonnenberg 01.04.2011
8.3.5 Wiltinger Schlangengraben 17.03.2011
8.3.6 Wiltinger Schlangengraben 01.04.2011
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht und bewertet die Unterschiede in den Wirtschaftsweisen von ökologischem und konventionellem Weinbau im Unteren Saartal. Ziel ist es, durch eine wissenschaftliche Analyse im Gelände die Auswirkungen dieser Anbaumethoden auf den Naturraum, insbesondere auf die Flora und die Bodenbiologie, herauszuarbeiten und zu vergleichen.
- Vergleich von ökologischen und konventionellen Bewirtschaftungsstrategien
- Analyse der standörtlichen Gegebenheiten (Geologie, Klima, Boden)
- Untersuchung der Weinbergsvegetation und Artenvielfalt
- Quantifizierung der Regenwurmpopulation als Bioindikator
- Bewertung der Auswirkungen unterschiedlicher Pflanzenschutz- und Düngemaßnahmen
Auszug aus dem Buch
4.1.3 Bodenbearbeitung
Vor jeder mechanischen Bodenbearbeitung ist es wichtig, mit Hilfe der Spatendiagnose Kenntnisse über den aktuellen Zustand des Bodens zu erlangen. Die Spatendiagnose gibt Aufschluss über den Humusgehalt, die Durchwurzelung und das Porenvolumen. Ebenfalls festgestellt werden können der gegenwärtige Zustand der biologischen Aktivität, sowie die Zusammensetzung des Bodengefüges. Die Bodenbearbeitung wird auf diese Kriterien abgestimmt. Die Lockerung soll der Belüftung des Bodens dienen, zwecks Verbesserung der Lebensbedingungen für die Bodenlebewesen und die Pflanzenwurzeln. Die mechanische Bearbeitung wirkt außerdem der natürlichen Sackung des Bodens und der Verdichtung aufgrund der maschinellen Bearbeitung entgegen.
Um einer Schädigung des Bodenlebens vorzubeugen, muss auch bei der Lockerung ein gewisses Vorgehen eingehalten werden. Die Spatendiagnose ist immer zu Beginn durchzuführen. Anschließend sollte die Bodenfeuchte analysiert werden, da zu feuchte Böden zu Verdichtung und Verschmieren neigen. Ausgetrocknete Böden gilt es ebenfalls zu meiden. Um die natürliche Schichtung des Bodens nicht zu zerstören, darf zwischen 5 und 10cm der Oberboden gewendet bzw. durchmischt werden, ab 15 bis 30cm sollte das Wenden unterbleiben. In diesem Bereich sollte lediglich gelockert werden. Generell kann festgelegt werden, dass in trockenen und warmen Gebieten eine tiefere Bodenbearbeitung erfolgen kann, wie etwa in Gebieten mit kühleren und niederschlagsreicheren Verhältnissen.
Des Weiteren bringt jede Durchmischung des Bodens zusätzlichen Sauerstoff in den Boden. Dieser begünstigt zwar die Aktivität der Lebewesen, allerdings wird hierdurch auch der Humusabbau angetrieben. Die Bodenpflege ist darauf ausgerichtet, den Humusaufbau zu begünstigen, deshalb sollte nach jeder Lockerung eine Neueinsaat von Begrünungsmischungen erfolgen. Jedes Bearbeitungsgerät, das der Winzer zur Bodenbearbeitung einsetzt, greift in die natürlichen Abläufe im Boden ein. Deshalb gilt bei der Durchführung der Lockerung besondere Vorsicht. Prinzipiell werden im ökologischen Weinbau die gleichen Geräte verwendet wie im konventionellen, jedoch müssen diese mit großer Umsicht eingesetzt werden. Zur Lockerung oder zur Saatbettbereitung werden unter anderem der Schichtengrubber oder ein Abbruchlockerer verwendet (vgl. HOFMANN 1995).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie die Lage des Untersuchungsgebiets im Unteren Saartal und gibt einen Überblick über den Stand der Forschung.
2 Naturräumliche Gliederung des Unteren Saartals: Hier werden die naturräumlichen Standortfaktoren wie Geologie, Klima, Böden, Flora und Hydrologie beschrieben, die für den Weinbau im Unteren Saartal von Bedeutung sind.
3 Terroir: Das Kapitel definiert den Begriff Terroir als das Zusammenwirken von Klima, Boden, Topographie und menschlicher Arbeitsweise im Weinberg.
4 Vergleich ökologischer und konventioneller Bewirtschaftungsweisen: Es werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Weinbaumethoden in Bezug auf Begrünung, Bodenbearbeitung, Düngung und Pflanzenschutz detailliert dargelegt.
5 Methoden: Das Kapitel stellt die angewandten wissenschaftlichen Aufnahmemethoden zur Geomorphologie, Bodenkartierung, Vegetation und Regenwurmpopulation vor.
6 Ergebnisse und Auswertung: Hier erfolgt die Analyse der erhobenen Daten, unterteilt in die vier Untersuchungsschwerpunkte Geomorphologie, Boden, Flora und Regenwurmpopulation.
7 Fazit: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und bewertet die ökologische Wirtschaftsweise als umweltschonenden Ansatz, der sich positiv auf die Artenvielfalt und Bodenbiologie auswirkt.
8 Anhang: Der Anhang enthält ergänzende geomorphologische Karten, Bodenkarten und detaillierte Tabellen der Vegetationskartierung.
Schlüsselwörter
Ökologischer Weinbau, Konventioneller Weinbau, Unteres Saartal, Bodenbearbeitung, Begrünungsmanagement, Bodenfruchtbarkeit, Artenvielfalt, Regenwurmpopulation, Terroir, Pflanzenschutz, Bioindikatoren, Humusaufbau, Geomorphologie, Vegetationskartierung, Nachhaltigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die ökologische und die konventionelle Wirtschaftsweise im Weinbau am Beispiel von Weinlagen im Unteren Saartal.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Schwerpunkte sind die Auswirkungen auf das Bodenleben, die Artenvielfalt der Begrünung, das Erosionsverhalten sowie der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Unterschiede zwischen den beiden Anbaumethoden wissenschaftlich zu belegen und zu bewerten, insbesondere hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Ökosystem Weinberg.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Es werden geomorphologische Kartierungen, Bodenuntersuchungen, Vegetationsaufnahmen nach der Braun-Blanquet-Methode sowie Zählungen der Regenwurmpopulation als Indikatoren für die Bodenqualität durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der naturräumlichen Voraussetzungen, eine detaillierte Gegenüberstellung der Bewirtschaftungspraktiken (Boden, Düngung, Schutz) und die Auswertung der im Gelände erhobenen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen ökologischer Weinbau, Artenvielfalt, Regenwurmpopulation, Bodenfruchtbarkeit und Terroir.
Wie unterscheidet sich die Bodenbearbeitung in den beiden Systemen?
Während ökologische Winzer auf eine standortangepasste Bodenpflege zur Förderung des Humusaufbaus und der Begrünung setzen, steht bei der konventionellen Methode häufig die Erzielung hoher Erträge und die maschinelle Bearbeitung im Vordergrund.
Welche Rolle spielen Regenwürmer als Bioindikatoren in dieser Studie?
Regenwürmer dienen als zentrale Bioindikatoren für die Bodenqualität, da ihre Anzahl und Aktivität direkt durch chemische Pflanzenschutzmittel und die Intensität der Bodenbearbeitung beeinflusst werden, wobei ökologische Flächen deutlich höhere Populationen aufweisen.
- Citar trabajo
- Tanja Schumacher (Autor), 2011, Vergleich von ökologischem und konventionellem Weinbau im Unteren Saartal, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204606