Geschäftsmodelle für Online Content


Studienarbeit, 2010

50 Seiten, Note: 1,8


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung

Abstract

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Content ist King
1.1 Online-Content als ein wichtiges Handelsgut des Internetzeitalters
1.2 Ziele der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit

2 Grundlagen von Geschäftsmodellen im E-Business
2.1 Der Begriff des Geschäftsmodells
2.2 Value Proposition
2.3 Architektur der Wertschöpfung
2.3.1 Produkt-/Marktentwurf
2.3.2 Interne Architektur
2.3.3 Externe Architektur
2.4 Ertragsmodell
2.4.1 Transaktionsabhängige Ertragsmodelle
2.4.2 Transaktionsunabhängige Ertragsmodelle
2.4.3 Direkte Ertragsmodelle
2.4.4 Indirekte Ertragsmodelle
2.5 Veränderung der Geschäftsmodelle durch das Internet
2.5.1 Digitalisierung
2.5.2 Vernetzbarkeit
2.5.3 Interaktivität
2.5.4 Multimedialität
2.5.5 Kundenorientierung
2.5.6 One-to-One-Marketing
2.6 Systematisierung von Geschäftsmodellen im Internet
2.6.1 Content
2.6.2 Commerce
2.6.3 Context
2.6.4 Connection

3 Geschäftsmodelle für Online-Content
3.1 Begriffserklärung Online-Content
3.2 Geschäftsmodelle für Online-Content bezüglich des Content-Typs
3.2.1 Das Geschäftsmodell Open-Content
3.2.2 Das Geschäftsmodell Paid-Content
3.2.3 Das Geschäftsmodell User-Generated-Content
3.2.4 Das Geschäftsmodell Content-Syndication
3.3 Geschäftsmodelle in Verbindung mit dem Content-Angebot
3.3.1 Geschäftsmodelle unter Betrachtung der E-Information
3.3.2 Geschäftsmodelle unter Betrachtung der E-Entertainment
3.3.3 Geschäftsmodelle unter Betrachtung der E-Infotainment
3.3.4 Geschäftsmodelle unter Betrachtung der E-Education

4 Gestaltung von Geschäftsmodellen für Online-Content
4.1 Aufbau von Geschäftsmodellen für Online-Content
4.1.1 Core Assets und Kernkompetenzen
4.1.2 Architektur der Wertschöpfungskette des Geschäftsmodells für Online-Content
4.2 Kriterien für die Gestaltung von Geschäftsmodellen für Online-Content
4.2.1 Digitalisierung und IKT als Enabler für Geschäftsmodellinnovation
4.2.2 Gestaltung der Website
4.2.3 Usability
4.2.4 Qualität der Inhalte
4.2.5 Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der Inhalte
4.2.6 Nutzung eines Content-Management-Systems (CMS)
4.2.7 Zielgruppendefinition und Kundensegmentierung

5 Beispiele für gelungene Geschäftsmodelle
5.1 Wikipedia
5.2 Youtube

6 Fazit und Ausblick

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Aufbau und Struktur der Arbeit

Abbildung 2: Begriff des Geschäftsmodells

Abbildung 3: 4C-Net-Business-Modell

Abbildung 4: Das Geschäftsmodell Content

Abbildung 5: Das Geschäftsmodell Commerce

Abbildung 6: Das Geschäftsmodell Context

Abbildung 7: Gliederung des Geschäftsmodells Content

Abbildung 8: Das Leistungssystem des Geschäftsmodells Content

Abbildung 9: Aggregierte Wertschöpfungskette (nach Bernd W. Wirtz 2010 S. 225)

Abbildung 10: Beziehung zwischen IKT und Geschäftsmodell

Abbildung 11: Strategische Ausrichtung von Wikipedia

Abbildung 12: Aspekte des Geschäftsmodells Youtube

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Content ist King

„Information ist nicht alles, aber ohne Information ist alles nichts“. (Vgl. CYbiz 2001 S.1) Mit diesem Satz lässt sich die Bedeutung digitaler Inhalte für Online-Angebote am besten umschreiben. „Content is King“ – so lautet die weit verbreitete Meinung unter Online-Anbietern, denn redaktionelle Inhalte sind im Internet-Zeitalter wichtiger denn je. (Vgl. CYbiz 2001 S.1-2)

Das Internet zeichnete sich von Beginn an als ein freies und offenes Medium aus. Aufgrund der raschen Verbreitung des WWW wurde dieses schon bald nach seiner Entstehung von Unternehmen kommerziell genutzt. Es wurden zahlreiche web-basierte Geschäftsmodelle entwickelt – darunter auch Geschäftsmodelle für Online-Content. Unternehmen übernahmen das Prinzip, Informationen kostenlos gegen Aufmerksamkeit der Kunden zu tauschen. Bis heute stehen die meisten digitalen Inhalte wie Online-Zeitungen, Online-Magazine, Online-Video-Clips oder Online-Nachschlagewerke kostenfrei im WWW zur Verfügung.

1.1 Online-Content als ein wichtiges Handelsgut des Internetzeitalters

Die Refinanzierung der Erstellungskosten der digitalen Inhalte wird durch Online-Werbung vorgenommen. Bis heute ist Online-Werbung das wichtigste Finanzierungsinstrument für digitale Inhalte. ( Vgl. Florian Stahl 2005 S.1) Viele Content-Angebote, die ausschließlich durch Werbung finanziert werden, sind jedoch auf Dauer unrentabel. Daher wollen die Produzenten der Inhalte die Kunden zur Kasse bitten, damit auf diese Weise die Online-Aktivitäten mitfinanziert werden. Neue, innovative Paid-Content-Geschäftsmodelle sollen die meist noch vorherrschende kostenlos-Kultur im Internet durch tragfähige Geschäftsmodelle ersetzen. Der Übergang von Open- zu Paid-Content gestaltet sich allerdings als schwierig, denn bisher will kaum jemand etwas für die begehrten Inhalte bezahlen. Viele Content-Anbieter im Bereich B2C haben Schwierigkeiten mit dem Content-Handel im Internet Geld zu verdienen. (Vgl. Sebastian Schmidt 2007 S.96)

Im Bereich B2B sieht mittlerweile der Handel mit den digitalen Inhalten anders aus. Mit der Gründung von unabhängigen wie auch verlagseigenen Content-Brokern und –Syndikatoren hat sich der deutsche Markt für den Vertrieb digitaler Inhalte in den letzten Jahren verändert. Der Handel mit bezahlten Inhalten gewinnt langsam an Fahrt und sie werden als gewinnbringende Ware gehandelt. Die zunehmende Digitalisierung journalistischer Inhalte, die nach Information, Unterhaltung und Service klassifiziert ist, begünstigt ihre Mehrfachverwertung. (Vgl. Sebastian Schmidt 2007 S.96)

Auch im Bereich B2C lässt sich die Trendentwicklung auf dem Content-Markt erkennen. Erwähnenswert sind die Anbieter der Special-Interesst-Content. Die Content-Anbieter sind zu der Erkenntnis gekommen, dass Paid-Content nur in individualisierter Form verkauft werden kann. Das heiß die Abnehmer zeigen erst eine Zahlungsbereitschaft, wenn das Content-Angebot genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist und zu ihrer Zufriedenheit beiträgt

Es wird zunehmend deutlich, dass es nicht nur darauf ankommt, dass Geschäftsmodelle, darunter auch Geschäftsmodelle für Online-Content, in sich logisch sind, sondern dass vor allem die Entwicklungsfähigkeit eines Geschäftsmodells entscheidend ist.

1.2 Ziele der Arbeit

Gegenstand der vorliegenden Arbeit sind „Geschäftsmodelle für Online Content“. Das übergeordnete Ziel dieser Arbeit besteht darin, eine Übersicht über Bestimmungsmerkmale für diese Geschäftsmodelle zu erstellen. Es soll anhand der Definition und typischen Eigenschaften aufgezeigt werden, welche Merkmale die Geschäftsmodelle für Online-Content aufweisen. Für ein besseres Verständnis sollen zunächst die Grundlagen der Geschäftsmodelle im Business betrachtet werden.

Es existiert eine Reihe von Geschäftsmodellen für Online-Content. Der Bestand der verschiedenen Geschäftsmodelltypen unter Betrachtung des Content-Angebotes sowie Content-Typs soll aufgenommen und vorgestellt werden. Als Ausgangspunkt soll das 4C-Modell von Wirtz dienen, wobei das Geschäftsmodell Content gesondert behandelt wird. Konkrete Beispiele bezüglich des Content-Anbieters sollen die unterschiedlichen Geschäftsmodellvarianten näher verdeutlichen.

Ein besonderer Schwerpunkt bei der Vorstellung der unterschiedlichen Geschäftsmodelle im Online-Content-Bereich wird dabei sein, welchen Nutzen die Kunden aus dem Geschäftsmodell eines Unternehmens ziehen können und auf welche Art und Weise Geschäftsmodelle mittels Online-Inhalte Umsätze generieren. Die Betrachtung der Erlösquellen ist von besonderer Bedeutung, da sie die Basis eines Geschäftsmodells bilden und finaler Zweck sind. Es ist zu erwähnen, dass einige Non-Profit-Organisationen existieren, deren Geschäftsmodelle kein bzw. kein eindeutiges Erlösmodell beinhalten. Das wohl bekannteste Beispiel ist der Content-Anbieter Wikipedia.

Ein weiteres Ziel der Arbeit ist die Betrachtung der Gestaltung der Geschäftsmodelle für Online-Content. Hier soll aufgezeigt werden, wie das Geschäftsmodell aufgebaut ist und welche Einzelkomponenten die Wertschöpfungskette des Geschäftsmodells bestimmen. Zusätzlich sollen neben der allgemeinen Gestaltung auch die grundlegenden Anforderungen zur Gestaltung dieser Geschäftsmodelle herausgearbeitet werden. Unter Berücksichtigung der herausgearbeiteten Kriterien ist das abschließende Ziel der Arbeit die Vorstellung einiger Anbieter für Online-Content in Bezug auf ihre Geschäftsmodelle.

1.3 Aufbau der Arbeit

Mit dieser Arbeit soll ein Beitrag zur Betrachtung des Themas Geschäftsmodelle für Online-Content aus betriebswirtschaftlicher Sicht geleistet werden.

Im ersten Kapitel werden die Ziele sowie der Aufbau der Arbeit vorgestellt.

Das zweite Kapitel dieser Arbeit beinhaltet die Grundlagen der Geschäftsmodelle im Electronic Business. Darüber hinaus wird die zunehmende Bedeutung des Mediums Internet für die Geschäftsmodelle dargestellt. Diese Ausführungen dienen als Vorbereitung für das Verständnis von bestehenden Geschäftsmodellen für Online-Content.

Das dritte Kapitel befasst sich mit den Geschäftsmodellen für Online-Content. Dabei werden die content-basierten Geschäftsmodelle nach der Art sowie nach dem Angebot des Inhaltes systematisch klassifiziert und vorgestellt.

Im vierten Kapitel geht es um die Gestaltung von Geschäftsmodellen für Online-Content. Dazu wird sich die Arbeit auf den allgemeinen Aufbau des Content-Geschäftsmodelles konzentrieren. Anschließend werden Kriterien herausgearbeitet, die als grundlegende Voraussetzungen für die Gestaltung solcher Geschäftsmodelle dienen sollen.

Im fünften Kapitel werden die Geschäftsmodelle von zwei Content-Anbietern Wikipedia und Youtube vorgestellt. Dabei wird ganz besonders auf die strategische Ausrichtung sowie auf die Art der Leistungsangebote dieser Conent-Anbieter eingegangen. In diesem Zusammenhang sollen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Geschäftsmodelle verständlich werden. Abschließend werden die Bedeutung, die zukünftige Problematiken und Chancen der Geschäftsmodelle für Online-Content zusammenfassend dargestellt. Dabei wird das Geschäftsmodell Paid-Content ein Schwerpunkt des Betrachtungsgegenstandes sein.

Abbildung 1 zeigt den Aufbau und die Struktur der Arbeit im Überblick.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Aufbau und Struktur der Arbeit

2 Grundlagen von Geschäftsmodellen im E-Business

2.1 Der Begriff des Geschäftsmodells

Der Begriff des Geschäftsmodells findet in Literatur und Praxis vermehrte Verwendung, ohne dass ein allgemein gültiges Begriffsverständnis vorliegt. In der Literatur werden Geschäftsmodelle als eine Fortentwicklung des traditionellen Strategiekonzepts angesehen, die eine essenzielle Rolle bei der Erreichung der Unternehmensziele spielen.( Vgl. Christian Maaß 2008 S. 29)

Nach Boulton/Libert/Samek 2001 wird der Begriff des Geschäftsmodells als „individuelle Kombination materieller und finanzieller Vermögenswerte“ bezeichnet.

Timmers und Stähler definieren den Begriff des Geschäftsmodell als „Geschäftstätigkeit und Rollen der beteiligten Akteure, Nutzen und Einnahmequellen. Geschäftsmodell und Unternehmen sind nicht gleichgesetzt, ein Unternehmen kann mehrere Geschäftsmodelle betreiben: Operationalisierung in Value Proposition, Leistungserstellung und Ertragsmodell“ […]. ( Vgl. Alexander Graf 2008 S. 84)

Boulton/Libert/Samek bezeichnen ein Geschäftsmodell als eine Kombination materieller und finanzieller Vermögenswerte, welche die Fähigkeit einer Organisation bestimmt, Werte zu schaffen oder zu zerstören. Timmers und Stähler beziehen ihre Definition genau auf ein Unternehmen, in dem sie darauf hindeuten, dass ein Unternehmen mehrere Geschäftsmodelle haben kann. (Vgl. Alexander Graf 2008 S. 85) Zusätzlich nehmen sie Bezug auf die geschäftliche Umwelt, in der sich ein Geschäftsmodell befindet, in dem sie die beteiligten Akteure im Fokus der Geschäftstätigkeit bzw. der Wertschöpfungskette stellen.

Im Allgemeinen kann man festhalten, dass Geschäftsmodelle vereinfachte Darstellungen oder Abbildungen der Art und Weise sind, wie ein Unternehmen am Markt gewinnbringende Werte schafft. (Vgl. Thomas Bieger 2002 S. 4)

Der Begriff Modell beschreibt eine vereinfachte Konstruktion der Wirklichkeit. Modelle dienen der Abbildung der Realität, um einzelne Ursache-Wirkungszusammenhänge in einfacher und übersichtlicher Form darzustellen. Unter dem Begriff Geschäft ist jede Art von gewinnorientierten unternehmerischen Tätigkeiten zu verstehen, bei denen es zu einer Übertragung von Verfügungsrechten an Gütern oder Dienstleistungen kommt (Siehe Abbildung 2). (Vgl. Christian Maaß 2008 S. 29)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Begriff des Geschäftsmodells (nach Christian Maaß 2008 S. 30)

Nach Patrick Stähler besteht ein Geschäftsmodell aus den 3 Hauptkomponenten Value Proposition, Wertschöpfung und Ertragsmodell. Nachfolgend werden die 3 Hauptkomponenten etwas näher vorgestellt.

2.2 Value Proposition

Die Value Proposition eines Geschäftsmodells bezeichnet den Nutzen für den Kunden und externe Partner des Unternehmens, welcher aus der Anwendung des Geschäftsmodells hervorgeht. Bei einem kundenbezogenen Nutzen der Value Proposition spricht man von Unique Selling Proposition (USP). Unique Selling Proposition beschreibt den Grund der Kauftätigkeiten eines Kunden bei einem bestimmten Anbieter und stellt somit dar, was das Unternehmen für den Kunden gegenüber den Wettbewerbern so interessant macht. Daher sind bei der Formulierung von USP folgende Fragen zu berücksichtigen, die für den Erfolg eines Geschäftsmodells unabdingbar sind. (Vgl. Christoph Hammer 2003 S. 42)

- Was macht das Geschäftsmodell interessant für den Kunden?
- Warum sollte der Kunde bei dem Unternehmen einkaufen?
- Worin besteht die Verbesserung gegenüber bisheriger Prozesse und Anbieter

2.3 Architektur der Wertschöpfung

Die zweite Komponente eines Geschäftsmodells ist die Architektur der Wertschöpfung. Hier wird abgebildet, wie der Nutzen für den Kunden innerhalb der Wertschöpfungskette des Unternehmens entsteht (Vgl. Dennis Godbersen 2007 S. 11) und beinhaltet Informationen zu verschiedenen Stufen der Wertschöpfung. Um die Value-Proposition effizienter umsetzen zu können, müssen die drei folgenden Komponenten entsprechend konfiguriert werden.

2.3.1 Produkt-/Marktentwurf

Hier steht das Design des Produktes im Vordergrund. Um sich von möglichen Wettbewerbern differenzieren zu können, muss hier entschieden werden, welches Produkt in welcher Konfiguration das Unternehmen anbieten will.

2.3.2 Interne Architektur

Die interne Architektur der Leistungserstellung dient der Erstellung des Produktes. Sie besteht aus den vorhandenen Ressourcen. Die internen Ressourcen werden aus den Kernkompetenzen und strategischen Vermögenswerten, wie z. B. Marken, Patenten, Kundenbeziehungen oder Vertriebskanälen des Unternehmens gebildet. Das Geschäftsmodell definiert die Stufen der Wertschöpfung und beschreibt die Akteure und deren Rollen. Diese Akteure werden durch Kommunikationskanäle mit einander verbunden und ihre Aufgaben werden durch Koordinationsmechanismen untereinander abgestimmt. Diese Kombination aus den Stufen der Wertschöpfung, den Kommunikationskanälen und den Koordinationsmechanismen bilden die Kernprozesse des Unternehmens.

2.3.3 Externe Architektur

Die externe Architektur des Geschäftsmodells definiert die Schnittstellen des Unternehmens zum Kunden sowie den Wertschöpfungspartnern. Mögliche externe Wertschöpfungspartner sind Beispielsweise Lieferanten, Anbieter von komplementären Produkten, Kunden und Wettbewerber. Die Kundenschnittstellen werden aus den Distributionskanälen, den Informationen über Kunden und den Kommunikationskanälen zwischen Unternehmen und Kunden gebildet. Der Preismechanismus bildet die Schnittstelle zwischen der Wertschöpfungsarchitektur und dem Ertragsmodell. (Vgl. Michael Warm 2008 S. 14 - 15)

2.4 Ertragsmodell

Während die Value Proposition und die Wertschöpfungsarchitektur die Kostenseite eines Geschäftsmodells beschreiben, enthält das Geschäftsmodell auch eine Beschreibung, aus welchen Quellen und auf welche Weise das Unternehmen sein Einkommen generiert. Gute Beispiele für Ertragsquellen sind Abonnentengebühren, Werbeeinnahmen, Sponsorenbeiträge und Einkommen aus Transaktionen wie Provisionen für die Weiterleitung von Kunden, feste oder variable Verkaufskommissionen oder aus dem Direktenverkauf von Gütern. ( Vgl Christian Kittl 2008 S. 169) Es gibt zahlreiche Formen von Ertragsgenerierung, die sich nach verschiedenen Kriterien unterscheiden.

2.4.1 Transaktionsabhängige Ertragsmodelle

Bei transaktionsabhängigen Ertragsmodellen hängt der Erlös von der Nutzung der Information bzw. des verkauften Produktes ab. Die Höhe des Entgeltes richtet sich nach der Menge des Produktes oder nach der Zeiteinheit, in der die Dienstleistung in Anspruch genommen wurde. Der Vorteil von transaktionsabhängigen Erlösen liegt darin, dass nur für die Leistung bezahlt werden muss, die in Anspruch genommen wurde und nicht mehr. Der Nachteil liegt in den hohen Verwaltungskosten, da Erlösströme in kleinen Abrechnungseinheiten vorliegen. (Vgl. Sina Schmitt 2008 S. 18)

2.4.2 Transaktionsunabhängige Ertragsmodelle

Bei transaktionsunabhängigen Ertragsmodellen hängt der Erlös nicht von der Nutzung des Produktes/ der Dienstleistung ab, sondern gegen eine jährliche oder monatliche Nutzungsgebühr haben die Nutzer Zugriff auf sämtliche Informationen der Plattform (Vgl. Christoph Hammer 2003 S. 58) . Ein Beispiel aus der Telekommunikationsbranche ist die Flatrate, bei der nicht pro Minute abgerechnet wird, sondern pro Monat ein Pauschalbetrag gezahlt wird. Sowohl für das Unternehmen als auch für den Nutzer liegen die Vorteile darin, dass die Höhe des Entgeltes vorhersehbar und kalkulierbar ist.

2.4.3 Direkte Ertragsmodelle

Bei dem direkten Ertragsmodell zahlt der Benutzer für den Service bzw. für das Produkt. Dabei kommt es zu einer Transaktion zwischen dem Kunden und dem Anbieter des Produktes. Der Vorteil hier liegt darin, dass der Ertrag nur vom Käufermarkt abhängig ist. (Vgl. Sina Schmitt 2008 S. 18 - 20)

2.4.4 Indirekte Ertragsmodelle

Der Betreiber der Plattform finanziert sich von Werbeeinnahmen. Daher können hier die Besucher den angebotenen Service kostenlos bzw. sehr günstig erhalten (Christoph Hammer 2003 S. 57). Der Erlös wird also nicht über den Nutzer generiert, sondern über ein anderes verbundenes Unternehmen bzw. über den Werbetreibenden.

2.5 Veränderung der Geschäftsmodelle durch das Internet

„Das Internet ist ein Dialogmedium. Erfolgreich sind daher nur jene Lösungen, die den Kunden in einem für ihn interessanten Dialog fesseln können. Dieser Dialog führt den Kunden immer wieder zur Internetplattform zurück und veranlasst ihn, Informationen über seine Interessen und Bedürfnisse freiwillig preiszugeben. Denn jeder Kundenbindung geht eine Kundenbeziehung voraus“. (Christoph Hammer 2003 S. 13)

Mit dem Internet ist es nun möglich, ein weltumspannendes Medium zu etablieren, das eine bidirektionale Kommunikation zulässt und eine neue Form der Interaktion erlaubt. Der Nutzer kann mit dem Medium Internet selber entscheiden, welchem Angebot er seine Aufmerksamkeit schenken will, die er dann auf einfachste Art und Weise miteinander vergleichen kann. Abgesehen vom Vertrieb von Waren und Dienstleistungen über internetbasierte Plattformen, gehört der Internetauftritt eindeutig zum Marketingmix eines Unternehmens. Dies stellt Unternehmen vor eine große Herausforderung den Kunden davon zu überzeugen, dass die eigenen Inhalte, Waren und Services optimal für ihn sind.

Im Allgemeinen ist zu sagen, dass das Internet als Kommunikations-, Informations-, Transaktions- und Kundenbindungsinstrument zu nutzen ist, deren Kombination das Hauptkriterium eines funktionierenden Geschäftsmodells im E-Business darstellt. (Christoph Hammer 2003 S. 13 - 14)

Im Vergleich zu den klassischen Geschäftsmodellen, bieten die internetbasierten Geschäftsmodelle neue Möglichkeiten zur Erschließung neuer Marktsegmente. Das Internet stellt Techniken und Mechanismen zur Verfügung, die eine völlig neue Herangehensweise an den Kunden erlauben. Ganz besonders auf Grund der weltweiten und ständigen Verfügbarkeit des Internets ergeben sich sowohl technologische als auch organisatorische Erfolgsfaktoren, welche nachfolgend im Einzelnen erklärt werden. ( Vgl. Mirko Müller 1999 S. 6)

2.5.1 Digitalisierung

Ohne die Digitalisierung wäre das Betreiben eines Geschäftsmodells für Online-Content nicht denkbar. Zur Verarbeitung von Informationen ist die Digitalisierung von verfügbaren Informationen eine absolute Notwendigkeit. Der Vorteil digitalisierter Angebote ist, dass digitale Informationen sich leichter bearbeiten und verarbeiten lassen, der Zugriff auf Informationen einfach und leicht gestaltet werden kann und sich das Risiko des Informationsverlustes minimieren lässt.

2.5.2 Vernetzbarkeit

Zahlreiche Produkte werden von Kunden bevorzugt, weil sie durch die Vernetzung eine große Anzahl von anderen Kunden erreichen konnten. Das Lernen einer Sprache wird erst attraktiv, wenn sie von vielen Menschen gesprochen wird. Das Internet ermöglicht die Vernetzung, damit die Produkte so viele Kunden wie möglich erreichen können. (Vgl. Mirko Müller 1999 S. 8)

2.5.3 Interaktivität

Das Medium Internet ermöglicht den End-Usern direkt auf die Informationen zu zugreifen. Welche Informationen zu welchem Zeitpunkt, wie lange und in welcher Menge benötigt werden, dürfen die Kunden selber bestimmen. Eine Interaktion findet nicht nur zwischen dem Anbieter und dem Kunden statt, sondern auch zwischen den einzelnen Kunden. Auf diese Weise können die Kunden ein Produkt weiter empfehlen oder nicht. Auch diese Interaktion der Kunden kann für den Anbieter von großem Vorteil sein, denn die Anregungen und Interessen der Kunden enthalten nutzerspezifische Informationen, die sich für die zukünftige Produktgestaltung auswerten lassen. (Vgl. Mirko Müller 1999 S. 8)

2.5.4 Multimedialität

Durch das Internet können die multimedialen Möglichkeiten ausgeschöpft und zur Kundengewinnung und Kundenbindung genutzt werden. Durch die Multimedialität entsteht ein Pull-Effekt, welche den Kunden länger auf der Anbieter-Website verweilen lässt. Dazu gehören beispielsweise ausgefeilte Suchmöglichkeiten, Chat-Räume und Foren für Kunden, Zusatzinformationen als Audio oder Video usw. (Vgl. Mirko Müller 1999 S. 8)

[...]

Ende der Leseprobe aus 50 Seiten

Details

Titel
Geschäftsmodelle für Online Content
Hochschule
Macromedia Fachhochschule der Medien Stuttgart
Note
1,8
Autor
Jahr
2010
Seiten
50
Katalognummer
V204624
ISBN (eBook)
9783656307471
ISBN (Buch)
9783656366881
Dateigröße
2545 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschäftsmodelle im E-Business, Geschäftsmodelle für Online-Content, Online-Content, Content-Typ, Content-Angebot, Content-Anbieter, Aufbau des Geschäftsmodells Content
Arbeit zitieren
Oslan Malyar (Autor:in), 2010, Geschäftsmodelle für Online Content, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204624

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