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Methoden Evangelikaler Missionierung indigener Gruppen

Eine Untersuchung mit Bezug auf lateinamerikanische Fälle

Title: Methoden Evangelikaler Missionierung indigener Gruppen

Bachelor Thesis , 2011 , 37 Pages , Grade: 12

Autor:in: Rebecca Heibutzki (Author)

Sociology - Culture, Technology, Nations
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[...] In dieser Arbeit sollen die Missionsmethoden der Evangelikalen Bewegung aufgezeigt und kritisch hinterfragt werden. Als missionarische Methoden werden Mittel bezeichnet, die dazu beitragen, eine umfassende Christianisierung indigener Gruppen zu erzielen. Nach dem ethnologischen Ansatz konzentriert sich diese Ausarbeitung auf die Auswirkungen der evangelikalen Missionierung bei den Indigenen. Eine Eingrenzung des Begriffs „Evangelikale“ wird im ersten Kapitel folgen. Die Missionierung der indigenen Gruppen wird in dieser Arbeit an dem Beispiel von Lateinamerika behandelt. Eine rasche Einführung in den Begriff des Ethnozids bereitet auf die Schilderungen der in der Vergangenheit angewandten Missionsmethoden vor. Danach werden die Missionsmethoden verschiedener Evangelikaler Organisationen betrachtet werden. Der Fokus hierbei liegt in den Vorgehensweisen des Summer Institutes of Linguistics (ILV) und deren Muttergesellschaft der Wycliff-Bible-Translators (WBT); einen kurzen Einblick in deren nachfolge Organisation der New Tribes Mission wird zum Schluss gegeben werden. Anhand verschiedener Länderbeispiele aus Ecuador, Kolumbien, Peru wie auch Venezuela soll ein umfassenderes Bild über die Strategien der Missionsorganisationen aufgezeigt werden. Folgende Fragen werden hierbei thematisiert: Welche Konsequenzen hatte ihre Arbeit für die betroffenen Indigenen in der Vergangenheit? Inwieweit wirkten sich ihre Verfahren auf die kulturelle Entwicklung aus? Und: Weshalb mussten sie Anschuldigung des Ethnozids mehrfach erfahren?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Profil der Evangelikalen Bewegung

2.1 Evangelikale und Fundamentalismus

2.2 Der Missionsbefehl

3. Was bedeutet Ethnozid?

4. Geschichtlicher Verlauf der frühen Missionsmethoden

5. Die Methoden des Summer Institutes of Linguistics und der Wycliff-Bibelübersetzer

5.1 Die Strategie der Verknüpfung von Mission und Wissenschaft

5.2 Die zweisprachige Erziehung

5.2.1 Das Lehrmaterial

5.3 Generationskonflikte durch die Erziehung des ILV

5.4 Die politisch-ökonomische Agenda

6. Das Summer Institute of Linguistics in Ecuador

6.1 Das Beispiel der Huaorani

7. Die Kosmologie der Amarakaeri in Peru und die christliche Lehre

8. Das Beispiel der Cuiva in Kolumbien

9. Die Missionsmethoden der New Tribes Mission

9.1 Die systematische Entfremdung der Indigenen in Venezuela

10. Ein Beispiel für erfolgreichen Widerstand

11. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die Methoden evangelikaler Missionierung gegenüber indigenen Gruppen in Lateinamerika. Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit diese Vorgehensweisen kulturelle Identitäten zerstören und als Form des Ethnozids bewertet werden können, indem die Strategien verschiedener Missionsorganisationen analysiert werden.

  • Analyse evangelikaler Missionsmethoden (insb. SIL/WBT und NTM)
  • Einfluss der Missionierung auf indigene Kulturstrukturen
  • Kritische Reflexion der "zweisprachigen Erziehung" und politisch-ökonomischer Interessen
  • Fallbeispiele aus Ecuador, Peru, Kolumbien und Venezuela
  • Untersuchung des Konzepts "Ethnozid" im Kontext missionarischer Aktivitäten

Auszug aus dem Buch

5.1 Die Strategie der Verknüpfung von Mission und Wissenschaft

Die WBT/ILV verknüpfen Mission mit der Strategie der wissenschaftlichen Sprachforschung. „Das Tor der Seele“, nämlich die Muttersprache, dient dazu, Indigene mit der biblischen Botschaft effektiver erreichen zu können. Roland Garve schreibt folgendes zum Institut: „Sie behaupten, eine anthropologische Forschungsorganisation zu sein, die zur Erweiterung des linguistischen Wissens unbekannte Sprachen studiert sowie Alphabetisierung fördert“ (Garve 2007, S. 363). Fakt ist aber, dass ihr Hauptziel nicht nur die Übersetzung der Bibel auf indigene Sprachen ist, sondern die Gründung von Kirchen. Dieser Prozess erfolgt in drei Schritten: Erstens, die Übersetzung der Bibel, zweitens, die Gründung von Schulen und drittens, die Gründung von protestantisch ausgerichteten Kirchen.

Dazu spielt das Personal eine gewichtige Rolle: „Ein Teil der ILV-Mitarbeiter sind Übersetzer, ein anderer ist Unterstützungspersonal für Erziehung, Medizin und Technik. Die Kandidaten erhalten ein Training in Bibelkunde und linguistischen Methoden, werden dann in `Dschungelüberlebenskursen´ für den Einsatz in spezifischen Gebieten geschult, ehe sie ausgeschickt werden“ (Cano, Georg et. al, 1979, S. 28). Ihnen wird gelehrt in die Seelenwelt der Indigenen einzutauchen, „um deren `Knackpunkte´ zu finden: Was ist identisch mit dem Christentum? Wo kann man ansetzen? Was entspricht in ihrer Kultur dem Teufel und was könnte mit Jesus identifiziert werden?“ (Garve 2007, S. 363). Die Vorstellung des christlichen Universums wird dadurch in die indigene Kultur „transkribiert“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Gefährdung indigener Identitäten weltweit durch Missionseifer und führt in die Kritik an missionarischen Methoden als Form der Kolonialisierung ein.

2. Das Profil der Evangelikalen Bewegung: Dieses Kapitel definiert die evangelikale Bewegung über Merkmale wie individuelle Bekehrung, Bibelverständnis und Missionseifer sowie deren fundamentalistische Züge.

3. Was bedeutet Ethnozid?: Hier wird der Begriff Ethnozid als Zerstörung traditioneller Kulturen erläutert, oft verursacht durch ungleichwertige Austauschprozesse und ökonomischen Imperialismus.

4. Geschichtlicher Verlauf der frühen Missionsmethoden: Das Kapitel beschreibt verschiedene Phasen der Kommunikation zwischen Missionaren und Indigenen, von der stummen bis zur linguistischen Methode.

5. Die Methoden des Summer Institutes of Linguistics und der Wycliff-Bibelübersetzer: Hier werden die spezifischen Vorgehensweisen und Ziele dieser Organisationen, insbesondere die Verbindung von Sprache und Evangelisation, kritisch beleuchtet.

6. Das Summer Institute of Linguistics in Ecuador: Anhand des Falls Ecuador wird die Kontroverse um die Arbeit des SIL aufgezeigt, die schließlich zu dessen Verbannung aus dem Land führte.

7. Die Kosmologie der Amarakaeri in Peru und die christliche Lehre: Dieses Kapitel zeigt am Beispiel der Amarakaeri die durch Missverständnisse christlicher Lehren verursachte Verwirrung und psychische Belastung der Indigenen.

8. Das Beispiel der Cuiva in Kolumbien: Anhand der Cuiva wird die kritische Problematik der Sprache, der gezielten kulturellen Entfremdung und der Manipulation von Mythen dargestellt.

9. Die Missionsmethoden der New Tribes Mission: Das Kapitel analysiert die Nachfolgeorganisation NTM, deren Vorgehensweise, politische Verstrickungen und die gesundheitlichen Folgen für indigene Gruppen.

10. Ein Beispiel für erfolgreichen Widerstand: Hier wird der erfolgreiche Kampf der Waiapi in Brasilien gegen das Eindringen von Konzernen und Missionaren als positives Gegenbeispiel geschildert.

11. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die missionarische Arbeit oft erhebliche Zerstörungen indigener Sozialstrukturen zur Folge hat und die ethische Rechtfertigung der Methoden in Frage gestellt werden muss.

Schlüsselwörter

Evangelikale Bewegung, Missionierung, Indigene, Lateinamerika, Ethnozid, Summer Institute of Linguistics, Wycliff-Bibelübersetzer, New Tribes Mission, kulturelle Identität, Akkulturation, fundamentales Bibelverständnis, koloniales Erbe, Sprachforschung, Glaubensvermittlung, indigener Widerstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Methoden und Auswirkungen evangelikaler Missionsarbeit auf indigene Völker in Lateinamerika.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Schwerpunkte sind die Strategien von Organisationen wie dem SIL und der NTM, die Konzepte von Ethnozid und Akkulturation sowie deren Auswirkungen auf indigene Kulturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Hinterfragung missionarischer Vorgehensweisen und die Analyse ihrer Konsequenzen für die kulturelle Entwicklung betroffener Gruppen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt einen ethnologischen und religionswissenschaftlichen Ansatz, indem sie Literaturanalysen, Fallbeispiele und Berichte von Feldforschern auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Methoden der zweisprachigen Erziehung, die Rolle des Lehrmaterials, die Einmischung in soziale Strukturen und die politisch-ökonomische Agenda der Missionare.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Ethnozid, evangelikale Mission, Akkulturation, indigene Identität und kulturelle Zerstörung.

Warum wird das SIL oft mit Ölkonzernen in Verbindung gebracht?

Kritiker werfen dem SIL vor, indigene Gruppen durch Umsiedlungen aus Landgebieten zu vertreiben, die für die Erdölförderung wirtschaftlich von Interesse waren.

Wie beeinflusst die missionarische "zweisprachige Erziehung" die indigene Jugend?

Sie führt oft zu Identitätskrisen und Generationskonflikten, da die traditionellen Autoritätsstrukturen durch westlich geprägte Bildungsinhalte untergraben werden.

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Details

Title
Methoden Evangelikaler Missionierung indigener Gruppen
Subtitle
Eine Untersuchung mit Bezug auf lateinamerikanische Fälle
College
University of Marburg
Course
Völkerkunde
Grade
12
Author
Rebecca Heibutzki (Author)
Publication Year
2011
Pages
37
Catalog Number
V204632
ISBN (eBook)
9783656324072
ISBN (Book)
9783656325277
Language
German
Tags
methoden evangelikaler missionierung gruppen untersuchung bezug fälle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rebecca Heibutzki (Author), 2011, Methoden Evangelikaler Missionierung indigener Gruppen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204632
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