Die Entwicklung des internationalen Systems zu einer neuen Ära der Bipolarität

Das Verhältnis zwischen den USA und China im Kontext der Neo-Neo Debatte


Bachelorarbeit, 2012

58 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung
1. Einführung
2. Vorgehensweise
2.1. Konkretisierung der Thematik
2.2. Fragestellungen
2.3. Einführung in die Spieltheorie

II. Ausführungen zur Theoriedebatte
1. Der Neorealismus und der Neoliberalismus
1.1. Über den Neorealismus
1.2. Erweiterung oder Gegenentwurf? - Der Neoliberalismus und die Anarchie
2. Bipolarität im Neorealismus
2.1. Theoretische Überlegungen bei Waltz
2.2. Datenauswertung zur Bestimmung der Polarität
2.3. Analyse der Entwicklung hin zur Bipolarität
2.4. Multi- und Unipolarität
3. Die Neo-Neo Debatte im Kontext der Bipolarität
3.1. Kooperation als Scheidepunkt zwischen Neorealismus und Neoliberalismus
3.2. Relative versus absolute Gewinne
3.3. Abhängige oder unabhängige Variabel: Die Interdependenz
3.4. Der Einfluss von Regimen
3.5. Hegemonial induzierte Kooperation

III. Anwendungsbereiche der Theoriedebatte
1. Wirtschaftliche Interdependenzen der beiden Großmächte
1.1. Präferenzen chinesischer Wirtschaftspolitik
1.2. Die US Wirtschaft der Gegenwart und die Volksrepublik China
1.3. Korrelation zwischen Friedensaffinität und Interdependenz
1.4. Zwischenfazit I: Engagement
2. Militärische Balance of Power Politik in Asien
2.1. Increasing Military Strength: Chinas Stärke verunsichert die USA
2.2. Derzeitige Balance of Power Politik am Beispiel des Konfliktherdes Taiwan
2.3. Eindämmungspolitik der USA
2.4. Chinas Möglichkeiten zur Herstellung des Machtgleichgewichtes
2.5. Zwischenfazit II: Containment
3. Zusammenführung der Anwendungsbereiche
3.1. Erklärungskraft beider Theorien
3.2. Second Image Ansätze als Erklärungen für das bilaterale Verhältnis

IV. Fazit

V. Inhaltsverzeichnis

„ He was, so to speak, both my partner and my adversary. ”

(Sovjet Premier Nikita Krushev ’ s comment on US President John F. Kennedy, the other Hegemonic Leader during Cold War Bipolarity )

Begriffsdefinitionen

Black box: Fachterminus für den Untersuchungsbereich, der ausgespart bleibt

Bipolarität: Begriff für die Aufteilung der Staatenwelt in zwei Allianzen

China: Offiziell Volksrepublik China; Staat in Zentralasien; Einwohnerzahl 1,4. Mrd; Fläche 9.571.302 km ²

Großmacht: Staat, der einen wesentlichen geopolitischen Einflussbesitzt; Begriffsabgrenzung zu Supermacht nicht eindeutig*

Interdependenz: Wechselseitige Abhängigkeit zwischen Akteuren

Internationale Beziehungen/Internationale Politik: Teildisziplin der politischen Wissenschaft, deren Inhalt nach den weltpolitischen Entwicklungen und den Großtheorien, die sie zu erklären versucht, variiert.

NATO: Nordatlantisches Militärbündnis; 1949 gegründet; 28 Mitgliedsstaaten

Neoliberalismus: Theorie der Internationalen Beziehungen; wichtigster Vertreter Robert O. Keohane

Neorealismus: Theorie der Internationalen Beziehungen; wichtigster Vertreter Kenneth N. Waltz

Neo-Neo Debatte: Begriff für den Theoriedisput zwischen dem Neoliberalismus und dem Neorealismus

Regime: Institutionalisiertes Set von Prinzipien, Normen und Regeln

SCO: Zentralasiatisches Militärbündnis; 2001 gegründet; sechs Mitgliedsstaaten ?

UN: Zwischenstaatlicher Zusammenschluss; 1945 gegründet; 193 Mitgliedsstaaten

USA: Staat in Nordamerika; 311 Mio. Einwohner; Fläche 9.629.091 km ²

* Für diese Arbeit werde ich die Begriffe Regional- und Supermacht synonym verwenden. Für mittelgroße Staaten verwende ich den Begriff „ regionale Großmacht “

I. Einleitung

„ Is anybody still a realist? “ (Andrew Moravcsik) 1

1. Einführung

Parallel zu dem oben angefügten Zitat von dem Politologen Andrew Moravscik schreibt Carlo Masala, selbst Anhänger des Neorealismus, in der heutigen Zeit über diese Theorie zu schreiben mute wie ein Anachronismus an.2 In den siebziger und achtziger Jahren war der Neorealismus jedoch das womöglich meistdiskutierte Theorem der Internationalen Beziehungen.3 Sein Schöpfer Kenneth N. Waltz entwickelte den Neorealismus vor dem Hintergrund des Kalten Krieges, bei dem sich der Großteil der Staatenwelt unter der Führung zweier Supermächte in gegenüberstehende Allianzen zusammengeschlossen hatte. Für die Anordnung der Staaten in dieser Ära prägte er den Begriff der Bipolarität. Zudem sorgte er mit seiner vollkommen neue Betrachtungsweise des internationalen Systems, der propagierten Bedeutungslosigkeit von innerstaatlichen Systemen für das Verhalten von Staaten oder der Würdigung von Nuklearwaffen als „great force of peace“4 in der Fachwelt für einige Kontroversen. Seit dem Erscheinen seines Standardwerkes Theory of International Politics im Jahre 1979 fand sich nahezu jeder Bereich seiner Ansichten heftiger Kritik ausgesetzt.5 Bis in die 1990er galt der Neoliberalismus als bedeutendster Kontrahent des Neorealismus, seine Führungsperson Robert O. Keohane wurde als Antipode zu Waltz betrachtet.6 Der Neoliberalismus nahm die Staatenwelt wesentlich positiver wahr als sein Gegenüber, vor allem räumte er der zwischenstaatlichen Kooperation und internationalen Institutionen wesentlich größere Möglichkeiten ein.7 Der intensiv geführte und bis heute andauernde Disput beider Theorien ist als Neo-Neo Debatte bekannt geworden.8 In den sich bis heute immer weiter ausdifferenzierenden Internationalen Beziehungen haben beide Theorien bis heute jedoch zunehmend an Bedeutung verloren. Insbesondere das Ende und die Folgen des Kalten Krieges, welches sie nicht vorhergesehen hatten, verstärkten diesen Prozess.9

In der internationalen Politik gilt der Aufstieg Chinas zur Supermacht als das vielleicht meistdiskutierte Thema der Gegenwart.10 Die in diesem Zusammenhang ausgedrückten Erwartungen der Beobachter decken dabei nahezu die gesamte Bandbreite an Möglichkeiten ab. Sie reichen von hoffnungsvollen Impulsen für das internationale Wirtschaftssystem oder der Stabilisierung des amerikanischen Devisenmarktes über politische Interessenverschiebungen von West nach Ost bis hin zu Befürchtungen über einen neuen Kalten Krieg unter der Ägide der derzeitigen und der vielleicht neuen Supermacht, zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China. Weitgehend unbestritten steht die Vermutung, dass beide Staaten in mittlerer Zukunft einen enormen Einfluss in den internationalen Beziehungen ausüben werden. Die meisten Arbeiten zu diesem Thema scheinen jedoch einen deskriptiven Ansatz zu verfolgen. Für eine tiefgründige Auseinandersetzung ist aber ein theoretisches Fundament zu wählen. Hierfür möchte ich mich den Annahmen der beiden Neo-Theorien bedienen. Möglicherweise liefern sie ja trotz weitgehender Nichtbeachtung der Forschungswelt und trotz ihrem Unvermögen, die Veränderungen um das Ende des Kalten Krieges richtig zu deuten, hilfreiche Annahmen für zukünftige Entwicklungen.

2. Vorgehensweise

2.1. Konkretisierung der Thematik

Das Vorhaben dieser Arbeit ist es, einen Erkenntnisgewinn für die Politikwissenschaft herauszuarbeiten. Dazu ist es aufgrund der Komplexität der Thematik von Nöten, Eingrenzungen vorzunehmen.

Die seit über drei Jahrzehnten andauernde Debatte um die beiden Theorien hat sowohl Veränderungen in den Beziehungen zueinander als auch Abspaltungen von den einzelnen Theorien hervorgebracht.11 Deshalb werde ich eine Eingrenzung auf den Kern beider Theorien vornehmen.12

Den Theorieschwerpunkt werde ich auf den Neorealismus legen. Dieser definierte den besonderen Zustand der Bipolarität vor dem Hintergrund des Kalten Krieges. Deshalb werde ich das erste Drittel der Arbeit auf die Verknüpfung zwischen den USA und China und dem Bipolaritätsbegriff des Neorealismus aufbauen. Die anschließende Debatte werde ich auf die wesentlichen Bereiche begrenzen, die in Zusammenhang mit einer bipolaren Weltordnung stehen.

Den Zeitraum der anschließenden Untersuchung werde ich auf die Gegenwart und den Zeitraum der mittleren Zukunft der Jahre 2025-2040 eingrenzen.

Auch die Bezugsthemen für das Verhältnis der beiden Großmächte zueinander gilt es zu beschränken. Ich werde mich daher auf vieldiskutierte Fragen der internationalen Politik und der Internationalen Beziehungen fokussieren: Den wirtschaftlichen Verflechtungen beider Großmächte und der militärischen Machtgleichgewichtsbildung in Asien. Aufgrund einiger relativ aktueller Ereignisse sehe ich des Weiteren als notwendig an, teilweise auf Publikumszeitschriften zurück zu greifen.

2.2. Fragestellungen

1. Kann man aufgrund von Prognosedaten für die Zeit nach dem Jahr 2025 von einer bipolaren Weltordnung im neorealistischen Sinn sprechen?
2. In welchen Annahmen unterscheiden und gleichen sich Neorealismus und Neoliberalismus im Kontext einerära der Bipolarität?
3. Wie gut können beide Theorien das derzeitige Verhältnis der beiden Großmächte China und USA vor dem Hintergrund der Entwicklung der Bipolarität beschreiben?
4. Welche Annahmen liefern beide Theorien für das prognostizierte zukünftige Verhältnis der beiden Großmächte China und USA?

2.3. Einführung in die Spieltheorie

Um die Aussagen ihrer theoretischen Annahmen zu verdeutlichen, greifen beide Theorien wiederholt auf die Spieltheorie der Mikroökonomie zurück.13 Dabei bedienen sie sich Spielen in sogenannten Normalformen: Dies sind Handlungsrahmen für zwei Akteure mit jeweils zwei Handlungsoptionen, welche je nach eigener Wahl und der Wahl des Gegenübers einen gewissen Nutzen bringen. Der Nutzwert der jeweiligen Entscheidung steht in den Klammern (der erste Wert gilt für A, der zweite für B). Beide Akteure entscheiden in dieser Situation parallel zum Gegenüber. Exemplarisch sei hier das Freihandelsdilemma zwischen zwei Staaten gezeigt:

Das Freihandelsdilemma14

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dies ist ein Standardproblem der Internationalen Beziehungen: Beide Staaten stehen in einem Spannungsverhältnis zwischen Unsicherheit gegenüber dem anderen Staat und dem Wunsch nach Nutzenmaximierung. Daher wählen beide jeweils die Option „Protektion“. Nur so können sie das schlechteste Ergebnis, selbst die Marktöffnung zu wählen, während der Kontrahent die Protektion wählt, vermeiden. Deshalb werden beide als sogenannte dominante Strategie die Protektion wählen. Als Folge dessen werden sie immer das Ergebnis Protektionismus erhalten.15 Das für beide Staaten vorteilhaftere Ergebnis Freihandelsgewinn erreichen sie aufgrund von Unsicherheit nicht.

II. Ausführungen zur Theoriedebatte

„ The world was never bipolar because two blocs opposed each other, but because of the preeminence of bloc leaders. ” 16

1. Der Neorealismus und der Neoliberalismus

1.1. Über den Neorealismus

Kenneth N. Waltz entwarf mit seinem Neorealismus eine völlig neue Betrachtungsweise in den Internationalen Beziehungen, auch gegenüber dem Realismus, von welchem er ansonsten viele Annahmen übernommen hat. Zunächst einmal versuchte er eine „schlanke Theorie“ zu erschaffen, bei der alle Variablen, die für das Verhalten zwischen Staaten nur eine geringe Erklärungskraft haben, nicht berücksichtigt werden. Dieser Ansatz wird in der IB parsimony genannt.17

Waltz versteht das internationale System als Unterteilung in drei Ebenen, oder images, welche wiederum unterschiedlich starke Einflüsse auf die Interaktion zwischen den Akteuren haben.18 Das erste image bezeichnet die Ebene des Menschen beziehungsweise den Einfluss menschlichen Verhaltens für das internationale System. Morgenthaus Realismus definierte den Menschen als insgesamt schlechtes Wesen und kam zu dem Schluss, dass Staaten als Ansammlung von Menschen folglich ebenso schlecht handeln müssten. In dieser Beziehung widerspricht Waltz seinem geistigen Mentor19 vollkommen: Schlussfolgerungen aufgrund anthropologischer Erkenntnisse haben ihm zufolge wenig Aussagekraft für die internationalen Beziehungen.20 Die meisten liberalen Theorien setzen beim zweiten image an - der Beschaffenheit der organisierten Einheiten. Die weit verbreitete Annahme, dass Demokratien keine Kriege gegeneinander führen, sei hier stellvertretend genannt.21 Auch diesen Ansatz verwirft Waltz. Er kommt zu dem Schluss, dass demokratische und autokratische Staaten in gleichen Situationen allzu oft ähnliche Entscheidungen treffen würden, als dass die Staatsform eine Erklärung für das Verhalten eines Staats liefern könnte. Auch Demokratien würden weniger das Gemeinwohl fördern als vielmehr ihre eigenen Interessen befriedigen.22

Aus diesem Grund sind Staaten für Waltz, ganz im Sinne seiner parsimony Herangehensweise, sogenannte like-units: Gleiche Einheiten, die sich deshalb auch gleich verhalten.23 Wichtig hierbei zu wissen ist, dass Waltz nur den Staaten Bedeutungskraft zuspricht. Internationale Organisationen haben seiner Meinung nach keinen Einfluss auf das internationale System.24

Diese black-box Annahme über Staaten muss jedoch an einer Stelle geöffnet werden. Staaten unterscheiden sich im Hinblick ihrer Machtmittel, ihrer capabilities.25 Die Bandbreite der Staaten reicht von kleinen, abhängigen Ländern bis hin zu potenten Großmächten, die über enorme Machtmittel verfügen. Wie sich Staaten aber letztlich verhalten entscheiden weniger sie selber, sondern wird durch die dritte Ebene, dem internationalen System, gelenkt. Das internationale System ist bei Waltz mehr als die Summe der Staaten und stellt den entscheidenden Schlüssel zum Verständnis des Staatenverhaltens dar.26 Im dritten image gibt es nur zwei Zustandsmöglichkeiten: Hierarchie, womit die Zusammenfassung aller Menschen unter einer Weltregierung gemeint ist, sowie den Status der Anarchie. Anarchie bedeutet bei Waltz „ […] the absence of government [and] is associated with the occurence of violence“.27 Da die Möglichkeit eines Konfliktes deshalb ständig gegeben ist und, wie wir wissen, es keine Organisationen gibt an die sich Staaten wenden können, leben diese in ständiger Gefahr, angegriffen zu werden. Die oberste Maxime ist deshalb für Staaten das Streben nach Sicherheit.28 Hierin liegt eine weitere wichtige Unterscheidung zum Realismus vor. Dieser betrachtet Macht nicht als Mittel zum Zweck, um Sicherheit herzustellen, sondern als das höchste Gut, nach dem es sich zu Streben lohnt. Dadurch werden Staaten zu offensiven Positionalisten, welche immer dann einen Krieg führen würden, sobald sie sich davon einen Gewinn versprechen. Demgegenüber sieht der Neorealismus Staaten als defensive Positionalisten: Solange sich ein Staat nicht bedroht fühlt, stürzt sich dieser in keinen Konflikt.29

1.2. Erweiterung oder Gegenentwurf? - Der Neoliberalismus und die Anarchie

Anders als seine liberalen Vorgänger übernimmt der Neoliberalismus einige wichtige Annahmen des Neorealismus. Das Innenleben des Staates ist für ihn für das Verständnis des internationalen Systems ebenso nachrangig. Demokratien sowie autokratische Staaten würden sich nach außen gleich verhalten und mit allen Mitteln ihren Nutzen zu maximieren versuchen.30 Des Weiteren befindet sich für Keohane das internationale System derzeit in einem anarchischen Zustand, jedoch kommt er hierbei zu einer vollkommen anderen Annahme als Waltz. Für letzteren bedeutet Anarchie die Permanenz der Unsicherheit. Für Keohane bedeutet sie die Freiheit eines jeden Staates, in Abwesenheit einer Weltregierung selber nach Nutzenmaximierung und Kooperationsgewinnen zu streben.31 Die Schlussfolgerungen, die damit verbunden sind und woran sich beide Theorien reiben, führen zu der noch zu behandelnden Neo-Neo Debatte.

Elementar für die anschließende Debatte ist noch zu klären, wie sich Neoliberalismus und Neorealismus überhaupt zueinander in Beziehung gesetzt haben. Carlo Masala verweist in einem Abschnitt seines Einführungswerks über Waltz auf die sich ändernde Einstellung Keohanes zum Neorealismus über die Zeit.32 Zunächst als Alternative formuliert, bewegte sich Koehane mit der Zeit näher auf seinen Antipoden zu um ihm schließlich in The Neorealist and His Critic die Hand reichen zu wollen.33

In Bezug zu der vorliegenden Forschungsfrage, wie das Verhalten der beiden Großmächte im Kontext der Bipolarität zu bewerten ist, ist jedoch eine Differenzierung in zwei gegensätzliche Theorien zu treffen. Auf der einen Seite merkt Keohane an, dass der Neoliberalismus geschaffen sei, um Sachverhalte zwischen Staaten zu klären, welche gemeinsame oder einander ergänzende Interessen verfolgen - also miteinander kooperieren.34 Beim Neorealismus ist dies anders zu bewerten. In Abschnitt II. 3.2. werde ich darlegen, dass dem Neorealismus zufolge Staaten nur Kooperationen unter der Bedingung eingehen, dass beide Seiten relative Gewinne erwirtschaften. Wie sollen demnach Kooperationen in einer bipolaren Weltordnung aussehen? Im folgenden Kapitel werde ich zeigen, dass unter der Bedingung der Bipolarität die Gewinne der einen Seite Machtverluste der anderen Seite nach sich ziehen.Wenn beide Seiten also nur Kooperationen eingehen, wenn sie relative Gewinne nach sich ziehen, jedoch jeder relative Gewinn der einen Seite die andere Seite schwächt, so dürften in der Konsequenz gar keine Kooperationen zu Stande kommen!35 Es gäbe somit keine Möglichkeit der gemeinsamen Interessenverfolgung, wie sie im Neoliberalismus zu finden ist. Dem Neorealismus zu Folge dürfte der Neoliberalismus in der Beziehung zwischen der USA und China gar keine Erklärungskraft aufweisen. Aus diesem Grund müssen beide Theorien für unsere Forschungsfrage konträr betrachtet werden.

2. Bipolarität im Neorealismus

Im folgenden Abschnitt werde ich zunächst auf Waltz‘ Annahmen einer bipolaren Weltordnung eingehen. Danach prüfe ich anhand seiner Definition über die Messung von Machtmitteln bei Großmächten und anhand von Datenmaterial, in wie fern bei einer Prognose für das Jahr 2025 von Bipolarität im Waltzschen Sinne gesprochen werden kann. Anschließend befasse ich mich mit der Bedeutung dieser Ergebnisse.

2.1. Theoretische Überlegungen bei Waltz

Kenneth N. Waltz entwickelte seine Theorie des Neorealismus während der Zeit des Kalten Krieges. Er beschäftigte sich in seinen Abhandlungen unter anderem mit der Frage, warum die Allianzkonstellation zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt zu einer langen, relativ friedlichen Phase internationaler Beziehungen führte. Immerhin ist diese Beobachtung auch mit Waltz eigener Annahme, dass das internationale System unter Anarchie zu Unsicherheit bei Staaten und damit häufig zu Krieg führe, kaum vereinbar.

Waltz kommt in seinen Abhandlungen zu dem Schluss, dass unter Anarchie die bipolare Weltordnung für das höchste Maß an Stabilität sorge.36 Wird ein Staat als mächtiger wahrgenommen als der eigene, wird nach Waltz zunächst versucht, diese Ungleichheit mit eigenen Mitteln auszugleichen, um nicht Gefahr zu laufen, angegriffen und besiegt zu werden. Diese Aufrüstung erzeugt irgendwann ein Gleichgewicht, welches jeden Staat unattraktiv für Angriffe werden lässt. Die Kosten eines Krieges wären höchstwahrscheinlich höher als der Gewinn für den angreifenden Staat, daher lautet hierbei die Devise: Machtmittel aufzubauen,um sie nicht einsetzen zu müssen.37 Diese Balance of Power genannte Gleichgewichtspolitik hat Waltz hierbei in Grundzügen von Realisten wie Morgenthau übernommen.38 Waltz differenziert zusätzlich die inneren und die äußeren Möglichkeiten eines Staates, eine Balance of Power zu erzeugen. Ein Gleichgewicht mit eigenen Mitteln herzustellen wird hierbei internes balancing genannt. Aufgrund vorherrschender Unsicherheit gegenüber anderen Staaten ist sie die präferierte Option im Angesicht einer drohenden Gefahr.39 Da diese Möglichkeit meistens schnell an ihre Grenzen stößt, nämlich wenn das Ungleichgewicht unüberwindbar scheint, muss auf das sogenannte externe balancing zurückgegriffen werden - eine Allianz von Staaten zum gegenseitigen Schutz gegen eine Großmacht. Obwohl zwischen Staaten nach Waltz in der Regel keine dauerhafte Kooperation möglich ist40, zwingt hier jedoch die Furcht vor einer gegnerischen Großmacht kleinere Staaten zur Allianzbildung. Ob eine Großmacht als aggressiv oder friedfertig wahrgenommen wird, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Denn die vorherrschende Unsicherheit im internationalen System führt dazu, dass man über die Ziele eines anderen Staates letztlich immer im Unklaren bleibt und daher andere Staaten grundsätzlich misstrauisch beobachtet. Die Allianzbildung gegenüber einer Großmacht erscheint einleuchtend, führt jedoch in der Konsequenz zu einem wohl unerwarteten Ergebnis: Kommt es zu einem Machtkonflikt zwischen zwei Kontrahenten, ziehen es nach Waltz Drittstaaten vor, „[…]to join the weaker of two coalitions.“41 Um ein größtmögliches Maß an Souveränität zu genießen, hat der einzelne Staat nämlich darauf zu achten, dass keine Allianz unangreifbar mächtig wird, da diese sonst walten kann, wie es ihr beliebt. Dies macht eine Gleichgewichtsbildung wahrscheinlich.42 So kann die Annäherung zwischen Großbritannien und der Sowjetunion während des Zweiten Weltkrieges als Balance of Power Politik verstanden werden, bei welcher auch größte ideologische Spannungen beiseitegelegt wurden.43 Erst wenn es für kleinere Staaten keine Möglichkeit mehr gibt, eine übermächtige Allianz herauszufordern, kommt es zum gegenteiligen band-wagoning Effekt:

Trotz des Risikos des Souveränitätsverlusts schließt man sich lieber einer Allianz an, als diese in unterlegener Stellung herauszufordern.44

Wie gestaltet sich aber nun die Machtordnung innerhalb einer Allianz? Nach Waltz sammeln sich Staaten immer um eine Führungsmacht - einem Hegemon - welcher selber unangefochten stark über den einzelnen Staaten seiner Allianz steht.45 Eine Allianzbildung unter gleichmächtigen Großmächten würde aufgrund der Unsicherheit im internationalen System nicht funktionieren. Die Konsequenz dieser Annahme ist weitreichend. Eine Bipolarität des internationalen Systems beispielsweise begründet sich also nicht in die Aufteilung in zwei Lager - oder, um es im „NATO Sprech“ des Kalten Krieges zu formulieren, in Rotland und Blauland - sondern in die Sammlung von Staaten um zwei Großmächte. Hierzu sei auf das Zitat von Waltz zu Beginn dieses Kapitels hingewiesen. Begründet durch den Druck des internationalen Systems werden kleinere Staaten wie Monde in die Umlaufbahn der „Hegemonieplaneten“ gezogen. Die Machtunterschiede zwischen den beiden Hegemonien definieren dabei, wie sich die Staaten um diese ordnen, damit ein Machtgleichgewicht beibehalten werden kann.46 Um die Polarität des internationalen Systems für unsere Fragestellung zu bestimmen, muss man, möchte man Waltz‘ Logik folgen, lediglich schauen, wie viele Großmächte wir möglicherweise in Zukunft haben werden. Für Waltz ist die Existenz von drei Großmächten, auch wenn sich zwei davon gegen die dritte verbündet haben sollten, eine multipolare Weltordnung.47 Die Anzahl der Großmächte bestimmt für ihn, ob wir weiterhin in einer unipolaren Welt leben werden oder uns zu einem bi- oder multipolaren System mit zwei oder mehr als zwei Großmächten entwickeln werden. Nun bleibt noch zu klären, wie man die Macht eines Staates messen soll. Dies ist ein außerordentlich schwieriges Unterfangen. Der Neorealismus bemisst Macht darin, wie sehr man Probleme jedweder Art zu lösen im Stande ist, welche letzten Endes die Sicherheit des Staates gefährden könnten.48 Direkt könnte man hierfür das militärische Potential als Berechnungsfaktor nehmen. Militärische Stärke ist für den Neorealismus als fungibel anzusehen - jedwede Probleme auf wirtschaftlicher oder politischer Ebene könnten durch sie grundsätzlich gelöst werden.49

Waltz schreibt, dass eine Großmacht insgesamt auf allen fünf Capabilitybereichen hervorstechen müsse. Diese sind „Size of population and territory, Resource endowment,Economic capability, Military strength, Political stability and competence.”50 Insgesamt bedeutet, dass die Werte in Beziehung zu setzen sind. So reicht eine herausragende Leistung in nur einem Bereich nicht aus, um als Großmacht zu gelten. Es sei an dieser Stelle nochmal darauf verwiesen, dass für Waltz die Hauptaufgabe eines Staates darin besteht, für ein größtmögliches Maß an - militärischer - Sicherheit zu sorgen.51 Die Capabilitymessung ist daher als eine Art militärische Potentialanalyse zu verstehen - nicht nur die militärische Stärke sagt aus, wie gut sich ein Staat verteidigen kann, sondern eben auch die Einwohnerzahl, die die Anzahl der maximal einberufenen Soldaten limitiert, oder die Wirtschaftskraft, welche Aussagen dazu trifft, welche Rüstungsgüter sich ein Staat leisten kann.52

Es bleibt noch zu klären, welche Rolle Nuklearwaffen für die Ordnung des internationalen Systems spielen. Für die anschließende Erläuterung ist es wichtig zu verstehen, dass für Waltz die Zweitschlagfähigkeit eines Staates diesen nicht automatisch zu einer Großmacht befördert. So wurden im Kalten Krieg weder Frankreich noch England als diese wahrgenommen, obwohl sie über größere Nukleararsenale verfügten.53 Auch lasse sich Sicherheit mit Nuklearwaffen nicht erzwingen. Als Grund hierfür sieht Waltz die weiterhin massive Aufrüstung beider Supermächte in konventionelle Kriegstechnik.54 Zwar haben Nuklearwaffen seiner Meinung nach einen weiteren positiven Effekt auf die Stabilität einer bipolaren Weltordnung, da sie Angreifer aufgrund hoher Verlustrisiken zusätzlich abschrecken, doch verhindern sie nach Waltz „[…] neither the use of force nor the importance of balancing behavior.“55 Atomwaffen verändern demnach nicht die Wirkungsmechanismen des internationalen Systems, die auf Staaten einwirken: Die Unsicherheit besteht fort und führt weiterhin zu Gleichgewichtsbestrebungen.56 Zu beachten ist jedoch, dass im internationalen System Nuklearwaffen für Waltz eine überaus wichtige Rolle spielen, da sie die Wahrscheinlichkeit von Kriegen zwischen Staaten mit Zweitschlagsfähigkeit gegen Null streben lassen würden.57

Für die spätere Betrachtung des Verhältnisses zwischen den USA und China sind Nuklearwaffen daher zu vernachlässigen, soweit eine Zweitschlagsfähigkeit beider Staaten mit Nuklearwaffen gegeben ist.

2.2. Datenauswertung zur Bestimmung der Polarität

In diesem Abschnitt werde ich mir nun anhand von statistischen Daten anschauen, wie viele „Machtmittel“ unsere Vergleichsstaaten besitzen. Anschließend werde ich eine Auswertung vornehmen, um die Bedeutung dieser Werte über die Polarität des internationalen Systems darzustellen.

Es stellt sich vielleicht die Frage, wieso ich überhaupt eine eigene Berechnung für die Bestimmung einer Großmacht nach Waltz anfertigen werde. Jedoch lässt mich die bearbeitete Literatur zu dem Schluss kommen, dass sich die meisten Wissenschaftler beim Thema Großmächte nur auf ihr eigenes Themengebiet fokussieren: Während Wirtschaftswissenschaftler die Entwicklung des BIP von China oder den USA berechnen und damit Prognosen für die Zukunft anfertigen, konzentrieren sich Militärexperten auf die Potentiale der jeweiligen Streitkräfte. Für Waltz definiert sich jedoch eine Großmacht aus mehreren Bereichen, die gemeinsam betrachtet werden müssen. Um nicht verschiedene Daten als Grundlage zu verwenden und damit Verzerrungen zu produzieren, werden deshalb eigene Berechnungen von Nöten sein, um aussagefähige Ergebnisse zu bekommen. Als Berechnungsvorbild verwende ich neben der Definition von Waltz den von David Singer erstellten Composite Index of National Capability (CINC).58

Bei der folgenden Datenerhebung halte ich mich im Wesentlichen an die Vorgehensweise von Ikenberrys Artikel The Rise of China and the Future of the West von 2008 und den aktuellen Berechnungen des Monetary World Fund.59 Für ihre Prognose verwenden sie den Wert und die durchschnittliche Wachstumsrate eines Basisjahres. Dem schließe ich mich an, verwende jedoch im Falle Ikenberrys aktuellere Daten. Als Vergleichsmaßstab wähle ich das Jahr 2025. Des Weiteren grenze ich die fünf Capabilitybereiche von Waltz auf wirtschaftliche und militärische Macht ein.

[...]


1 Moravcsik, Andrew, Is anybody still a Realist?, in: International Security 24.2, 1999, S. 5-55, hier: S. 5.

2 Vgl. Masala, Carlo, Kenneth N. Waltz. Einführung in seine Theorien und Auseinandersetzung mit seinen Kritikern, Baden-Baden 2005, hier: S. 15.

3 Shouten, P., Theory Talk #40. Kenneth Waltz - The Physiocrat of International Politics, in: http://www.theory- talks.org/2011/06/theory-talk-40.html (abgerufen am 09.04.2012), hier: S. 3.

4 Waltz, Kenneth N., The Origins of War in Neorealist Theory, in: The Journal of Interdisciplinary History 18.4, 1988, S. 615-628, hier: S. 624.

5 Vgl. Waltz, Kenneth N., Theory of International Politics, Boston 1979 u. Masala, Kenneth N. Waltz, S. 77.

6 Vgl. Masala, Kenneth N. Waltz, S. 115.

7 Vgl Keohane, Robert O., After Hegemony. Cooperation and Discord in the World Political Economy, Princeton 1984, hier: S. 5ff.

8 Vgl. Schörnig, Niklas, Neorealismus, in: Schieder, Siegfried u. Spindler, Manuela (Hg.), Theorien der Internationalen Beziehungen, 2. Aufl., Opladen 2006, S. 65-92, hier: S. 85f.

9 Vgl. Keohane, Robert O. u. Waltz, Kenneth N., Correspondence. The Neorealist and His Critic, in:International Security 25.3, 2000, S. 204-205, hier: S. 204 u. Keohane, Vgl. Masala, Kenneth N. Waltz, S. 118 u. 120ff.

10 Vgl. Yiwei, Wang, China’s Rise. An Unlikely Pillar of US Hegemony, in: Harvard International Review 29.1, 2007, S. 56-59, hier: S. 56.

11 Zu der sich wechselnden Beziehung der Theorien zu einander siehe Kapitel II. 1.2.

12 Dazu zähle ich für den Neorealismus Theory of International Politics von Waltz, für den Neoliberalismus After Hegemony von Keohane und die Debattensammlung Neorealism and Neoliberalism von Baldwin sowie alle Werke, die die gleichen Annahmen vertreten. Neorealistische Erweiterungen wie den offensiven Neorealismus oder die Hegemoniezyklentheorie werde ich nur am Rand behandeln.

13 Vgl. Snidal, Duncan, Relative Gains and the Pattern of International Cooperation, in: Baldwin, David A.(Hg.), Neorealism and Neoliberalism. The Contemporary Debate, New York 1993, S. 170-208, hier: S. 175ff.

14 Das Freihandelsdilemma ist eine für die Internationalen Beziehungen angepasste Version des klassischen Gefangendilemmas. Für die Version von Schimmelpfennig gilt es zu beachten, dass er die Spieler entgegen den Konventionen in der Mikroökonomie umgekehrt einsetzt. Vgl. Schimmelpfennig, Frank, Internationale Politik,2. Aufl., Paderborn 2010, hier: S. 98 u. Varian, Hal R., Grundzüge der Mikroökonomik, 8. Aufl., München 2011,S. 585.

15 Für den Neoliberalismus gibt es Möglichkeiten, dieses Dilemma zu durchbrechen. Darauf wird an späterer Stelle eingegangen werden. Vgl. Snidal, Relative Gains, S. 17ff u. Axelrod, Robert u. Keohane, Robert O.,Archiving Cooperation under Anarchy. Strategies and Institutions, in: Baldwin, David A. (Hg.), Neorealism and Neoliberalism. The Contemporary Debate, New York 1993, S. 85-115, hier S. 85ff.

16 Waltz, Theory of International Politics, S. 130.

17 Vgl. Schörnig, Neorealismus, S. 65f.

18 Vgl. Waltz, Kenneth N., Man, the State and War. A Theoretical Analysis, New York 2001, hier: S. 2ff.

19 Vgl. ders., Theory Talk#40, S. 2ff.

20 Vgl. ders., Man, the State, and War, S. 16ff.

21 Vgl. Waltz, Kenneth N., Structural Realism after the Cold War, in: International Security 25.1, 2000, S. 5-41, hier: S. 6f.

22 Waltz verweist auf die Überlegung im Weißen Haus zu der Zeit vor dem amerikanischen Bürgerkrieg, zur Aufrechterhaltung des inneren Zusammenhaltes einen Kriege gegen Spanien oder Frankreich vom Zaun zu brechen. Vgl. Waltz, Man, the State, and War, S. 82.

23 Vgl. ders., Theory of International Politics, S. 95f.

24 Vgl. ebd., S. 93f.

25 Vgl. ebd., S. 97ff.

26 Vgl. Waltz, Kenneth N., The Emerging Structure of International Politics, in: International Security 18.2, 1993, S. 44-79, hier: S. 45.

27 Ders., Theory of International Politics, S. 102.

28 Vgl. ebd., S. 126.Staaten, die nach der Dominanz über andere streben. Wie wir später sehen werden, versagen seine Annahmen für diese Untersuchung, da der offensive Neorealismus die existierenden Kooperation zwischen den beiden Ländern China uns der USA nicht erklären können. Aus diesem Grund klammere ich den offensiven Neorealismus in meiner Betrachtung aus. Vgl Masala, Kenneth N. Waltz, S. 111ff u. Mearsheimer, John J., The False Promise of International Institutions, in: International Security 19.3, 1995, S. 5-49, hier: S. 12.

29 Dies ist eine Verallgemeinerung. Im Neorealismus gibt es eine jüngere Erweiterung des „offensiven Neorealismus“, bei der John Mearsheimer der wichtigste Vertreter ist. Für ihn existieren aus vielerlei Gründen

30 Vgl. Schimmelpfennig, Internationale Politik, S. 91.

31 Vgl. Masala, Kenneth N. Waltz, S. 118.

32 Vgl. ebd., S. 116.

33 Vgl. Keohane, The Neorealist and His Critic, S. 204.

34 Vgl. ders., After Hegemony, S. 247.

35 Hierbei ist eine Ausnahme zu treffen: Waltz schließ die Existenz von Drittstaaten, die keiner Allianz angehören, nicht aus. Kooperationen können deshalb auch von einer Großmacht eingegangen werden, allerdings nur mit diesen Drittstaaten oder aufgrund von besonderen Umstanden mit Staaten seiner Allianz. Vgl. Waltz, Kenneth N., The Stability of a Bipolar World, in: Daedalus 93.3, 1994, S. 881-909, hier: S. 888f.

36 Vgl. Waltz, The Stability, S. 881ff.

37 Vgl. Waltz, Theory of International Politics, S. 186.

38 Vgl. Masala, Kenneth N. Waltz, S. 52ff.

39 Vgl. Waltz, Kenneth N., Theory of International Relations, in: Greenstein, Fred u. Polsby, Nelson W. (Hg.), Handbook of Political Science. International Politics 8, Massachusetts 1975, S. 1-86, hier: S. 36f.

40 Vgl. ebd., S. 60.

41 Ders., Theory of International Politics, S. 126.

42 Vgl. Walt, Alliance Formation and the Balance of World Power, in: Security Studies 9.4, 1985, S. 3-43, hier:S. 15ff.

43 Vgl. ebd., S. 24.

44 Vgl. Waltz, Theory of International Politics, S. 126.

45 Vgl. ebd., S. 130ff.

46 Vgl. ders., The Emerging Structure, S. 77f. u. ders., Theory of International Politics, S. 126ff.

47 Vgl. ebd., S. 98.

48 Vgl. ebd., S. 126.

49 In welchen Fällen diese Betrachtungsweise an seine Grenzen stößt, werde ich später noch erläutern. 11

50 Waltz, Theory of International Politics, S. 131.

51 Vgl. Schörnig, Neorealismus, S. 64.

52 Vgl. Schimmelpfennig, Internationale Politik, S. 70.

53 Vgl. Waltz, Kenneth N., The New World Order, in: Millenium. Journal of International Studies 22.2, 1993, S. 187-195, hier: S. 191.

54 Vgl. ders., The Stability of a Bipolar World, S. 885f.

55 Ders., The Emerging Structure of International Politics, S. 74.

56 Vgl. ders., Structural Realism, S. 1.

57 “Regarding important events, I think the most powerful shaping event occurred in August 1945 with the dropping of two atomic bombs. That was a world decisive event.” Ders., Theory Talks#40, S. 2.

58 David Singer entwickelte 1963 eine Formel zur Berechnung von Machtfähigkeiten. Diese Formel beinhaltet sechs Faktoren und überschneidet sich teilweise mit der Definition von Waltz. Singers Berechnung nach stechen die USA und China ebenfalls aus der Staatenwelt hervor, wobei China bereits auf Platz eins zu finden ist. Vgl. Singer, David, CINC, in: http://correlatesofwar.org/COW2%20Data/Capabilities/NMC_v4_0.csv (abgerufen am14.04.2012).

59 Vgl. Ikenberry, John G., The Rise of China and the Future of the West. Can the Liberal System survive, in:Foreign Affairs 87, 2008, 23-37, hier: S.36f u. International Monetary Fund, World Economic Outlook Database, in: http://www.imf.org/external/pubs/ft/weo/2011/02/weodata/index.aspx (abgerufen am 13.04.2012). (abgerufen am 13.04.2012), hier: Spalte AT, AU.

Ende der Leseprobe aus 58 Seiten

Details

Titel
Die Entwicklung des internationalen Systems zu einer neuen Ära der Bipolarität
Untertitel
Das Verhältnis zwischen den USA und China im Kontext der Neo-Neo Debatte
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Seminar für Politikwissenschaften)
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
58
Katalognummer
V204667
ISBN (eBook)
9783656333234
ISBN (Buch)
9783656333500
Dateigröße
825 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Internationale Beziehungen, Internationale Politik, China, USA, Neorealismus, Neoinstitutionalismus, Kalter Krieg, Kenneth N. Waltz, Robert Keohane, Bipolarität
Arbeit zitieren
Björn Voetgen (Autor), 2012, Die Entwicklung des internationalen Systems zu einer neuen Ära der Bipolarität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204667

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