Immer mehr Jugendliche haben Probleme mit ihren Finanzen. Zwar haben viele den Wunsch endlich auf eigenen Beinen zu stehen, unabhängig zu sein und dem Trend zu folgen. Dass dazu aber mehr gehört als eine eigene Wohnung oder seine Handyrechnung selbst zu bezahlen, wird oft nicht bedacht. Ein Überblick über die eigenen Finanzen, die entstehenden Lebenskosten und den Umgang mit Geld fehlt.
Genau bei dieser Problematik setzt das von mir entwickelte „Konzept zur Förderung der Finanzkompetenz durch den Einsatz einer Lernwerkstatt“ an, das sich in meinem Fall an die Klasse JA 12 des Bildungsgangs „Klassen für Schülerinnen und Schüler ohne Berufsausbildungsverhältnis“ (KSoB) richtet. Es soll dem eben beschriebenen Trend entgegenwirken und dabei das Ziel einer Förderung der Finanzkompetenz der Schüler verfolgen.
Innerhalb dreier Unterrichtstage á fünf Stunden setzen die Jugendlichen sich in einer Lernwerkstatt mit Themen wie Schuldenfallen, Dispokredite, Versicherungen, Handy, eigene Wohnung, Girokonto, Führerschein und Auto sowie Einkaufen im Internet individuell und somit ihrem eigenen Lerntempo entsprechend auseinander, um den sogenannten Finanzführerschein des Verein Schuldnerhilfe Essen (VSE), zu erwerben. Der frei gewählte Arbeitsrahmen in Form einer Lernwerkstatt soll methodisch vielfältig gestaltet werden und erfahrungsorientiertes Lernen sowie die Förderung der Selbständigkeit ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Vorgehensweise
1.2. Legitimation des Konzeptes
1.3. Lehrerfunktionen
2. Finanzkompetenz
2.1. Begriffsdefinition
2.2. Finanzkompetenz bei Jugendlichen
2.3. Der Finanzführerschein
3. Entwicklung und Durchführung des Konzeptes zur Förderung der Finanzkompetenz
3.1. Beschreibung der Lerngruppe
3.2. Sonstige Rahmenbedingungen
3.3. Didaktische Entscheidungen im Rahmen des Konzeptes
3.3.1. Zielsetzung des Konzeptes
3.3.2. Entscheidung für die Methode Lernwerkstatt
3.3.2.1. Theoretische Grundlagen der Methode
3.3.2.2. Gründe für den Einsatz der Lernwerkstatt
3.3.3. Fachlich/methodische Schwerpunkte der einzelnen Werkstattangebote
3.3.4. Verlaufsplanung
3.4. Durchführung des Konzeptes
4. Evaluation des Konzeptes
4.1. Gegenstand und Grundlage der Evaluation
4.2. Evaluation der Ziele
4.3. Evaluation mit Hilfe der Schüler
4.4. Evaluation hinsichtlich der allgemeinen Verwertbarkeit des Konzeptes durch die Schule
5. Resümee und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel der Arbeit ist die Förderung der Finanzkompetenz bei Schülern eines Berufskollegs durch die Implementierung einer Lernwerkstatt. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern durch handlungsorientierte Methoden und den "Finanzführerschein" ein bewussterer und verantwortungsvollerer Umgang mit persönlichen Finanzen erreicht werden kann.
- Förderung der Finanzkompetenz und Handlungskompetenz von Jugendlichen
- Einsatz der Lernwerkstatt als individualisierende Unterrichtsmethode
- Prävention von Überschuldung durch Vermittlung von Finanzwissen
- Evaluation des Lernerfolgs durch den Finanzführerschein
- Entwicklung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung im Umgang mit Geld
Auszug aus dem Buch
2.2. Finanzkompetenz bei Jugendlichen
„Jugendliche in der Schuldenfalle. Am Anfang steht das teure Handy.“ Stuttgarter Zeitung vom 23.02.2012. „Immer mehr Jugendliche ächzen unter Last der Schulden.“ Der Westen vom 19.03.2012. Diese Schlagzeilen sind nur einzelne Beispiele für die in letzter Zeit immer häufiger auftauchenden Medienberichte über das Problem der Verschuldung von Jugendlichen.
Hauptverursacher für Schulden im Jugendalter ist das Handy. Im Schuldenkompass der Schufa wird beschrieben, dass immer mehr junge Erwachsene im Alter von 18-24 Jahren Zahlungsprobleme gegenüber der Telekommunikationsbranche aufweisen. Mittlerweile sind Handys internetfähig. So werden Jugendliche leicht verführt Spiele, Klingeltöne oder ähnliches herunterzuladen. Bilder (teure MMS) können problemlos verschickt werden. SMS ersetzen mittlerweile die reale „Mann zu Mann Kommunikation“. Die anfallenden Kosten haben dabei nur Wenige im Blick.
Abgesehen von den hohen Handykosten geraten die Jugendlichen innerhalb ihrer Peergroup zunehmend in einen sogenannten Konsumdruck. Wer dazu gehören will, muss sich auch dementsprechend ausstatten können. Also wird schnell mal das schicke und vor allem teure Designerkleidungsstück gekauft, hier eine neue Markentasche erworben und auch der neue Mp3-Player sollte möglichst von einer bestimmten Firma produziert worden sein. Man will ja schließlich nicht zum Außenseiter deklassiert werden.
Weitere Ursachen, warum Jugendliche immer öfter in die Schuldenfalle geraten, sind: zu niedriges Einkommen um leben zu können, keine sorgfältige Planung der Ausgaben und keine Vorstellung über Kosten (der ersten eigenen Wohnung, des Führerscheins, des ersten eigenen Autos etc.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet das Problem der zunehmenden Jugendverschuldung und führt in das Konzept der Lernwerkstatt zur Förderung der Finanzkompetenz ein.
2. Finanzkompetenz: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Finanzkompetenz theoretisch und analysiert die spezifische Gefährdungssituation von Jugendlichen.
3. Entwicklung und Durchführung des Konzeptes zur Förderung der Finanzkompetenz: Hier werden die Lerngruppe, die Rahmenbedingungen sowie die didaktische Planung und Durchführung der Lernwerkstatt detailliert beschrieben.
4. Evaluation des Konzeptes: Dieses Kapitel wertet die Ergebnisse der Finanzführerscheinprüfung sowie das Schülerfeedback aus, um den Erfolg der Lernwerkstatt zu messen.
5. Resümee und Ausblick: Der Autor zieht ein Fazit über die Effektivität des Konzepts und reflektiert über die Möglichkeiten einer weiteren Implementierung an Schulen.
Schlüsselwörter
Finanzkompetenz, Lernwerkstatt, Jugendverschuldung, Finanzführerschein, Handlungskompetenz, Schuldnerberatung, Konsumdruck, Haushaltsplanung, pädagogische Evaluation, Berufskolleg, Selbstständigkeit, Geldmanagement, Prävention, Unterrichtsmethode, Medienkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung und Durchführung eines pädagogischen Konzepts, das darauf abzielt, die Finanzkompetenz von Schülern in einer Klasse ohne Berufsausbildungsverhältnis zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen den bewussten Umgang mit Geld, die Vermeidung von Schuldenfallen (z.B. Handyverträge, Online-Shopping), Finanzplanung und die Vorbereitung auf ein eigenständiges Leben.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, durch eine Lernwerkstatt die Finanzkompetenz der Schüler so weit zu stärken, dass sie ein verantwortungsvolles Finanzverhalten entwickeln und als Nachweis den Finanzführerschein erwerben können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Methode der Lernwerkstatt eingesetzt, ergänzt durch quantitative Erhebungen (Schülerbefragungen und Tests) zur Evaluation des Lernfortschritts.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Finanzbegriffs, die konkrete didaktische Planung der Lernwerkstatt-Angebote und die ausführliche Dokumentation der Durchführung und Evaluation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Finanzkompetenz, Jugendverschuldung, Lernwerkstatt und Finanzführerschein sind die prägenden Begriffe dieser Hausarbeit.
Warum wurde die Methode der Lernwerkstatt gewählt?
Die Methode wurde gewählt, um individuelles Lernen in einem heterogenen Klassenverband zu ermöglichen und die Schüler durch praxisnahe Aufgaben zur Selbstständigkeit zu motivieren.
Welche Rolle spielt der Schuldnerberater in dem Konzept?
Der Schuldnerberater fungiert als Experte, der den Schülern authentische Einblicke in die Problematik der Überschuldung gibt und offene Fragen klärt, was die Relevanz des Themas unterstreicht.
Wie wurde der Erfolg der Lernwerkstatt gemessen?
Der Erfolg wurde objektiv durch den Vergleich der Ergebnisse eines Übungstests vor der Werkstatt mit der finalen Finanzführerscheinprüfung sowie durch qualitative Schülerbefragungen gemessen.
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- Tobias Plog (Autor), 2012, Finanzkompetenz fördern. Eine Lernwerkstatt für Schülerinnen und Schüler ohne Berufsausbildungsverhältnis, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204670