Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Didáctica - Latín

Titus Manlius Imperiosus Torquatus – exemplum severitatis

Die episodische Erzählung im Geschichtswerk des Livius und ihre Behandlung im Lektüreunterricht (Liv. 8, 7, 14–17a. 19b. 22b)

Título: Titus Manlius Imperiosus Torquatus – exemplum severitatis

Trabajo , 2011 , 51 Páginas , Calificación: 2,7

Autor:in: Joana Gasper (Autor)

Didáctica - Latín
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

moribus antiquis res stat Romana virisque.1
Mit diesem bekannten Hexameter, der uns aufgrund der fragmentarischen Überlieferung der Annalen nur durch seine Zitierung bzw. Paraphrasierung in anderen antiken Werken erhalten ist,2 stellt der Dichter Quintus Ennius zu Beginn des 2. Jahrhunderts v. Chr. die Wirkungsmacht des mos maiorum3 als entscheidenden Stabilitätsfaktor der inneren Ordnung der res publica heraus. Dieser mos maiorum fungierte als Orientierungsrahmen für das individuelle und kollektive Verhalten der Mitglieder des Gemeinwesens. SKUTSCH4 leitet aus Anspielungen im Geschichtswerk des Livius5 ab, dass dieser berühmte Vers des Ennius ursprünglich in die Rede des Konsuls6 Titus Manlius Imperiosus Torquatus7 gehörte, in der er seinen eigenen Sohn zum Tode verurteilt.
Der ‚römische Historiker’ Titus Livius (ca. 59 v. Chr.-17 n. Chr.), der weder in Rom geboren oder aufgewachsen, noch eine militärische Ausbildung oder jegliche politische Erfahrung besaß, zählt zu den bedeutendsten Autoren des Altertums. Sein monumentales Geschichtswerk Ab urbe condita, in dem er in annalistischer Anordnung die berichtenswerten Taten des römischen Volkes schildert, umfasste 142 Bücher, von denen uns allerdings nur etwa ein Viertel erhalten geblieben ist.
[...]
1 Enn. Ann. 500 VAHLEN = frg. 156 SKUTSCH. Vgl. insgesamt zu diesem Hexameter den Sammelband HALTENHOFF (2000); ferner STEMMLER (2000) 141–143; PINA POLO (2004) 163–170.
2 Vgl. Cic. rep. 5, 1: moribus antiquis res stat Romana virisque, quem quidem ille versum vel brevitate vel veritate tamquam ex oraculo mihi quodam esse effatus videtur. Paraphrasiert wird dieser Hexameter auch in SHA Avid. 5, 7; Aug. civ. 2, 21, entnommen aus: LEIGH (2006) 492.
3 Vgl. HALTENHOFF (2001) 213–217; STEMMLER (2000) 141–205.
4 Vgl. SKUTSCH (1985) 317f.
5 Vgl. Liv. 8, 7, 16; 9, 16, 19. Auf die erste der beiden Stellen wird in dieser Arbeit noch näher eingegangen.
6 T. Manlius Torquatus war laut Livius dreimal Konsul und zwar 347, 344 und 340 v. Chr., vgl. Liv. 7, 27, 3; 7, 28, 6; 8, 3, 5. Vgl. MÜNZER (1930) 1184.
7 Der Beiname geht auf eine Halskette zurück, die er einem Gallier im Zweikampf abgenommen haben soll. Vgl. Liv. 7, 19, 11–13: iacentis inde corpus ab omni alia vexatione intactum uno torque spoliavit, quem respersum cruore collo circumdedit suo…Torquati cognomen auditum; celebratum deinde posteris etiam familiae honori fuit.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Übersetzung (8, 7, 14–17b. 19b. 22b)

III. Geschichtsbewusstsein, kulturelles Gedächtnis, Geschichtsbild: Aufgabe der Geschichtsschreibung nach Livius (praefatio)

IV. Inhalt und Aufbau der gesamten Episode (8, 6, 14–8, 2)

V. Einordnung der Textauszüge in das Geschichtswerk Ab urbe condita

VI. Sprachliche, stilistische und textkritische Analyse

1. Reaktion des älteren Manlius auf das Verhalten seines Sohnes (8, 7, 14)

2. Rede des älteren Manlius

3. Manliana imperia als exemplum (8, 7, 17b. 22b)

VII. Die fachdidaktische Umsetzung

1. Das exemplum severitatis, Manlius Torquatus, im Lektüreunterricht

2. Kulturkompetenz

VIII. Fazit

IX. Anhang

1. Transphrastik

3. Charakterisierungen der Protagonisten

3. Parallelüberlieferung der Episode

4. Rezeption – Historienmalerei

5. Tafelbild

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Darstellung der römischen "Vaterstrenge" (exemplum severitatis) im Geschichtswerk des Livius, insbesondere am Beispiel der Hinrichtung des Sohnes durch den Konsul Titus Manlius Imperiosus Torquatus. Das zentrale Ziel ist es, die rhetorische und literarische Konstruktion dieses exemplarischen Falls sowie dessen didaktische Funktion innerhalb der römischen Geschichtsschreibung zu analysieren.

  • Analyse der praefatio des Livius zur Erläuterung seiner Geschichtskonzeption.
  • Untersuchung der sprachlichen, stilistischen und rhetorischen Struktur der Rede des Manlius.
  • Kontextualisierung der disciplina militaris als zentraler Stabilisierungsfaktor der römischen Republik.
  • Fachdidaktische Reflexion zur Vermittlung dieser Episode im Lektüreunterricht.
  • Einbeziehung von Rezeptionszeugnissen aus der Historienmalerei zur Vertiefung des Textverständnisses.

Auszug aus dem Buch

II. Übersetzung (8, 7, 14–17b. 19b. 22b)

7, 14a Sobald der Konsul das hörte, wandte er sich sogleich vom Sohne ab und ließ auch sogleich mit einer Trompete eine Soldatenversammlung einberufen.

7, 14b Sobald sich diese in voller Zahl versammelt hatte, sagte er:

7, 15 „Da du, Titus Manlius, weder die Befehlsgewalt der Konsuln noch die Autorität des Vaters geachtet hast und entgegen unserer Anordnung außerhalb der (Schlacht-) Reihe gegen den Feind gekämpft hast

7, 16 und, soweit es bei dir stand, die militärische Disziplin, auf der bis zu diesem Tag der römische Staat beruhte, aufgehoben hast und mich in diese Zwangslage versetzt hast,

7, 17 mich entweder vom Staat oder von meiner Selbstachtung und meiner Familie abwenden zu müssen, sollen lieber wir für unser Vergehen gestraft werden, als dass der Staat unter einem so großen Schaden für unsere Fehler büßen muss.

7, 17b Wir werden der heutigen Jugend ein trauriges und strenges, aber für die Nachwelt ein nützliches und lehrreiches Beispiel sein.

7, 19b Geh, Liktor, binde ihn an einen Pfahl!“

7, 22b …und dass ‚Befehle des Manlius’ nicht nur in diesem Augenblick schaudervoll waren, sondern auch in Zukunft ein trauriges und strenges Beispiel bildeten.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung etabliert den Stellenwert des mos maiorum als Stabilitätsfaktor und führt in das Geschichtswerk des Livius sowie die tragische Geschichtsschreibung ein.

II. Übersetzung (8, 7, 14–17b. 19b. 22b): Dieses Kapitel enthält die quellennahe Übersetzung der zentralen Textstellen der Manlius-Episode.

III. Geschichtsbewusstsein, kulturelles Gedächtnis, Geschichtsbild: Aufgabe der Geschichtsschreibung nach Livius (praefatio): Hier wird dargelegt, wie Livius anhand seiner praefatio Geschichtsschreibung als didaktisches Werkzeug zur Bewahrung römischer Werte einsetzt.

IV. Inhalt und Aufbau der gesamten Episode (8, 6, 14–8, 2): Es erfolgt eine detaillierte Inhaltsangabe und Strukturierung der Episode, die den historischen Kontext des Latinerkrieges beleuchtet.

V. Einordnung der Textauszüge in das Geschichtswerk Ab urbe condita: Dieses Kapitel verortet die Manlius-Episode in der annalistischen Struktur und vergleicht sie mit anderen Disziplinarfällen bei Livius.

VI. Sprachliche, stilistische und textkritische Analyse: In diesem Hauptteil wird der Textabschnitt mittels rhetorischer, syntaktischer und motivgeschichtlicher Methoden eingehend untersucht.

VII. Die fachdidaktische Umsetzung: Dieser Abschnitt überträgt die fachwissenschaftlichen Ergebnisse in konkrete Unterrichtsmodelle für die gymnasiale Oberstufe.

VIII. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie Livius durch die Figur des Manlius Torquatus die Bedeutung von Strenge und Disziplin für die res publica illustriert.

IX. Anhang: Der Anhang bietet ergänzendes Material wie inhaltliche Gliederungen, Wortfeldanalysen, eine tabellarische Parallelüberlieferung und Bildbeispiele.

X. Literaturverzeichnis: Hier werden alle verwendeten Primär- und Sekundärquellen sowie Fachliteratur und Internetquellen gelistet.

Schlüsselwörter

Titus Livius, Ab urbe condita, Manlius Torquatus, mos maiorum, disciplina militaris, exemplum severitatis, Geschichtsschreibung, Römische Republik, Rhetorik, Geschichtsbewusstsein, Didaktik, Lateinunterricht, Historienmalerei, imperium, Antike.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die exemplarische Darstellung des Konsuls Titus Manlius Imperiosus Torquatus durch den Historiker Livius, insbesondere im Hinblick auf dessen unerbittliche Strenge gegenüber seinem Sohn.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Felder sind die römische Geschichtsschreibung, das Konzept des mos maiorum, die militärische Disziplin (disciplina militaris) und die didaktische Absicht hinter antiken historischen Erzählungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Wie gelingt es Livius, durch spezifische literarische und rhetorische Techniken die Gestalt des Manlius als vorbildhaftes Beispiel für Strenge und Staatsräson zu konstruieren?

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Arbeit nutzt sprachliche, stilistische und textkritische Analysen sowie rhetorische Verfahren, um die Argumentationsstruktur der wörtlichen Reden zu durchleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Reaktion des Vaters auf den Fehltritt des Sohnes, die Argumentation in der Anklagerede sowie die Bedeutung des Falls als exemplum für die Zukunft.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Begriffe exemplum, disciplina militaris, imperium, severitas und mos maiorum sind konstitutiv für das Verständnis der Argumentation des Autors.

Wie unterscheidet sich die Darstellung des Livius von anderen antiken Quellen?

Livius weicht gezielt von seinen Quellen (wie Claudius Quadrigarius) ab, indem er etwa die Szene des Bittens um Kampferlaubnis hinzufügt, um die Legalität und Strenge des Manlius zu betonen.

Welche Rolle spielt die Bildende Kunst in der didaktischen Umsetzung?

Die Arbeit zeigt auf, dass Historienmalerei (z.B. von Ferdinand Bol) genutzt werden kann, um Schülern die dramatische Zuspitzung und die psychologische Verfassung der beteiligten Personen zu verdeutlichen.

Welche Konsequenz zieht Livius aus der Hinrichtung des Sohnes?

Livius bewertet die Strenge als ein für die Stabilität der res publica notwendiges, wenn auch schmerzhaftes und trauriges Beispiel, das letztlich zum Erfolg der römischen Herrschaft beigetragen habe.

Final del extracto de 51 páginas  - subir

Detalles

Título
Titus Manlius Imperiosus Torquatus – exemplum severitatis
Subtítulo
Die episodische Erzählung im Geschichtswerk des Livius und ihre Behandlung im Lektüreunterricht (Liv. 8, 7, 14–17a. 19b. 22b)
Universidad
University of Münster  (Institut für Klassische Philologie)
Curso
Römische Geschichtsschreibung im Lehrbuch- und Lektüreunterricht
Calificación
2,7
Autor
Joana Gasper (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
51
No. de catálogo
V204848
ISBN (Ebook)
9783656316343
ISBN (Libro)
9783656318873
Idioma
Alemán
Etiqueta
römische Geschichtsschreibung Livius Manlius Torquatus exemplum Bilder im Lateinunterricht Geschichtsbewusstsein kulturelles Gedächtnis Geschichtsbild Rezeption
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Joana Gasper (Autor), 2011, Titus Manlius Imperiosus Torquatus – exemplum severitatis, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204848
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  51  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint