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Wählte Heinrich Brüning mit seiner Deflationspolitik den falschen Weg?

Título: Wählte Heinrich Brüning mit seiner Deflationspolitik den falschen Weg?

Trabajo , 2011 , 17 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Julia Müller (Autor)

Economía - Historia
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Mit der Ernennung zum Reichskanzler am 30. März 1930 durch den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg übernahm Heinrich Brüning kein einfaches Amt. Als 1929 in Amerika am „Schwarzen Freitag“ die Aktienkurse dramatisch fielen, „setzte ein wirtschaftlicher Niedergang ein, wie ihn die Welt im Industriealter bis dahin nicht erlebt hatte“ . Letztendlich traf die Weltwirtschaftskrise, nach den USA, das Deutsche Reich auf Grund seiner großen Abhängigkeit von ausländischen Krediten am stärksten. So wurden schon im Winter 1929/30 mehr als drei Millionen Arbeitslose verzeichnet, die Banken bekamen Liquiditätsprobleme und zwischen 1928 und 1931 verdoppelte sich die Zahl der jährlichen Konkurse. Desweiteren traf Brüning auf einen kompromisslosen Reichstag, der sich insbesondere bezüglich der dringenden Lösung der Arbeitslosenversicherungsfinanzierung nicht einigen konnte.
Die auf diese schwere Ausgangssituation folgende „Ära Brüning gehört zu den umstrittensten Abschnitten in der Geschichte der Weimarer Republik“ . Insbesondere besteht eine Kontroverse bezüglich der Verantwortung, die Brüning für das Scheitern der Weimarer Republik und den damit verbundenen Aufstieg der NSDAP hat. War er mit seiner demokratischen Diktatur der erste Kanzler im Auflösungsprozess der Weimarer Republik (vgl. Karl Dietrich Bracher) oder ist Brüning der Kanzler, der versucht hat den funktionsuntüchtigen demokratischen Parteienstaat zu retten und „hundert Meter vor dem Ziel“ entlassen wurde (vgl. Werner Conze).
Eine weitere speziellere Kontroverse geht aus der Verantwortungsfrage hervor und betrifft seine Deflationspolitik. Heinrich Brünings starres Festhalten an einer prozyklischen Wirtschaftspolitik und sein Ignorieren von Alternativen wird von manchen Wissenschaftlern stark kritisiert. Man wirft ihm vor die Wirtschaftskrise und das soziale Elend in Deutschland dadurch verstärkt zu haben.
Aus diesem Grund wird im Folgenden geklärt, ob Reichskanzler Brüning mit seiner Deflationspolitik den falschen Weg wählte. Hierfür werden zunächst die Ziele und Maßnahmen der Deflationspolitik erläutert sowie ein Überblick über die damaligen wirtschaftspolitischen Alternativen gegeben. Anschließend werden die Auswirkungen seiner Politik dargestellt und in einem abschließenden Resümee wird seine Entscheidung für eine Deflationspolitik bewertet.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I) Der umstrittene Reichskanzler Heinrich Brüning

II) Brünings Deflationspolitik als Reaktion auf die Wirtschaftskrise

2.1 Ziele seiner Wirtschaftspolitik

2.2 Maßnahmen seiner Wirtschaftspolitik

2.2.1 Kürzung der Löhne und Gehälter

2.2.2 Preissenkung

2.2.3 Reparationspolitik

2.2.4 Ausgleich des Staatshaushalts

2.2.5 Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen

2.3 Überblick über wirtschaftspolitische Alternativen

III) Auswirkungen von Brünings Deflationspolitik

3.1 Ende der Reparationszahlungen

3.2 Steigerung des sozialen Elends und Verschärfung der Wirtschaftskrise

3.3 Aushöhlung des Parlamentarismus und politische Radikalisierung

IV) Brünings Deflationspolitik – eine wirtschaftspolitische Fehlentscheidung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch, ob Reichskanzler Heinrich Brüning mit seiner Deflationspolitik während der Weltwirtschaftskrise den richtigen Weg einschlug oder ob seine starre Festhalten an Sparmaßnahmen die wirtschaftliche und soziale Krise in der Weimarer Republik verschärfte und somit das politische System destabilisierte.

  • Analyse der Ziele und Maßnahmen der Brüningschen Deflationspolitik
  • Untersuchung der sozialen und ökonomischen Auswirkungen dieser Sparpolitik
  • Diskussion über den Zusammenhang zwischen Deflationspolitik und dem Aufstieg radikaler politischer Kräfte
  • Bewertung der Handlungsspielräume Brünings angesichts der wirtschaftlichen Zwangslagen

Auszug aus dem Buch

2.2.4 Ausgleich des Staatshaushalts

Schon vor der Weltwirtschaftskrise waren die Kommunen-, Länder- und Reichshaushalte nicht mehr ausgeglichen. Insbesondere die stätig ansteigenden Ausgaben für die verschiedenen Formen der Arbeitslosenversorgung trugen hierzu einen großen Teil bei. Durch die Weltwirtschaftskrise wurden die Defizite weiter verstärkt und so stieg die Reichsverschuldung zwischen den Jahren 1928 und 1930 um 35,3 % an, die kommunale Verschuldung sogar um 57,2%.

Es begann sich ein ständiger Fehlbetrag in den Haushaltskassen abzuzeichnen und Brüning betrachtete diese Entwicklung „als Gefahrenquelle für eine neue Inflationierung der Währung“17. In der Folge wurde ein ausgeglichener Staatshaushalt zur Priorität. Im April 1930 trat ein Sanierungsprogramm in Kraft, welches über die Erhöhung der Staatseinnahmen für den Ausgleich sorgen sollte. Es erfolgten Steuererhöhungen, Gesetzte zur Zolländerung und die Einführung neuer Sonderabgaben. So wurde beispielsweise die Zucker- und Tabakbesteuerung neu geregelt, die Gemeinden erhielten eine umstrittene Bürgersteuer und Sonderbelastungen für Mineralwasser und Warenhäuser wurden eingeführt.

Zusammenfassung der Kapitel

I) Der umstrittene Reichskanzler Heinrich Brüning: Einführung in die schwierige Ausgangslage der Weimarer Republik unter Brüning sowie Darstellung der historiographischen Kontroverse um sein Handeln.

II) Brünings Deflationspolitik als Reaktion auf die Wirtschaftskrise: Detaillierte Analyse der spezifischen wirtschaftspolitischen Maßnahmen Brünings, einschließlich Lohnsenkungen, Preispolitik und dem Festhalten am ausgeglichenen Staatshaushalt.

III) Auswirkungen von Brünings Deflationspolitik: Untersuchung der Folgen der Politik, insbesondere hinsichtlich der Reparationsfrage, der Verschärfung der sozialen Not und der Schwächung des parlamentarischen Systems.

IV) Brünings Deflationspolitik – eine wirtschaftspolitische Fehlentscheidung: Abschließende Bewertung von Brünings Politik, die das Ziel der Reparationsbefreiung zwar erreichte, aber durch soziale und politische Destabilisierung den Weg für den Nationalsozialismus ebnete.

Schlüsselwörter

Heinrich Brüning, Weimarer Republik, Deflationspolitik, Weltwirtschaftskrise, Reparationspolitik, Young-Plan, Sparpolitik, Arbeitslosigkeit, Parlamentarismus, politische Radikalisierung, NS-Aufstieg, Konjunkturpolitik, Haushaltsausgleich, Borchardt-These.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert kritisch die wirtschaftspolitischen Entscheidungen von Heinrich Brüning in der Weltwirtschaftskrise und deren langfristige Folgen für die Weimarer Republik.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Der Fokus liegt auf der Deflationspolitik, den sozialen Folgen der Sparmaßnahmen, der Reparationspolitik sowie der Erosion des demokratischen Parlamentarismus.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob Brüning mit seiner strikten Deflationspolitik den falschen Weg wählte und inwiefern er damit das Scheitern der Weimarer Republik mitverursachte.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle wissenschaftliche Debatten und zeitgenössische Quellen ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Ziele und konkreten Maßnahmen der Wirtschaftspolitik sowie deren Auswirkungen auf die Gesellschaft und die politische Stabilität untersucht.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Deflationspolitik, Wirtschaftskrise, Reparationsrevision, Sparzwang und politische Radikalisierung.

Wie bewertet die Autorin Brünings Politik abschließend?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Brünings Politik zwar zur Revision der Reparationen beitrug, aber durch ihre soziale Härte und politische Radikalisierung den Untergang der Demokratie begünstigte.

Was besagt die Borchardt-These im Kontext der Arbeit?

Die Borchardt-These stellt die Frage, ob Brüning überhaupt Handlungsspielräume hatte oder ob er aufgrund der wirtschaftlichen Umstände zu seiner Politik gezwungen war, was einen zentralen Diskussionspunkt in der Forschung darstellt.

Final del extracto de 17 páginas  - subir

Detalles

Título
Wählte Heinrich Brüning mit seiner Deflationspolitik den falschen Weg?
Universidad
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt  (Geschichts- und Gesellschaftliche Fakultät)
Curso
Wirtschaftlicher und sozialer Wandel im 19. und 20. Jhd.
Calificación
1,3
Autor
Julia Müller (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
17
No. de catálogo
V204894
ISBN (Ebook)
9783656317418
ISBN (Libro)
9783656319429
Idioma
Alemán
Etiqueta
Heinrich Brüning Deflationspolitik Wirtschaftspolitik in der Weimarer Republik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Julia Müller (Autor), 2011, Wählte Heinrich Brüning mit seiner Deflationspolitik den falschen Weg?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204894
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