Die Wirkung der Gedanken auf die psychische Gesundheit des Menschen

Nach der Rational-Emotiven Therapie von Albert Ellis


Hausarbeit, 2012

32 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Einleitung

2 Gedanken, Emotionen und Bewertungen
2.1 Was ist ein Gedanke ?
2.2 Was ist eine Emotion ?
2.3 Was ist eine Bewertung?
2.4 Der Zusammenhang von Gedanken, Emotionen und Bewertungen

3 Konzepte des positiven Denkens
3.1 Internale Kontrollüberzeugung
3.2 Selbstwirksamkeitserwartung
3.3 Dispositionaler Optimismus
3.4 Dispositionale und situationsbedingte Hoffnung
3.5 günstiger Erklärungsstil

4 Negatives Denken und seine Ausprägungen
4.1 Funktionales Denken
4.1.1 Was ist funktionales Denken?
4.1.2 Kalte, warme und heißeKognitionen
4.2 Dysfunktionales Denken
4.2.1 Defintion vom dysfunktionalen Denken
4.2.2 Forderungen des dysfunktionalen Denkens
4.3 Irrationale Überzeugungen - die Grundlage des dysfunktionalen Denkens
4.3.1 Beispiele irrationaler Überzeugungen
4.3.2 Wann sind die Gedanken des Menschen irrational?

5 Die Rational-Emotive Verhaltenstherapie (REVT)
5.1 Das ABC Modell der REVT
5.2 Ursachen und Folgen dysfunktionalen Denkens
5.3 Methoden der REVT

6 Achtsamkeitstherapie
6.1 Definition von Achtsamkeit
6.2 Mindfulness based stress reduchtion (MBSR)
6.2.1 Inhalte von MBSR
6.2.2 Die Wirkung von Achtsamkeit
6.3 Die Aspekte der Achtsamkeit in Verbindung mit der Rational-Emotiven Therapie -eine neue Möglichkeit

Vorwort

Gedanken - welchen Raum nehmen sie in unserem Leben ein?

Jeder von uns spürt, wie oft er „ in Gedanken „ ist und die Wirklichkeit, die Umwelt gar nicht wirklich wahrnimmt.

Wie oft ist es mir schon passiert, dass ich in einem Buch las und am Ende einer Seite nicht wusste, was ich tatsächlich gelesen hatte, da ich „ mit den Gedanken“ ganz fern des Buches war.

Oft beherrschen unsere Gedanken unser Leben.

Fast jeder von uns kennt eine unruhige, schlaflose Nacht, in der beunruhigende Gedanken ihn nicht zur Ruhe kommen lassen.

Gedanken, die sich stets um sich selbst um eine subjektive, eigene, negative Sichtweise drehen können Depressionen auslösen, manche verursachen Panikattacken.

Doch es gibt auch Gedanken, die geben einem Menschen Kraft, wie ich es selber oft an mir erfahre. Ich wache morgens auf und denke: „ Oh, was ist heute für ein schöner, sonniger, lichter Tag!“, und ich habe das Gefühl heute viele freudige Dinge tun zu können. Gefühle, Empfindungen - ja, sie sind ganz eng mit unserem Denken verknüpft und gleichzeitig unser Denken mit unseren Empfindungen.

Wie nehme ich meine Welt wahr, welchen Einfluss haben meine Gedanken auf meine Gefühle, auf meine psychische und physische Gesundheit und somit auf mein Leben? Ich beschloss diese wichtige Frage zum Thema meiner Facharbeit zu machen. Sie stellt den Abschluss meines Studiums zur Heilprakikerin für Psychotherapie dar. Während des Studiums lernte ich viele verschiedene Therapien kennen. Besonders interessiert hat mich die Rational - Emotive Therapie von Albert Ellis, der herausfand, wie unsere psychische Gesundheit durch unsere Gedanken beeinflusst wird. Ein weiterer Aspekt der der Achtsamkeit - ein uralter Gedanke - und doch heute wieder durch neue Therapien wie der Mindfulness Based Sress Reduction (MBSR) entdeckt, zeigt, wie wir mit unseren Gedanken bewusst umgehen können, um gesund zu leben, so dass unsere Gedanken nicht uns beherrschen, sondern wir bewusst wahrnehmen, fühlen und handeln können.

Auf diesem Weg begleiteten mich viele liebe Menschen: Freunde, meine Kinder und mein Mann, der mich stets unterstützte. An dieser Stelle möchte ich mich für ihren und ihre positiven Gedanken ganz herzlich bedanken, da sie mir Kraft gaben, beruflich diesen Weg zu gehen.

Die Wirkung der Achtsamkeit auf die psychische Gesundheit des Menschen nach der Rational- Emotiven Therapie von Albert Ellis

1.Einleitung

Meine Hausarbeit „ Die Wirkung der Gedanken auf die psychische Gesundheit des Menschen nach der Rational- Emotiven Therapie von Albert Ellis“ erläutert angefangen mit der Klärung der Begriffe zu unserem Denken, die Theorien von „positivem Denken“ im Gegensatz zum negativen Denken.

Die Arbeit zeigt in ihren Ausführungen, dass es Unterschiede im negativem Denken gibt, welches anhand von Albert Ellis rational- emotiver Verhaltenstherapie aufgezeigt wird. Es werden hier die Unterschiede zwischen einem für Ellis funktionalem Denken und dysfunktionalem Denken erklärt.

Im weiteren Verlauf wird ausführlich Albert Ellis ABC Modell erläutert, um den Zusammenhang von Gedanke, Emotion und Bewertung aus seiner Sicht zu verdeutlichen. In der Konsequenz werden die negativen Folgen dysfunktionalem Denkens erläutert, welches laut Ellis Ursache psychischer Störungen darstellt.

Die Achtsamkeitstherapie ist ein weiterer Punkt in meiner Arbeit, da auch diese Therapie sich intensiv mit der Wahrnehmung des Menschen befasst und somit gut in den Kontext der Rational- Emotiven Therapie passt.

Es werden die Aspekte der Achtsamkeit erläutert, die Inhalte der Therapie sowie die positive Wirkung auf die Gesundheit des Menschen.

Anschließend unternehme ich den Versuch eine Kombination von Achtsamkeitstherapie mit Rational-Emotiver Verhaltenstherapie als eine Möglichkeit der Therapie vorzuschlagen, um so die positive Wirkung beider Therapien weiter zu optimieren. In meinem Nachwort zeige ich die Möglichkeit auf beide Therapien als Heilpraktiker für Psychotherapie zu nutzen.

2 Gedanken, Emotionen und Bewertungen

2.1 Was ist ein Gedanke?

Nach K. Bühler sind Gedanken definiert als die kleinsten Denkerlebnisstücke.

Anhand einer kontinuierlichen Untersuchung kann laut Bühler kein für sich eigenständiges Stück existieren, sondern lediglich unselbstständige Teile.

Gedanken sind danach letzte Erlebniseinheiten unserer Denkerlebnisse (vgl. Dorsch, 2004, S.344)

Gedanken sind folglich ein Teil unseres Denkens. Doch was macht das Denken aus?

Laut A. Ellis ist das, was wir gewöhnlich das Denken nennen eine „ leidenschaftslose Beurteilung ( oder organisierte Wahrnehmung ) einer Ist-Situation.“(A. Ellis, 2008, „Grundlagen und Methoden der Rational-Emotiven Verhaltenstherapie“, S. 81). Sie stellt für ihn einen Vergleich vieler Elemente dieser Situation und das Erreichen irgendeiner Schlussfolgerung als Ergebnis dieses kritischen Prozesses dar.

2.2 Was sind Emotionen?

Emotion ( lat. emovere herausbewegen, erschüttern). Laut Dorsch ist das Wort Emotion gleichbedeutend mit dem Wort Gefühl, jedoch im englischen Sprachgebrauch eher Affekt ( vgl.Dorsch, 2004 , S. 345).

Der Begriff Gefühl lässt sich nicht eindeutig definieren, sondern nur umschreiben, da sich Gefühle auf nichts anderes zurückführen lassen.

Im alltäglichen Sprachgebrauch lassen sie sich am einfachsten durch die Aufzählung einzelner Gefühle darstellen.

Gefühle sind demnach Erlebnisse wie z.B. Freude, Mitleid , Wut, Angst und dergleichen.

„ Hierin manifestieren sich persönliche Stellungnahmen des Individuums zu den Inhalten seines Erlebens (Wahrnehmungen, Vorstellungen, Gedanken), wobei meist eine Lust- oder Unlustbetonung deutlich gegeben ist, jedoch ist diese nicht für alle Gefühle charakteristisch ( Dorsch, S. 345).

Laut Definition ist das Gefühl somit etwas sehr Persönliches.

Gefühle werden folglich als subjektive Zustände des Individuums erlebt.

Somit unterscheiden sich Gefühle zur Wahrnehmung. Wahrnehmung bezeichnet einen Zustand, „ in denen etwas Objektives, außerhalb des Subjekts Befindliches erlebt wird“( Dorsch, S.345).

Ein weiteres Kriterium für die Gefühle ist, dass sie nicht an spezifische Reiz- und Sinnesorgane gebunden sind und somit auch nicht im Körper lokalisiert werden können ( Dorsch, S.345).

Emotionen sind laut Ellis jedoch untrennbar mit der Wahrnehmung verbunden ( A.Ellis, 2008, S. 78)

Laut Ansicht von Stanley Cobs haben Emotionen folgende Bedeutungen:

1. ein introspektiver Zustand , der gewöhnlich durch Interpretationsvorgänge vermittelt wird.
2. physiologische Veränderungen, welche zum Erreichen des Gleichgewichts zwischen Organismus und Umgebung beitragen soll.
3. Interaktion mit der durch die Umgebung stimulierten Verhaltensmuster, als Ausdruck eines erregten, physiologischen Zustands.

(vgl. A. Ellis, 2008, S, 78)

Die Funktion der Gefühle im Seelischen , besteht vor allem darin, dass sie den Menschen zum Handeln anregen. Daher sind sie von fundamentaler Bedeutung im Lebensgeschehen ( vgl. Dorsch, S.345).

2.3 Was ist eine Bewertung?

Bei der Bewertung spielen laut Ellis Wahrnehmungen wie Reaktionen eine Rolle .

„ Das Bewerten ist fundamentales Charakteristikum und scheint quasi in einem Regelkreis zu funktionieren: denn die Wahrnehmung beeinflusst die Reaktion, und die Reaktion tendiert ihrerseits dazu, die späteren Wahrnehmungen zu beeinflussen.“ ( A. Ellis, 2008,S. 80).

Bei der intensiven Bewertung „ fühlt“ der Mensch. Er empfindet sie als positiv oder negativ, nützlich oder schädlich.

„Fühlen ist gewöhnlich immer mit körperlichen Empfindungen verbunden “( A. Ellis, 2008, S. 80).

Emotionen können laut Ellis demnach als Bewertungen mit einer starken physischen Komponente bezeichnet werden.

Nicht emotionale Einstellungen werden gemäß Ellis mit schwacher physischer Komponente definiert ( A. Ellis, 2008, S. 80)

2.4 Der Zusammenhang von Gedanken, Emotionen und Bewertungen

An dieser Stelle möchte ich mit einem Zitat von A. Ellis den Zusammenhang zwischen den drei Komponenten Gedanken, Emotionen und Bewertungen verdeutlichen: „ Unser Denken unterscheidet sich fast völlig von unserer Emotion, und unser Fühlen wird unter denselben Bedingungen buchstäblich zu unseren Gedanken“ ( A. Ellis, 2008, S. 82). Für Ellis funktionierte das alltägliche Denken in Form von Worten und Sätzen. Gemäß dieser Prämisse folgert er, dass Gefühle die Form von verinnerlichten Sätzen annehmen. Diese können sich auch in Selbstgespräche entwickeln. Seine These ist, dass somit innerliche Sätze identisch mit den Gedanken und Gefühlen sind. Später fügte er hinzu, dass das Denken - die Kognition - häufig in Sprache ausgedrückt wird, jedoch auch die Form von Bildern und anderen Symbolen annehmen kann.

3 Konzepte des positiven Denkens

In den folgenden Kapiteln möchte ich unterschiedliche Denkvorgänge aufzeigen, die angefangen vom positiven Denken über das funktionale Denken bis zum dysfunktionalem Denken reichen.

Allein anhand dieser Erläuterungen wird deutlich, welchen Einfluss das Denken auf unsere Lebensqualität hat.

Positives Denken ist ein Begriff aus der Alltagspsychologie.

Wissenschaftliche Konzepte, die unter diesen Begriff fallen sind:

- internale Kontrollüberzeugungen
- Selbstwirksamkeitserwartungen
- Hoffnung
- Optimismus
- günstige Attributionsstile (vgl. Positives Denken, 2007, Astrid Schütz und Lasse Hoge, S. 27)
-Im folgenden werden diese Konzepte genauer erläutert.

3.1 Internale Kontrollüberzeugung

Dieses Konzept 1954 entworfen von Julian Rotter ist eines der ältesten.

Rotter fiel bei seiner Tätigkeit als klinischer Psychologe auf, dass bestimmte Patienten geringere Fortschritte machten als andere.

Anhand seiner Analysen zeigte sich, dass diese Patienten keinen Zusammenhang zwischen ihrem Verhalten und den positiven oder negativen Konsequenzen sahen, dass es sogar in ihrer Möglichkeit liegt positive Zustände herbeizuführen und negative zu vermeiden.

Laut Rotter unterscheiden sich Menschen in ihrem Glauben, ob ihr Leben durch äußere Umstände bestimmt wird ( externale Kontrolüberzeugung) oder ob sie ihren Lebenslauf durch ihr eigenes Handeln bestimmen können ( internale Kontrollüberzeugung) ( vgl. Positives Denken, S. 28).

Die internale Kontrollüberzeugung ist eine Form positven Denkens.

3.2 Selbstwirksamkeitserwartung

Albert Banduras Konzept der Selbstwirksamkeit entspricht wahrscheinlich am stärksten dem Verständnis vom positiven Denken.

Das Konstrukt beruht auf der Einschätzung der Effektivität der eigenen Handlungen. Dies zeigt sich anhand von zwei Komponenten:

a) Konsequenzerwartung
b) Kompetenzerwartung

Die Konsequenzerwartung ist die Annahme, dass bestimmte Handlungen geeignet sind, ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Die Kompetenzerwartung stellt die Überzeugung dar, dass man selbst in der Lage ist, diese Handlungen erfolgreich auszuführen ( vgl.Bandura, 1997, Self-efficacy: „The exercise of control“).

Treffen beide Komponenten aufeinander, das heißt, ist ein Mensch überzeugt, dass eine bestimmte Handlung zu einem bestimmten Ergebnis führt und sieht er sich zudem in der Lage diese Handlung erfolgreich auszuführen, hat er eine sehr hohe Selbstwirksamkeitserwartung.

Somit beeinflussen Selbstwirksamkeitserwartungen maßgeblich menschliche Entscheidungen und ob bestimmte Ziele angestrebt und umgesetzt werden.

3.3 Dispositionaler Optimismus

„Optimismus ist die Neigung das Leben von der besten Seite aufzufassen und auf einen guten Ausgang der Dinge zu vertrauen.“ ( Brockhaus)

Scheier und Carver sehen den Optimismus als relativ stabiles Persönlichkeitsmerkmal an (vgl. Scheier und Carver, 1985, „Optmism, coping and health“, S. 219 und ff.). Für sie stellt er ein zielgerichtetes Verhalten dar.

Gewohnheitsmäßig erwarten Personen mit dieser Persönlichkeit positive Ergebniss,vertrauen auf eine positive Zukunft und wirken mit dieser Zuversicht möglichen Zweifeln entgegen ( Scheier und Carver, 1985).

3.4 Dispositionale und situationsbedingte Hoffnung

Snyder vertritt das Konzept der Hoffnung. Dieses stellt das jüngste Konzept zum positiven Denken dar.

Hoffnung beruht laut Snyder auf der Überzeugung, dass man sowohl den Willen als auch die Möglichkeit hat, seine Ziele zu erreichen ( vgl. Snyder, 1994, „ The psychology of hope: You can get there from here.“).

Personen mit einem großen Maß an Hoffnung sehen viele Wege zur Zielerreichung, glauben Hindernisse überwinden zu können und sind hoch motiviert.

Snyder unterscheidet die dispositionale Hoffnung, das heißt, die konstitutionelle Neigung hoffnungsvoll zu sein - von situationsbedingter Hoffnung.

[...]

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Die Wirkung der Gedanken auf die psychische Gesundheit des Menschen
Untertitel
Nach der Rational-Emotiven Therapie von Albert Ellis
Hochschule
ALH Akademie für ganzheitliche Lebens- und Heilweisen
Veranstaltung
Abschlussarbeit Studium
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
32
Katalognummer
V204929
ISBN (eBook)
9783656315346
ISBN (Buch)
9783656315575
Dateigröße
1850 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychotherapie, kognitive Verhaltenstherapie, Albert Ellis
Arbeit zitieren
Anja Johnen (Autor:in), 2012, Die Wirkung der Gedanken auf die psychische Gesundheit des Menschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204929

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