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Armut als Heterogenitätsdimension. Zur doppelten Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Schule

Titre: Armut als Heterogenitätsdimension. Zur doppelten Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Schule

Dossier / Travail , 2011 , 22 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Auteur)

Pédagogie - Sociologie pédagogique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Szene 1 im Lehrerzimmer: Zwei Kolleginnen beraten sich darüber, wie sie die kommende Weihnachtszeit in ihrer 3. Klasse gestalten können. Der Besuch des Weihnachtsmärchens wird befürwortet und auch Wichtelgeschenke im Wert von fünf Euro sollen unter den Kindern ausgetauscht werden.

Lehrerin A gibt zu bedenken, dass die Gesamtkosten von 15 Euro je Schüler nicht von allen getragen werden können. Sie erinnert daran, dass zwei Schülerinnen in Familien leben, die Hartz IV beziehen. Lehrerin B antwortet: „Aber es muss gehen! Wir haben so viel Schönes vor, da können wir nicht immer Rücksicht nehmen! Zur Not müssen eben die Ämter einspringen!“

Szene 2 im Klassenraum: Lehrerin B erinnert einige Schüler daran, dass das Geld für das Weihnachtsmärchen noch bezahlt werden muss. Explizit erinnert sie die beiden Schülerinnen an den ausstehenden Betrag und fragt, warum sie noch nicht bezahlt haben. Sie antworten mit einem Achselzucken. Lehrerin B halblaut zu Lehrerin A: „Habe ich mir doch gleich gedacht, dass das wieder nicht klappt!“

Diese zwei kurzen Szenen zeigen, was Kinder aus armen Familien in Schulen erleben können: Überforderung durch Situationen, die sie selbst nicht beeinflussen können, direkte und indirekte Erinnerungen an ihre von Armut geprägt Lebenssituation, Bloßstellung und eine mangelnde Bereitstellung von Hilfen – dies alles trägt dazu bei, dass diese Kinder ihre Lebensumstände nicht einmal mental verlassen können. Sie werden durch die Armut doppelt benachteiligt: durch die Armut ihrer Familie und durch ein Schulsystem, das nicht adäquat auf ihre Bedingungen eingeht.

Ein gerechtes Schulsystem, das die Benachteiligung der Schüler durch Armut erkennt und auszugleichen versucht, muss deshalb andere Wege beschreiten. Wie diese Wege aussehen können, soll die folgende Arbeit zeigen. Zuvor muss das Thema „Armut“ in gesellschaftlicher und individueller Hinsicht analysiert werden, um die richtigen Maßnahmen ableiten zu können.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Kinderarmut als gesellschaftliches Problem

3. Folgen von Kinderarmut

4. Das deutsche Schulsystem und die soziale Ungleichheit

4.1 Schule und primäre Herkunftseffekte

4.2 Schule und sekundäre Herkunftseffekte

5. Konsequenzen für die Schul- und Unterrichtsentwicklung

5.1 Konsequenzen für die pädagogische Entwicklung von Schule

5.2 Konsequenzen für die Organisation von Schule und Bildungsangeboten

5.3 Konsequenzen für die Arbeit und die Ausbildung der Lehrer

6. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen von Kinderarmut auf den Bildungserfolg im deutschen Schulsystem und leitet daraus notwendige pädagogische sowie strukturelle Handlungsempfehlungen für Lehrkräfte und Schulen ab.

  • Gesellschaftliche Verankerung und strukturelle Dimensionen von Kinderarmut
  • Psychosoziale und materielle Folgen für betroffene Kinder
  • Analyse von primären und sekundären Herkunftseffekten im Bildungssystem
  • Konzeptionelle Ansätze einer inklusiven und gerechten Schule
  • Anforderungen an die professionelle Haltung und Ausbildung von Lehrkräften

Auszug aus dem Buch

1. Vorwort

Szene 1 im Lehrerzimmer: Zwei Kolleginnen beraten sich darüber, wie sie die kommende Weihnachtszeit in ihrer 3. Klasse gestalten können. Der Besuch des Weihnachtsmärchens wird befürwortet und auch Wichtelgeschenke im Wert von fünf Euro sollen unter den Kindern ausgetauscht werden.

Lehrerin A gibt zu bedenken, dass die Gesamtkosten von 15 Euro je Schüler nicht von allen getragen werden können. Sie erinnert daran, dass zwei Schülerinnen in Familien leben, die Hartz IV beziehen. Lehrerin B antwortet: „Aber es muss gehen! Wir haben so viel Schönes vor, da können wir nicht immer Rücksicht nehmen! Zur Not müssen eben die Ämter einspringen!“

Szene 2 im Klassenraum: Lehrerin B erinnert einige Schüler daran, dass das Geld für das Weihnachtsmärchen noch bezahlt werden muss. Explizit erinnert sie die beiden Schülerinnen an den ausstehenden Betrag und fragt, warum sie noch nicht bezahlt haben. Sie antworten mit einem Achselzucken. Lehrerin B halblaut zu Lehrerin A: „Habe ich mir doch gleich gedacht, dass das wieder nicht klappt!“

Diese zwei kurzen Szenen zeigen, was Kinder aus armen Familien in Schulen erleben können: Überforderung durch Situationen, die sie selbst nicht beeinflussen können, direkte und indirekte Erinnerungen an ihre von Armut geprägt Lebenssituation, Bloßstellung und eine mangelnde Bereitstellung von Hilfen – dies alles trägt dazu bei, dass diese Kinder ihre Lebensumstände nicht einmal mental verlassen können. Sie werden durch die Armut doppelt benachteiligt: durch die Armut ihrer Familie und durch ein Schulsystem, das nicht adäquat auf ihre Bedingungen eingeht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einleitende Schilderung der Alltagsrealität von Kindern aus armen Familien in der Schule, um die Relevanz der Thematik zu verdeutlichen.

2. Kinderarmut als gesellschaftliches Problem: Darstellung der strukturellen und gesellschaftlichen Verankerung von Kinderarmut in Deutschland und deren weitreichende Auswirkungen auf die Lebenswelt der Betroffenen.

3. Folgen von Kinderarmut: Analyse der materiellen, kulturellen und psychosozialen Beeinträchtigungen, die Kinder aus armen Verhältnissen in ihrer Entwicklung und Teilhabe erfahren.

4. Das deutsche Schulsystem und die soziale Ungleichheit: Untersuchung der Mechanismen primärer und sekundärer Herkunftseffekte, die Bildungsungleichheit im deutschen Schulwesen reproduzieren.

5. Konsequenzen für die Schul- und Unterrichtsentwicklung: Ableitung pädagogischer Leitlinien, organisatorischer Maßnahmen und Anforderungen an die Lehrerausbildung zur Förderung benachteiligter Kinder.

6. Schlusswort: Reflexion über die eigene professionelle Haltung und das Fazit, dass strukturelle Veränderungen im Bildungssystem dringend erforderlich sind.

Schlüsselwörter

Kinderarmut, Bildungsungleichheit, Soziale Herkunft, Inklusion, Pädagogik der Vielfalt, Ganztagsschule, Schulsystem, Lehrerbildung, Lernförderung, Herkunftseffekte, Soziale Exklusion, Chancengleichheit, Armutsprävention, Schulentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Zusammenhang zwischen Kinderarmut und dem Bildungserfolg innerhalb des deutschen Schulsystems.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören die gesellschaftliche Analyse von Armut, die Auswirkungen auf die schulische Entwicklung sowie Ansätze für eine inklusive Pädagogik.

Welches Ziel verfolgt die Autorin?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schule Armut aktiv entgegenwirken kann, anstatt bestehende soziale Benachteiligungen fortzuschreiben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf einer fundierten Auswertung aktueller Studien, Fachberichte und pädagogischer Diskurse basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Armutssituation, die Untersuchung von Selektionsmechanismen an Schulen sowie die Konkretisierung notwendiger pädagogischer Konsequenzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Kinderarmut, Bildungsungleichheit, soziale Herkunft, Inklusion und professionelle Haltung.

Was sind primäre Herkunftseffekte?

Diese beschreiben den direkten Einfluss der sozialen Herkunft auf die Schulleistungen und die frühen Bildungsentscheidungen.

Was bedeutet der Begriff „Armutsfalle“ im schulischen Kontext?

Er beschreibt das Phänomen, dass das Schulsystem durch Selektion und mangelnde Unterstützung arme Kinder in ihrem Status festschreibt und Armut von Generation zu Generation tradiert.

Wie sollten Lehrkräfte auf arme Schüler reagieren?

Die Autorin plädiert für eine respektvolle Haltung, Sensibilität für die Lebensgeschichten und eine Abkehr von pauschalen Zuschreibungen.

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Résumé des informations

Titre
Armut als Heterogenitätsdimension. Zur doppelten Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Schule
Université
Bielefeld University
Cours
Fragen zur Institution der Allgemeinen und Sonderpädagogik
Note
1,0
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
22
N° de catalogue
V204987
ISBN (ebook)
9783656550778
ISBN (Livre)
9783656548294
Langue
allemand
mots-clé
Armut Benachteiligung Heterogenität
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anonym (Auteur), 2011, Armut als Heterogenitätsdimension. Zur doppelten Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204987
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Extrait de  22  pages
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