Eine Erläuterung sowie ein kommentierender Vergleich der 4 großen Gegenstandsbeschreibnungen der Sozialen Arbeit.
- Soziale Arbeit als Inklusionsvermittlung, Exklusionsvermeidung,und Exklusionsverwaltung
- Soziale Arbeit als Bearbeitung sozialer Probleme (Menschenrechtsprofession)
- Lebensweltorientierte Soziale Arbeit
- Soziale Arbeit als Dienstleistung
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 SOZIALE ARBEIT ALS INKLUSIONSVERMITTLUNG, EXKLUSIONSVERMEIDUNG, UND EXKLUSIONSVERWALTUNG
2.1 SOZIALE ARBEIT ALS BEARBEITUNG SOZIALER PROBLEME
2.2 LEBENSWELTORIENTIERTE SOZIALE ARBEIT
2.3 SOZIALE ARBEIT ALS DIENSTLEISTUNG
3 VERGLEICH DER THEORIEN
4 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit den unterschiedlichen theoretischen Gegenstandsbestimmungen der Sozialen Arbeit auseinander. Das Hauptziel besteht darin, die Vielfalt der Ansätze zu untersuchen und zu prüfen, inwieweit diese in der Praxis als gemeinsames "Erkenntnisobjekt" dienen können, um der Disziplin ein klareres Profil zu verleihen.
- Analyse der Theorie von Bommes und Scherr (Inklusionsvermittlung/Exklusionsverwaltung)
- Untersuchung des Konzepts der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession (Staub-Bernasconi)
- Betrachtung der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit nach Hans Thiersch
- Diskussion des Dienstleistungsbegriffs innerhalb der Bielefelder Schule
- Kritischer Vergleich der theoretischen Modelle im Hinblick auf ihre praktische Relevanz
Auszug aus dem Buch
2.1 Soziale Arbeit als Bearbeitung sozialer Probleme
Silvia Staub-Bernasconis Anstrengung ist, die Bearbeitung sozialer Probleme respektive den Schutz der und den Kampf für Menschenrechte als Gegenstand der Sozialen Arbeit zu definieren. Ihrer Meinung nach soll sich die Sozialarbeit mit Lösungen für soziale Probleme zwischenmenschlicher Art befassen und nebenher den sozialen Wandel fördern (Student 2009, S.21).
Die Theorie der Wissenschaftlerin ist international geartet, könnte in vielen Nationen, Industrie-, Entwicklungs- und Schwellenländern, unterschiedlichste Anwendungsbereiche finden, da, zumindest theoretisch, Menschenrechte für jedes Individuum auf diesem Planeten gleichermaßen wirksam sind.
Soziale Arbeit hat die Aufgabe, „die Verletzung von Menschenrechten lokal, national und global [zu] erkennen und benennen“ und soll sich dafür sorgen, dass Menschenrechtsverletzungen verhindert werden (Aberle 2009, S.14). Ziele der Arbeit innerhalb dieser Sparte „sollen […] die Wiederherstellung der Menschenwürde, des menschlichen Wohlbefindens und Gerechtigkeitsfördernder Strukturen, sowie die Realisierung einer menschenrechtlichen Arbeitskultur sein“ (Aberle 2009, S.14).
Sie bezieht sich größtenteils auf die Arbeit der IFSW, der Internationa Foundation of Social Workers (Student 2009, S.21; Spiegel 2011, S.26).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die langjährige Suche nach einem einheitlichen Gegenstand der Sozialen Arbeit und stellt die Frage, ob bei der Vielfalt der Tätigkeitsfelder ein solches "Erkenntnisobjekt" überhaupt möglich ist.
2 SOZIALE ARBEIT ALS INKLUSIONSVERMITTLUNG, EXKLUSIONSVERMEIDUNG, UND EXKLUSIONSVERWALTUNG: Dieses Kapitel diskutiert die Theorie von Bommes und Scherr, die Soziale Arbeit als notwendige Verwaltung von Exklusion in einer von Risiken geprägten Gesellschaft versteht.
2.1 SOZIALE ARBEIT ALS BEARBEITUNG SOZIALER PROBLEME: Hier wird der Ansatz von Silvia Staub-Bernasconi vorgestellt, der Soziale Arbeit als professionellen Kampf für Menschenrechte definiert.
2.2 LEBENSWELTORIENTIERTE SOZIALE ARBEIT: Das Kapitel erläutert das Konzept der Tübinger Schule um Hans Thiersch, das den Alltag und die Lebenswelt der Adressaten in den Mittelpunkt der fachlichen Bemühungen stellt.
2.3 SOZIALE ARBEIT ALS DIENSTLEISTUNG: Der Fokus liegt hier auf der Bielefelder Schule, die den Dienstleistungsbegriff als Basis für eine reflexive Sozialpädagogik und eine neue Organisation sozialer Hilfen vorschlägt.
3 VERGLEICH DER THEORIEN: Dieses Kapitel stellt die vier theoretischen Positionen gegenüber, arbeitet Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede heraus und bewertet deren Anwendbarkeit auf verschiedene Handlungsfelder.
4 FAZIT: Das Fazit zieht den Schluss, dass ein universeller Gegenstand für die gesamte Soziale Arbeit kaum zu finden ist und es sinnvoller wäre, Gegenstände für die jeweiligen spezifischen Tätigkeitsfelder zu definieren.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Gegenstandsbestimmung, Inklusion, Exklusion, Menschenrechte, Lebensweltorientierung, Soziale Dienstleistung, Theorie-Praxis-Verhältnis, Normalisierung, Sozialstaat, Empowerment, Profession, Handlungsfelder, Soziale Probleme, Systemtheorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht verschiedene theoretische Versuche, den Gegenstandsbereich der Sozialen Arbeit zu definieren, um der Profession ein stabileres Profil zu geben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Inklusions-/Exklusionstheorie, der Menschenrechtsansatz, die Lebensweltorientierung und die Soziale Arbeit als Dienstleistung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die wissenschaftlichen Gegenstandstheorien zu analysieren und zu prüfen, ob sie die Kluft zwischen Theorie und Praxis überbrücken können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, in der verschiedene theoretische Fachdiskurse und deren Autoren (wie Thiersch, Staub-Bernasconi, Bommes/Scherr) gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der vier genannten Theorien sowie deren anschließenden kritischen Vergleich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Gegenstandsbestimmung, Lebenswelt, Exklusionsverwaltung, Menschenrechte und Soziale Dienstleistung.
Wie unterscheidet sich die Theorie von Bommes und Scherr von den anderen Ansätzen?
Im Gegensatz zu reinklusiven Ansätzen geht dieser Ansatz davon aus, dass Soziale Arbeit in vielen Fällen lediglich Exklusion verwalten kann, anstatt vollständige Integration zu bewirken.
Welche Rolle spielt der Klient im Dienstleistungsansatz?
Der Klient wird als "Koproduzent" oder "aktiver Konsument" betrachtet, dessen eigene Erfahrungen und Urteilsbildungsmaßstäbe in den Hilfeprozess einbezogen werden müssen.
- Citation du texte
- Lisa Schröter (Auteur), 2012, Die Gegenstandsbeschreibungen der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205044