Wie ist die berufliche Situation von österreichischen Lehrerinnen und Lehrern mit Migrationshintergrund?
Können sich junge Menschen mit Migrationshintergrund den Berufswunsch Lehrerin bzw. Lehrer verwirklichen oder ist dieses Ziel aufgrund des österreichischen Schulsystems schlichtweg unerreichbar?
Gibt es Fördermaßnahmen, vergleichbar mit der Affirmative Action in Amerika, die diese Menschen mit Minderheitenstatus fördern und wo sind deren Stärken und Schwächen, falls es diese Programme für österreichische Lehrkräfte gibt?
Das Ziel dieser Arbeit ist, Antworten auf diese Fragen zu finden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Affirmative Action
2.1 Das amerikanische Modell
2.2 Chancen und Risiken des amerikanischen Modells
3 Situation von Minderheiten in Österreich
3.1 Allgemeine Situation
3.2 Berufliche Situation in Österreichs Lehrberuf
4 Möglichkeiten der Übertragung des amerikanischen Modells auf Österreich
5 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die berufliche Situation von Lehrkräften mit Minderheitenzugehörigkeit in Österreich und prüft, ob das US-amerikanische Modell der Affirmative Action als Instrument zur Verbesserung ihrer Integration und beruflichen Repräsentation dienen kann.
- Analyse des US-Modells der Affirmative Action (Chancen und Risiken)
- Untersuchung der sozialen und beruflichen Situation von Minderheiten in Österreich
- Evaluierung der Unterrepräsentation von Lehrkräften mit Migrationshintergrund im österreichischen Bildungssystem
- Diskussion der Übertragbarkeit US-amerikanischer Förderstrategien auf den österreichischen Kontext
- Darstellung bildungspolitischer Herausforderungen für eine diversere Lehrerschaft
Auszug aus dem Buch
2.1 Das amerikanische Modell
Die Maßnahmen der Affirmative Action wurden zunächst in den USA entwickelt. Der Begriff geht auf den Ausspruch von Harry Truman (1953) zurück: „to act positively and affirmativeley to implement the policy of nondiscrimination“ (Curry, 1997; zit. n. Rommelspacher, 2001, S. 194). Eingeführt wurden die Maßnahmen erstmals durch John F. Kennedy im Jahr 1961. Mit seinem 1964 in Kraft tretenden Civil Rights Act wollte er der anhaltenden Diskriminierung von Minderheiten, insbesondere von Afroamerikanern und Afroamerikanerinnen, entgegenwirken (Rommelspacher, 2001, S. 193).
Präsident Lyndon Johnson (1965) erklärte das Modell der Affirmative Action den schwarzen Studentinnen und Studenten mit folgenden Worten: „You do not wipe away the scars of centuries by saying: 'now, you are free to go where you want, do as you desire, and choose the leaders you please.' You do not take a man who for years has been hobbled by chains, liberate him, bring him to the starting line of a race, saying, 'you are free to compete with all the others,' and still justly believe you have been completely fair . . . This is the next and more profound stage of the battle for civil rights. We seek not just freedom but opportunity—not just legal equity but human ability—not just equality as a right and a theory, but equality as a fact and as a result” (Lyndon Johnson, 1965).
Es ist also zu wenig, den Angehörigen von Minderheiten gesetzlich die gleichen Rechte zuzugestehen und sie dann alleine, offiziell gleichberechtigt, im Regen stehen zu lassen. Das Programm der Affirmative Action sollte den bisher Benachteiligten einen Startvorteil verschaffen und sie in weiterer Folge auf dem beruflichen Weg oder auf dem Weg der Ausbildung unterstützen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Situation von Lehrkräften mit Minderheitenstatus in Österreich zu untersuchen und die Anwendbarkeit von Affirmative-Action-Programmen zu evaluieren.
2 Affirmative Action: Dieses Kapitel erläutert das US-amerikanische Konzept institutioneller Fördermaßnahmen zur Bekämpfung von Diskriminierung und stellt sowohl die Stärken als auch die damit verbundenen Risiken dar.
3 Situation von Minderheiten in Österreich: Die Darstellung beleuchtet die aktuelle Integrationslage in Österreich sowie die spezifische Unterrepräsentation von Lehrkräften mit Migrationshintergrund im Schulwesen.
4 Möglichkeiten der Übertragung des amerikanischen Modells auf Österreich: Dieser Abschnitt diskutiert die Sinnhaftigkeit und Machbarkeit, US-amerikanische Förderinstrumente auf die geschichtlich und politisch unterschiedlichen Bedingungen in Österreich anzuwenden.
5 Resümee: Die Schlussbetrachtung stellt fest, dass eine direkte Übertragung des US-Modells schwierig ist, betont jedoch die Notwendigkeit eigenständiger, österreichischer Ansätze zur Förderung von Minderheiten.
Schlüsselwörter
Affirmative Action, Minderheiten, Österreich, Lehrberuf, Antidiskriminierung, Chancengleichheit, Migrationshintergrund, Integration, Bildungspolitik, Soziale Ungleichheit, Quotenregelung, Diversität, Rollenvorbilder, Diversitätsmanagement, Beruflicher Aufstieg
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die berufliche Benachteiligung von Lehrpersonen mit Migrationshintergrund in Österreich und untersucht, ob das US-amerikanische Programm der Affirmative Action zur Verbesserung dieser Situation beitragen könnte.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse diskriminierungskritischer Maßnahmen in den USA, der aktuellen Bildungssituation von Migranten in Österreich und den spezifischen Hürden beim Eintritt in den Lehrberuf.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das Potenzial und die Grenzen einer Übertragung von Affirmative-Action-Programmen auf den österreichischen Arbeitsmarkt und das Bildungssystem kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf Literaturrecherche, der Auswertung bestehender Studien zur sozialen Lage von Studierenden und Minderheiten sowie einem Vergleich der politischen Rahmenbedingungen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des US-Modells, die Analyse der österreichischen Minderheitensituation und eine kritische Diskussion der Übertragbarkeit unter Berücksichtigung historischer und gesellschaftlicher Unterschiede.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Affirmative Action, Integration, Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit charakterisieren.
Wie unterscheidet sich die Situation von Minderheiten in Österreich von der in den USA?
Der Autor argumentiert, dass Amerika aufgrund seiner längeren Geschichte mit Antidiskriminierungsprogrammen fortgeschrittener ist, während in Österreich historische Belastungen und politische Populismen die Einführung ähnlicher Förderprogramme erschweren.
Warum sieht der Autor für den Lehrberuf in Österreich ein Problem?
Es existiert ein Teufelskreis, da Kinder mit Migrationshintergrund seltener höhere Bildungsabschlüsse erreichen, wodurch im Lehrberuf entsprechende Rollenvorbilder fehlen, was wiederum die Motivation nachfolgender Generationen hemmt.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich des Modells?
Er kommt zu dem Ergebnis, dass eine direkte Übertragung nicht zielführend wäre und plädiert stattdessen für die Entwicklung eigenständiger, österreichischer Lösungen, die im Konsens zwischen Politik, Wissenschaft und Gesellschaft entstehen müssen.
- Quote paper
- M.Ed Klemens Ecker (Author), 2009, Affirmative Action, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205102