Qualitätsmanagement im Bauwesen hat sich im Laufe der Zeit zu einem absoluten „Muss“ entwickelt. Es erlaubt Unternehmen, trotz ständig steigender Anforderungen, wirtschaftlich erfolgreich am Markt bestehen zu können (vgl. Quality Austria 2011: 104).
Eine schwieriger werdende Marktsituation, die Stagnation der Wirtschaft, höher werdender Konkurrenz- und Preisdruck, komplexer werdende Prozesse und nicht zuletzt immer qualitätsbewusstere Bauherren stellen für jedes Bauunternehmen eine zunehmende Herausforderung dar sich am Markt zu behaupten, sowie dem nationalen Wettbewerb standzuhalten. Bauunternehmen, wie auch alle anderen Unternehmen, stehen vor der Tatsache, dass ein gewinnbringender Absatz ihrer Dienstleistungen und Produkte nur dann gelingen wird, wenn Preis, Beschaffenheit und Lieferzeit/Bauzeit einen Kaufanreiz für den Kunden bieten (vgl. Masing 2007: 5). Daneben müssen auch die Anforderungen der Mitarbeiter und aller interessierten Parteien berücksichtigt werden. Ein Bauunternehmen sollte sich immer fragen, ob die Leistungen termingerecht und kostengünstig erbracht werden, die Kunden und Mitarbeiter zufrieden sind, ein positives Image innerhalb der Branche und gegenüber den Kunden vermittelt wird, Gewinn erwirtschaftet wird und ob die Bauausführung dem Stand der Technik entspricht.
Unternehmensleitungen sind gefordert sich vom reinen „Lamentieren“ über die aktuelle angespannte, schwierige Situation abzuwenden und mit der aktiven Gestaltung der Unternehmensführung zu beginnen, denn „Qualitätsmanagement ist Unternehmensführung“ (Masing 2007: V).
Die Literatur beschreibt die verschiedensten Unternehmensstrategien, um erfolgreich am Markt bestehen zu können. Allen diesen Strategien gemeinsam ist jedoch, dass ein Unternehmen in der Lage sein muss die Kundenanforderungen zu analysieren, zu wissen, welche Prozesse zu einem kundengerechten Produkt beitragen, wie Unternehmensprozesse und -abläufe fehlerfrei beherrscht werden und letztendlich die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.
TQM bietet sich hier als umfassende Unternehmensstrategie an.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung, Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Qualität und TQM
2.1 Qualität - Begriff und Definition
2.1.1 Allgemeine Sichtweisen der Qualität
2.1.2 Spezielle Sichtweise der Qualität
2.1.3 Maslow und die Qualität
2.2 Qualitätsmanagement - Begriff und Definition
2.2.1 Entwicklungsstufen des QM
2.2.2 Bestandteile des QM
2.3 Qualitätsmanagementsystem - Begriff und Definition
2.4 TQM - Ein erweitertes prozessbasiertes QMS
2.4.1 Die TQM Grundelemente
2.4.2 Grundgedanke und Philosophie des TQM
2.4.3 Vergleich QM und TQM
2.5 Acht Grundsätze zur Leistungsverbesserung
2.5.1 Kundenorientierung
2.5.2 Führung
2.5.3 Einbeziehung der Mitarbeiter
2.5.4 Prozessorientierter Ansatz
2.5.5 Systemorientierter Managementansatz
2.5.6 Ständige Verbesserung
2.5.7 Sachbezogener Ansatz zur Entscheidungsfindung
2.5.8 Lieferantenbeziehung zum gegenseitigen Nutzen
2.6 Wirtschaftlichkeit von TQM
2.7 Gründe für die Einführung von TQM im Bauunternehmen
2.8 TQM im Bauwesen - Überlegungen zur praktischen Anwendbarkeit
3 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit und den Nutzen der Einführung eines Total Quality Managements (TQM) in einem wachsenden Bauunternehmen, um bestehende Defizite in der Prozessqualität, Dokumentation und Kundenzufriedenheit zu beheben.
- Grundlagen und Definitionen von Qualität und Qualitätsmanagement
- Die TQM-Philosophie und deren praktische Anwendbarkeit im Bauwesen
- Kritische Analyse der acht Grundsätze zur Leistungsverbesserung
- Wirtschaftlichkeitsaspekte und Fehlerkostenreduktion
- Strategien für ein systematisches Prozessmanagement in der Baubranche
Auszug aus dem Buch
2.5.4 Prozessorientierter Ansatz
Der prozessorientierte Ansatz ist eine Grundhaltung, die sämtliche Prozesse und Prozessketten als Kombination des betrieblichen Handelns sieht. „Abgestimmte Prozesse mit Steuerkriterien für wesentliche Aspekte und die Verinnerlichung im täglichen Tun sind die Basis für alle Managementbereiche“ (Quality Austria 2011: 5). Unter Prozess fallen alle Aktivitäten, wodurch nicht nur die technische Komponente betrachtet wird, sondern auch verwaltungsmäßige Aktivitäten (vgl. Kamiske, Brauer 2002: 55 f.).
Die DIN EN ISO 9001:2008 beschreibt den prozessorientierten Ansatz als „die Anwendung eines Systems von Prozessen in einer Organisation, um das gewünschte Ergebnis zu erzeugen, gepaart mit dem Erkennen und den Wechselwirkungen dieser Prozesse sowie deren Management …“ (DIN EN ISO 9001 2008: 6). Es geht es um das systematische Erkennen und Handhaben der verschiedensten Unternehmensprozesse und ihrer Wechselwirkungen (vgl. DIN EN ISO 9000 2005: 8). Ein Prozess wird dabei beschrieben als „einen Satz von in Wechselbeziehung oder Wechselwirkung stehenden Tätigkeiten, der Eingaben in Ergebnisse umwandelt“ (DIN EN ISO 9000 2005: 23).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung, Zielsetzung und Aufbau der Arbeit: Das Kapitel analysiert die Herausforderungen eines wachsenden Bauunternehmens und begründet die Notwendigkeit, ein strukturiertes Qualitätsmanagement einzuführen.
2 Qualität und TQM: Dieser Hauptteil definiert die zentralen Begriffe und erläutert die Grundsätze sowie die wirtschaftlichen Vorteile von TQM im Vergleich zum klassischen Qualitätsmanagement.
3 Resümee: Das Kapitel schließt die Arbeit mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse ab und betont die Bedeutung eines strukturierten Einführungsplans für den nachhaltigen Erfolg.
Schlüsselwörter
Total Quality Management, Bauwesen, Prozessorientierung, Kundenorientierung, Fehlervermeidung, Wirtschaftlichkeit, Qualitätsmanagement, Unternehmensführung, Bauqualität, Prozessmanagement, Dokumentation, Kundenzufriedenheit, Kontinuierlicher Verbesserungsprozess, Unternehmenskultur, Systemorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung von TQM als umfassender Managementstrategie in einem mittelständischen Bauunternehmen, das durch schnelles Wachstum interne Strukturprobleme aufweist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen zählen Prozessmanagement, die Rolle der Unternehmensführung, Mitarbeiterintegration, Fehlerkostenreduktion und die Steigerung der Kundenzufriedenheit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, der Geschäftsführung die Notwendigkeit von TQM darzulegen und aufzuzeigen, wie das Unternehmen durch Prozessverbesserungen wettbewerbsfähig bleibt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse basierend auf der aktuellen Normenreihe DIN EN ISO 9000 und gängiger Fachliteratur zum Thema TQM.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die Definitionen von Qualität, die acht TQM-Grundsätze, die Prozessketten sowie die praktische Umsetzung zur Fehlervermeidung im Baualltag.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Total Quality Management, Prozessorientierung, Bauqualität, Fehlervermeidung und Kundenorientierung.
Warum ist eine Dokumentation im Bauwesen kritisch?
Eine lückenlose Dokumentation ist essenziell zur Abwehr unberechtigter Ansprüche und zur Sicherung der Qualität bei regelmäßigem Personalwechsel.
Welche Rolle spielt die Führung bei TQM?
Die Führung ist entscheidend, da sie die Vision und Kultur vorlebt, Prozesse initiiert und die notwendigen Ressourcen bereitstellen muss, um Widerstände abzubauen.
Warum ist das billigste Angebot nicht immer das günstigste?
Wegen der Folgekosten durch Fehler und Mängel ist die langfristige Qualität und Kooperation mit verlässlichen Partnern wirtschaftlicher als die rein preisorientierte Auswahl.
Was bedeutet "Null-Fehler"-Prinzip im Bauwesen?
Obwohl absolute Fehlerfreiheit im Bau selten erreichbar ist, dient es als Zielvorgabe, um durch ständige Prozessoptimierung die Fehlerquote massiv zu senken.
- Citar trabajo
- Gerold Gizycki (Autor), 2012, Bewusstseinsbildung zur Einführung von Total Quality Management in einem Unternehmen des Baugewerbes, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205124