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Schnitzlers Fräulein Else: ein pathologischer Krankheitsverlauf unter den Aspekten der Psychoanalyse

Titre: Schnitzlers Fräulein Else: ein pathologischer Krankheitsverlauf unter den Aspekten der Psychoanalyse

Dossier / Travail de Séminaire , 2012 , 16 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Gudrun Guckenberger (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Das Werk Schnitzlers ist von Dualismen geprägt: Tod und Leben, Spiel und Ernst, Traum und Wirklichkeit, Illusion und Desillusion, Verdacht und Enttarnung, Ich und Außenwelt, Wahrheit und Lüge, Maskierung und Demaskierung. Hinter dem Alltäglichen scheint sich etwas Geheimnisvolles, Anderes zu verbergen - die Illusionen, in die sich die Menschen flüchten. Welche Gründe gibt es dafür? In der Psychoanalyse gibt es Erklärungen der anmutenden Störungen. Diese möchte ich anhand der Fräulein Else als Hysterikerin aufzeigen. Die hysterisch anmutenden Symptombilder sind in der literarischen Darstellung primär auf innerpsychische Vorgänge beschränkt. So auch die der Fräulein Else. Für die Darstellung dieser Erzählung nutzte Schnitzler die konsequent durchgehaltene Figurenperspektive des inneren Monologs. Die psychische Verfassung der Protagonistin wird von äußeren Ereignissen beeinflusst, aber vor allem durch ihre Assoziationen vermittelt. Diese speisen sich aus äußerlich vermittelten und aus innerpsychischen Elementen, wie ihren Erinnerungen, Wünschen und Sehnsüchten.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Psychologisierung nach Sigmund Freud

2.1 Elses Ich-Konflikt

2.2 Else vs. Gesellschaft

3. Fräulein Else als Hysterikerin

3.1 Der Innere Monolog: Einblick in die Selbstinszenierung

3.2 Symptome des Krankheitsverlaufs

3.3 Ursachen von Elses Hysterie

4. Schlussbemerkung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht Arthur Schnitzlers Novelle "Fräulein Else" unter psychoanalytischen Gesichtspunkten, wobei der Fokus auf der Darstellung der Hysterie sowie den innerpsychischen Konflikten der Protagonistin liegt. Es wird analysiert, inwieweit Elses Verhalten als pathologischer Krankheitsverlauf zu deuten ist und wie gesellschaftliche Zwänge des Wiener Großbürgertums um 1900 zur psychischen Zerrissenheit der jungen Frau beitragen.

  • Analyse der hysterischen Symptomatik bei Fräulein Else im Kontext der Freudschen Psychoanalyse.
  • Untersuchung des inneren Monologs als zentrales erzählerisches Mittel zur psychologischen Charakterisierung.
  • Darstellung des Spannungsfeldes zwischen individuellen Emanzipationswünschen und gesellschaftlichen Normen.
  • Herausarbeitung der Ursachen für Elses Ich-Konflikt und die Rolle familiärer Traumata.
  • Betrachtung der Entblößungsszene als Kulminationspunkt des hysterischen Anfalls.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Innere Monolog: Einblick in die Selbstinszenierung

Die Novelle hat eine weitreichende tiefenpsychologische Dimension; der Innere Monolog ist mit seiner Darstellung des Inneren der Person das beste Mittel, ein plastisches Psychogramm der Protagonistin zu schaffen. Else ist das Zentrum der Erzählung, aus dem heraus der Rezipient die fiktive Welt wahrnimmt.

Das Außergewöhnliche ist nun also, dass die Figurenrede somit gewissermaßen Teil des Inneren Monologs, bzw. des Bewusstseinslaufes von der Protagonistin wird. An diversen Stellen, wie hier im Gespräch mit ihrem Cousin Paul, kommentiert Else auch noch die Dialoge:

„Else!“ - „Ach Paul, was gibt’s denn, Paul?“ - Ich stell mich ganz unschuldig. - „Ja wo steckst du denn, Else?“ - „Wo soll ich denn stecken? Ich bin spazieren gegangen.“ - „Jetzt während des Diners?“ - „Na, wenn denn? Es ist die schönste Zeit dazu.“ Ich red’ Blödsinn.“

Später führt Else sogar komplette Dialoge, in denen sie sich den Verlauf eines Gespräches mit Dorsday vorstellt, mit sich selbst. Zusätzlich kommentiert sie auch noch diese beiden von sich erfundenen Stimmen, es wirkt, als halluziniere sie:

„Sie halten mich wohl für einen Narren, Fräulein Else?“ Keineswegs, Herr Vicomte, wie sollte ich. Für fünfzig müsste ich jedenfalls entsprechend mehr fordern, Fräulein. Sonst alles vergeblich, Adresse bleibt Fiala.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Dualismen von Schnitzlers Werk ein und verortet die Novelle im Kontext der Freudschen Psychoanalyse und des gesellschaftlichen Milieus der Jahrhundertwende.

2. Psychologisierung nach Sigmund Freud: Dieses Kapitel untersucht die Protagonistin als Fallstudie, wobei insbesondere der Ich-Konflikt durch familiäre Erwartungen und die Zerrissenheit zwischen dem Individuum und der bürgerlichen Gesellschaft thematisiert werden.

3. Fräulein Else als Hysterikerin: Hier stehen die diagnostischen Symptome, die erzähltechnische Umsetzung durch den inneren Monolog sowie die traumatischen Ursachen von Elses Hysterie im Mittelpunkt der Analyse.

4. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Elses Hysterie tief in ihrer Biografie und dem sozialen Druck verwurzelt ist, wodurch der Suizid als einziger Ausweg aus ihrer ausweglosen Lebenslage erscheint.

Schlüsselwörter

Fräulein Else, Arthur Schnitzler, Hysterie, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Innerer Monolog, Wiener Großbürgertum, Ich-Konflikt, Emanzipation, Trauma, Identitätskrise, Selbstmord, Frauenkrankheit, Geschlechterrollen, Psychogramm.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Hauptfigur der Novelle „Fräulein Else“ von Arthur Schnitzler und interpretiert ihre Handlungen und Gedanken als hysterisches Krankheitsbild vor dem Hintergrund psychoanalytischer Theorien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die psychische Erkrankung Hysterie, der Konflikt zwischen den Wünschen des Individuums und gesellschaftlichen Zwängen, sowie die Auswirkungen von familiären Traumata.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die innere Zerrissenheit Elses psychologisch zu entschlüsseln und zu zeigen, wie die erzählerische Form des inneren Monologs diesen Prozess für den Leser erfahrbar macht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die primär psychoanalytische Konzepte (nach Sigmund Freud) zur Interpretation des Textes und der Protagonistin heranzieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Elses Ich-Konflikten, ihr Verhältnis zur Gesellschaft, die klinische Einordnung als Hysterikerin sowie die Analyse der Erzählweise.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Fräulein Else, Hysterie, Psychoanalyse, innerer Monolog und Identitätskonflikt geprägt.

Inwiefern beeinflusst der historische Kontext die Diagnose der Hysterie?

Die Arbeit verdeutlicht, dass die Hysterie um 1900 als typische "Frauenkrankheit" der Oberschicht galt und eng mit den restriktiven Rollenbildern der österreichisch-ungarischen Monarchie verknüpft war.

Welche Rolle spielt die Sprache innerhalb des inneren Monologs?

Die Sprache im inneren Monolog fungiert als Instrument zur Selbstinszenierung und macht die Diskrepanz zwischen Elses äußerer Anpassung an gesellschaftliche Konventionen und ihrer inneren Auflehnung deutlich.

Warum wird die Schlussszene als Schlüsselszene interpretiert?

Die Schlussszene wird als Moment der traumatischen Wiedererkennung gedeutet, in dem die Identifikation mit dem Aggressor (dem Vater) und die psychische Ausweglosigkeit in der Entblößung kulminieren.

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Résumé des informations

Titre
Schnitzlers Fräulein Else: ein pathologischer Krankheitsverlauf unter den Aspekten der Psychoanalyse
Université
University of Würzburg  (Neuere Deutsche Literatur)
Note
1,3
Auteur
Gudrun Guckenberger (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
16
N° de catalogue
V205221
ISBN (ebook)
9783656321750
ISBN (Livre)
9783656322658
Langue
allemand
mots-clé
Arthur Schnitzler S. Freud Hysterie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Gudrun Guckenberger (Auteur), 2012, Schnitzlers Fräulein Else: ein pathologischer Krankheitsverlauf unter den Aspekten der Psychoanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205221
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Extrait de  16  pages
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