Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Das biologische Geschlecht 1
3. "Doing Gender Konzept“ 3
4. Möglichkeiten einer transdisziplinaren Arbeit. 4
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das biologische Geschlecht
3. "Doing Gender Konzept“
4. Möglichkeiten einer transdisziplinaren Arbeit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial einer transdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Geistes- und Naturwissenschaften im Bereich der Geschlechterforschung, um die starre Trennung von biologischen und sozialen Geschlechtskonstruktionen zu überwinden.
- Analyse der biologischen Geschlechtsdifferenzierung
- Anwendung des "Doing Gender"-Konzepts
- Kritik am Objektivitätspostulat der Naturwissenschaften
- Synthese von quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden
- Überwindung binärer Denkkategorien
Auszug aus dem Buch
4. Möglichkeiten einer transdisziplinaren Arbeit
Voraussetzung für die Verknüpfung von Geschlechterforschung und Naturwissenschaft ist der Abbau gegenseitiger Abwertungen von Wissenschaftlichkeit. Auch Verständnisbarrieren in Bezug auf die Fachsprache müssen überwunden werden.
Durch den Autoritätsanspruch der Naturwissenschaften werden vermeintliche Wahrheiten über die Geschlechter oftmals unhinterfragt anerkannt, sodass ihnen eine starke Definitionsmacht innewohnt. Durch das „Objektivitätspostulat und einer empirisch/positivistischen Perspektive“ werden Erfahrungen des Gegebenen als Vorannahmen ohne metaphysische Komponente unhinterfragt akzeptiert. Dies führt zu Naturalisierungen.
Die binären Kategorien (Natur-Kultur; sex-gender; Körper-Geist) dürfen nicht mehr als „Entweder-Oder?“ verstanden werden, da die Übergänge fließend und ineinander verwoben sind. Durch die Anerkennung des „natürlichen Unterschieds“ (siehe Punkt 2) kommt es in den Naturwissenschaften zu einer Forschung, welche auf Grundlage der körperlichen Differenz (sex) zwischen Männern und Frauen Unterschiede in allen Bereichen des Lebens manifestiert (z.B. Hirnstrukturen, welche sex-categorie und gender auf Grundlage von sex in Körper und Geist einschreiben).
Der Bereich der Hirnforschung zeigt, dass die Unterscheidung der beiden Geschlechter als vordiskursiv auf Verhalten und Eigenschaften (sex-category und gender siehe Punkt 3) angenommen wird. Für die Experimente (Studien) werden in Männer und Frauen differenzierte Erwachsene untersucht und Unterschiede im Gehirn zum Zeitpunkt der Studie manifestiert. Doch das Gehirn ist ein veränderbares Organ. Hirnstrukturen wandeln sich auf Grund von Sozialisation, Erfahrungen, Lernen und individuellem Handeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die gesellschaftliche Relevanz von Geschlechtsdefinitionen anhand des Fallbeispiels Caster Semenya und skizziert das Ziel der Arbeit, die Verbindung von naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Zugängen zu analysieren.
2. Das biologische Geschlecht: Dieses Kapitel erläutert die klassische bio-medizinische Differenzierung des Geschlechts anhand von vier Ebenen und beleuchtet die medizinische Einordnung von Intersexualität als Abweichung von der Zweigeschlechtlichkeit.
3. "Doing Gender Konzept“: Das Kapitel stellt die drei sozialen Prozesse der Geschlechtszuordnung nach West und Zimmerman vor und zeigt auf, wie Geschlecht als soziale Praxis durch Interaktion und kulturelle Validierung entsteht.
4. Möglichkeiten einer transdisziplinaren Arbeit: Das Abschlusskapitel plädiert für einen Abbau disziplinärer Barrieren und schlägt eine Erweiterung quantitativer naturwissenschaftlicher Methoden um qualitative geisteswissenschaftliche Ansätze vor, um die Verwobenheit von Körper und Kultur abzubilden.
Schlüsselwörter
Geschlechterforschung, Transdisziplinarität, Doing Gender, Sex, Gender, Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Hirnforschung, soziale Konstruktion, biologische Determination, Intersexualität, Objektivitätspostulat, Sozialisation, Geschlechtsorgane, Interaktionssystem
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Geistes- und Naturwissenschaften ihre unterschiedlichen Perspektiven auf das Geschlecht transdisziplinär vereinen können.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die zentralen Felder sind die biologische Geschlechtsbestimmung, das soziale "Doing Gender"-Konzept und die Methodenkritik an der naturwissenschaftlichen Forschung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt nach den Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen, um die binäre Sichtweise auf Körper und Geschlecht zu überwinden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse, die bestehende Konzepte aus der Biologie und der soziologischen Geschlechterforschung gegenüberstellt und synthetisiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Grenzen der biologischen Zweigeschlechtlichkeit und diskutiert, wie soziale Einflüsse auf die Entwicklung von Individuen wirken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Transdisziplinarität, Doing Gender, sex, gender sowie die Wechselwirkung von Körper und Kultur.
Welche Rolle spielt die Hirnforschung in den Überlegungen der Autorin?
Die Hirnforschung dient als Beispiel dafür, wie vorschnell soziale Einflüsse (Sozialisation) in vermeintlich deterministische biologische Strukturen im Gehirn uminterpretiert werden.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Biologie?
Die Arbeit erkennt die Existenz biologischer Körper an, kritisiert jedoch die gesellschaftliche und wissenschaftliche Praxis, diese Körper ausschließlich durch das binäre Raster der Zweigeschlechtlichkeit zu definieren.
- Citation du texte
- Tina Müller (Auteur), 2010, Möglichkeiten einer transdisziplinaren Arbeit zwischen Geistes- und Naturwissenschaften in der Geschlechterforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205240