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Strukturreform des österreichischen Fußballs

Titel: Strukturreform des österreichischen Fußballs

Doktorarbeit / Dissertation , 2012 , 227 Seiten , Note: 2

Autor:in: Dr. Karl Irndorfer (Autor:in)

Sport - Sportökonomie, Sportmanagement
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Obwohl die jüngsten Erfolge der Fußball-Nationalmannschaft sowie die passablen Leistungen der Klubmannschaften in europäischen Bewerben einen leichten Aufschwung des österreichischen Fußballs andeuten, können sie über eines nicht hinwegtäuschen: Der österreichische Fußball spielt im internationalen Kontext nach wie vor nur eine Nebenrolle.

Zwar hat RB Salzburg in der Saison 2010/11 die Gruppenphase der European League überstanden hat, dabei darf nicht vergessen werden, dass dieser Bewerb nur der leistungsmäßig zweithöchste in Europa ist. Die letzten ernstzunehmenden Ergebnisse eines österreichischen Vereins im höchsten europäischen Bewerb liegen mit dem Einzug des SK Sturm Graz in die zweite Gruppenphase der UEFA-Champions-League in der Saison 2000/01 mittlerweile 10 Jahre zurück. Die Finalteilnahmen in anderen europäischen Wettbewerben von SK Rapid Wien sowie von SV Austria Salzburg datieren mit Mitte der 90-er Jahre.

Ähnlich düster ist die Bilanz des Nationalteams, dessen letzte Qualifikation für ein Großereignis im Jahr 1998 zu verbuchen ist. Zwar kann noch die Teilnahme an der Europameisterschaft 2008 genannt werden, diese setzte allerdings aufgrund der Tatsache, dass Österreich als Austragungsland agierte, keine sportliche Qualifikation voraus. Die Teilnahme an der WM 2010 sowie der Euro 2012 wurden wieder klar verpasst.

Warum aber ist einem heimischen Fan nicht vergönnt, in regelmäßigen Abständen das Glücksgefühl zu verspüren, wenn eine österreichische Mannschaft das entscheidende Tor in einem wichtigen Spiel erzielt? Liegt es womöglich daran, dass es den Österreichern „zu gut geht“? Sind wir tatsächlich ein zu kleines Land, um im Konzert der Großen mitspielen zu können? Oder werden diese unumstößlichen „Wahrheiten“ und „Tatsachen“ bloß als Ausrede dafür benutzt, um von strukturellen Fehlentwicklungen und Missständen abzulenken?

Ausgehend von diesen Überlegungen ist es das Ziel der vorliegenden Dissertation Antworten auf folgende, grundsätzlichen Fragen zu finden:

• Welche Ursachen bedingen das niedrige Leistungsniveau des österreichischen Fußballs im internationalen Vergleich?

• Welche Maßnahmen müssten getroffen werden, um eine dauerhafte Anhebung des Leistungsniveaus zu bewirken?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Executive Summary

Einleitung

I. Methodik

II. Untersuchungsdesign

II.1. Qualitative oder quantitative Forschung?

II.2. Qualitative Forschung

II.2.1. Designs und Techniken der qualitativen Forschung

II.2.2. Auswahl des qualitativen Designs

II.2.3. Auswahl der qualitativen Techniken

II.2.4. Aufbereitung und Auswertung der Daten

II.2.5. Gütekriterien der qualitativen Forschung

II.3. Quantitative Forschung

II.3.1. Grundlagen der quantitativen Forschung

II.3.2. Gütekriterien der quantitativen Forschung

II.3.3. Grundgesamtheit und Stichprobe

II.3.4. Korrelationsanalyse

II.3.5. Signifikanz

III. Theoretisches Basismodell der Dissertation

III.1. Grundlagen der Organisationstheorie

III.1.1. Maschinen-Theorie

III.1.2. Theorie der offenen Systeme

III.1.2.1. Organisation offener Systeme

III.1.2.2. Dynamische Prozesse in offenen Systemen

III.1.2.3. Grundsätzliche Fragen offener Systeme

III.1.2.4. Organisationsdesign mit den Konzepten offener Systeme

III.1.3. Organization Performance Model (OPM)

III.1.3.1. Aufbau des OPM

III.1.3.2. Evaluierungsprozess im OPM (The Assessment-Process)

III.1.3.3. Restrukturierungsprozess im OPM (The Design-Process)

III.1.4. Anpassung des OPM an die Anforderungen der Dissertation

III.1.5. Aufbau und Themenwahl des OPM im Rahmen der Dissertation

III.1.6. Abweichungen vom Grundkonzept des OPM im Rahmen der Dissertation

IV. Evaluierung der österreichischen Fußballstruktur nach dem OPM (The Assessment-Process)

IV.1. Ergebnisse des österreichischen Fußballs

IV.1.1. Sportliche Evaluierung

IV.1.1.1. FIFA-Coca-Cola-Weltrangliste

IV.1.1.1.1. Berechnung der FIFA-Coca-Cola-Weltrangliste

IV.1.1.1.2. Berechnungsbedingte Auswirkungen der FIFA-Coca-Cola-Weltrangliste

IV.1.1.2. UEFA-5-Jahreswertung

IV.1.1.3. Berechnung der Länderrangliste der UEFA-5-Jahreswertung

IV.1.1.4. Berechnungsbedingte Auswirkungen der UEFA-5-Jahreswertung

IV.1.1.5. Ergebnis der sportlichen Evaluierung

IV.1.2. Wirtschaftliche Evaluierung

IV.2. Benchmarks für den österreichischen Fußball

IV.2.1. Ökonomische Benchmark-Analyse

IV.2.1.1. Ökonomische Parameter

IV.2.1.1.1. Variable zur Bestimmung der Ländergröße

IV.2.1.1.2. Variable zur Bestimmung der nationalen Kaufkraft

IV.2.1.1.3. Variable zur Bestimmung des Wohlstands

IV.2.1.2. Benchmarks basierend auf ökonomischen Faktoren

IV.2.2. Sportökonomische Benchmark-Analyse

IV.2.2.1. Sportökonomische Parameter

IV.2.2.2. Benchmarks basierend auf sportökonomischen Faktoren

IV.2.3. Strukturelle Benchmark-Analyse

IV.2.3.1. Strukturelle Parameter

IV.2.3.2. Benchmarks basierend auf strukturellen Faktoren

IV.2.4. Resümee Benchmarks für den österreichischen Fußball

IV.3. Strategien des österreichischen Fußballs

IV.3.1. Strukturelle Maßnahmen-Ausbildung

IV.3.1.1. Landesausbildungszentren (LAZ)

IV.3.1.2. Bundesausbildungszentren (BNZ) und Akademien (AKA)

IV.3.1.3. Amateurmannschaften

IV.3.1.4. Evaluierung der strukturellen Maßnahmen-Ausbildung

IV.3.1.4.1. Evaluierung der LAZ/BNZ/AKA

IV.3.1.4.2. Evaluierung der Amateur-/1-b-Mannschaften

IV.3.2. Reglementierungen/Quotenregelungen

IV.3.2.1. Österreicher-Topf

IV.3.2.2. Stammspielerregelung/E-24-Regelung

IV.3.2.3. Evaluierung der Reglementierungen/Quotenregelungen

IV.3.2.4. Strukturelle Maßnahmen-Ausbildung vs. Reglementierungen/Quotenregelungen

IV.3.2.4.1. Parallelen zwischen vereinzelten Maßnahmen

IV.3.2.4.2. Karrieretechnische Problemfelder von Fußballprofis

IV.3.2.4.2.1. Zukunftsperspektiven eines Akademiesspielers

IV.3.2.4.2.2. Das Leben nach der Akademie oder nach der Karriere

IV.3.3. Spitzenförderung

IV.3.3.1. Challenge‘08

IV.3.3.1.1. Externe Evaluierung der Challenge‘08

IV.3.3.1.2. Challenge‘08 und die Finanzgebarung

IV.3.3.2. Projekt 12

IV.3.3.3. Resümee Spitzenförderung

IV.3.4. Strukturelle Maßnahmen-Wirtschaft

IV.3.4.1. Lizenzierungsbestimmungen

IV.3.4.2. Pauschale Aufwandsentschädigung

IV.3.4.3. Evaluierung der strukturellen Maßnahmen-Wirtschaft

IV.3.4.3.1. Evaluierung der Lizenzierungsbestimmungen

IV.3.4.3.2. Evaluierung der pauschalen Aufwandsentschädigung

IV.3.5. Beurteilung der Zweckmäßigkeit der Maßnahmen durch die Funktionäre

IV.3.6. Resümee Strategien des österreichischen Fußballs

IV.4. Anreize im österreichischen Fußball

IV.4.1. Motive, Motivation und Anreizsysteme

IV.4.1.1. Grundlegende Modelle der Motivationsforschung

IV.4.1.2. Fußballspezifische Anreize

IV.4.2. Schwarzgeld im österreichischen Fußball

IV.4.2.1. Ziele des Kapitels „Schwarzgeld im österreichischen Fußball“ und Definition des Forschungsfeldes

IV.4.2.2. Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit

IV.4.2.2.1. Ursachen und Lösungsvorschläge Schattenwirtschaft

IV.4.2.2.2. Messmethoden Schattenwirtschaft

IV.4.2.3. Fußball – ein Paradies für Geldwäsche und Schwarzgelder?

IV.4.2.3.1. Gefahren im finanziellen Sektor

IV.4.2.3.2. Gefahren im strukturellen Sektor

IV.4.2.3.3. Gefahren im kulturellen Sektor

IV.4.2.4. Relevanz der Gefahren für den österreichischen Fußball

IV.4.2.4.1. Konkurse und Finanzskandale im österreichischen Fußball

IV.4.2.4.2. Rechtliche und statutarische Rahmenbedingungen für Spieler

IV.4.2.4.2.1. Status der Spieler

IV.4.2.4.2.2. Geringfügigkeitsgrenze und zulässige Aufwandsentschädigungen

IV.4.2.5. Anteil und Volumen der vermuteten Schwarzgeldzahlungen im österreichischen Fußball

IV.4.2.5.1. Gesamtausgaben und Personalkosten aus Budgets pro Verein nach Leistungsstufe

IV.4.2.5.2. Gesamtausgaben und Personalkosten aus Beschäftigungsverhältnissen pro Verein nach Leistungsstufe

IV.4.2.5.3. Vergleich des vermuteten absoluten und relativen Schwarzgeldanteils pro Verein pro Jahr

IV.4.2.5.4. Ursprung der vermuteten Schwarzgelder

IV.4.2.6. Sportpolitische und gesellschaftliche Relevanz der Schattenwirtschaft

IV.4.2.7. Lösungsstrategien und Diskussion zu Schwarzgeld im österreichischen Fußball

IV.4.2.8. Motivationale Auswirkungen der Schwarzgeldzahlungen im Übergangsbereich vom Profi- zum Amateurfußball

IV.4.2.8.1. Motivationale Auswirkungen der Schwarzgeldwirtschaft auf die Sportler

IV.4.2.8.2. Motivationale Auswirkungen der Schwarzgeldwirtschaft auf die ehrenamtlichen Funktionäre

IV.5. Strukturen des österreichischen Fußballs

IV.5.1. Äußere Struktur des österreichischen Fußballs

IV.5.1.1. Institutionen des österreichischen Fußballs

IV.5.1.1.1. Österreichischer Fußballbund (ÖFB) und Landesverbände

IV.5.1.1.2. Österreichische Bundesliga (BL)

IV.5.1.1.3. Vereinigung der Fußballer (VdF)

IV.5.1.1.4. Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport (BMLVS)

IV.5.1.1.5. Vertrauen in Institutionen

IV.5.1.2. Ligastruktur des österreichischen Fußballs

IV.5.2. Innere Struktur der Vereine und Verbände

IV.5.2.1. Rechtsformen

IV.5.2.1.1. Aktiengesellschaft (AG)

IV.5.2.1.2. Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

IV.5.2.1.3. Verein

IV.5.2.2. Wahl der Rechtsform bei Fußballklubs

IV.5.2.2.1. Fußballklubs als Wirtschaftsunternehmen

IV.5.2.2.2. Konzept der Gemeinnützigkeit

IV.5.2.2.2.1. Voraussetzungen der Gemeinnützigkeit

IV.5.2.2.2.2. Begünstigungen aufgrund der Gemeinnützigkeit

IV.5.2.2.2.3. Spannungsfeld Gemeinnützigkeit bei Fußballvereinen

IV.5.2.2.2.3.1. Externe Verhältnismäßigkeit der Gemeinnützigkeit

IV.5.2.2.3.2. Interne Verhältnismäßigkeit der Gemeinnützigkeit

IV.5.2.2.2.4. Schlussfolgerungen zur Gemeinnützigkeit im Fußball

IV.5.2.2.2.5. Gemeinnützigkeit in den Benchmark-Ländern

IV.5.2.2.3. Vereinsgesetz-Novelle 2011 (VerGNov 2011)

IV.5.2.2.3.1. Organisation eines Vereins

IV.5.2.2.4. Sonstige Erwägungen zur Rechtsformwahl bei Fußballklubs

IV.5.2.2.5. Einsatzmöglichkeiten der Kapitalgesellschaften bei Fußballklubs

IV.5.2.2.5.1. Fußballklubs und Kapitalgesellschaften in Österreich

IV.5.2.2.5.2. Kapitalgesellschaften als Rechtsform bei Fußballklubs in den Benchmark-Ländern

IV.5.3. Resümee Strukturen des österreichischen Fußballs

IV.6. Personen im österreichischen Fußball

IV.6.1. Grundlagen zum Verständnis des Ehrenamtes

IV.6.2. Spannungsfeld Ehrenamt in Fußballvereinen

IV.6.3. Maßnahmen zur Förderung des Ehrenamtes

IV.6.3.1. Strukturelle Anreize zur Förderung des Ehrenamtes

IV.6.3.2. Finanzielle (steuerliche) Anreize zur Förderung des Ehrenamtes

IV.6.3.3. Förderung des Ehrenamtes in den Benchmark-Ländern

IV.6.4. Motivations- und Belastungsfaktoren des Ehrenamtes

IV.6.4.1. Motivationale Faktoren des Ehrenamtes

IV.6.4.2. Belastungsfaktoren des Ehrenamtes

IV.6.4.3. Zusammenhänge zwischen Motivations- und Belastungsfaktoren

IV.7. Aufgaben des österreichischen Fußballs

IV.7.1. Problemstellung und Herangehensweise im Kapitel „Aufgaben des österreichischen Fußballs“

IV.7.2. Erscheinungsformen des Sports

IV.7.2.1. Spitzensport vs. Breitensport

IV.7.2.2. Professionals vs. Amateure

IV.7.3. Erscheinungsformen des Sports im österreichischen Fußball

IV.7.3.1. Folgen der unzureichenden Legitimierung von Fußballvereinen

IV.7.3.2. Theoretische und praktische Lösungsvorschläge zum Legitimationsproblem

IV.7.3.2.1. Real vorherrschende Vereinszwecke in Österreich

IV.7.3.2.2. Lösungsansätze an den Schnittstellen Profi-/Amateursport und Spitzen-/Leistungssport

IV.8. Kultur im österreichischen Fußball

IV.8.1. Untersuchungsdesign Studie Ehrenamt

IV.8.1.1. Rücklauf Studie Ehrenamt

IV.8.1.2. Auswertung Studie Ehrenamt

IV.8.1.2.1. Ergebnisse Studie Ehrenamt: Einschätzung des Leistungsniveaus des österreichischen Fußballs

IV.8.1.2.2. Ergebnisse Studie Ehrenamt: Vertrauen in die Strategien

IV.8.1.2.3. Ergebnisse Studie Ehrenamt: Motivations- und Belastungsfaktoren

IV.8.1.2.4. Ergebnisse Studie Ehrenamt: Vertrauen in Institutionen

IV.8.2. Resümee Kultur im österreichischen Fußball

IV.9. Zusammenfassung der Evaluierungsergebnisse

V. Restrukturierung des österreichischen Fußballs nach dem OPM (The Design-Process)

V.1. Korruption, Transparenz und Effizienz

V.2. Lösungsstrategien der Restrukturierung

V.2.1. Empfohlene Maßnahmen im Rahmen der Restrukturierung

V.2.2. Theoretische Auswirkungen der empfohlenen Restrukturierungsmaßnahmen

VI. Die Dissertation im Kontext des österreichischen Sports

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die strukturellen Defizite des österreichischen Fußballs zu analysieren, die Ursachen für das im internationalen Vergleich niedrige Leistungsniveau zu identifizieren und konkrete, wissenschaftlich fundierte Strategien für eine nachhaltige Leistungssteigerung zu erarbeiten.

  • Strukturelle Mängel in Ausbildung und Organisation
  • Finanzielle Transparenz und die Problematik von Schwarzgeldzahlungen
  • Die Rolle des Ehrenamtes und dessen Spannungsfeld zwischen Idealismus und Ökonomie
  • Vergleichende Benchmark-Analysen mit den Ländern Schweiz und Dänemark
  • Reformbedarf im Rahmen des "Organization Performance Models" (OPM)

Auszug aus dem Buch

Die mangelhaften Transparenz- und Rechnungslegungsvorschriften für gemeinnützige Vereine

Die mangelhaften Transparenz- und Rechnungslegungsvorschriften für gemeinnützige Vereine tragen dazu bei, dass die Kontrollmöglichkeiten der Mitglieder, aber auch die der Öffentlichkeit, stark eingeschränkt oder erst gar nicht gegeben sind. Die zwangsläufigen Folgen sind Vereine, die mangels ausreichender Legitimierung in den Augen der Umwelt ums wirtschaftliche Überleben kämpfen und diesen Kampf in vielen Fällen verlieren.

Auf sportlicher Ebene bedeutet dies einen Abfall des gesamten Leistungsniveaus, da im Übergang vom Nachwuchs-/Amateurfußball zum Profibereich die ökonomischen Anreizmodelle außer Kraft gesetzt werden. Die vermuteten Schwarzgeldzahlungen und/oder die pauschale Aufwandsentschädigung untergraben eine natürliche Anreizpyramide, bei der ein Mehr an Leistung auch mit erhöhten Zuwendungen honoriert werden würde.

Die aktuelle Situation ist dadurch gekennzeichnet, dass neben den enormen Opportunitätskosten, die eine Spitzensportkarriere mit sich bringt, ein Engagement im gehobenen Amateurbereich für einen Sportler wirtschaftlich oft lukrativer ist, als eine Tätigkeit im Profibereich. Dadurch wird den Strategien zur Verbesserung des Leistungsniveaus deutlich an Effektivität genommen.

Die zentralen Kriterien, die Österreich von den Benchmark-Ländern Schweiz und Dänemark unterscheiden, sind neben den unprofessionelleren Strukturen und den steuerlichen Rahmenbedingungen vor allem die Transparenzniveaus im Umgang mit den finanziellen Ressourcen. Somit ist auf Basis der vorliegenden Studienergebnisse davon auszugehen, dass eben diese Faktoren (sowie eventuell trainingsspezifische Besonderheiten) maßgeblich für die unterschiedlichen sportlichen Leistungsniveaus sind.

Mit der Einführung höherer Transparenzstandards und verschärfter Prüfungen durch Behörden sollten die Vereine in erster Linie dazu bewegt werden, ihrer Abgabenpflicht als Arbeitgeber in vollem Ausmaß nachzukommen. Zusätzlich müssten sie aufgrund verbesserter Kontrollmöglichkeiten zu effizienterem Arbeiten angeregt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Executive Summary: Bietet einen kompakten Überblick über die prekäre Lage des österreichischen Fußballs, kritisiert fehlende Transparenz und Strukturen und leitet die notwendigen Reformschritte ab.

Einleitung: Hinterfragt die chronische Unterlegenheit des österreichischen Fußballs im internationalen Kontext und formuliert die zentralen Forschungsfragen hinsichtlich Ursachen und Lösungsstrategien.

I. Methodik: Beschreibt das methodische Vorgehen, welches sowohl qualitative (Interviews) als auch quantitative Ansätze kombiniert, um die Datenlage im Bereich der Fußballfinanzen zu beleuchten.

II. Untersuchungsdesign: Legt das theoretische Fundament für die Datenerhebung fest und rechtfertigt die Kombination von Dokumentenanalyse und problemzentrierten Interviews zur Sicherung der Anonymität.

III. Theoretisches Basismodell der Dissertation: Führt das "Organization Performance Model" (OPM) als analytischen Rahmen ein, um komplexe Organisationsstrukturen und Veränderungsprozesse im Fußball greifbar zu machen.

IV. Evaluierung der österreichischen Fußballstruktur nach dem OPM (The Assessment-Process): Analysiert detailliert sportliche Erfolge, wirtschaftliche Benchmarks und strukturelle Maßnahmen, wobei deutliche Defizite im internationalen Vergleich zu Schweiz und Dänemark aufgezeigt werden.

V. Restrukturierung des österreichischen Fußballs nach dem OPM (The Design-Process): Leitet konkrete Restrukturierungsstrategien ab, insbesondere im Hinblick auf Transparenz, rechtliche Rahmenbedingungen und eine professionalisierte Führung.

Schlüsselwörter

Österreichischer Fußball, Sportökonomie, Organization Performance Model, Schattenwirtschaft, Schwarzgeldzahlungen, Ehrenamt, Vereinswesen, Benchmarking, Transparenz, Lizenzierungsbestimmungen, Nachwuchsförderung, Sportmanagement, Vereinsrecht, Gemeinnützigkeit, Reformstrategien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Dissertation im Kern?

Die Arbeit analysiert die strukturellen Probleme des österreichischen Fußballs, insbesondere im Hinblick auf mangelnde Professionalität, Intransparenz in den Finanzen und eine ineffiziente Mittelverwendung.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Neben der sportlichen Leistungsanalyse werden vor allem die ökonomischen Bedingungen, rechtliche Konstrukte von Vereinen und die Bedeutung des Ehrenamts beleuchtet.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist es, Gründe für das internationale Nachhinken Österreichs im Fußball zu finden und Strategien zu entwickeln, wie durch Strukturreformen ein höheres Leistungsniveau erreicht werden kann.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?

Der Autor nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der das "Organization Performance Model" mit einer Kombination aus qualitativer Dokumentenanalyse und quantitativer Auswertung von Leistungs- und Finanzdaten verknüpft.

Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil evaluiert die aktuelle Struktur des Fußballs, vergleicht sie mit den Benchmarks Schweiz und Dänemark und untersucht kritisch Anreizsysteme wie den "Österreicher-Topf" und die Problematik von Schwarzgeldern.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Transparenz, Professionalisierung, Schattenwirtschaft, Strukturreform, Leistungsmanagement und ökonomische Nachhaltigkeit im Sport.

Wie bewertet der Autor das Phänomen der Schwarzgeldzahlungen?

Der Autor sieht Schwarzgeldzahlungen als ein systemisches Problem an, das aus der mangelnden steuerlichen Abgrenzung zwischen Amateur- und Profibereich resultiert und das ökonomische Gleichgewicht sowie die Legitimität von Vereinen gefährdet.

Welche spezifische Empfehlung gibt die Arbeit bezüglich der Rechtsform von Vereinen?

Es wird empfohlen, operative Spielbetriebe im Profibereich konsequent in Kapitalgesellschaften auszugliedern, um Corporate Governance Standards zu erhöhen und die finanzielle Verantwortung der handelnden Personen zu schärfen.

Ende der Leseprobe aus 227 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Strukturreform des österreichischen Fußballs
Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz
Note
2
Autor
Dr. Karl Irndorfer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
227
Katalognummer
V205311
ISBN (eBook)
9783656316879
ISBN (Buch)
9783656319061
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fußball Österreich Ehrenamt Schwarzgeld Rechtsformwahl Ineffizienz Bundesliga ÖFB Weltrangliste Benchmarks Gemeinnützigkeit pauschale Aufwandsentschädigung Motivation Gehaltspyramide Strukturen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. Karl Irndorfer (Autor:in), 2012, Strukturreform des österreichischen Fußballs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205311
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