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Das "Fremde" als Phänomen im Alten Orient: Neuassyrische Massendeportation im Kontext sozialer Randgruppen

Título: Das "Fremde" als Phänomen im Alten Orient: Neuassyrische Massendeportation im Kontext sozialer Randgruppen

Tesis (Bachelor) , 2010 , 39 Páginas , Calificación: 1,8

Autor:in: Katharina Rolfes (Autor)

Orientalismo / Sinología - Otros
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Das Interesse an der Thematik sozialer Randgruppen im Alten Orient ist erst seit den 1970er Jahren Bestandteil der Forschung in der Altertumswissenschaft. Sozialhistorische Forschungsinteressen in Bezug auf Minoritäten und Außenseiter in der antiken Gesellschaft gehörten lange nicht zum Untersuchungsgegenstand.

Wie definiert man Fremde und Randgruppen heute? Wie wurden sie im Alten Orient definiert? Die Deportierten wurden nach bestimmten Kriterien durch die Assyrer bestimmt. Die Assyrer haben sich selbst definiert, um sich nach außen abzugrenzen. Welche Kriterien waren für die Identitätsbildung im neuassyrischen Staat ausschlaggebend?
Fragestellungen in Bezug auf Ziele und Hintergründe der neuassyrischen Massendeportationen sind folgende: Wie viele Menschen wurden deportiert und woher kamen sie? War die Auswahl der Deportierten selektiv, oder auf eine bestimmte soziale Gruppe beschränkt?
Der nächste Schritt ist die Integration oder die Marginalisierung. Folgende Fragen ergeben sich aus dieser Ebene: Wie war der Einfluss der Deportierten in der neuassyrischen Gesellschaft? War eine Integration der Deportierten möglich? Wie war ihr rechtlicher und wirtschaftlicher Status? Wurden sie aufgrund von Vorurteilen diskriminiert oder sogar marginalisiert, d. h. an den Rand der Gesellschaft gedrängt?
Können die Deportierten nach heutiger Begriffsbestimmung als soziale Randgruppe bezeichnet werden? Waren die Deportierten Fremde, Unbekannte oder Ausländer, die von der Gesellschaft abgelehnt und ausgegrenzt wurden?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Forschungsstand

1.2 Fragestellungen

1.3 Ziel und Methoden

2. Soziale Randgruppen und das „Fremde“ in der Theorie und im Alten Orient

2.1 Was sind soziale Randgruppen in der modernen Theorie?

2.2 Was sind soziale Randgruppen im Alten Orient?

2.3 Was ist das „Fremde“ in der modernen Theorie?

2.4 Was ist das „Fremde“ im Alten Orient?

3. Quellen

3.1 Königsinschriften

3.2 Onomastikon und Quellenproblematik

4. Neuassyrische Massendeportation

4.1 Ziele der neuassyrischen Massendeportationen

4.2 Wie viele Menschen wurden deportiert?

4.3 Woher kamen die Deportierten?

4.4 Wer genau wurde deportiert?

4.5 Wie wurden die Deportierten behandelt?

4.6 Definition und Integration: Über den Status der Deportierten mithilfe der Terminologie

4.6.1 Wahrnehmung durch die Assyrer

4.6.2 Integrationswillen der Assyrer: Was gibt es für Hinweise einer Integration der Deportierten?

4.6.2.1 Hinweise in der Terminologie

4.6.2.2 Hinweise auf den rechtlichen Status

4.6.2.3 Hinweise auf den wirtschaftlichen Status

4.7 Konsequenzen und Auswirkungen: Rebellion vs. Loyalität

5. Zusammenfassung und Auswertung der Ergebnisse: Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit Fremden und Randgruppen im Alten Orient

5.1 Warum die Deportierten Fremde waren

5.2 Warum die Deportierten keiner sozialen Randgruppe angehörten

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern neuassyrische Massendeportationen im Kontext moderner soziologischer Theorien über "Fremde" und "soziale Randgruppen" zu bewerten sind. Es wird analysiert, ob Deportierte als marginalisierte Randgruppen fungierten oder ob eine bewusste Integrationsstrategie seitens der assyrischen Herrscher vorlag, um die Deportierten als Arbeitskräfte und loyale Untertanen in die Gesellschaft einzugliedern.

  • Anwendung moderner soziologischer Begriffe auf altorientalische Gesellschaftsstrukturen.
  • Analyse der Beweggründe, demografischen Auswirkungen und Behandlungsmethoden bei neuassyrischen Massendeportationen.
  • Untersuchung des rechtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Status der Deportierten innerhalb der assyrischen Gesellschaft.
  • Vergleich der Identitätsbildung von Assyrern gegenüber "Fremden" und der Integration durch Terminologie und Arbeitsleistung.

Auszug aus dem Buch

4.1 Ziele der neuassyrischen Massendeportationen

Die Massendeportationen waren politisches und wirtschaftliches Mittel zur Ausdehnung und Konsolidierung der Macht des assyrischen Reiches. Die Ausnutzung menschlicher „Ressourcen“ für das assyrische Kernland spielte eine große Rolle in dieser Politik. Im Rahmen der Innen- und Außenpolitik war das Verstärken des Militärs ein zentrales Ziel der Deportationen. Sie dienten darüber hinaus zur Vernichtung von politischem Widerstand. Rebellen und politische Feinde wurden zur Sicherung des Reichs bestraft.

(Sargon II.) „And the rebellious inhabitants of Carchemish who (had sided) with him, I led away as prisoners and brought (them) to Assyria. I formed from among them a contingent of 50 chariots, 200 men on horseback (and) 3,000 foot soldiers and added (it) to my royal corps” (ANET 285: 72-76).

In der Forschung wurde dieses politische Ziel lange als wichtigster Grund für die Massendeportationen betrachtet (Freydank 1975: 55). Die politischen Gegner wurden entfernt und Assyrer oder Deportierte an ihrer Stelle in die entvölkerten Zonen angesiedelt, um den Bereich abzusichern.

Zablocka dagegen betrachtet die Deportationen unter einem anderen Aspekt. Sie führt aus, dass die Deportierten vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt wurden, da es durch die Erweiterung des Reiches einen großen Mangel an Arbeitern im wirtschaftlichen Sektor gab (Zablocka 1974: 95). 70% aller neuen Siedlungen entstanden in Provinzen mit vorwiegend landwirtschaftlichem Profil. Durch den Gewinn von Fach- und Arbeitskräften in der Wirtschaft sollte der Bedarf im ständig wachsenden Reich gedeckt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt den Forschungsstand zu Randgruppen im Alten Orient dar und definiert das Ziel, soziologische Ansätze auf neuassyrische Deportationen anzuwenden.

2. Soziale Randgruppen und das „Fremde“ in der Theorie und im Alten Orient: Analysiert moderne Definitionen von Randgruppen und Fremdheit und überträgt diese auf die Verhältnisse im Alten Orient, unter Berücksichtigung literarischer Zeugnisse.

3. Quellen: Bewertet die Eignung von Königsinschriften und onomastischem Material als Primärquellen für die Untersuchung der Deportationspolitik.

4. Neuassyrische Massendeportation: Untersucht Ziele, demografische Ausmaße und die Behandlung der Deportierten sowie deren Status innerhalb der assyrischen Gesellschaft anhand administrativer Formeln.

5. Zusammenfassung und Auswertung der Ergebnisse: Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit Fremden und Randgruppen im Alten Orient: Kommt zu dem Schluss, dass Deportierte zwar als Fremde wahrgenommen wurden, aber aufgrund ihrer Integration in das assyrische Gesellschaftsgefüge nicht als soziale Randgruppe einzustufen sind.

Schlüsselwörter

Altorientalistik, Neuassyrisches Reich, Massendeportation, soziale Randgruppen, Fremde, Integration, Königsinschriften, Sozialgeschichte, Assyrianisierung, Identitätsbildung, Migration, Arbeitskräfte, Onomastik, Staatsbildung, Marginalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der neuassyrischen Massendeportationen und stellt die Frage, ob die betroffenen Menschen als soziale Randgruppen betrachtet werden müssen oder ob eine bewusste Integration stattfand.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit deckt die Bereiche Soziologie (Randgruppen- und Fremdheitsbegriffe), altorientalische Geschichte, assyrische Reichspolitik sowie Wirtschafts- und Rechtsgeschichte ab.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Hauptfrage lautet, ob die deportierten Personen nach modernen Begriffsbestimmungen als soziale Randgruppe zu bezeichnen sind oder ob sie erfolgreich in die assyrische Gesellschaft integriert wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt, der soziologische Theorien zur Kategorisierung von Randgruppen mit einer philologischen und historischen Analyse assyrischer Königsinschriften kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ziele der Deportationen, die Zahlenverhältnisse, die Herkunft der Deportierten sowie deren Behandlung und Status, wobei besonders auf Begriffe der Terminologie eingegangen wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Massendeportation, Assyrianisierung, soziale Randgruppen, Integration, Identitätsbildung, assyrisches Kernland und wirtschaftliche Ressourcennutzung.

Warum ist der Begriff "Randgruppe" für Deportierte laut Autorin problematisch?

Weil Deportierte, anders als stigmatisierte Randgruppen wie Gaukler oder Sklaven, oft unter königlichem Schutz standen, wichtige wirtschaftliche Funktionen erfüllten und sogar in hohe Ämter der Elite aufsteigen konnten.

Welche Rolle spielt das onomastische Verfahren für die Analyse?

Die Onomastik dient als Hilfsmittel, um die ethnische Herkunft von Personen anhand ihrer Namen zu bestimmen, auch wenn die Autorin einschränkt, dass dieses Verfahren aufgrund von Assimilationsprozessen und Namensänderungen methodisch unsicher ist.

Final del extracto de 39 páginas  - subir

Detalles

Título
Das "Fremde" als Phänomen im Alten Orient: Neuassyrische Massendeportation im Kontext sozialer Randgruppen
Universidad
Free University of Berlin  (Institut für Altorientalistik)
Calificación
1,8
Autor
Katharina Rolfes (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
39
No. de catálogo
V205378
ISBN (Ebook)
9783656333715
ISBN (Libro)
9783656335177
Idioma
Alemán
Etiqueta
fremde phänomen alten orient neuassyrische massendeportation kontext randgruppen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Katharina Rolfes (Autor), 2010, Das "Fremde" als Phänomen im Alten Orient: Neuassyrische Massendeportation im Kontext sozialer Randgruppen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205378
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Extracto de  39  Páginas
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