Die Publikation „Der Begriff des Politischen“ von Carl Schmitt ist noch heute Teil einer äußerst kontrovers geführten Diskussion im Kreise von Politik- und Rechtswissenschaftlern. Um die Arbeit sowohl in ihrem gesellschaftlichen als auch zeitgenössischem politischen Umfeld analysieren zu können, ist es unabdingbar, die Fixpunkte des Lebens des Verfassers unter Einbeziehung seiner weiteren Publikationen darzustellen. Nur so lassen sich sowohl der weitere Kontext seiner staatsrechtlichen Vorstellungen und seine eigene Verwendung der Begriffe „Politik“, „Staat“ oder „Demokratie“ erläutern. So soll im ersten Teil dieser Rezension das Leben und Werk Carl Schmitts in einem möglichst kurzen und ‚destillierten’ Abriss dargestellt werden. Im Hauptteil, der eigentlichen Rezension des Textes, werden dann die einzelnen Termini und ihr ideeller Kontext analysiert.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Leben und Werk
2. Der Begriff des Politischen
2.1 Intention und Entstehung
2.2 Argumentation und Struktur
2.2.1 Begriffsklärung: Das ‚Politische’
2.2.2 Begriffsklärung: Kampf, Krieg und Neutralität
2.2.3 Kraft und Dynamik des Politischen
3. Kritik am pluralistischen Staatsverständnis
4. Kritik am Völkerbund
5. Das Menschenbild bei Carl Schmitt
6. Kritik am Liberalismus
Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Rezension zielt darauf ab, Carl Schmitts einflussreiches Werk „Der Begriff des Politischen“ in seinen zeitgenössischen Kontext einzuordnen und die zentralen staatsrechtlichen Begrifflichkeiten des Autors kritisch zu analysieren, wobei auch sein politischer Werdegang beleuchtet wird.
- Biografische Einordnung von Carl Schmitt und sein politisches Wirken.
- Analyse der Freund-Feind-Unterscheidung als Kern des Politischen.
- Kritische Auseinandersetzung mit dem Parlamentarismus und Pluralismus.
- Untersuchung des Verhältnisses von Staat, Krieg und Neutralität.
- Bewertung von Schmitts Menschenbild und seiner liberalismusfeindlichen Position.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Begriffsklärung: Das ‚Politische’
Bei der Klärung des Begriffs geht es Schmitt nicht darum eine „erschöpfende Definition oder Inhaltsangabe“ zu finden, sondern bestimmende Kriterien des „Politischen“ von bestimmenden Kriterien anderer Bereiche abzugrenzen. Er betont, dass die Moral durch den Gegensatz von gut und böse bestimmt wird, die Ökonomie durch den Nutzen, und die Ästhetik schön und hässlich gegenüberstellt. Als bestimmendes Kriterium für das Politische bezeichnet Schmitt die Unterscheidung von Freund und Feind.13 In diesem Kriterium hebt sich das Politische von anderen Bereichen ab, ist jedoch nicht von ihnen getrennt, sondern ihnen übergeordnet. Nachfolgend betrachtet der Verfasser das Wesen des Feindbegriffes. Der Feind zeichnet sich aus durch seine Andersartig- und Fremdartigkeit, so wie aus der Möglichkeit eines Konfliktes mit diesem fremden Element, welcher nicht durch eine dritte, übergeordnete Macht entschieden werden kann.14 Für eine politische Betrachtung des Konfliktes ist es unerheblich, ob der Feind als moralisch schlecht oder ein Konkurrent im ökonomischen Sinne ist. Dem Politischen wird dabei eine Sachlichkeit unterstellt, die sich in der Fähigkeit der Erkenntnis eines Konflikts manifestiert.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung skizziert das Vorhaben, das Leben und Werk Schmitts zur besseren Einordnung seiner politischen Begriffe kurz darzustellen und diese anschließend zu rezensieren.
1. Leben und Werk: Dieses Kapitel gibt einen Abriss der Biografie Schmitts, seiner akademischen Laufbahn und seines zunehmenden Einflusses in der Ära des Nationalsozialismus.
2. Der Begriff des Politischen: Dieses zentrale Kapitel analysiert die Entstehung des Werkes, die Bedeutung der Feind-Freund-Unterscheidung sowie die daraus abgeleitete Dynamik von Kampf und Krieg.
3. Kritik am pluralistischen Staatsverständnis: Schmitt argumentiert hier gegen den Pluralismus, da dieser die Einheit des Staates durch konkurrierende gesellschaftliche Gruppen untergrabe.
4. Kritik am Völkerbund: Die Kritik richtet sich gegen das Ideal einer Universalgesellschaft, die Schmitt als unpolitisch und staatsschädigend betrachtet.
5. Das Menschenbild bei Carl Schmitt: Das Kapitel behandelt Schmitts Ablehnung des anthropologischen Optimismus und seine Sicht auf das Menschenbild als notwendiges Element für politisches Denken.
6. Kritik am Liberalismus: Abschließend wird Schmitts Abkehr vom Liberalismus dargestellt, dem er eine Ignoranz gegenüber der realen politischen Konflikthaftigkeit vorwirft.
Zusammenfassung: Das Fazit kritisiert die antidemokratischen Implikationen von Schmitts Theorie und stellt die Vereinbarkeit seiner Thesen mit humanistischen Werten infrage.
Schlüsselwörter
Carl Schmitt, Der Begriff des Politischen, Freund-Feind-Unterscheidung, Politische Einheit, Staat, Souveränität, Liberalismus, Pluralismus, Parlamentarismus, Nationalsozialismus, Völkerbund, Kampf, Krieg, Politische Theologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Rezension?
Die Arbeit bietet eine kritische Auseinandersetzung mit dem Werk "Der Begriff des Politischen" von Carl Schmitt, inklusive einer biografischen Einordnung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Definition des Politischen, das Verhältnis von Staat und Gesellschaft, das Scheitern des Parlamentarismus und die Rolle des Feindbildes.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Schmitts staatsrechtliche Vorstellungen durch die Linse seines Lebens und seiner weiteren Schriften zu analysieren und deren ideellen Kontext zu erhellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine textanalytische Methode, kombiniert mit biografischen Fakten und vergleichenden Analysen von Schmitts Schriften.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Kernbegriffe (Freund/Feind, Krieg, Neutralität) sowie Schmitts Kritik an Pluralismus, Völkerbund und Liberalismus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind vor allem politische Einheit, Souveränität, Freund-Feind-Beziehung und die Kritik am liberalen Rechtsstaat.
Wie bewertet der Autor Schmitts Haltung zum Parlamentarismus?
Der Autor zeigt auf, dass Schmitt den Parlamentarismus als veraltete Methode ablehnte und stattdessen die "diktatorische Wende" als notwendige Folge sah.
Welchen Stellenwert hat der "Ernstfall" bei Schmitt?
Der "Ernstfall" ist für Schmitt entscheidend, da er die Fähigkeit zur Freund-Feind-Unterscheidung und damit die Identität einer politischen Einheit begründet.
Warum lehnt Schmitt den Begriff der "Menschheit" als politisches Konstrukt ab?
Schmitt argumentiert, dass eine Welt, die sich nur über Menschlichkeit definiert, unpolitisch wird und der Begriff der "Menschheit" lediglich von Staaten instrumentalisiert wird, um den Feind zu delegitimieren.
Was ist das Fazit der Rezension?
Das Fazit betont die Unvereinbarkeit von Schmitts Theorie mit demokratischen Werten und hinterfragt, ob eine Gesellschaft, die sich ausschließlich über Feinderkenntnis definiert, zivilisatorischen Fortschritt ermöglicht.
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- MA Guido Maiwald (Autor), 2005, Eine Rezension zu ‚Der Begriff des Politischen’ von Carl Schmitt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205445