Die Bedeutung nonverbaler Signale eines Präsentators


Seminararbeit, 2010
17 Seiten, Note: 2,4

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Grundlagen
2.1. Definition: Präsentation
2.2. Visualisierungen
2.3. Empathie

3. Der nonverbale Ausdruck
3.1. Sichtbare Signale
3.1.1. Haltung und Auftreten
3.1.2. Gestik
3.1.3. Mimik
3.1.4. Blickkontakt
3.2. Hörbare Signale
3.2.1. Stimme
3.2.2. Aussprache
3.2.3. Betonung

4. Durchführung einer Präsentation
4.1. Einleitung
4.2. Hauptteil
4.3. Schluss

5. Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der vorliegenden Seminararbeit wird die Thematik der Präsentation behandelt. Im Mittelpunkt steht die Person des Präsentators und dessen Wirkung auf das Publikum. Zu Beginn wird der Begriff „Präsentation“ definiert, um die formale Abgrenzung zu anderen Vortragsarten zu verdeutlichen. Zudem wird geklärt, warum ein Präsentator Empathie braucht, um die Inhalte seiner Präsentation besser vermitteln zu können (2.3.). Hauptschwerpunkt der Seminararbeit ist der nonverbale Ausdruck eines Präsentators. Diesem Gliederungspunkt (3.) liegt die zentrale Frage zugrunde, wie ein Präsentator mit seinem nonverbalen Ausdruck einen positiven Eindruck bei den Zuhörern erreichen kann. Im vierten Gliederungspunkt wird die formelle Vorgehensweise während einer Präsentation erklärt und mit nonverbalen und sprachlichen Forderungen an den Präsentator verknüpft. Dabei soll geklärt werden, welche Stellen in einer Präsentation besonders entscheidend sind und wie der Präsentator die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich ziehen kann. Mit Hilfe dieser Fragestellungen hat diese Seminararbeit zum Ziel, die Bedeutung eines Präsentators zu verdeutlichen. Dabei wird primär auf Präsentationen eingegangen, welche die Teilnehmer informieren oder überzeugen wollen, da dies die häufigsten Ziele von Präsentationen sind.

Während der Erarbeitung verwendete der Autor hauptsächlich die Bücher „Moderieren und Präsentieren“ von K.-D. Hoffmann, „Rhetorik & Kommunikation“ von D.-W. Allhoff/ W. Allhoff und „Sicher Präsentieren- wirksamer Vortragen“ von E. Hierhold. Zudem brachte der Autor seine Kenntnisse aus den Seminaren „Einführung in die Kommunikationslehre“ und „Präsentieren und Moderieren“ mit ein.

2. Grundlagen

In diesem Gliederungspunkt wird sowohl der Begriff Präsentation definiert, als auch wichtige Prinzipien von Visualisierungen mit konkreten Beispielen beschrieben. Präsentation muss definiert werden, da der Begriff häufig mit anderen Formen von Vorträgen verwechselt wird. Da Visualisierungen Grundlage einer Präsentation sind, werden diese anschließend vorgestellt. Danach wird die Relevanz von Empathie für einen Präsentator herausgearbeitet.

2.1. Definition: Präsentation

Ob in Talkshows, Seminaren oder Vorlesungen, überall wird der Mensch mit zahlreichen Informationen konfrontiert. Für Außenstehende ist es schwer, zwischen den gewählten Methoden der Informationsvermittlung zu unterscheiden. Häufig werden Moderationen, Vorträge oder Präsentationen gewählt. Präsentationen werden von einer oder mehreren Personen durchgeführt. Wesentlicher Bestandteil einer Präsentation ist die visuelle Aufbereitung der genannten Informationen (vgl. Breger, Grob, 2003, S.4). Diese bildhaften Mittel haben das Ziel, den Zuhörern einen konkreten Eindruck der Inhalte vor Augen zu führen. Dies ist mit der Absicht verbunden, „die Adressaten zu einer positiven Entscheidung zu veranlassen“ (Breger, Grob, 2003, S.5). Es beinhaltet alle Arten der Zustimmung, z.B. Beifall oder Nicken. Hauptziele einer Präsentation sind zumeist informieren oder überzeugen. Während der Präsentation steht ausschließlich der Präsentator und dessen Thema im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit (vgl. Hoffmann, 2004, S.15). Die Zuhörer, welche als Zielgruppe bezeichnet werden können, unterziehen den Präsentator einer ständigen Bewertung. Im Fokus steht dabei Begeisterungs- und Überzeugungsfähigkeit (vgl. Hoffmann, 2004, S.15). Im Anschluss an die Präsentation schließt sich häufig eine Fragerunde oder Diskussion an (Hierhold, 2005, S.369).

2.2. Visualisierungen

Visualisierungen bezeichnen „die Übersetzung eines Gedankens in ein sichtbares Hilfsmittel …, das den Informationsfluss fördern soll“ (Hierhold, 2005, S.122). Visualisierungen spielen bei Präsentationen eine wesentliche Rolle. Sie ziehen als erstes die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich und fassen Kernaussagen zusammen (vgl. Hoffmann, 2004, S.49). Zudem speichert das Gedächtnis Bilder besser als Worte, da wir 75% aller Informationen über die Augen aufnehmen (vgl. Hierhold, 2005, S.122).

Es gibt verschiedene Grundlagen für die Verwendung von Visualisierungen. Alle Teilnehmer müssen die eingesetzten Visualisierungen ohne Probleme erkennen können (vgl. Hoffmann, 2004, S.49). Dies muss vor der Präsentation getestet werden, da Änderungen währenddessen für zusätzliche Unruhe sorgen (vgl. Hoffmann, 2004, S.49).

Die Zuschauer sollen durch die dargestellten Visualisierungen die prägnantesten Aussagen in Erinnerung behalten. Aus diesem Grund muss der Präsentator wissen, was genau er bildhaft darstellen will. Wenn er Ziele und Kernaussagen konkretisiert hat, müssen diese mit Hilfe von Visualisierungen gezeigt werden (vgl. Breger, Grob, 2003, S.20), welche die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf sich ziehen. Dies geschieht mit einer gelungenen Abwechslung von gesprochenem Wort und „begleitenden Schaubildern“ (Breger, Grob, 2003, S.23). „Echte“ Bilder, z.B. Fotos oder Cartoons, unterstützen insbesondere das Verständnis der Adressaten. Ein fertiges Bild wird vorgelegt, zu welchem die Adressaten ihre eigenen Gefühle und Interpretationen anstellen können. Die Gefahr liegt jedoch darin, dass der Zuhörer ein komplett anderes Bild mit dem Vorgetragenen verbindet. Deshalb sollten mit dem Bild einhergehende Reaktionen vorher an unvoreingenommenen Menschen ausgetestet werden (vgl. Breger, Grob, 2003, S.31).

Zuhörer werden sich hauptsächlich an den am meisten visualisierten Punkt erinnern, da sie auffällig als wichtig interpretieren (vgl. Breger, Grob, 2003, S.31). Diese Kenntnis sollte die gesamte Präsentation durchziehen, indem der Höhepunkt mittels Visualisierungen besonders hervorgehoben wird. Je nach Präsentation wird der Höhepunkt zielgerichtet mit kleinen Visualisierungen eingeleitet, um diesen dann „sehr lebendig und visuell ansprechend“ (Breger, Grob, 2003, S.32) darzustellen, oder kurz und prägnant zu verdeutlichen.

Im Folgenden werden vorteilhafte Visualisierungen an den Beispielen von Schrift und Farbe erläutert.

Schrift: Wenn von der gesprochenen Sprache abgesehen wird, kommuniziert der Mensch hauptsächlich mittels Lesen und Schreiben (vgl. Breger, Grob, 2003, S.53). Somit ist das geschriebene Wort in einer gelungenen Präsentation unerlässlich. Dabei schleichen sich häufig Fehler ein, welche es den Adressaten schwer machen, den Inhalt der Schrift zu verinnerlichen. „Das Verarbeiten schriftlicher Information erfordert viel Zeit“ (Breger, Grob, 2003, S.53). Deshalb ist es ratsam, die visualisierte Schrift auf die prägnantesten Informationen zu beschränken. Der Präsentator erklärt diese Aussagen und bietet weitere umfassende Informationen an. Häufig erweckt ein einzelnes Wort mehr Interesse als ausschweifende Stichpunkte, welche den Zuhörern eine fertige Meinung darbieten.

Handschrift, z.B. auf Flipchart oder Overheadfolie, muss groß und leserlich sein (vgl. Breger, Grob, 2003, S.55). Diese sogenannte „Moderationsschrift“ (Rachow, 2007, S.59) hat ihre eigenen Regeln. Sie wird in Blockschrift, ohne Verzierungen geschrieben und die Buchstaben liegen eng aneinander (vgl. Rachow, 2007, S.61). Moderationsschrift hat den Vorteil, dass sie gut lesbar ist und den Zuhörern den Inhalt schnell und sachlich vermittelt.

Farben: „Farben sind Bedeutungsträger“ (Rachow, 2007, S.81). Jeder Mensch verbindet bestimmte Hinweise oder Emotionen mit Farben. So ist es allgemein bekannt, dass mit der Farbe Rot Gefahr oder besondere Aufmerksamkeit assoziiert wird. Diese Erkenntnisse sollte jeder Präsentator für seine Botschaften an das Publikum nutzen. Dabei gilt: „Farbe und Botschaft müssen übereinstimmen“ (Rachow, 2007, S.81). Beispielsweise ist es ratsam, ein Signalwort mit der Farbe Rot zu kennzeichnen. Farben wirken unterschwellig auf unsere Gefühle ein, deshalb geben Farben dem präsentierten Inhalt den letzten Anstrich (vgl. Breger, Grob, 2003, S.65). Beim Verwenden einer dunklen Schriftfarbe kommen hellere Farben besser zur Geltung, z.B. lässt sich blaue Schrift gut mit einem gelben Untergrund kombinieren. In die Visualisierungen einer Präsentation gehören, neben schwarz und weiß, nicht mehr als drei Farben, damit der Zuschauer nicht vom Inhalt abgelenkt wird (vgl. Hoffmann, 2004, S.60).

2.3. Empathie

In Vorbereitung auf eine Präsentation ist es Aufgabe des Präsentators, herauszufinden, welchen Eindruck seine Präsentation auf die Zuhörer macht. Dazu braucht er Empathie, also „die Fähigkeit, sich in Denken und Einstellungen anderer hineinzuversetzen“ (Hoffmann, 2004, S.28). Jeder Zuhörer ist an seinem persönlichen Nutzen des Vorgetragenen interessiert (vgl. Hierhold, 2005, S.54). In der Präsentation, als auch in der eventuell anschließenden Diskussionsrunde werden die Bedürfnisse der Adressaten in den Vordergrund gestellt. Zudem wird der Zuhörer emotional angesprochen und durch verständliche und interessante Informationen zu einer positiven Rückmeldung veranlasst (vgl. Hierhold, 2005, S.66).

In einer guten Präsentation ist es unabdingbar, Verständigung zu den Zuhörern herzustellen (vgl. Hoffmann, 2004, S.11). Diese müssen das Gefühl bekommen, dass die Präsentation von einer „Atmosphäre der wechselseitigen Akzeptanz“ (Hoffmann, 2004, S.11) geprägt ist. Um dieses Gefühl zu vermitteln, benötigt der Präsentator ein hohes Maß an Sensibilität und Verständnis. Die Interpretation des Verhaltens einer jeden Person sollte mit einer positiven Grundhaltung erfolgen. Die Zuhörer merken, wenn der Präsentator einen solchen Grundsatz hat. Daraus resultierend kann Akzeptanz und eine „gleiche Wellenlänge“ erreicht werden (vgl. Hoffmann, 2004, S.13). Es ist Aufgabe des Präsentators, ein gutes Arbeitsklima zu schaffen. Schließlich werden in einer angespannten Situation Informationen schlechter aufgenommen als in einer harmonischen Situation.

Menschen nehmen Informationen unterschiedlich auf. Es unterscheiden sich drei verschiedene Typen: visuell (sehen), auditiv (hören), kinästhetisch (spüren) (vgl. Hoffmann, 2004, S.29). Häufig ist bei Menschen ein Typ besonders stark ausgeprägt, trotzdem besitzt jeder Merkmale der anderen Typen. Eine gelungene Präsentation spricht verschiedene Gruppen von Menschen an und bringt deshalb verschiedene ansprechende Methoden oder Formulierungen aller drei Typen mit ein, welche im Folgenden erläutert werden.

Visuell: Das wichtigste Aufnahmeorgan des visuell geprägten Menschen ist das Auge. Schön gestaltete Visualisierungen und Unterlagen zum Mitlesen unterstützen die Aufnahme von Informationen. Mit Hilfe der Erklärungen und Beschreibungen des Präsentierenden entstehen im Inneren des visuell geprägten Menschen Bilder, welche sie sich über längere Zeiträume besser merken können. Der Präsentator erreicht das Interesse dieser Menschen am Besten mit Hilfe bildhafter Sprache, welche in direktem Zusammenhang mit dem Sinnesorgan Auge stehen (vgl. Hoffmann, 2004, S.29). Beispiele hierfür sind: Das sticht Einem ins Auge, augenscheinlich, … .

Auditiv: Auditiv geprägte Personen nehmen den Großteil der Informationen über ihr Gehör auf. Sie lieben es zu sprechen und sich in Gruppen auszutauschen. Dies geht sogar so weit, dass sie während des Lernens vor sich hinsprechen, um ihre Merkfähigkeit zu verbessern. Folglich können auditiv geprägte Menschen besonders mit Worten und Redewendungen, welche auditive Merkmale enthalten, in den Bann gezogen werden. Beispiele hierfür sind: „betonen, … für mich klingt das“ (Hoffmann, 2004, S.29).

Kinästhetisch: Kinästhetisch bedeutet spüren (vgl. Hoffmann, 2004, S.29). Derartige Menschen mögen Körperkontakt und suchen die Nähe Anderer. Während des Lernens brauchen sie Bewegung. Es ist von Vorteil, gegenüber kinästhetischen Personen Formulierungen, wie beispielsweise „sich an ein Thema herantasten, zähe Verhandlungen führen“ (Hoffmann, 2004, S.29), zu benutzen.

3. Der nonverbale Ausdruck

Worte allein sind zu wenig. Der Gesamteindruck eines Menschen wird hauptsächlich von seinem nonverbalen Ausdruck abhängig gemacht. Dazu zählen sowohl die sichtbaren Signale (visueller Kanal) und die körperliche Kontaktaufnahme (taktiler Kanal), als auch die hörbaren Signale (auditiver Kanal) (vgl. Hierhold, 2005, S.330). Es wird auf den visuellen Kanal und den auditiven Kanal eingegangen, da diese während einer Präsentation die entscheidendste Rolle einnehmen.

3.1. Sichtbare Signale

Der visuelle Eindruck, der vom Präsentator vermittelt wird, begleitet den Zuhörer von Anfang bis Ende. Demzufolge tragen die sichtbaren Signale des Präsentators wesentlich zum Erfolg bzw. Scheitern einer Präsentation bei. Der visuelle Kanal schätzt den Präsentator in den Bereichen „Haltung und Auftreten, Gestik, Mimik, Blickkontakt“ (Allhoff, Allhoff, 1998, S.37, 38) ein. Auf diese Bereiche wird nun genauer eingegangen.

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Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung nonverbaler Signale eines Präsentators
Hochschule
Duale Hochschule Gera-Eisenach (ehem. Berufsakademie Thürigen in Gera)
Note
2,4
Autor
Jahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V205448
ISBN (eBook)
9783668325982
ISBN (Buch)
9783668325999
Dateigröße
517 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutung, signale, präsentators
Arbeit zitieren
Sozialarbeiter/ Sozialpädagoge (B.A.) Samuel Rohn (Autor), 2010, Die Bedeutung nonverbaler Signale eines Präsentators, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205448

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