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Die Selbstreflexion des Demos in der klassischen attischen Tragödie

Titel: Die Selbstreflexion des Demos in der klassischen attischen Tragödie

Hausarbeit , 2010 , 13 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Verena Caroline Wernet (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Hausarbeit aus dem Jahre 2010, die sich mit der Selbstreflexion des Demos in der klassischen attischen Tragödie beschäftigt. Anhand von Aischylos' "Die Perser" und Sophokles "Antigone" wird jene Selbstreflexion untersucht und verglichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1 Aischylos Die Perser

2.1.1 Historischer Überblick: Athen und die Perserzüge

2.1.2 Die Bedeutung von Die Perser für den Demos: Erklärungsansätze für den Sieg und ein Versuch der gesellschaftliche Selbstfindung

2.2 Sophokles Antigone

2.2.1 Historischer Überblick: Athen in der Mitte des 5. Jahrhunderts vor Christus

2.2.2 Die Bedeutung von Antigone für den Demos: Die Frage nach dem rechten Handeln und der Moral im politischen und gesellschaftlichen Leben

3 Schlussbetrachtung

4 Literaturangaben

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der klassischen attischen Tragödie als Medium der Selbstreflexion für den Demos im Athen des 5. Jahrhunderts vor Christus. Dabei wird analysiert, wie zeitgenössische politische Umbrüche und gesellschaftliche Herausforderungen in den Werken von Aischylos und Sophokles thematisiert und verarbeitet wurden.

  • Die Funktion des Theaters innerhalb der athenischen performance culture
  • Historische Einordnung der Perserzüge und deren Reflexion in Aischylos' Die Perser
  • Politischer Wandel und das Spannungsfeld zwischen göttlichem und menschlichem Recht in Sophokles' Antigone
  • Die Suche des Demos nach einer neuen Identität und moralischer Legitimität in der radikalen Demokratie
  • Tragödie als Instrument zur Problematisierung gesellschaftlicher Wirklichkeit statt als reine Geschichtsschreibung

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Die Bedeutung von Die Perser für den Demos: Erklärungsansätze für den Sieg und ein Versuch der gesellschaftliche Selbstfindung

Im Jahre 472 vor Christus war die Erstaufführung von Aischylos‘(525-456 vor Christus) Die Perser. In der Tragödie wird aus persischer Sicht die Niederlage der Perser bei Salamis thematisiert. Aischylos‘ Die Perser ist das dritte Drama, das sich mit den Perser beschäftigt. Dieser Umstand ist bemerkenswert, weil in den attischen Tragödien ansonsten überwiegend Mythen verarbeitet und ausgestaltet wurden. Historische Stoffe wurden lediglich dann aufgegriffen, wenn es sich dabei um besonders wichtige und einschneidende Ereignisse handelte. Der Sieg der zahlenmäßig unterlegenen Griechen über die scheinbar übermächtigen Perser war definitiv ein unerwartetes Ereignis, das im kollektiven Bewusstsein der Polis wohl erst nach und nach wirklich begriffen wurde und daher sicherlich einer allgemeinen Aufarbeitung und Erklärung bedurfte. Zweifellos mussten die Athener erst einmal den überraschenden Sieg verarbeiten und sich an ihre neue Rolle und die daraus resultierende Macht und Verantwortung gewöhnen. Genau an diesem Punkt setzte Aischylos an. Er versuchte in Die Perser Antworten auf die Fragen, die den Demos in diesem Zusammenhang noch immer bewegten, zu geben. Dabei hält er sich zwar an die historischen Fakten, löst aber ansonsten den Perserzug aus dem historischen Kontext heraus; der Ionischen Aufstand und die damit verbunden Vorgeschichte der Perserzüge werden nicht erwähnt. Stattdessen werden mehrere Gründe für die persische Niederlage genannt: Zum einen wird ein Daimon erwähnt, der das Glück im Kampf ungerecht verteilte und somit Attika begünstigte (Aischyl. Pers. 724.). Hinzu kommt der bis zur Hybris gesteigerte jugendliche Übermut (Aischyl. Pers. 742.) des Xerxes, der jenem zum Verhängnis wurde, als er den Hellespont überbrückte (Aischyl. Pers. 746-750.). Diese Tat kommt dem Versuch Poseidon zu bemeistern (Aischyl. Pers. 750.) gleich und zielt darauf ab die Trennung von Europa und Asien aufzuheben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Tragödie in der attischen Kultur des 5. Jahrhunderts und legt die Forschungsfrage zur Widerspiegelung gesellschaftlicher Probleme im Theater dar.

2 Hauptteil: Der Hauptteil analysiert anhand der Werke Die Perser und Antigone, wie politische Umbrüche und Identitätsfragen des Demos in der attischen Tragödie reflektiert wurden.

2.1 Aischylos Die Perser: Dieses Unterkapitel untersucht, wie Aischylos den griechischen Sieg über die Perser historisch einordnet und zur kollektiven Selbstfindung des Demos beiträgt.

2.2 Sophokles Antigone: Dieses Unterkapitel thematisiert den Konflikt zwischen göttlichem und menschlichem Gesetz und die Suche nach moralischer Orientierung in der jungen Demokratie.

3 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass die Tragödie als Instrument zur Problematisierung politischer Wirklichkeit diente und dem Demos bei der Orientierung in einer sich rasch wandelnden Welt unterstützte.

4 Literaturangaben: Die Literaturangaben listen die verwendeten Quellen und die einschlägige Sekundärliteratur zur athenischen Geschichte und antiken Tragödie auf.

Schlüsselwörter

Klassische attische Tragödie, Aischylos, Sophokles, Demos, Die Perser, Antigone, Hybris, Politische Identität, Radikale Demokratie, Athen, Griechische Geschichte, Moral, Weltordnung, Selbstreflexion, Polis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen dem politischen und gesellschaftlichen Wandel im Athen des 5. Jahrhunderts vor Christus und der inhaltlichen Ausgestaltung klassischer attischer Tragödien.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die historischen Auswirkungen der Perserzüge, die Entwicklung der radikalen Demokratie, das Ringen um politisches und moralisches Handeln sowie die Rolle der Götter und des Rechts in der Polis.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, inwieweit die attischen Tragödien den Bürgern (dem Demos) halfen, ihre durch radikale Umbrüche veränderte Welt zu verarbeiten und eine neue Identität zu finden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und geschichtswissenschaftliche Analyse, die den historischen Kontext des 5. Jahrhunderts mit der Interpretation der Dramen Die Perser und Antigone verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse von Aischylos' Die Perser bezüglich der Erklärung des Sieges und in eine Untersuchung von Sophokles' Antigone hinsichtlich der Konflikte um Moral und staatliches Handeln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem die klassische attische Tragödie, der Demos, die Hybris, die radikale Demokratie sowie das Ringen um die Balance zwischen göttlichen und menschlichen Gesetzen.

Inwieweit wird in der Arbeit die Figur des Kreons mit historischen Personen in Verbindung gebracht?

Die Arbeit diskutiert in der Forschung aufkommende Thesen, dass die Figur des Kreons in Antigone Anspielungen auf den zeitgenössischen Politiker Perikles enthalten könnte, insbesondere hinsichtlich dessen umstrittener Finanzierungspolitik beim Ausbau der Akropolis.

Warum wird betont, dass die Tragödie die Wirklichkeit nicht spiegelt, sondern problematisiert?

Unter Berufung auf Jean-Pierre Vernant arbeitet die Verfasserin heraus, dass das Theater nicht als dokumentarische Geschichtsschreibung zu verstehen ist, sondern als Raum dient, um gesellschaftliche Widersprüche und schwierige Entscheidungsprozesse diskursiv zu verhandeln.

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Details

Titel
Die Selbstreflexion des Demos in der klassischen attischen Tragödie
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Seminar für Alte Geschichte)
Note
1,7
Autor
Verena Caroline Wernet (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V205466
ISBN (eBook)
9783656330295
ISBN (Buch)
9783656329916
Sprache
Deutsch
Schlagworte
selbstreflexion demos tragödie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Verena Caroline Wernet (Autor:in), 2010, Die Selbstreflexion des Demos in der klassischen attischen Tragödie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205466
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Leseprobe aus  13  Seiten
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