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Das duale System der Berufsausbildung und seine Vorläufer - Eine historisch-systematische Analyse der Entwicklung in Deutschland von 1869 bis 1945

Titel: Das duale System der Berufsausbildung und seine Vorläufer - Eine historisch-systematische Analyse der Entwicklung in Deutschland von 1869 bis 1945

Diplomarbeit , 2010 , 122 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Andrej Trifonov (Autor:in)

Pädagogik - Berufsbildung, Weiterbildung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

[...] Sicherlich wäre es interessant, eine mögliche Antwort darauf zu finden warum und vor allem
wie das duale System der Berufsausbildung all die zeitlich- und gesellschaftlichbedingten
Veränderungen und Anforderungen in seiner über einhundert Jahre alten Tradition
überdauern konnte und nicht bereits ihren Untergang fand. Aber genau diese Frage soll nicht
Gegenstand der Betrachtung dieser Arbeit sein.
Die entscheidende und somit zentrale Frage ist, ob die betriebliche Dominanz in diesem
Ausbildungsverbund sich erst seit den letzten dreißig Jahren herausgebildet hat oder ob
bereits frühere historische Anzeichen für diese Tendenz gegeben hat.

Der zu analysierende Zeitraum, welcher einerseits einen Überblick über die unterschiedlichen
Phasen der Genese der dualen Berufsaubildung wiedergeben soll beschränkt sich auf die Zeit
des Kaiserreichs, über die Weimarer Republik bis zur Zeit des Nationalsozialismus.
Jede der drei Phasen wird in einem Dreiklang aus sozialhistorischen Kontext, einer Analyse
der betrieblichen Berufsaubildung und einer Untersuchung der berufsschulischen Ausbildung
betrachtet, welche anschließend kritisch bewertet und zusammengefasst werden.
Um eine Verständnisbasis zu schaffen, wird zunächst in einem einleitenden Kapitel der
Versuch einer Definition des Begriffes „duales Systems“ unternommen, um die
charakteristischen Besonderheiten der Struktur- und Organisationsmerkmale des dualen
Systems hervorzuheben und anschließend wird die duale Berufsausbildung in den drei
Epochen nacheinander untersucht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Thema und zentrale Fragestellung

1.2 Aufbau und methodisches Vorgehen

1.3 Begriffsbestimmung und charakteristische Merkmale des dualen Berufsausbildungssystems

2. Die Vorläufer einer dualen Berufsausbildung im Kaiserreich

2.1 Sozial - historischer Kontext

2.2 Die Betriebliche Berufsausbildung

2.2.1 Rechtliche Grundlagen und charakteristische Merkmale

2.2.2 Die Facharbeiterausbildung in den Lehrwerkstätten des Kaiserreichs

2.2.3 Deutscher Ausschuss für Technisches Schulwesen (DATSCH)

2.3 Berufsschulische Ausbildung - Von der Fortbildungsschule zu den Anfängen der Berufsschule

2.3.1 rechtliche Grundlagen und charakteristische Merkmale

2.3.2 Die Fortbildungsschule als Instrument für die wilhelminische Jugendpflege

2.4 Zusammenfassung des Kapitels

3. Duale Berufsausbildung in der Weimarer Republik

3.1 Sozial - historischer Kontext

3.2 Betriebliche Berufsausbildung

3.2.1 Rechtliche Grundlagen und charakteristische Merkmale

3.2.2 Der Einfluss des DINTA auf die Berufsaubildung während/in der Weimarer Republik

3.3 Berufschulische Berufsaubildung

3.3.1 Rechtliche Grundlagen und charakteristische Merkmale

3.3.2 Die Werkschulen der Industrie als „Gegenspieler“ der öffentlichen Berufsschulen

3.4 Zusammenfassung des Kapitels

4. Duale Berufsaubildung im Nationalsozialismus

4.1 Sozial-historischer Kontext

4.2 Betriebliche Berufsausbildung

4.2.1 Rechtliche Grundlagen und charakteristische Merkmale

4.2.2 Die Bedeutung der Hitlerjugend für die Berufserziehung

4.3 Berufsschulische Ausbildung

4.4 Zusammenfassung des Kapitels

5. Schlussfazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Ziel der Diplomarbeit ist eine historisch-systematische Analyse der Entwicklung des dualen Berufsausbildungssystems in Deutschland von 1869 bis 1945, um zu untersuchen, ob die heute oft kritisierte betriebliche Dominanz erst ein Phänomen der letzten Jahrzehnte ist oder ob historische Wurzeln für diese Entwicklung existieren.

  • Genese und Wandlungsprozesse des dualen Systems in den Epochen Kaiserreich, Weimarer Republik und Nationalsozialismus.
  • Analyse des wechselseitigen Verhältnisses der Lernorte Betrieb und Berufsschule im historischen Kontext.
  • Untersuchung der rechtlichen Grundlagen und der strukturellen Bedingungen der Berufsausbildung.
  • Einfluss gesellschaftspolitischer Rahmenbedingungen und der Jugendpflege auf die Berufserziehung.
  • Rolle zentraler Akteure wie DATSCH, DINTA und Hitlerjugend bei der Gestaltung der Ausbildungspraxis.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Rechtliche Grundlagen und charakteristische Merkmale

Die Betrachtung der betrieblichen Berufsausbildung, des Lehrlingswesen im Kaiserreich muss bereits vor der Reicheinigung 1871 ansetzen und zwar mir der Gewerbeordnung (GO) für den Norddeutschen Bund. Der Grund, warum die Gewerbeordnungen genauer betrachten werden sollten ist, dass diese ein analytisch gut verwendbares Bild über die jeweiligen Umstände der Berufserziehung im 19 Jahrhundert sowie über die an den Lehrherrn als auch an den Lehrling gestellten Aufgaben und Pflichten, reproduzieren. Sie sind eine Art stumme Zeitzeugen, die einen Einblick in die, zu dieser Zeit geltenden Ausbildungsanforderungen wiedergeben.

Die Gewerbeordnung für den Norddeutschen Bund wird einerseits für zahlreiche Ausbildungsmissstände wie „ das Sinken der Ausbildungsqualität, für die zahlreichen Kontraktabbrüche der Lehrlinge und für die verbreitete „Lehrlingszüchterei“ des Handwerks […] verantwortlich gemacht“ und andererseits wurde erst durch sie, sowie mit der Einführung des Handelsgesetzbuches von 1897 im kaufmännischen Bereich eine erste allgemeinverbindliche gesetzliche Grundlage für die betriebliche Lehrlingsausbildung geschaffen.

Die am 21. Juni 1869 erlassene GO für den Norddeutschen Bund beinhaltet 10 Titel (Kapitel) und insgesamt 156 Paragraphen. Der erste Titel „allgemeine Bestimmungen“ bildet das Fundament, auf dem das gesamte Gesetz beruht und besagt, dass jedermann jedes Gewerbe betreiben kann, was die „Freiheit des Gewerbes“ an oberste Stelle stellt. Der Grundsatz der Gewerbefreiheit stellt aber keine Neuerung dar, da dieser bereits in fast allen deutschen Staaten implementiert war, jedoch von den Einzelstaaten unterschiedlich geregelt wurde.

Titel VII (§§ 115-126), welcher sich mit den Gesellen, Gewerbegehülfen, Lehrlingen sowie den Fabrikarbeitern beschäftigt gibt einen besonders guten Eindruck darüber, welchen Status den Lehrlingen und den Lehrherrn innerhalb des Lehrverhältnisses zugestanden wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das duale Berufsausbildungssystem als Kernstück der deutschen Bildung und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der historischen Herausbildung der betrieblichen Dominanz im Ausbildungsverbund.

2. Die Vorläufer einer dualen Berufsausbildung im Kaiserreich: Dieses Kapitel analysiert die Dynamik der Industrialisierung im Kaiserreich, die Dominanz des Handwerks in der Berufsausbildung sowie die Entstehung der Fortbildungsschulen als Vorläufer der heutigen Berufsschule.

3. Duale Berufsausbildung in der Weimarer Republik: Die Untersuchung beleuchtet die chaotischen Rahmenbedingungen der Nachkriegszeit, das Scheitern eines umfassenden Berufsausbildungsgesetzes und die stärkere Ausrichtung der Ausbildung an betrieblichen Interessen unter dem Einfluss des DINTA.

4. Duale Berufsaubildung im Nationalsozialismus: Hier wird der Prozess der Gleichschaltung der Berufserziehung in der Diktatur beschrieben, der durch die Indoktrination der Jugend, die Rolle der Hitlerjugend und die Vorbereitung auf die Kriegswirtschaft geprägt war.

5. Schlussfazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass der Betrieb in allen untersuchten Epochen trotz der Bemühungen um eine stärkere schulische Einbindung stets der dominierende Lernort blieb.

Schlüsselwörter

Duales System, Berufsausbildung, Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Berufsschule, betriebliche Ausbildung, Gewerbeordnung, Lehrlingswesen, DATSCH, DINTA, Hitlerjugend, Berufserziehung, Ausbildungsverbund, Berufsschulpflicht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert historisch-systematisch die Entwicklung und die Strukturen des dualen Berufsausbildungssystems in Deutschland in der Zeit von 1869 bis 1945.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die rechtliche Ausgestaltung des Lehrlingswesens, das Verhältnis zwischen den Lernorten Betrieb und Berufsschule sowie der Einfluss politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen auf die berufliche Bildung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab zu klären, ob die heute dominierende Rolle der Betriebe im dualen System erst ein modernes Phänomen ist oder ob sich dafür bereits in den untersuchten historischen Epochen Anzeichen finden lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-systematische Analyse, die Gesetzestexte, Verordnungen, zeitgenössische Publikationen und wissenschaftliche Fachliteratur auswertet, um die Genese der Berufsausbildung zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei große Zeitabschnitte: das Kaiserreich, die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus, wobei jeweils der sozial-historische Kontext sowie die Entwicklungen im betrieblichen und berufsschulischen Sektor untersucht werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie duales System, Berufsschulpflicht, Facharbeiterausbildung, Industrielle Berufserziehung, Lehrwerkstätten und die Rolle der politischen Einflussnahme auf die Bildung charakterisieren.

Welche Rolle spielt die Industrie bei der Ausbildung im Kaiserreich?

Die Industrie erkannte zunehmend die Notwendigkeit, Facharbeiter nach eigenen technischen Anforderungen auszubilden, und initiierte daher Institutionen wie das DATSCH, um ihre Qualifizierungsinteressen gegenüber dem handwerklichen Prüfungsmonopol durchzusetzen.

Wie wurde die Rolle der Berufsschule während des Nationalsozialismus verändert?

Die Berufsschule wurde im Sinne des totalitären Staates zum Instrument der ideologischen Indoktrination degradiert, oft als "Erfüllungsgehilfin" bezeichnet und zunehmend den Anforderungen der Rüstungsproduktion im Rahmen des Vierjahresplans untergeordnet.

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Details

Titel
Das duale System der Berufsausbildung und seine Vorläufer - Eine historisch-systematische Analyse der Entwicklung in Deutschland von 1869 bis 1945
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,3
Autor
Andrej Trifonov (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
122
Katalognummer
V205575
ISBN (eBook)
9783656322108
ISBN (Buch)
9783656327073
Sprache
Deutsch
Schlagworte
duale Berufsausbilung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andrej Trifonov (Autor:in), 2010, Das duale System der Berufsausbildung und seine Vorläufer - Eine historisch-systematische Analyse der Entwicklung in Deutschland von 1869 bis 1945, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205575
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Leseprobe aus  122  Seiten
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