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Kindheit gegen die Wand - Zur Sozialisation palästinensischer Kinder im Westjordanland

Titel: Kindheit gegen die Wand - Zur Sozialisation palästinensischer Kinder im Westjordanland

Diplomarbeit , 2007 , 161 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Janina Richter (Autor:in)

Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Einleitung;
„Kindheit gegen die Wand“, was sich einerseits definieren lässt durch eine reale Betonmauer, welche aktuell als so genannter „Sicherheitszaun“ im Westjordanland errichtet wird.Anderseits verkörpert der Titel „Kindheit gegen Wand“ die Aussichtslosigkeit der neu heranwachsenden palästinensischen Kinder in Hinblick auf die israelische Besatzung und deren Zukunft im Westjordanland. Es wurde viel über die Kinder der Intifada geschrieben, und es gab viele Plakate, auf denen Steine werfende Kinder zu sehen waren, doch hat man sich kaum damit befasst, welches die Gründe und Motive der Kinder waren, in eine solche Rolle zu schlüpfen.Wenn in gewalttätigen Konflikten, wie dem zwischen den Israelis und den Palästinensern, Menschen getötet oder verwundet werden, dann ist es so, dass diese Tatsache allein den Charakter einer Gruppe oder Gesellschaft häufig drastisch verändert. Sie verändert das Wesen und Charakter von Gesamtgesellschaften bis hin zu einzelnen Individuen wie in diesem Fall der palästinensischen Kinder. Verluste an Menschenleben und die Ausübung von Gewalt hat eine besondere Bedeutung für die Kinder und Mitglieder der palästinensischen Gesellschaft. Der Tod, von Männern, Frauen und Kinder die gleichzeitig Väter, Mütter, Gewischter, Verwandte oder Freunde sein können, nimmt starken Einfluss auf die Kinder und die Gesellschaft und prägt ihr Leben. Der Konflikt wirkt sich direkt und indirekt auf das Kind aus. Direkt in Form seiner augenblicklichen Konfrontation des Kindes mit Gewalt, und indirekt durch die Auswirkungen des Konfliktes auf die Sozialisationsinstanzen des Kindes. Besonders betroffen sind Kinder mit ihrem Wunsch nach Sicherheit und Geborgenheit. Das Vertrauen auf die Welt der Erwachsenen kann in Kriegszeiten zusammenbrechen, was die spätere Entwicklung dieser Kinder stark beeinflussen kann. Familie, Schule, Kultur und Gesellschaft nehmen einen entschiedenen Einfluss auf die Sozialisation des palästinensischen Kindes. „Welcher Sozialisation unterliegen palästinensischer Kinder im Westjordanland und in wie weit hat die Gewalt und der kriegsähnliche Zustand ein Einfluss auf deren Sozialisation?“ „Welche Zukunftsaussichten haben die palästinensischen Kinder unter der „israelischen Besatzung und Gefangenschaft“ und in wie weit wirken sich die gegenwärtigen strukturellen Gegebenheiten im Westjordanland auf die Kinder aus?“

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

0.1 Zur Arbeitsweise

1. Palästina

1.1. Geschichte Palästina und der Nahost Konflikt

1.2. Intifada – Aufstand eines Volkes

1.3. Palästina in der Gegenwart – eine Annäherung

1.3.1. Politik der Abriegelung

1.3.2. Rechtssystem

1.3.3. Schulwesen

1.3.4. Gesellschaftsstrukturen, Kultur und Religion

2. Kindheit im Westjordanland

2.1. Verständnis von Kindheit unter Berücksichtung der Sozialisation

2.2. Traditionen und Werte in der palästinensischen Kultur und Gesellschaft

2.3. Einfluss von Religion

2.4. Bedeutung von Familie für die Sozialisation des Kindes

2.5. Einfluss von Schulbildung

2.6. Einfluss von Kultur und Medien

2.7. Einfluss von Gesellschaftlichen Rahmbedingungen unter genauer Betrachtung des Kollektivgedächtnisses

3. Intifada und Kindheit im zerstückelten Land

3.1. Die Auswirkungen der israelischen Besatzung auf palästinensische Kinder

3.2. Palästinensische Kindheit im Kontakt mit Israel

3.3. Palästinensische Kindheit in israelischer Gefangenschaft

3.3.1. Verfolgung, Haft, Verhör, Verurteilung durch Israel

3.3.2. Folter und Gewalt durch Israel

3.3.3. Selbstbestimmung und Internationales Recht

3.4. Psychische und soziale Einwirkungen von Folter und Gefangenschaft

3.4.1.Trauma

3.5. Verarbeitungen von Gewalt in einem unlösbaren Konflikt

3.6. Rückkehr in die palästinensische Gesellschaft

4. „Gegen die Wand“ oder das Unmögliche realisieren

4.1 Traumaarbeit

4.2 Empowerment und ressourcenorientiertes Arbeiten

4.3 Identitäten im Dialog

4.3.1 Sumsum und Simsim

4.3.2 Die Friedensschule Neve Shalom / Wahat al – Salam

4.4 Umgang mit Machtquellen, Kriterien und Öffentlichkeitsarbeit

5. Zukunftsaussichten

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die Sozialisation palästinensischer Kinder im Westjordanland unter den Bedingungen der israelischen Besatzung und des andauernden Konflikts, mit dem Ziel, die psychischen und sozialen Auswirkungen sowie die Herausforderungen für die Soziale Arbeit aufzuzeigen.

  • Einfluss der politischen Situation und Besatzung auf die Sozialisationsinstanzen (Familie, Schule, Medien).
  • Bedeutung von Traditionen, Religion und dem kollektiven Gedächtnis für die kindliche Entwicklung.
  • Die Auswirkungen von Gewalt, Gefangenschaft und Traumatisierung auf die Kinder.
  • Ansätze und Projekte der Sozialen Arbeit wie Empowerment und interkulturelle Dialogprojekte zur Bewältigung der Situation.

Auszug aus dem Buch

3.3.2 Folter und Gewalt durch Israel

Kinder in der West Bank sind nicht nur in den Gefängnissen und Verhörzentren einer Misshandlung und Folter ausgesetzt. Die Situation der palästinensischen Kinder ist geprägt durch Ermordung, Verhaftungen, Verfolgung und Unterdrückung.

Um genauer zu definieren was Folter bedeutet, möchte ich die Folterpraktiken die durch das israelische Militär, Polizeibehörden oder GSS, den palästinensischen Kindern zugefügt werden, in einer Aufzählung veranschaulichen. Zu Folter Anwendungen gehören: Schläge, Tritte, Bedrohungen, Verbaler Missbrauch, Erniedrigungen, das Verdrehen der Körper in schmerzhafte Positionen, absichtliches verengen der Handschellen, auf die Fesseln steigen, Anwendung von Druck auf verschiedene Körperteile, würgen und andere Arten von Gewalt und Erniedrigung, Haare rausreißen, bespucken, extreme Hitze und Kälte Aussetzung, ständig künstlichem Licht ausgesetzt, Schlafentzug, Essensverbote, bedrohende Sprache, physische Gewaltanwendung mit Stöcken, Fäusten und Füßen, Androhungen des sexuellen Missbrauches oder lange eingesperrt zu werden, Positionsfolter (shabeh).

Positionsfolter, auch shabeh genannt, zeigt wie Kinder vor, nach und während Verhören misshandelt werden. Cook, Hanieh und Kay beschreiben wie Kinder in schmerzhaften Positionen für lange Zeiten verharren müssen. Positionen in denen die Kinder mit Handschellen die Hände auf den Rückengebunden werden, während sie für lange Zeit auf einem Stuhl oder stehend verharren müssen. Hierbei werden den Kinder die Augen verbunden.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Definiert die wissenschaftliche Fragestellung zur Sozialisation palästinensischer Kinder im Westjordanland unter dem Einfluss des Konflikts.

1. Palästina: Analysiert historische Hintergründe, politische Rahmenbedingungen und soziale Strukturen in den Autonomiegebieten.

2. Kindheit im Westjordanland: Beleuchtet die Sozialisation des Kindes durch Familie, Schule, Kultur, Medien und das kollektive Gedächtnis.

3. Intifada und Kindheit im zerstückelten Land: Untersucht die Auswirkungen der Besatzung, Gefangenschaft, Gewalt und Traumata auf Kinder.

4. „Gegen die Wand“ oder das Unmögliche realisieren: Diskutiert Ansätze der Sozialen Arbeit wie Traumaarbeit, Empowerment und interkulturelle Dialogprojekte.

5. Zukunftsaussichten: Fasst die Herausforderungen für die heranwachsende Generation und die Notwendigkeit friedensfördernder Maßnahmen zusammen.

Schlüsselwörter

Palästina, Westjordanland, Sozialisation, Kindheit, Intifada, israelische Besatzung, Trauma, Soziale Arbeit, Empowerment, Identität, Kollektivgedächtnis, Gefangenschaft, Gewalt, Islam, Friedensarbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Bedingungen, unter denen palästinensische Kinder im Westjordanland aufwachsen, und wie diese den Prozess ihrer Sozialisation beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Einflüsse von Tradition, Religion, Schule und Medien sowie die massiven Auswirkungen der israelischen Besatzung und des Konflikts auf die kindliche Entwicklung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Es wird untersucht, welcher Sozialisation palästinensische Kinder unterliegen und wie sich Gewalt sowie die kriegsähnlichen Zustände der Besatzung und Gefangenschaft auf diese Sozialisation auswirken.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer Beobachtungsstudie und Gedächtnisprotokollen, die während zweier dreimonatiger Aufenthalte der Autorin in Israel/Palästina (2006-2007) entstanden sind, ergänzt durch eine Literaturanalyse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der palästinensischen Lebenswelt, die Auswirkungen von Intifada und Besatzung auf Kinder sowie die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Traumaarbeit und Friedensförderung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Sozialisation, Besatzung, Trauma, Kindheit, Empowerment, palästinensischer Konflikt und Kollektivgedächtnis.

Wie unterscheidet sich die Sozialisation palästinensischer Kinder von der westlicher Kinder laut Autorin?

Sie betont, dass westliche Modelle nicht ohne Weiteres übertragbar sind, da in Palästina die Gemeinschaft (das Kollektiv) über dem Individuum steht und politische Bedingungen eine direkte, traumatisierende Rolle spielen.

Welche Rolle spielt die Familie im Kontext der Sozialisation?

Die Familie fungiert als zentrale Sozialisationsinstanz, ist jedoch durch den Konflikt stark belastet, da Rollenbilder durch Inhaftierungen von Vätern oder die ökonomische Situation ständigem Wandel und Stress unterliegen.

Ende der Leseprobe aus 161 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kindheit gegen die Wand - Zur Sozialisation palästinensischer Kinder im Westjordanland
Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen
Note
1,3
Autor
Janina Richter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
161
Katalognummer
V205578
ISBN (eBook)
9783656323761
ISBN (Buch)
9783656324690
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kindheit wand sozialisation kinder westjordanland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Janina Richter (Autor:in), 2007, Kindheit gegen die Wand - Zur Sozialisation palästinensischer Kinder im Westjordanland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205578
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Leseprobe aus  161  Seiten
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